Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Dienstag, 21 April 2015 03:51

Appell zum Nachdenken (3)

Appell zum Nachdenken (3)
Vor drei Monaten hat das Oberhaupt der Islamischen Revolution Irans, Ajatollah Khamenei sich mit einer Botschaft an die jungen Menschen im Westen gewandt.

Er forderte darin die jungen Menschen im Westen auf, sich aus erster Hand über den Islam zu informieren und über den Grund der heftigen Angriffe auf den Islam und die Muslime nachzudenken. An einer Stelle heißt es:

„Die Geschichte Europas und Amerikas schämt sich wegen dem Sklaventum. Sie schaut verlegen wegen der Kolonialzeit und wegen dem Unrecht an Farbigen und Nicht-Christen zu Boden. Eure Forscher und Historiker erklären aufrichtig, dass sie sich wegen des Blutvergießens schämen, welches im Namen der Religion zwischen Katholiken und Protestanten oder im Namen der Nationalität und der Volkszugehörigkeit im Ersten und Zweiten Weltkrieg geschehen ist.

Dieses Geständnis verdient von Natur aus Anerkennung. Ich will auch gar nicht die Geschichte tadeln, wenn ich einen Ausschnitt aus dieser langen Liste nenne, sondern ich möchte, dass ihr eure Intellektuellen fragt, warum das kollektive Gewissen im Westen immer erst mit einer Verzögerung von mehreren Jahrzehnten und manchmal mehreren Jahrhunderten aufwacht. Warum ist die Korrektur des kollektiven Gewissens immer auf die weit zurückliegende Vergangenheit gerichtet und nicht auf die aktuellen Probleme? Warum wird in wichtigen Dingen wie der Begegnung mit der islamischen Kultur und Denkweise eine allgemeine Informiertheit verhindert?“

 

Es gibt viele historische Beispiele für die unaufrichtige und destruktive Politik westlicher Staaten gegenüber anderen Völkern, wie zum Beispiel die traurige Geschichte der Indianer in Amerika und die 130 Jahre ,die Algerien  und die 300 Jahre, die Indien unter europäischen Kolonialmächten gelitten haben. 

 In diesem Teil möchten wir kurz auf die Geschichte der Rassendiskriminierung in den USA blicken, die bei der Sklaverei begann.

Vom 16.bis 19 Jahrhundert wurde Millionen von Afrikanern als Sklaven in die USA verschifft. Sie wurde unter Deck angekettet, damit sie nicht fliehen können.  Fast jeder 5.Sklave kam unterwegs ums Leben . Die Portugiesen nannten die Schiffe mit Sklaven tumbeirus was Sarg bedeutet.

                                   

Nach Ankunft der afrikanischen Sklaven wurden sie wie Tiere versteigert. Die Sklavenherren inspizierten sogar ihr Gebiss, wenn sie sie für ihre Landwirtschaft oder ihre Bergminen einsetzen wollten. Sie mussten auf einem Podest stehen und wurden dem überlassen, der den höchsten Preis bot.

Durch den Sklavenhandel wurden die Familien auseinandergerissen. Es war tragisch. Es gab Mütter, die sich das Leben nahmen, nachdem sie wegen der Versklavung von ihrem Kind getrennt worden waren. Die Sklaven wurden misshandelt  und zu Schwerstarbeit Arbeit gezwungen. Keiner von ihnen konnte sich gegen die Ungerechtigkeit ihrer Besitzer, die nur an ihren Profit dachten, wehren.

Hundertausende afrikanische Sklaven mussten in den großen Baumwollfeldern und Zuckerrohrplantagen schuften. Oftmals mussten sie dabei Ketten tragen. Für die kleinsten Fehler wurden Peitschenhiebe ausgeteilt. Einige Sklaven, die versuchten zu fliehen, wurden zu Tode geprügelt.

Die  Sklaven die in der Landwirtschaft schuften mussten, lebten in großer Armut in Elendshütten.

Nach circa 150 Jahren war die Sklaverei überall in den Vereinigten Staaten gesetzlich erlaubt.  1663 wurde  in der englisch-britischen Kolonie Virginia ein Gesetz verabschiedet, gemäß dem jedes Neugeborene einer Sklavin automatisch auch zum Sklaven wird. Zu der Zeit hat auch das englische Königshaus die Gründung eines Sklavenhalterunternehmens in Afrika bekannt gegeben. 

    

1673  forderte eine Gruppe von Weißhäutigen den Gründer der christlichen Gemeinschaft der Quäker, George Fox auf, sich für die Abschaffung der Sklaverei einzusetzen. Fox verbot daraufhin die Sklavenhaltung in einer kleinen Siedlung im Bundesstaat New Jersey.  Aber in England wurde die  Sklavenhaltung erst Beginn des 19. Jahrhunderts vom Parlament verboten .

 Während 1808 der internationale Sklavenhandel als verboten galt, betrieb man in den USA jedoch weiter die Sklaverei.  1857 gab das Oberste  Verfassungsgericht der USA bekannt, die Schwarzhäutigen, ob frei oder versklavt besäßen keine Bürgerrechte.

                                   

Aber 1860 kam es schließlich wegen der Sklaverei zu einem Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten von Amerika.  Abraham Lincoln, der die Sklaverei ablehnte, war  US-Präsident geworden. Die  Verwalter von  11 Südstaaten, welche die Sklaverei befürworteten, erklärten ihre Unabhängigkeit von den Nordstaaten. Es begann der so genannte Sezessionskrieg.  Die Nordstaaten siegten und offiziell wurde die Sklaverei  verboten.

Der Rassismus war damit aber  nicht beendet. 

                          

Die Zeit von 1890 bis 1940 ging unter der Bezeichnung Jim Crow (Jim, die Krähe)  in die Geschichte der Diskriminierung der Afroamerikaner ein.  Es galten die so genannten Jim Crow -Gesetze. Diese Gesetze schrieben die Rassentrennung nach Weiß und Schwarz an allen öffentlichen Stätten im Land vor. Die Afroamerikaner waren zum Beispiel nicht berechtigt, die Sitze von Weißen oder deren öffentlichen  Trinkwasserstellen zu benutzen. Unzählige Menschen wurden in diesen Jahren misshandelt, bedroht oder ermordet, weil sie  an Wahlen teilnahmen oder die Schule besuchten.  Farbige  wurden von Weißhäutigen gelyncht, d.h. sie wurden ohne gerichtliche Verfolgung hingerichtet.  Unter dem geringsten Vorwand haben weißhäutige Afroamerikaner erhängt.

 

In  einem Museum in Milwaukee, Bundesstaat Wisconsin werden Bilder und weiteres Dokumentationsmaterial ausgestellt  welche die damaligen Drangsalen der Afroamerikaner vor Augen führen. Erst 1968, nach Jahrzehnten des Unrechts, wurde  die Rassentrennung überall verboten.

                            

Damit war das Leiden der Afroafrikaner aber noch nicht zu Ende. Zwar war ihre Situation natürlich besser als zur Sklavenzeit, aber  sie litten immer noch unter Rassendiskriminierung.   Vor acht Jahren teilte die National Urban League in einem Bericht mit, dass, ausgehend von Kriterien wie Lebenserwartung, Einkommen, Unterkunft, medizinische Versorgung, Erziehung und Bildung, die Afroamerikaner im Durchschnitt nur zu 72 Prozent den  durchschnittlichen Lebensstandard der weißen Bürger in diesem Land erreichen. 25 Prozent der 37 Millionen Afroamerikaner leben unter der Armutsgrenze , bei der weißen Bevölkerung die 220 Millionen ausmacht, sind es 10 Prozent. Die Arbeitslosigkeit unter den Farbigen wird auf 10 Prozent und unter den Weißen auf 4 Prozent geschätzt. 98 Prozent der amerikanischen Richter sind  weißhäutig. Die Rassendiskriminierung im US-Justizsystem ist offensichtlich.

                          

Unter der Regierung des jetzigen US-Präsidenten der selber ein Farbiger ist, sind wieder neue Proteste der afroamerikanischen Bevölkerung aufgeflammt. Am 9. August wurde der 18-jährige Michael Brown in Ferguson wegen Diebstahl einer Zigarettenschachtel verfolgt und von einem Polizisten erschossen. Er war unbewaffnet und wollte sich ergeben.   Dieser Polizistenmord und danach der Freispruch für den Schuldigen war für die Afroamerikaner ein klares Beispiel für Rassendiskriminierung. Überall in den US-Städten demonstrierte man dagegen.

Am 7. Juli 2014 stürzten sich mehrere Polizeibeamten auf einen Afroamerikaner und erstickten ihn. Wie Videoaufnahmen zeigen, haben sie dem Asthmakranken Eric Garner die Kehle zugedrückt .  Auch diese Polizeibeamten wurden freigesprochen.

Am 8. Oktober tötete ein Polizist einen 17-jährigen Afroamerikaner, obwohl dieser die Hände hoch gehoben hatte.

                          

Heute empfinden die meisten Menschen auf der Welt die Sklaverei als eine Schande für die Menschheit. Aber es gab sie mehrere Hundert Jahre lang  in Ländern, die behaupten zivilisiert zu sein und die Menschenrechte zu verteidigen. Doch in dieser langen Zeit, schien die Allgemeinheit kein waches gewissen zu haben.

Ajatollah Khamenei hat in seiner Botschaft an die jungen Menschen im Westen darauf verwiesen, dass wie im Fall der Sklaverei das kollektive Gewissen der Menschheit manchmal  erst mit Verzögerung erwacht. Im Zusammenhang mit der heutigen gewissenlosen Angstmache vor dem Islam, hoffte er, dass die westliche Jugend  um ein  richtiges vorurteilsfreies Islamverständnis bemüht ist und sagte: „Vielleicht werden dann dank eures Verantwortungsbewusstseins gegenüber der Wahrheit die kommenden Generationen weniger beschämt und mit einem ruhigeren Gewissen über diesen Abschnitt der Geschichte der Beziehungen des Westens zum Islam schreiben können.“

 

 

 

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren