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Dienstag, 12 November 2013 03:53

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (8)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (8)
Es war wunderbares Wetter. Hanna , die Gemahlin des Imran saß unter einem Baum und schaute zu wie eine Vogelmutter in dem Nest über ihr die Küken fütterte.
Seit Jahren hatten sie und Imran sich ein Kind gewünscht. Doch Hanna war unfruchtbar. Die Szene des Mutterglücks ließ in ihr wieder die Liebe zu einem Kind entflammen. Innerlich sehr berührt, betete sie inständig zu Gott:

 

„O Gott, dieser Vogel hat Kinder, aber ich bin kinderlos. Ich bitte dich, schenke mir ein Kind.“

Gott erhörte ihr inständiges Gebet. Er verkündete ihrem Gemahl die Geburt eines segensreichen Knaben, der als Prophet zu den Söhnen Israels ausgesandt wird , Kranke heilen kann und Tote mit Gottes Befehl ins Leben zurückruft.

Hanna bemerkte immer mehr die Anzeichen der Schwangerschaft. Sie war glücklich. So glücklich, dass sie ihr Kind, von dem sie glaubte es sei ein Junge, Gott weihte und gelobte, dass er nach seiner Geburt bis ans Lebensende im Jerusalemer Salomo-Tempel Gott dienen soll. Sie sprach zu Gott: „Mein Herr, ich habe Dir geweiht - als muharrar - Befreiten (für den Dienst an dir) -, was in meinem Schoße ist. So nimm (es) an von mir ; wahrlich, Du allein bist der Allhörende, der Allwissende.» (Vers 35, Sure  Ale Imran (3)).

 

Hanna wusste nicht, dass das Kind, das sie empfangen sollte, ein Mädchen ist und erst dieses Mädchen den verheißenen Propheten zur Welt bringen würde.

Zu jener Zeit gelobte manch einer , dass er seinen Sohn in den Dienst Gottes stellen würde und übergab ihn nach seiner Geburt dem Tempel. Einen solchen Knaben nannte man „muharrar“,was soviel wie „Befreiter“ bedeutet. Diese Knaben und Jünglinge verrichteten Arbeiten im Tempel und ihre Freizeit verbrachten sie mit Gottesanbetung. Der Tempeldienst galt als eine große Ehre für die Eltern und für das Kind selber .

 

Hannas Kind kam zur Welt. Doch es war ein Mädchen. Hanna war deshalb betrübt und sagte bekümmert zu Gott: „Mein Kind ist ein Mädchen und nicht geeignet, mein Gelöbnis zu erfüllen, denn ein Mädchen kann nicht im Tempel dienen!“ Doch Gott befreite sie von dieser falschen Vorstellung und machte ihr bewusst, dass Gott auch das Gott-Dienen einer Frau im Tempel anerkennt und dass eine Frau ein großer Segen sein kann. Im Vers 36 der Sure 3 heißt es nämlich: Allah wusste am besten, was sie zur Welt gebracht hatte – „

Das heißt: Gott kannte den Segen dieses Mädchens. Sein Segen war noch größer als der Segen eines Jungen.

In der Tat ist die Frau ein Wesen, welches Menschen hervorbringt und erzieht und daher liegt die Zukunft der Menschheit in ihren Händen. Wenn sie würdig ist und gläubig ist, wird sie der Menschheit zu Würde und Gottesfürchtigkeit verhelfen können.

Die Worte Gottes hatten eine beruhigende Wirkung auf Hanna. Sie begann zu überlegen welcher Name für ihr Mädchen am schönsten ist und da wählte sie den Namen „Maryam“. Maryam ist die Bezeichnung für eine Frau, die Gott dient. Maryam sollte im Heiligen Tempel dienen. Die edle Hanna war sich der weisen Vorsehung Gottes bewusst. Sie suchte, erfüllt vom Glauben, bei Gott Zuflucht und bat ihn um eine edle Nachkommenschaft für ihr Kind. Im Vers 36 der Sure 3 steht , was sie betete: „Und ich möchte, dass sie und ihre Nachkommen bei dir Zuflucht (und Schutz) finden vor Satan, dem Verworfenen.“

Es war an der Zeit, Maryam in den Tempel zu bringen. Hanna wickelte das Kind in ein Tuch und brachte es zum Gotteshaus. Sie sagte den jüdischen Gelehrten im Tempel: „ Ich habe dieses Kind dem Dienst im Hause Gottes geweiht. So übernehmt seine Fürsorge!“

Aber es musste ein besonders würdiger Mensch die Fürsorge von Maryam im Tempel übernehmen, denn Maryam war die Tochter des Imran, und Imran war ein geschätzter Prophet der Juden. Die Gelehrten wurden sich darüber uneins, wer die Fürsorge von Maryam, der Tochter des Imran übernehmen sollte. Jeder wünschte, dass ihm die große Ehre, das Kind ihres Propheten zu beschützen, zuteil wird.

Schließlich einigten sie sich darauf, das Los zu ziehen. So zogen sie mehrmals das Los und es fiel immer wieder auf einen Namen, nämlich auf den Namen Zacharias.

Auch Zacharias war ein Prophet. Er hatte es mehr als alle anderen verdient, dieses Kind großzuziehen. Er war einer der größten Gottesdiener und seine Gemahlin Aschiyah (Elizabeth) war die Tante Maryams mütterlicherseits. Daher übernahm Zacharias die hohe Aufgabe der Fürsorge Maryams.

Gott nahm Maryam auf beste Weise im Tempel auf. Sein Prophet Zacharias zog sie groß. Als Neunjährige verbrachte Maryam die Nächte im Gebet und den Tag mit Fasten. Sie erreichte eine so große Gotterkenntnis und Gottefürchtigkeit, dass ihr Wissen über dem der Gelehrten zu stehen kam. Maryam erhielt sogar Speisen aus dem Himmel!

Zacharias fand, wenn er den Ort betrat, an dem Maryam zu Gott betete, besondere Speisen vor und wunderte sich. Einmal erblickte er neben ihr eine Schale mit besonders edler Speise . Er fragte: „ O Maria, woher hast du dies?» Sie antwortete: «Es ist von Allah.» Allah gibt, wem Er will, ohne zu rechnen. „

Dies ist im Vers 37 der Ale Imran nachzulesen.

 

In den Augen von Zacharias hatte Maryam eine sehr hohe Stufe erreicht. Er war sehr erstaunt über die spirituelle Vervollkommnung des Mädchens - über sein Gott-Dienen und seine schönen Gebete.

Zacharias war kinderlos geblieben. Darüber war er sehr betrübt. Nachdem er die aufrichtige Gottesanbetung Maryams und ihre edlen Eigenschaften gesehen hatte, wandte sich Zacharias eines Tages zu Gott und bat ihn um einen edlen Nachkommen, so edel wie Maryam. Aber ihm war bewusst, dass er schon betagt ist . Er sprach: „Mein Herr, das Gebein in mir ist nun schwach geworden, und mein Haupt schimmert in Grauhaarigkeit, doch niemals, mein Herr, bin ich enttäuscht worden in meinem Gebet zu Dir.“ Dann fuhr Zacharias fort: (siehe Vers 5, Sure 19):

„`Nun aber fürchte ich meine Verwandten nach mir (dass sie deine Lehre nicht recht behüten) , und meine Gemahlin ist unfruchtbar!`

Dann bat er Gott : `Gewähre Du mir darum einen Nachfolger, Auf dass er mein Erbe sei und Erbe von Jakobs Haus. Und mache ihn, mein Herr, (Dir) wohlgefällig.`“ (Fortsetzung Vers 5 und 6 der Sure 19).

 

Als Zacharias auf diese Weise Gott angefleht hatte, hörte er einen Engel sprechen: `O Zacharias! Wir geben dir frohe Botschaft von einem Sohn, dessen Name Yahya (Johannes) sein soll. Wir haben zuvor noch keinen dieses Namens geschaffen (Vers 7, Sure 19)

Und so kam es, dass der Prophet Johannes auf die Welt geschickt wurde. Gott ließ ihn auf die Welt kommen, weil Zacharias ihn um einen Nachkommen angefleht hatte. Prophet Zacharias hatte angesichts der Reinheit und dem edlen Wesen Maryams Gott um einen reinen und edlen Nachkommen gebeten.

Die Edle Maryam war eine Frau, die mit ihrem ganzen Wesen Gott ergeben war und für die nichts wichtiger war als Gottes Wohlgefallen . Sie war die Edelste ihrer Zeit.

Maryam bewegte sich auf einer so hohen Stufe, dass die Engel mit ihr sprachen und ihr verhießen, dass Gott sie auserwählt und sie über alle Frauen auf der Welt gestellt hat.

 

 

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