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Mittwoch, 10 Juli 2013 08:10

Interkultureller Dialog

Bilduntertitel (Mails): in der Mitte sitzend Prof. Larbi Bouayad, daneben rechts stehend die Prof. Paul-Leo Butzer, Prof. Walter Oberschelp, GIB-Vorsitzender Bernhard Siepen, Dr. Ulrich Alertz und Abdulraouf Abouchihab, links außen als Übersetzer Moataz Gad. Foto von Silvia Schulze Bilduntertitel (Mails): in der Mitte sitzend Prof. Larbi Bouayad, daneben rechts stehend die Prof. Paul-Leo Butzer, Prof. Walter Oberschelp, GIB-Vorsitzender Bernhard Siepen, Dr. Ulrich Alertz und Abdulraouf Abouchihab, links außen als Übersetzer Moataz Gad. Foto von Silvia Schulze
Ex Oriente: Marrokanische Hochschuldelegation wieder zu Gast bei der Gesellschaft für internationale Burgenkunde (GIB)

Noch in guter Erinnerung an den Besuch vom 19.Mai 2011 besuchten Prof. Larbi Bouayad und Architekturstudierende der Ecole Nationale d' Architecture aus Rabat am 25.Mai 2013 die Geschäftsstelle der GIB. GIB-Vorsitzender Dipl.-Ing. Bernhard Siepen, selber Architekt, begrüßte die Delegation zusammen mit Vorstandsmitgliedern und Beisitzern. Das Treffen kam wieder zustande auf Anregung des ZMD, Dr. Naadem Elyas und Dipl.-Ing. Abdulraouf Abouchihab. Eine Powerpointpräsentation informierte die Gäste über die Entwicklung der GIB in den letzten Jahren. Hier ist ein neues Ausstellungsprojekt „Pilgerziel Jerusalem – Begegnung zwischen Orient und Okzident“ mit Modellen in M 1 : 25 des Felsendoms und der Grabeskirche herausgearbeitet worden. Es wird dokumentiert durch einen zweisprachigen Werbefilm, erarbeitet zwischen Siepen und dem Filmexperten Helmut Derichs, siehe unter http://youtu.be/JTF_DOAKWaM. Auch das aus tausenden Holzbauteilen von Michael Siepen nach Vorlagen authentischer Zeichnungen geschaffene Arbeitsmodell des „Felsendoms“, von dem der ZMD und der Nachrichtensender „Al Jazeera“ ausführlich berichtet hatten, siehe unter http://www.aljazeera.net/news/pages/80fb2f30-2f37-404d-ba52-3120cc55e502, fand bei Prof. Bouayad große Anerkennung,. Dies galt auch dem kürzlich erstellten Rekonstruktionsmodell des staufischen Castell Lucera in Apulien, das für Muslime eine große Bedeutung hatte und über das u. a. am 26.Juni ein Vortrag von Prof. Hubert Houben aus Lecce zum Thema „Kaiser Friedrich II. und die Muslime“ berichten wird.

 

Respekt vor der anderen Religion

 

„Dieses Treffen beweist erneut, dass man mit Respekt vor der anderen Religion, mit Toleranz und erforderlichem Architektur-, Wissenschafts- und Geschichtsbewusstsein auf kultureller Ebene bestens zusammenarbeiten kann“, betonte der Vorsitzende Siepen. Alle Anwesenden gedachten anlässlich des anhaltenden Bürgerkrieges in Syrien des menschlichen Leids und des Verlustes der kulturellen Güter in einer Schweigeminute. Siepen dankte dem Vorstand des ZMD für die bereits seit drei Jahren währende intensive Zusammenarbeit mit der GIB und für die gute Absicht, die Orient bezogenen Modelle der GIB für ein Kulturen verbindendes Museum, genannt „die Kulturbrücke“, zu übernehmen und dauerhaft auszustellen.

 

Prof. Larbi Bouayad überbrachte Grüße seiner Universität, die von einem seiner Schüler geleitet wird. Er betont die Wichtigkeit solcher Kontaktveranstaltungen, die auch von einer in Marokko von ihm gegründeten Gesellschaft seit einem Jahr in ähnlicher Weise betrieben wird. Seiner Fakultät ist es wichtig, die Geschichte nicht oberflächlich und folkloristisch darzustellen, sondern sie zu übermitteln aus dem Geist ihrer Zeit heraus: Die Leitfiguren einer Gesellschaft werden von ideellen Motiven getrieben, und dies muss bei allen Kontakten klar gestellt werden. Der Felsendom und die Al Aqsa-Moschee bilden eine gedankliche Einheit, die für das geschichtliche Bewusstsein aller Muslime von größter Bedeutung ist.

Prof. Walter Oberschelp, Beisitzer in der GIB, betonte, „dass gerade mit Architekten aus allen Kulturen die Zusammenarbeit besonders produktiv sein kann. Die Mathematik ist die Leitwissenschaft der Architektur mit einer Geschichte, die vom antiken Griechenland über Bagdad und das muslimische Spanien bis in unsere Zeit reicht. Sie spricht mit ihren konstruktiven und ornamentalen Ausformungen alle Menschen unmittelbar an. Damit können religiöse und sprachliche Verschiedenheiten überbrückt werden. Gegenseitige Toleranz wurde bei uns immer wieder eingefordert – von Cusanus bis zu Lessing und Goethe. Die Architektur unterstützt diesen Ruf als natürliches Sprachrohr, das jeder vernehmen kann“. Nach Vorführung der umfangreichen Orient bezogenen Bibliothek durch den Vorsitzenden fand eine Vorführung der englischsprachigen Version des v.g. Werbefilmes statt.

 

Danach erklärte Vorstandsmitglied Dr. phil. Ulrich Alertz eine noch nicht abgeschlossene 3D-Virtualisierung des Felsendoms, den er noch 2011 mit Herrn Siepen in Jerusalem besucht hatte. Prof. Paul - Leo Butzer, ebenfalls Beisitzer in der GIB, stimmte in die vorgebrachten Gedanken ein und überreichte den Gästen Aachener Printen als Dank für den gelungenen interkulturellen Gedankenaustausch. Prof. Bouayad drückte zuletzt den Wunsch aus, auch einmal eine Aachener Delegation in Rabat empfangen zu dürfen. Auch Herr Abouchihab brachte seine Genugtuung über das erfolgreiche Zusammentreffen zum Ausdruck.

Quelle: Islam.de

 

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