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Dienstag, 17 September 2013 07:11

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (2)

Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte (2)
Liebe Freunde. Dies ist unser zweiter Beitrag aus der neuen Sendereihe „Weibliche Vorbilder der Islamischen Geschichte“. Im ersten Teil haben wir auf die Stellung der Frau im Islam hingewiesen und gesagt, dass die Frau im Islam als Mensch neben den Mann zu stehen kommt und sie hohe Stufen auf dem Gebiet der Wissenschaft , des Glaubens und der Gottesfürchtigkeit erreichen und schließlich den Rang eines Statthalters Gottes auf Erden besitzen kann.

 

Das Bild, welches der Islam als erstrebenswert für die Frau vorstellt, ist das Bild eines idealen Menschen. Daher stimmt ihr Ideal mit dem Ideal des Mannes als Mensch überein. Islam sagt, dass alle Frauen die Fähigkeit nachzudenken und rechtschaffen zu handeln besitzen. Im Gegensatz zu der falschen Vorstellung in der Vergangenheit, dass Gott die Werke der Frau nicht annehmen würde und sie wertlos seien, erklärt der Islam, dass es diesbezüglich keinen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt. Vielmehr werden Taten dann akzeptiert, wenn sie rechtschaffen sind und derjenige der gottesdienstliche Werke vollbringt, ein gläubiger Mensch ist.

Gute Werke haben nichts mit dem Geschlecht zu tun. Gott akzeptiert sie von Männern und Frauen. In dem Vers 97 der Sure Nahl (Sure 16) steht:

„Wer recht handelt, ob Mann oder Frau, und gläubig ist, dem werden Wir gewisslich ein reines edles Leben gewähren; und Wir werden ihnen gewisslich ihren Lohn bemessen nach dem besten ihrer Werke.“

Es liegt auf der Hand, dass Gottesnähe und jenseitiger Lohn nichts mit dem Geschlecht zu tun hat, sondern mit dem Glauben und dem rechtschaffenen Handeln. Deshalb werden die Frauen wie die Männer für ihre guten Taten belohnt.

Gott hat im Koran das letztendliche Ziel der Erschaffung des Menschen genannt. Dieses Ziel ist das Gottdienen. Der Wert des Menschen, ob Frau oder Mann, richtet sich gemäß dem Koran nach der Gottesdienstbarkeit des Menschen. Durch das unvermischte Gott-Dienen gelangt der Mensch zu wahrer Würde und auf den Rang des Statthalter Gottes. Die wichtigste Eigenschaft des Propheten des Islams besteht darin, dass er Diener Gottes ist. Der Mensch wird zum Gott-Diener wenn er Geist und Seele gedeihen lässt. Die Frauen können , weil sie einen zarten Geist besitzen, sogar leichter die Stufe der Gottdiestbarkeit erreichen. Eine der Voraussetzungen für die Vervollkommnung des Menschen ist nämlich die Verfeinerung des Geistes.

Gott verkündete den Menschen also, dass sie sich hinsichtlich der Menschlichkeit und ihrer religiösen Seite nicht voneinander unterscheiden. Die großen weiblichen Vorbilder der Himmelsreligionen, wie Prophetentochter Fatima und Maria, die Mutter Jesu (gegrüßet seien sie) lebten die Ergebenheit gegenüber Gott vor. Bei Betrachtung ihres Lebens gelangen wir zu der Wahrheit, dass die Hinwendung zu Gott und die Gottesanbetung nicht geschlechtsabhängig sind. Frauen können auf diesem Weg sehr hohe Stufen der Vollendung erreichen.

Zu den Werten, die jenseits vom Geschlecht stehen, gehört auch der Erwerb von Wissen. Der Islam spornt Frauen und Männer ausdrücklich zum Wissenserwerb an, und diese Religion hat niemals das Geschlecht als Hindernis auf dem Weg zur Wissensvermehrung bezeichnet.

Der iranische Denker und Verfasser des Korankommentars Al Mizan, Alameh Tabatabai schreibt, nachdem er einen Blick auf das bedauernswerte Schicksal der Frau in der Geschichte geworfen hat:

„Die Frau teilt alle Gebote für das Gottdienen und die Gesellschaftsrechte – und pflichten mit dem Mann und ist in allen Fragen unabhängig und selbstständig , in denen der Mann Unabhängigkeit besitzt wie Erbe, Einkommenserwerb, Handel, Lehre , Erziehung und Verteidigung ihrer Rechte usw. mit Ausnahme der Fälle, die ihrer Natur zuwiderlaufen.“

Seit Beginn hat der Islam vor 14 Jahrhunderten die Frauen zum Erwerb von Wissen ermuntert. Aber in England zum Beispiel , wurde Akademikerinnen noch bis 1947 kein Studienzeugnis ausgestellt, weil die Verantwortungsträger dies nicht für richtig hielten, einer Frau ein akademisches Abschlusszeugnis auszustellen.

Der Islam aber bestätigt, dass die Frauen wie die Männer die notwendigen Kapazitäten für den Erwerb von Wissen besitzen und die Gesellschaft die Fähigkeiten beider Geschlechter für ihre Weiterentwicklung nutzen muss.

Gott lobt diejenigen, die sich Wissen angeeignet haben und tadelt die Unwissenden. Im Koran wird allgemein und unabhängig vom Geschlecht, von den Wissenden gesprochen und in der Überlieferung wird das Streben nach Wissen allen, Männern und Frauen, empfohlen.

Im Vers 11 der Sure Mudschadallah (58) heißt es unter anderem:

„Allah wird die unter euch, die gläubig sind, und die, denen Wissen gegeben ward, in Rängen erhöhen. ..“

 

Die Frauen können also wie die Männer hohe Stufen in der Wissenschaft und Kenntnis erreichen und ihre Fähigkeiten in den Dienst der Gesellschaft stellen.

Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei sagt darüber:

„Wenn die Frau in der Gesellschaft auf den Stand des Wissens und der Erkenntnis und spirituellen und moralischen Vervollkommnung, welche Gott und die religiöse Lehre auf gleiche Weise für alle, ob Mann oder Frau, vorgesehen hat, erreichen kann, wird die Erziehung der Kinder besser sein. Das Familienmilieu wird herzlicher und schöner werden. Die Gesellschaft wird einen größeren Fortschritt machen und die Probleme des Lebens werden sich leichter lösen lassen ... Es geht darum, dass ... die Frauen große Menschen werden. Das ist möglich und beim Islam liegt diese Erfahrung vor.“

Wenn die Gesellschaft verhindert, dass die Frau ihre Kenntnisse erweitert, hat sie in der Tat den Frauen ein großes Unrecht angetan und Ajatollah Khamenei ist der Überzeugung:

„Wenn eine Frau eine besondere Fähigkeit besitzt, zum Beispiel eine Begabung für die Wissenschaft und für Entdeckung oder Erfindung, oder politisch oder in sozialen Angelegenheiten Fähigkeiten besitzt, ist es ein Unrecht, wenn sie daran gehindert wird dieses Können zu nutzen und wenn diese Fähigkeit nicht zur Entfaltung kommt.“

Musik

Der Islam verleiht der Frau das Recht, eine rechtmäßige Arbeit zu wählen. Tätigkeit wird im Islam geschätzt. Gott erinnert im Koran daran, dass Frauen und Männer selber für ihre Handlungen die Verantwortung tragen, und niemand die Verantwortung dessen, was ein anderer tut, übernimmt.

Außerdem ist die Frau wie der Mann Besitzer des Einkommens, welches sie erworben hat. Die Frau kann wirtschaftlich und sozial tätig sein und ihr Einkommen sparen oder für einen religiös gesehen rechtmäßigen Zweck ausgeben.

Im Vers 32 der Sure Nisa (die Frauen, Sure 4) heißt es:

. ... Die Männer sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst, und die Frauen sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst. (und es dürfen nicht die Rechte der einen verletzt werden)

 

Dieser Aussage ist zu entnehmen, dass die Frauen finanzielle Unabhängigkeit besitzen. Die Frauen können wie die Männer Handel oder Gewerbe betreiben. Außerdem haben sie einen rechtmäßigen Anteil an der Hinterlassenschaft ihrer Eltern, oder der Geschwister oder ihres Ehemannes.

Es sei erwähnt, dass im Westen bis circa Mitte des 20. Jahrhudnerts die Frauen nicht das Recht hatten, ohne Erlaubnis des Ehemannes oder des Vaters über ihr persönliches Eigentum zu verfügen.

Aber der Islam gab von Beginn an den Frauen dieses Recht.

Die Frauen sind ein wertvoller Schatz für die Islamische Gesellschaft und spielen eine wichtige Rolle bei ihrem Aufbau. Der Islam verhilft den Frauen in der Gesellschaft zu ihrem Rang als Mensch. Sie darf niemals wie eine Ware und damit unter ihrer Menschenwürde behandelt werden.

Die Frau kann auf den verschiedenen Ebenen der Gesellschaft Aufgaben übernehmen. Der Islam setzt für eine gesunde Gesellschaft und ihren Fortbestand voraus, dass Männer und Frauen ihre Aufgabe sinnvoll erfüllen. Er fordert beide, Männer und Frauen auf, das Hässliche in der Gesellschaft zu bekämpfen.

Der Prophet des Islams hat auch mit den Frauen ein Bündnis geschlossen und er hat sie am politischen Geschehen mitbeteiligt.

Die westliche Frau durfte aber erst ab circa 20iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts am politischen Tätigkeiten teilhaben, darunter an den Wahlen.

Doch der Islam verliehr den Frauen vor 1400 Jahren ein solches Recht. Der Prophet gab ihnen ein Stimmrecht (in Form des Rechtes auf Leistung oder Nichtleistung des Treueides gegenüber dem religiösen Führer) . Durch derartige Schritte hat der Islam auf die Mitbeteiligung der Frauen in der Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur vorbereitet.

Zur Zeit des Propheten und danach öffneten sich neue Zukunftsperspektiven für die Frauen. Hunderte Frauen wurden in den islamischen Wissenschaften und für soziale Tätigkeiten ausgebildet. Sie wurden zu Vorbildern in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, von der Wirtschaft bis zur Wissenschaft und Kultur und sogar beim Dschihad . So waren sie auch auf der Szene des Kampfes gegen die Islamfeinde und des Opfertodes auf dem Wege Gottes zugegen.

Die Geschichte der Islamischen Zivilisation und die starke Präsenz der Muslima in der heutigen Gesellschaft zeigen, dass die Frauen aus der Sicht des Islams wie die Männer die Gipfel hoher matiereller und immaterieller Entwicklung ersteigen können und zwischen Mann und Frau hinsichtlich dieses Vervollkommnungsprozesses kein Unterschied gemacht werden darf.

Im nächsten Teil dieser Beiragsreihe werden wir mit der Vorstellung einiger  weiblichen Vorbilder, die im Koran genannt werden, beginnen.

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