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Montag, 17 November 2014 04:01

Rechte und Bedürfnisse unserer Eltern

Rechte und Bedürfnisse unserer Eltern
Niemand steht dem Menschen in der Verwandtschaft so nahe und  keiner liebt ihn so sehr, wie ihn  Vater und Mutter lieben.

Gott wollte, dass die Entstehung  des Menschen auf dieser Welt nach der Ersterschaffung durch die Eltern fortgesetzt wird.  Jeder verdankt  sein Leben nach Gott an zweiter Stelle seinen Eltern. Diese beiden haben liebevoll ihrem Kind  vom Säuglingsalter an geholfen groß zu werden und  auf eigenen Beinen stehen konnten. Sie haben großzügig ihre Möglichkeiten für ihre Kinder eingesetzt und Opfer gebracht.  Schon der Verstand gebietet daher  die Dankbarkeit den Eltern gegenüber. Ethiker sagen, dass man für gute Werke dankbar sein muss. Gibt es jemanden, der noch  mehr Gutes für den Menschen getan hat, als seine Eltern?

Wie kann der Mensch nun die Mühen, die seine Eltern auf sich genommen haben, wieder gut machen? Dies wird in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich gesehen.  In westlichen  Gesellschaften  oder Gesellschaften, die sie nachahmen, haben die Eltern ihren hohen Rang verloren.  Die vorherrschende Denkweise wertet es ab oder stellt es in Frage, Kinder auf die Welt zu bringen und in einer Familie großzuziehen. Unter dem Vorwand der Gleichberechtigung von Frau und Mann, wird der Frau die Freude, Mutter zu sein, zum Teil vorenthalten. Den Frauen wird eingeflösst, dass Kinder sie  am persönlichen Fortschritt hindern. Nicht-berufstätige Mütter werden schief angeschaut und berufstätige Mütter können nicht mehr den Kindern die benötigte Liebe geben. Die Kinder, die nicht genug Liebe seitens  ihrer Eltern erhalten  haben, trennen sich schon früh von ihnen,  um sich selbständig zu machen und unabhängig von den Eltern zu sein.  Unterdessen haben sie gerade in dieser Zeit  ein großes Bedürfnis klug und liebevoll von den Eltern unterstützt zu werden und weil sie nicht in den Genuss dieser Unterstützung gelangen, erleben sie teilweise irreparable Schäden.  

 

Wenn Vater und Mutter  altern, bedürfen sie auf verschiedene Weise immer mehr der Aufmerksamkeit ihrer Kinder.  Die vorrangigsten Bedürfnisse sind die emotionalen und danach folgen die besondere gesundheitliche Fürsorge und eventuell finanzielle Unterstützung.  Eine größere Zahl von gealternden Menschen ist gezwungen, den Rest des Lebens in einem Altersheim zu verbringen. Dadurch sind sie aber oftmals der Gefahr  seelischer und geistiger Erkrankungen wie Depressionen, kognitive Störungen,   Phobie, Trinksucht oder Hang zum Selbstmord ausgesetzt.  Die  Misshandlung alter Menschen ist heute ein trauriges Phänomen und es gibt in verschiedenen Ländern erschütternde Statistiken darüber. Auch das ist ein Resultat der Vereinsamung von alten Menschen und der Lieblosigkeit von Kindern gegenüber ihren Eltern.

Gemäß Psychologen ist es das größte seelische Bedürfnis der gealterten Menschen, in der Familie zu sein und von ihr geachtet zu werden. Alte Menschen haben das Bedürfnis das Ergebnis der Bemühungen ihres Lebens zu erleben und emotionell von ihren Kinder und Enkeln unterstützt zu werden. Die betagten Eltern möchten , dass man ihnen zuhört und sie achtet und freundlich behandelt.  Wer kann  den alten Menschen besser als die Kinder und die Familie  diese Liebe geben?  Nicht nur die emotionellen Bedürfnisse der betagten Eltern müssen erwidert werden, sondern wegen ihre körperlichen Schwächung bedürfen sie auch ständig ärztlicher Fürsorge und Kontrolle. Sie haben Probleme im Haus,  im Straßenverkehr oder auch bei Einnahme ihrer Medikamente. Ihre körperliche Schwäche wächst ebenso wie  ihr Bedarf an Erwiderung der emotionellen Bedürfnisse . Sie werden emotionell immer mehr von den  anderen abhängig.  

Der Islam  hält für alle Probleme ein Konzept bereit.  Laut der islamischen Lehre  haben Eltern und Kindern Pflichten und Rechten einander gegenüber und die Beachtung dieser Regeln  festigt die Familien. Es werden die günstigsten Beziehungen hergestellt, die der Mensch für seine  Entfaltung braucht.  In dieser festen Moralordnung  verwenden Mann und Frau zusammen einen wichtigen Teil ihrer Energie der  jungen Jahren dafür, ihre Kinder großzuziehen und ihnen zu einem guten Leben zu verhelfen. Wenn sie dann gealtert und schwach geworden sind, erfahren sie die Dankbarkeit seitens ihrer Kinder  und können in Ehren diese Zeit verbringen.

Gott verheißt Eltern und Kindern für die Erfüllung ihrer Pflichten einen Lohn im Dieseits und im Jenseits. Gemäß den Islamischen Lehren  ist die Achtung der Eltern und die Erwiderung ihrer Bedürfnisse im Alter uneingeschränkt, es sei denn sie würden von ihren Kindern etwas verlangen, was die Religion nicht erlaubt oder wollten, dass ihr Kind eine religiöse Pflicht nicht mehr befolgt. In diesem Falle darf ein Kind nicht auf seine Eltern hören. Dennoch darf es sich auch dann nicht respektlos gegenüber seinen Eltern verhalten.

In vier Suren des heiligen Korans, nämich in Sure 2, Vers 83, Sure 4 (Vers 36) Sure 6 (Vers 151) Sure 31 (Vers 41)  werden die guten Werke an den Eltern sofort nach dem Aufruf zur Anbetung nur des Einen Gottes genannt.  Dies zeigt, dass die Nichtbeachtung der Rechte der Eltern nach dem Götzentum die größte Sünde ist. (siehe auch die zehn Gebote im Christentum)

 

In den Versen 23 und 24 der Sure 17 heißt es:

Dein Herr hat geboten: `Verehret keinen denn Ihn, und (erweiset) Güte den Eltern. Wenn einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, sage nie "Pfui!" zu ihnen, und stoße sie nicht zurück, sondern sprich zu ihnen ein ehrerbietiges Wort.

Und neige gütig gegen sie den Fittich der Demut und sprich: Mein Herr, erbarme Dich ihrer, so wie sie mich als Kleines betreuten."

 

An dieser Stelle hat der Koran auf die sensiblste Abschnitt im Leben von Eltern hingewiesen, nämlich das Alter und ihre Gebrechlichkeit.  Gealterte Menschen können ihren Kindern sogar  große Umstände bereiten. Aber der Koran sagt, dass die Kinder auch nicht das kleinste Wort der Beleidigung gegen sie aussprechen dürfen, sondern ihnen bescheiden dienen sollen. Gott fordert den Menschen auf, sich dankbar an die   Mühen, die seine Eltern  in seiner Kindheit  auf sich genommen haben, zu erinnern und  für sie beten.   

In vielen Überlieferungen des Propheten des Islams und der Edlen Imame aus seinem Hause wird die Achtung der Eltern und der Dienst an ihnen hervorgehoben.  Die Imame überliefern vom Propheten folgende Geschichte: „Ein Mann trug seine Mutter auf dem Rücken um die Kaaba, als er den Propheten sah und ihn fragte: „Habe ich damit das Recht meiner Mutter erfüllt?“ Der Prophet sagte: „Nein – Dies  macht auch nicht eine ihrer Schmerzensrufe bei deiner Geburt wieder wett.“

 

Imam Sadiq (a) sagt über die Bedeutung des Verses: Erweiset Güte den Eltern : „Den Eltern Güte erweisen bedeutet, sie gut zu behandeln und es nicht soweit kommen zu lassen, dass sie dich um etwas bitten müssen, was sie brauchen.“

An diesem Hadith ist zu sehen, dass es in der Islamischen Kultur sehr wichtig ist, dass das Selbstwertgefühl der Eltern bewahrt wird.

Imam Sadiq (a) hat sogar  gesagt: „Jemand der grimmig auf seine Eltern blickt, weil sie ihm ein Unrecht angetan haben, dessen tägliches Gebet wird von Gott nicht angenommen.“

In der Kultur der Muslime gibt es einen Begriff, vor dem viele Gläubige sich fürchten, nämlich von den Eltern verstoßen zu werden.  Ein Kind, welches von seinen Eltern wegen seiner Sünden und Fehler verstoßen wird, begegnet nämlich zahlreichen Schwierigkeiten – wie zum Beispiel knappes Einkommen oder ein kurzes Leben und außerdem wird ein solcher Mensch im Jenseits bestraft und sein täglicher Gebetsdienst wird nicht von Gott akzeptiert werden.  Es steht in einigen Überlieferungen, dass jemand bereits als von den Eltern verstoßen gilt , der nicht das Recht seiner Eltern erfüllt und sie durch Worte oder Taten verletzt.“ Imam Ali (a) sagt: „Wer seine Eltern traurig macht ist ein von seinen Eltern Verstoßener.“ 

Die Empfehlungen des Islams zur Wahrung der unverletzbaren Würde der Eltern machen  den Unterschied der Islamischen Kultur zu dem, was andere als Lebensstil vorschlagen spürbar. Im Rahmen  der Islamischen Kultur erfährt der Mensch als hilfloses Kind die Liebe seiner Eltern und der Familie und  in seiner Jugend  Freude und Unterstützung und kann auf eine gute und würdige Zukunft als gealterter Mensch hoffen.  Angespornt von den Verheißungen seines Herrn, dient der Gläubige  seinen Eltern und erwidert die Liebe, die sie ihm  gaben.  In der ethischen Ordnung des Islams findet der Mensch in allen Lebensabschnitten Gelegenheit sich zu entfalten  und er gibt sich  bis zum letzten Augenblick des Lebens hoffnungsvoll Mühe. Wir schließen mit dem folgenden Wort von Imam Sadiq (a), nämlich:

„Die guten Werke an Vater und Mutter sind  ein Merkmal an dem der würdige Diener Gott zu erkennen ist. Denn kein Dienst lässt den Menschen die Zufriedenheit Gottes  so schnell erreichen, wie wenn er Gott zuliebe, die  unverletzbare Würde seiner muslimischen Eltern beachtet.“  

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