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Donnerstag, 01 Oktober 2015 01:32

Dieser Ort muss der sicherste auf der Welt sein, aber…

Dieser Ort muss der sicherste auf der Welt sein, aber…
    Der Präsident der Islamischen Republik Iran hat seine Ansprache vor dem 70. Generalversammlung der UNO in New mit dem Hinweis auf die tödliche Tragödie in den Heiligen Hadschgebieten  begonnen und gesagt:

„Leider ist eine große Zahl von iranischen und nicht-iranischen Pilgern dieses Jahr bei diesen Zeremonien Opfer der Inkompetenz derer geworden, die für die Veranstaltung des Hadschbrauches  verantwortlich sind.“

Rohani unterstrich, dass der Iran die Verantwortlichen in Riad aufgefordert habe,  ihrer Pflicht nachzukommen und dem iranischen Konsulat die Möglichkeit zu verschaffen die Verschollenen zu finden und die Leichen der Todesopfer in den Iran zu überführen.

Rohani sagte:  „Die Verletzung der Gefühle von Millionen von Muslimen während des diesjährigen Hadsches ist ein so großer Schaden, dass er finanziell nicht auszugleichen ist.“

Präsident Rohani brach seinen Aufenthalt in New York vorzeitig ab, um an den Trauerzeremonien für die Pilger, die in Mina ihr Leben verloren, teilzunehmen.

                                        

Am vergangenen Donnerstag, dem  23. September ereignete sich in Mina am Tag des Rami Dschamerat, einem der Rituale  des Hadsches eine große bittere Tragödie.

Zuvor war am 11. September ein Baukran auf die Al-haram-Moschee in Mekka gestürzt, wobei 120 Pilger zum Hause Gottes den Tod fanden und 238 Pilger verletzt wurden.

In Mina haben am 23. September zahlreiche iranische Pilger ihr Leben verloren. Bisher stieg die Zahl auf 228. Über 200 weitere Pilger werden vermisst. Weitere wurden verletzt.  Die meisten Opfer der Tragödie in Mina sind  aus Nigeria, Iran, Marroko und Ägypten.

Nach den  ersten Untersuchungen über  die Ursache dieses schlimmen Vorfalls wurde bekannt , dass der Weg der Pilger der zu den Säulen führt, wo der  Hadsch-Brauch Rami Dschamarat, erfolgt, gesperrt wurde, und es zu dem tödlichen  Gedränge  kam.

 

Im Gefolge dieses großen Unglücks hat Ajatollah Khamenei, das Oberhaupt der Islamischen Revolution in einer Botschaft den Hinterbliebenen der getöteten Pilger sein Beileid ausgesprochen und gesagt, dass man nicht  das Missmanagement und die ungeeigneten Maßnahmen, die zu diesem schlimmen Vorfall führten, unbeachtet lassen kann.

Auch vor Beginn seiner Idschtihad-Vorlesung am 27. 9. hat er gesagt,  es sei nicht richtig, dass die Herrscher von Saudi Arabien die Verantwortung abschütteln und anderen die Schuld in die  Schuhe schieben wollen. Er sagte, dies nutze ihnen nichts und für die Islamische Welt stünden viele Fragen hinsichtlich dieses Unglücks offen. Die saudischen Herrscher sollten sich bei den trauernden Hinterbliebenen und der Islamischen Weltgemeinde entschuldigen, zugeben, dass sie Verantwortung  tragen und sich dementsprechend verhalten.

                                      

Die Zahl der Hadschpilger war dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr viel geringer, aber wir waren Zeuge von zwei schweren tödlichen Vorfällen während des diesjährigen Hadsches.  Dies ist für alle ein offenes Zeichen für das Missmanagement der Verantwortlichen in Saudi Arabien und viele hohe Regierungsvertreter muslimischer Länder haben diese Ereignisse auf Versäumnisse der Saudis zurückgeführt.

                        

Die saudischen Herrscher sind seit einigen Monaten mit dem Krieg und der Massakrierung von Muslimen in Jemen beschäftigt und wollen möglichst  unauffällig an dem Vorfall von Mina vorbei.

General Mansur Al Turki, der Sprecher des saudi-arabischen Innenministerium  war nach dem Unglück in Mina auf einer  Pressekonferenz bestrebt, die Tragödie  als eine schicksalhafte Fügung darzustellen  und auf die große Menschenmenge, auf  Bewegung in die Gegenrichtung seitens der Pilger  und die große Hitze zurückzuführen.

Der Gesundheitsminister der Saudis „Khaled Abdul Aziz Al Falah“ erklärte das schreckliche Ereignis damit, dass die Hadschpilger nicht den Ordnungsregeln gefolgt seien.  Er behauptete, das Gedränge sei dadurch entstanden, dass einige der Pilger   entgegen der Richtung gegangen sei, welche die Sicherheitskräfte und das Hadsch-Ministerium vorgegeben hatten. Auch er hat, um sich von den Pflichten, welche die Betreuer  des Hauses Gottes betrifft, freizumachen, betont, dass der blutige Vorfall als göttliche Vorsehung und Schicksal  zu betrachten sei.

                         

Die Medien, die den Saudis nahestehen haben ebenso das tödliche Ereignis in Mina mit der großen Hitze und damit in Zusammenhang gebracht, dass einige aus der umgekehrten Richtung kamen und einige Pilgerkarawanen sich nicht an die festgelegten Wegrouten gehalten hätten.

Die libanesische Zeitung Al Diyar  schreibt jedoch anders über den Ereignisverlauf.

                                

In der Al Diyar stand:  „Die saudischen Verantwortlichen dementieren die Nachricht, dass der Grund für den Tod von Hunderten von Pilgern dadurch verursacht wurde, dass  das Fahrzeug einer der Führer dieses Landes das Gebiet Masch`ar-Mina durchquert hat. In Wahrheit verhielt es sich so, dass das Fahrzeug  von Mohammad Bin Salman, dem Vize-Kronprinzen und arabischen Kriegsminister  mit mehr als 200 Sicherheits- und 150 Polizeikräften auf der Strecke erschien, auf der die Pilger nach Mina unterwegs waren.

Die Al Diyar weist darauf hin, dass dadurch die Hadschpilger ihren Weg ändern mussten und es heißt weiter, das Fahrzeug mit Mohammad Bin Salman sei schnell in  Gegenrichtung durch Mina gefahren, was zur Panik unter den Hadschpilgern führte  und die Tragödie auslöste.

Das Fahrzeug mit dem arabischen Kriegsminister habe daraufhin rasch bei Einsetzen  der Katastrophe die Szene verlassen.

Weiter hieß es in dieser libanesischen Zeitung, dass der Vize-Kronprinz Mohammad Bin Salman  sich bislang nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt hat, während Mohammad  Bin Nayef, der Vorsitzende des Hadsch-Komitees die Bildung eines Ausschusses zur Aufklärung der Angelegenheit anordnete.

Al Diyar schreibt weiter: Auch der Emir von Mekka hat sich aus der Affäre gezogen. Der Artikel in dieser Zeitung schloss mit der Frage: Ob Saudi Arabien den Mut hat bekannt zu geben, dass es Mohammad Bin Salman war, der das blutige Unglück in Mina heraufbeschworen hat?

                    

Das Kranunglück und der Vorfall in Mina während des diesjährigen Jahres hinterließen zahlreiche Todesopfer und Verletzte und riefen scharfe Kritik auf internationaler Ebene an die saudischen Verantwortlichen hervor.

Diese Kritik zeigt, dass das Hadsch-Management der Saudis in den Augen vieler ernsthafte Mängel aufweist und eine internationale Sitzung für die Veranstaltung dieser religiösen Zeremonie erforderlich wird.

Eine Anzahl von Persönlichkeiten islamischer Länder, darunter der indonesische Staatspräsident haben eine Revision und Verbesserung der Verwaltung des Hadsches gefordert.

Der Ausschuss für religiöse und soziale Fragen des indonesischen Parlamentes gab bekannt, dass die saudi-arabische Regierung  zur Verbesserung der Sicherheit der Pilger zum Hause Gottes in Mekka mit den anderen islamischen Ländern eine Vereinbarung unterzeichnen muss.  

Der internationale Ausschuss zur Unterstützung gerechter Gerichtsverfahren und der Menschenreche in Genf hat in einer Erklärung den Familien der Opfer in Mina ihr Mitleid ausgesprochen und die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, ein internationales Komitee zur Untersuchung der Ursachen dieses schrecklichen Ereignisses und der anderen Vorfälle in den vergangenen Jahren während des Hadsches zu gründen.

An einer anderen Stelle dieser Erklärung hieß es: Die internationale menschliche Gemeinschaft muss durch sofortige offizielle Stellungnahme  das Leben von Tausenden Menschen schützen und verhindern, dass sich erneut  ein solches schreckliches Unglück während der Hadsches ereignet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat in seiner Beileidsbotschaft zu dem Ereignis während des Hadsches, die Verantwortlichen von Saudi Arabien aufgefordert, ihren Pflichten gegenüber  den Toten und den Betroffenen beschleunigt nachzukommen.

                           

Es war nicht das erste Mal, dass wir einen bedauernswerten Fall wie diesem während des Hadsches begegnet sind. Es fragt sich ob hinsichtlich der Ereignisse in Mina nur von Schicksal und Vorherbestimmung die Rede sein darf.  Die Wiederholung solcher Vorkommnisse zeugen zumindest für ein Missmanagement  und Mangel an Verantwortungsgefühl bei den Verwaltern des Ablaufes der Hadschzeremonien.

Mostafa Purmohammadi, der Justizminister Irans, gab bekannt: „Wir haben diesbezüglich unsere Pflichten und verfolgen  die gemeinsamen Rechte der Islamischen Umma sowie  die privaten Rechte der Opfer und Verletzten und  die relevanten politischen Fragen.“

Der Vize-Außenminister für arabische und afrikanische Länder Abdollahian sagte unserem Reporter gegenüber, das Außenministerium  habe den saudischen Verantwortlichen mitgeteilt dass die Islamische Republik Iran  ernsthaft der Frage der Vermissten nachgehen wird. Es seien Kontakte auf diplomatischer Ebene in diesem Zusammenhang im Gange.

In dieser Angelegenheit ist der iranische Gesundheitsminister Seyyed Hassan Qasisade Haschemi  am Dienstag als Vertreter der iranischen Regierung zusammen mit einer Delegation, zu der auch der Leiter des iranischen Hilfswerkes Roter Halbmond gehört in Mekka eingetroffen, nachdem die arabischen Behörden mehrere Tage lang Hindernisse auf den Weg gelegt hatten.

Eines ist klar: Das schreckliche Ereignis in Mina ist keine Kleinigkeit und Iran wird der Sache nachgehen.  Die Islamische Republik Iran betrachtet das saudische Regime als verantwortlich für die Sicherheit des Lebens der Hadschpilger zum Hause Gottes und unterstreicht, dass die Folgen jeglicher diesbezüglicher Nachlässigkeit dieses Regime betreffen. 

 

 

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