Amnesty International: Griechischer Zaun gegen Illegale ist menschenrechtswidrig
Athen (IGMG)- Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den geplanten Grenzzaun Griechenlands zur Türkei als Verstoß gegen EU-Menschenrechtsprinzipien bezeichnet.
Die Europäische Union schotte sich als Insel der Reichen ab gegen Menschen, die vor Verfolgung oder krasser Armut fliehen, sagte der AI-Experte Wolfgang Grenz der „Frankfurter Rundschau“. „Europa stellt sich hier selbst ein Armutszeugnis aus“, sagte Grenz ferner.Griechenland habe angekündigt, die 206 Kilometer lange EU-Außengrenze zur Türkei großteils mit einem Zaun abzuriegeln, um den Strom illegaler Migranten zu stoppen. Vorbild sei der Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko. „Die Grenzen der Geduld der griechischen Gesellschaft sind längst überschritten", sagte Zivilschutzminister Christos Papoutsis der griechischen Nachrichtenagentur ANA am Samstag. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte indes, eine wirksame Sicherung der EU-Außengrenzen sei notwendig; gleichzeitig müssten "alle europäischen Regeln und Standards" eingehalten werden.
Erst am Freitag hatte die Polizei in der Nähe von Athen 65 illegale Einwanderer im Laderaum eines mit Orangen beladenen Lastwagens entdeckt. Sie waren aus dem Nahen Osten gekommen und wollten offenbar nach Italien. Dafür hatten die Migranten je zwischen 1200 Euro und 1600 Euro an Schleuser gezahlt. Am Dienstag hatte die Polizei 74 Migranten in Tank- und Lastwagen in Patras entdeckt.
Die EU-Kommission hält die Lage am Evros indes für alarmierend. In den Städten betteln Tausende illegaler Einwanderer auf den Straßen. Hunderte versuchen, auf eine Fähre nach Italien zu kommen. Etwa 300 000 Personen sind illegal im Land. Sie stammen überwiegend aus Kriegsgebieten wie Afghanistan, dem Irak und den nordafrikanischen Staaten. (ab)

