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Freitag, 07 Juni 2013 03:33

Mab`ath - Die Berufung zum Propheten

Mab`ath - Die Berufung zum Propheten
Mohammad hatte sein vierzigstes Lebensjahr begonnen. Immer noch liebte er es, in die Natur zu gehen. Wie damals als er ein Kind war. Er zog sich in die Berge um Mekka zurück, um dort nachzudenken und den endlosen Himmel über sich zu betrachten.
Mohammad sah im Buch der Schöpfung viele Lehren stehen. Besonders geheimnisvoll war für ihn der nächtliche Himmel. –Vom „Nur“-Berg und der Hara-Höhle aus blickte er auf Mekka hinab: Welche schlechten Sitten herrschten dort und welcher Irrglaube! Die Leute setzten Hoffnungen in eine Lehre, die völlig falsch war! Sie fielen vor Götzen, die sie selber angefertigt hatten, auf die Knie! Ein kleiner Vorwand genügte und sie brachten sich gegenseitig um! Wie dunkel war doch die Welt! Wie welk der Baum des menschlichen Lebens! Mohammad war sehr bekümmert.

 

Mohammad s.a.s. zog sich nun in seinem vierzigsten Lebensjahr noch öfters und länger in die Hara-Höhle zurück. Manchmal mehrere Tage. Chadidscheh und Ali brachten ihm in dieser Zeit etwas zu essen und zu trinken. Chadidscheh und Ali, für den Mohammad die Fürsorge übernommen hatte, sagten Mohammad , dass sie ihn zu Hause vermissen. Mohammad antwortete ihnen: „Ich weiß, und ihr wisst auch wie sehr ich euch liebe. Aber in diesen Tagen verspüre ich einen eigenartigen Drang an nichts anderes zu denken als an die Liebe zum Herrn der Welt.“

Und schließlich war es soweit. Jene Nacht war angebrochen.

Der Mond warf sein fahles Licht auf den Nur-Berg und und auf die Ebene auf seiner südlichen Seite. Mekka und seine Umgebung waren in tiefen Schlaf versunken. Es herrschte große Stille. Alles schien in Erwartung eines großen Ereignisses zu sein.

Mohammad war wach. Wie so viele Nächte. Kein Laut war in der Dunkelheit der Nacht zu hören. Was hatte diese seltsame Stille zu bedeuten?!

Plötzlich leuchtete ein Licht am Himmel auf. Strahlend und blendend. Mohammad begann zu beben. Ihm war als ob sein Herz ganz weit geworden wäre. Und dann sah er ein prächtiges Wesen vor sich. Im Traum hatte er es schon einmal gesehen. Aber diesmal stand es vor ihm. Mit einem edlen Gesicht. Mohammad wandte den Kopf und sah dieses Wesen in allen Himmelsrichtungen. Es war Gabriel, den er sah. Gabriel der Offenbarungsengel. Er kam nahe heran, schloss seine Arme um Mohammad und drückte ihn.

Gabriel sprach: O Mohammad, lies!

Mohammad sah etwas Geschriebenes vor sich. Aber er konnte ja nicht lesen, hatte es, wie die meisten, nie gelernt.

Wieder forderte ihn Gabriel auf: Lies im Namen deines Gottes

Mohammad sagte mit bebender Stimme:

Was soll ich lesen? Ich hab das Lesen nicht erlernt!

Und der Engelsbote sprach die ersten Verse der Sure Alaq:

 

Lies im Namen deines Herrn und Erhalters, der die Welt erschaffen hat, der, der den Menschen aus geronnenem Blut erschaffen hat. Lies, dass dein Herr größer ist als alle. Er, der mit Hilfe der Feder gelehrt hat, den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.

Mohammad war mit einer großen himmlischen Liebe erfüllt. Und so las er zusammen mit diesem himmlischen Wesen die ersten Verse der ersten Koransure.

Wieder erklang die beseelende Stimme und drang in Mohammads Herz ein: „O Mohammad – du bist der Prophet Gottes und ich bin Sein Engel Gabriel.“

 

Mein Gott! Mohammad wollte es nicht glauben -

Doch! Mohammad, du bist der Prophet Gottes. Dies ist kein Traum. Du bist wach. Gott hat erneut einen seiner Diener ausgewählt um zu Ihm zu sprechen. Unter Seinen Geschöpfen hat er dich, Mohammad für würdig befunden, Gottes Wort zu empfangen. Mohammad s.a.s. sah sich einer großen Verantwortung gegenüber.

Ihn hatte ein eigenartiges Gefühl erfasst. Ihm wurde ganz heiss, während seine Schultern bebten. Er wollte aufstehen. Aber er hatte nicht die Kraft dazu. Er kniete nieder berührte mit der Stirn den Boden und begann zu weinen.

Er, Mohammad, war zum Gottgesandten ernannt worden.

Es waren sehr schwere Augenblicken. Doch plötzlich spürte Mohammad wieder seine Kräfte zurückkehren. Er stand auf und trat vor die Höhle. Unter ihm lag Mekka in nächtlicher Ruhe und über der Stadt breitete sich der Nachtmittel mit seinen vielen Sternen und der schmalen Mondsichel aus. Mitten in dieser stillen Umgebung hatte eine Bewegung begonnen. Eine Bewegung die neues Leben brachte. Berg und Tal Himmel und Erde schienen Mohammad ihren Gruß zu erbringen: Salam du Auserwählter Gottes! Friede sei dir!

 

Mohammad s.a.s. ging langsam und in Gedanken den Berg herunter. Die erstaunlichen Worte, die er gehört hatte, klangen ihm immer noch im Ohr:

„Lies!

Im Namen Deines Herrn und Erhalters“

Diese Worte flößten ihm Ruhe ein.

Als Chadidscheh die Tür öffnete, sah sie in den Augen Mohammads s.a.s. und in seinem Gesicht ein Leuchten. Sie spürte: Es musste etwas passiert sein. Mohammad s.a.s. setzte sich und dann begann er Chadischeh alles zu erzählen.

Eine große Freude erfüllte Chadidscheh und mit Tränen in den Augen sagte sie: „O Amin von Mekka, du bist immer ein zuverlässiger, rechtschaffener und ehrlicher Mensch gewesen. Du eilst den Unterdrückten zur Hilfe und setzt dich für Recht und Gerechtigkeit ein. Alle loben dein freundliches Herz und gutes Wesen und dass du um den Zusammenhalt in der Familie bemüht bist. Deshalb hat der Herr der Welten dich zu seinem Propheten bestimmt. Beruhige dich. Bei dem, der das Leben Chadischehs in der Hand hat: das ist der Lohn für deine Enthaltsamkeit und für das , was du ertragen hast. Sei gegrüßt, Prophet Gottes!

Damit war Chadidscheh der erste Mensch, der sich zur Prophetschaft Mohammads bekannte.

Mohammad schlief kurz ein. Chadischeh nutzte die Gelegenheit. Sie eilte zu Waraqah Ibn Nawfal, ihrem Cousin. Er war ein weiser Mann. Sie hatte einige Fragen auf dem Herzen und wollte ihm erzählen, was passiert war. Waraqah hörte ihr aufmerksam zu und sagte dann, dass sie niemanden sonst davon erzählen soll. Chadischeh sagte: „Ich möchte mehr über Gabriel wissen.“

Waraqah antwortete: „Es ist ein großer Engel Gottes und der Vermittler zwischen dem Schöpfer und den göttlichen Propheten. Er hat auch Moses und Jesus Offenbarungen überbracht. Überall wo er niederkommt, ereignet sich Erstaunliches.“

Chadidscheh war hoch erfreut. Dann sagte sie:l

„Gabriel ist meinem Gemahl Mohammad in der Höhle Hara erschienen. Lieber Cousin! Sag mir was in den bisherigen Schriften über Mohammad geschrieben steht!“

Waraqah Ibn Nawfal sagte:

„Ich selber habe in den Schriften der Vorfahren gelesen, dass Gott in diesem Gebiet ein Waisenkind zum Propheten ernennen wird. Gott bietet ihm Zuflucht und nimmt ihm seine finanziellen Sorgen. Dieser Prophet ist der letzte Prophet und nach ihm wird kein neuer Prophet mehr kommen. Wenn das, was du mir erzählt hast, geschehen ist, so wisse, dass was Gabriel gesagt hat ist Gottes Wort und Mohammad ist der Prophet Gottes. Sag ihm er soll entschlossen seinen Weg gehen.“

 

Chadidscheh machte sich hocherfreut auf den Wege nach Haus. Sie dankte Gott dafür, dass Er seinen Propheten gesandt hatte .

 

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