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Sonntag, 19 Januar 2014 07:10

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (14)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (14)
Fidha Nubiyah  hatte schon viele Geschichten über das Unrecht, das  Sklavenherren ihren  Leibeigenen antaten, gehört. 

Sie war auf dem Weg zu dem Haus, in dem sie dienen sollte  und dachte wehmütig an die schöne Zeit als ihre Mutter noch lebte . Bei der Erinnerung an ihre Mutter, die  sie liebevoll auf den Schoß genommen und über ihr Haar gestreichelt hatte, rollten ihr Tränen übers Gesicht.  Sie grübelte über die Zukunft nach.  Da riss eine freundliche Stimme sie aus ihren Gedanken. Jemand hatte sie gegrüßt!

Jemand hatte sie gegrüßt? Fidha war sehr verwundert. Hatte sie sich vielleicht verhört? Aber nein: Wieder hörte sie die gleiche Stimme sagen: „Salam! (Friede!)“ Und dann: „Ich bin Fatima. Liebes! Herzlich willkommen in deinem Zuhause.“

Fatima nahm Fidha an der Hand und führte sie ins Haus hinein. Sie sagte, sie soll sich setzen und dann brachte sie ihr etwas zu Essen und zu Trinken.

Fidha war ganz verwirrt: Dieser herzliche Gruss, diese liebevolle Behandlung! Sie konnte es kaum glauben.  Es hätte ihr ein Engel sagen müssen: Fidha! Das ist kein Traum. Hier ist das Haus der Liebe und Hoffnung. Hier ist das Haus der Fürstin der Frauen beider Welten!    

 

Fidha schaute auf das Gesicht von Fatima Zahra (a) der Tochter des Propheten: Wie freundlich und entgegenkommend sie war. Es war ihr, als ob sie Fatima (a) schon lange kennt. Auch ihre Stimme schien so vertraut!

Während das Mädchen so in Gedanken war, nahm Zahra (a) ihre Hand, drückte sie und sagte: „Liebes! Fühl dich in deinem Haus wohl. Betrachte mich als deine Schwester. Du kannst dich ein paar Tage ausruhen und danach erledige ich einen Tag lang alle Arbeit und du ruhst dich aus und am nächsten Tag kannst du die Sachen im Haus  übernehmen und ich widme mich dem Gott-Dienen.“

Fidha erlebte zum ersten Mal in ihrem Leben Gerechtigkeit. Sie fühlte sich wie ein Mitglied der Familie im Haus von Fatima.  Oftmals hörte sie in der Nacht, wie Zahra in Gottesanbetung vertieft war und dann konnte sie den Blick nicht von ihr abwenden. Es dauerte nicht lange und auch sie, Fidha,  stand in der Nacht auf, nahm die Gebetswaschung vor und begann in einer Zimmerecke das Gebet zu verrichten. Fidha lernte vieles von Zahra (a): Erkenntnis und Menschlichkeit, Großzügigkeit und Opferbereitschaft .  Sie hörte Zahra Verse aus dem Koran vor sich hersagen, wenn sie den Weizen zu Mehl mahlte.  So wurde sie immer vertrauter mit dem Koran, und begann sich das Wort Gottes ins Gedächtnis einzuprägen. Immer öfter hörte man Fidha Koranverse sagen,  bis sie schließlich anderen sogar mit Zitaten aus dem Koran antwortete.  Und so gelangte Fidha, die im Hause der  Prophetenfamilie und Fatima Zahra (a) bei der Arbeit half zu einem festen Glauben.

Fidha  wurde im Hause  der Tochter des Propheten zu einer aufrichtigen gottesfürchtigen Frau. Sie liebte die Familie des Propheten (s), ganz besonders Fatima (a) und wurde ihre Vertraute. Imam Ali (a) sagte:  „Fatima (a) hat mir bei Gott und dem Propheten Gottes (s) das Versprechen abgenommen, dass ich von den Frauen nur Umm Salama der Gemahlin des Propheten Gottes (a), Umm Aiman und Fidha etwas von ihrem Tod sage und sonst keiner anderen ...“

Als einmal seine Söhne Hasan und Husain krank geworden war, gelobte Ali (a), dass er nach ihrer Genesung drei Tage fasten werde.  Da haben auch Fatima (a) und Fidha sich diesem Gelübde angeschlossen.

Die Kinder wurden wieder gesund und alle im Hause begannen das Fasten.  Am ersten Tag hatte Ali (a) etwas Gerste besorgt und Fatima hatte damit einige Brotfladen gebacken. Aber als sie das Fasten am Abend brechen wollten, hörten sie einen Bedürftigen rufen: „Friede euch, ihr aus dem Hause Mohammad (s). Ich bin Muslim und arm. Gebt mir etwas zu essen. Gott möge euch Paradiesspeisen geben!“

Als Ali (a) dies hörte, gab er sein Brot dem Bedürftigen und dann reichten ihm auch alle anderen im Hause ihr Brot, Zahra, die Kinder, und Fidha.

Auch in den nächsten zwei Tagen bat jemand vor der Tür um Hilfe, als  sie zum Fastenbrechen etwas zu sich nehmen wollten. Und sie gaben ihr Essen an dem einem Tag einem Waisenkind und an dem anderen  einem Kriegsgefangenen.  Sie taten dies Gott zuliebe!

Als der Prophet Gottes (s) kurz darauf zu Fatima (a) kam, wurden ihm folgende Verse 8 und 9 der Sure 76 offenbart:

„Und sie geben Speise (die sie selber gerne gegesen hätten) aus Liebe zu Ihm, dem Armen, der Waise und dem Gefangenen,

 `“(Indem sie sprechen :) `Wir speisen euch  nur Gott zuliebe. Wir wollen von euch weder Lohn noch Dank.“

 

Fidha gehörte zu denen , über die Gott hier spricht. Also hatte auch sie eine Stufe erreicht, auf der diese Beschreibung auf sie zutraf.

 

 Fidha hat nach dem Tod von Fatima Zahra (a) deren  Tochter Zainab (a.), über die wir noch berichten werden,  im Haus geholfen. Sie hat in einigen Abschnitten der Geschichte des Islams eine Rolle gespielt.

...

Eine der tapferen Frauen in der Geschichte des Islams , die zu dessen Verteidigung ihr Leben hergab, ist die ehemalige Sklavin Sumayya. Sumayya kam aus Abessinien und diente im Haus  des Abu Hudhaifa ibn al-Mughira vom Stamm der Bani Machzum.

Im Hause von Abu Hudhaifa diente auch Yasir der Sohn von Amir aus Jemen. Abu Hudhaifa vermählte die sittsame Sumayya mit Yasir und ließ sie frei. Yasir  war ein guter Mensch. Er war rechtschaffen und ehrlich. Gott schenkte den beiden einen Sohn namens Ammar.

Nachdem der Prophet seinen Aufruf zum Islam begonnen hatte, waren viele heimlich Muslim geworden.  Sie verheimlichten ihren Glauben, weil sie sich vor der Misshandlung und Folter durch die mächtigen Anführer des Qureisch-Stammes  fürchteten.

Sumayya , Yasir und ihr Sohn Ammar waren unter den ersten, die sich insgeheim zum Islam bekannten.  Das Bekenntnis von Sumayya und Yasir kam ans Tageslicht und die Mächtigen aus dem Stamm der Qureisch beschlossen, die beiden zu foltern, damit die anderen abgeschreckt werden. Abu Dschahl und einige andere Götzendiener drangen in das Haus von Sumayya und Yasir ein und setzten es in Brand. Sie legten Sumayya und Yasir Ketten an und trieben sie unter Peitschenhieben und mit ihren Lanzen an einen Ort in Mekka und schlugen sie blutig. Sie erhitzten ihnen  Brust,  Hände und Füße. Schließlich beschwerten sie ihren Oberkörper mit einem Steinblock. Trotzdem Sumayya, Yasir und Ammar gefoltert wurden, blieben sie standhaft.

Als der Prophet Gottes an den Ort kam, wo  Yasir und Sumayya unter der gleißenden Sonne von Mekka auf dem Boden lagen und trotz der großen Folterqualen nicht ihren Glauben aufgaben, betete er für ihre Rettung und verhieß ihnen das Paradies. Sumayya sagte zum Propheten Gottes: „Ich bezeuge, dass du fürwahr der Prophet Gottes bist und dass dein Versprechen wahr ist  und eintreten wird.“

 

Sumayya war eine standhafte Frau. Sie hatte ihren Weg gewählt und keine Macht konnte ihr den Glauben an Gott, den Allmächtigen nehmen.  Jedes Mal, wenn die Folterknechte von Sumayya verlangten, dass sie sich vom Islam abkehrt, damit sie sie in Ruhe lassen, wiederholte Sumayya , dass sie an Recht und Wahrheit festhält. Daraufhin wurde sie noch schlimmer gequält und schließlich verlor sie das Bewusstsein.

Sobald sie wieder zu sich gekommen war, wiederholte sich dasselbe:  Sie wurde gefoltert,  hielt stand und betete zu Gott, bis schließlich Abu Dschahl, einer der Mächtigen der Qureisch, so wütend auf sie wurde, dass er sie anschrie:

„Du musst unsere Götter anbeten und Mohammad beschimpfen oder du wirst sterben!“

Sumayyah gab eine klare Antwort und sagte: „Tod dir und deinen Göttern.“

Da trat Abu Dschahl ihr unverzögert in den Magen.  Aber wieder rief Sumayya den Einen Gott. Daraufhin versetzte ihr Abu Dschahl mehrere Lanzenstiche, so dass Sumayya schließlich den Märtyrertod fand.

Dann tötete Abu Dschahl auch ihren Ehemann Yasir .  Auf diese Weise wurden Sumayyah und Yasir  als ein gläubiges und standhaftes Ehepaar  und die ersten Märtyrer des Islams in der Geschichte verewigt.  

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