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Donnerstag, 26 Februar 2015 03:54

Appell zum Nachdenken (2)

Appell zum Nachdenken (2)
Wirl möchten einen  weiteren Ausschnitt aus dem offenen  Brief von Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei an die jungen Menschen im Westen besprechen, nämlich den über die Gründe der heftigen Angriffe auf den Islam in unserer heutigen Zeit.

Ein wichtiger Punkt, von dem der Brief Ajatollah Khameneis handelt ist die Islamophobie.  Er schreibt:

„Ich spreche zu euch über den Islam und insbesondere über das Bild, dass sie euch vom Islam vorlegen. Seit zwei Jahrzehnten, d.h. ungefähr nach dem Zerfall der Sowjetunion, hat es zahlreiche Bestrebungen gegeben, diese große Religion als einen beängstigenden Feind darzustellen.

 Die Heraufbeschwörung von Angst und Ablehnung und deren Missbrauch blicken bedauerlicherweise auf eine lange Vergangenheit in der politischen Geschichte des Westens zurück.“

 

Nachdem Ajatollah Khamenei  kurz an all das Unrecht erinnert, welches westliche Staaten  wegen der Religion und der Rasse anderen Völkern angetan haben, sagt er weiter:

„Nun möchte ich, dass ihr euch selber fragt, warum diesmal die alte Politik der Angstmache und Verbreitung von Hass in einem derartig beispiellosen Ausmaß den Islam und die Muslime ins Visier genommen hat?

Warum ist das internationale Machtsystem von heute bestrebt, das islamische Denken an den Rand und in die Passivität zu drängen? Welche Sinngebungen und Werte gibt es denn beim Islam, die dem Konzept der Großmächte in die Quere kommen, und welche Interessen werden durch die falsche Darstellung des Islams denn gedeckt? Meine erste Bitte lautet daher, dass ihr nach den Motiven dieser großangelegten Schwarzmalerei über den Islam forscht.“

                     

Die Bekämpfung der Muslime und des Islams seitens des Westens  hat es auch früher gegeben. Als sich der Islam in den ersten Jahrhunderten  ausbreitete, planten seine Gegner in Europa  – von Italien, Frankreich bis Spanien wie sie die Verbreitung  verhindern könnten. Vom 11.bis 13.Jahrhundert sind die Christen in Gestalt der Kreuzzüge gegen die  Muslime in den Krieg gezogen. Nachdem die islamische Welt im 19. und 20. Jahrhundert  passiv geworden war, ging der Westen erneut  in Angriffsposition und drängte die Muslime Schritt für Schritt aus ihren Stellungen zurück.

Ende des 20. Jahrhunderts insbesondere nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran, betrat die Islamische Welt wieder eine neue Phase  zur Rekonstruierung ihrer Identität. Daraufhin bedienten sich die westlichen Staatsoberhäupter neuer Kampfmethoden.

Der Beginn des 21.  Jahrhunderts fiel mit dem Ereignis vom 11.September zusammen. Nach diesem verdächtigen Vorfall und seinen Folgen, wurden die Feindschaft gegen den Islam und die Angstmache vor dieser Religion im Westen gesteigert. –Der Vorfall am  11 . September  2001 und die Explosion im Zugbahnhof von Madrid im März 2004 sowie der Bombenanschlag in der Londoner Metrostation im Jahre 2005 wurden sofort den Muslimen in die Schuhe geschoben. Die Welle der Anfeindungen der Muslime in den westlichen Gesellschaften wurde wie andere fremdenfeindliche und rassistische Bewegungen gewaltsam.  In den USA und Europa ereigneten sich zahlreiche Fälle, bei denen Muslime die Opfer waren, insbesondere Muslime, die auch die äußeren Sittenregeln des Islams einhalten. Diese Gewalt  hat sogar in mehreren  Fällen zu dem Tod von Muslimen geführt.

Die Islamfeindlichkeit trat auch in den Stellungnahmen von Politiker und Religionsführern und in Filmen, Büchern  und der Presse des Westens deutlich zum Vorschein.

In diesem Zusammenhang werden die meisten Terrorakte, insbesondere wenn auf einer Seite des Geschehens ein Muslim zugegen sein sollte, den Muslimen zugeschrieben.

                                  

 Die Ursache für die Islamophobie im Westen  ist in der Art des dortigen Islamverständnisses zu suchen.  Edward Said, der zeitgenössische Denker palästinensischer Herkunft hat in seinem Buch Orientalistik, in dem er  die Aspekte der Beziehungen zwischen Kultur und Macht in der Orientalistik   bespricht, gesagt, dass die orientalistischen Tätigkeiten gleichzeitig  mit der Herrschaft des Imperialismus über große Teile der Islamischen Welt begannen.    

Anstatt dass der Westen versuchte den Osten zu verstehen,  hat er selber einen Osten erfunden, durch den er seine westliche Identität stabilisieren konnte. In Wahrheit  haben viele europäische Orientalisten die kulturellen und historischen Besonderheiten des Ostens nicht, so wie sie sind, den Menschen im Westen vorgestellt. Sie haben den Osten vielmehr so vorgestellt, dass es zugunsten der westlichen  Interessen ist  und die Grundlagen der westlichen Identität gegenüber den  so genannten „Anderen“ stärkt. Ajatollah Khamenei hat an  einer  Stelle auf die fiktive Angst im  Westen   vor dem „Anderen“  hingewiesen und gesagt, dass diese Angst von den westlichen Regierungspolitiker ausgenutzt wurde.  Viele Denker im Westen und Osten sind davon überzeugt, dass der Westen zur eigenen Stärkung und zur Stärkung der Grundlagen seiner Identität einen Feind braucht. „Die Stärkung des „Wirs“, nämlich der westlichen Mächte“  hängt davon ab „ einen „Anderen“, „Fremden“ aufzustellen und einen Kampf zwischen „Uns „ (dem Westen“ ) und den „Anderen (dem Nicht-Westen) hervorzurufen. Eine Zeitlang waren es die Kommunisten und die Sowjetunion,die die Funktion des  gefürchteten und verhassten „Anderen“ für den Westen übernehmen mussten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion setzte der Westen die Islamische Welt  an Stelle der Sowjetunion als das „verhasste und gefürchtete Andere“ ein.

Dabei sollte die Islamische Welt als rückständig und irrational, als  starrsinnig und reaktionär und gewaltsam vorgestellt werden. Deshalb haben die Machtinhaber im Westen sich mehr denn je darauf konzentriert, die westlichen Gesellschaften  vor den Muslimen zu ängstigen um machthungrige Pläne durchzuführen und ihre unmenschlichen Maßnahmen zu rechtfertigen. Die Medien haben koordiniert miteinander dauernd den Islam mit negativen Begriffen und mit schlechten Individuen und Elementen in Zusammenhang gebracht. Sie konnten  insbesondere die westlichen Gesellschaften gegen den Islam und die Muslime aufhetzen.  Sie stellen die Islamische Welt so dar, als ob sie für immer rückständig bleiben  wird und eine Gefahr für die westlichen Werte darstellt. Dabei wird der Islam als ein schreckliches Phänomen verdammt, welches unter Kontrolle gebracht werden muss. Die meisten Menschen in den westlichen Gesellschaften haben kaum Wissen über den Islam und die Muslime, so dass  dieser Mangel an Kenntnissen zusammen mit anderen Faktoren  die Vorherrschaft  falscher Vorstellungen verursacht.

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran  hat in einer seiner Reden darüber gesprochen, weshalb  die Imperialisten zwischen den Völkern Feindschaft stiften. Er sagte, dass die westlichen Staatsoberhäupter nur dann an ihre herrische und imperialistische Macht behalten können, wenn es auf der Welt Krieg gibt. Er sagte: „Der Krieg ist für sie ein Mittel für ihre Plünderungen. Warum müssen so viele Menschen vernichtet werden und die Eigentümer von Völkern in diesem Umfang  für den Rüstungskauf und für die Produktion von teuren Waffen verwendet werden?  Der Grund dafür ist, dass die Inhaber der großen Unternehmen mehr Geld scheffeln und das Leben noch mehr genießen wollen.  Das ist nichts anderes als eine teuflisches, ignorantes und gefährliches System, welches leider im Leben von Menschen, die sich fern von dem Weg des Ein-Gott-Glaubens bewegen, dominiert.“

Der Westen braucht also ein Feindbild um seine Identität und Macht zu bewahren und deshalb legt er ein schlechtes Islambild vor und suggeriert, dass der Islam eine überholte und wilde Religion sei, unnachgiebig und gewaltverherrlichend und Unterstützer von Aggression und Terrorismus.  Bei diesem miserablen Bild scheint auch die Gewalt gegen Muslime eine natürliche Reaktion zu sein.

In Wahrheit wird in diesem Rahmen der Krieg gegen die Muslime heute zu einem Bestandteil, der die westliche Identität bestimmt.

 

Die Zionisten gehören zu denen, die am meisten von der Islamophobie  profitieren. Sie konnten die anti-jüdische Welle in westlichen Gesellschaften in eine islamfeindliche Welle umwandeln  und sich ins sichere Abseits bringen. Das zionistische Regime konnte die giftige Atmosphäre ausnutzen um  die Palästinenser blutig  niederzuschlagen. Es konnte durch Schüren des Islamhasses, seine unmenschlichen Maßnahmen als zulässig präsentieren.

Das Kulturzentrum Hayyat wurde von einigen Dozenten und Studenten an europäischen Universitäten, gegründet. Sie haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt  etwas gegen oberflächliches Denken, geistigen Fanatismus und radikale unmenschliche Reaktionen zu unternehmen. Nach Veröffentlichung des Briefes von Ajatollah Khamenei nahmen sie dazu Stellung. Außerdem kritisierten sie, dass dieser Brief von den westlichen Medien zensiert wurde.

Es hieß:  Die Medien der vorherrschenden Strömung im Westen wollen unsere Denkweise mit einem einseitigen und künstlichen  Bild von einem  Islam bombardieren der kriegerisch und blutrünstig ist.  Die jüngste Botschaft von(Ajatollah) Khamenei dürfte wohl das Gegenstück zu dieser Atmosphäre  sein. …

Es ist eine Atmosphäre die jeden Tag durch eine Summe  von üblen und irreführenden Berichten bereits die geringste Tat von unbekannten psychisch Kranken in der Gestalt von Muslimen, aufbauschen, während sie alle  Dinge ignorieren, welche den Menschen vielleicht zu einer ausgeglichenen und klaren Beurteilung der Welt verhelfen.  Die Botschaft von Ajatollah Khamenei  scheint  eine Reaktion auf die jetzigen Zustände zu sein. Diese Botschaft spricht die 99 Prozent der Bevölkerung an und möchte, dass sie die gefälschten Darstellungen unbeachtet lassen, die Einrichtungen und Organisationen unter Leitung von einem Prozent der Gesellschaft künstlich erzeugt haben.

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