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Samstag, 06 September 2014 16:33

Über Imam Reza (A.S)

Über Imam Reza (A.S)
Das strahlente Antlitz von Imam Dschawad –gegrüßt sei er


Das Leben von Imam Reza und Imam Dschawad-ul A'emah –gegrüßt seien sie- zu Zeiten der Kalifen werden hier etwas näher betrachtet.

Die Tochter vom Imam Kazem –gegrüßt sei er- Hakimeh Khatoun, sagte: „Eines Tages rief mein Bruder, Imam Reza, mich zu sich und sagte: Hakimeh, heute Nacht wird das gesegnete Kind von Kheyzaran geboren. Sei bei der Entbindung unbedingt bei ihr. Ich blieb beim Imam. Als es Nacht wurde, begleitete der Imam mich und die Hebamme in das Zimmer von Kheyzaran, zündete eine Lampe an und schloss hinter sich die Tür, als er das Zimmer verließ. Kheyzaran bekam die Wehen. Wir wollten ans Werk, als die Lampe erlosch. Angst und Traurigkeit überkamen uns. In den schrecklichen Stunden kam der Imam auf die Welt. Sein Körper war mit einer dünnen Schicht überzogen, als ob er Kleidung am Leib trage und sie strahlte, so dass das ganze Zimmer erhellt wurde. Ich nahm das Kind in meinen Schoss und entfernte die Schicht vom Gesicht des Säuglings. In dem Moment trat Imam Reza in den Raum. Danach bekleideten wir den Neugeborenen. Der Imam nahm es an sich, legte es in die Wiege und sagte mir: Entferne dich nicht von der Wiege.

Am dritten Tag öffnete das Kind die Augen und richtete sie zum Himmel, dann schaute es nach rechts und links und begann dann mit deutlichen Worten zu sagen: Ich gelobe, dass es keinen Gott gibt außer Allah und ich gelobe, dass Mohammad der Prophet Gottes ist.

Ich eilte zu Imma Reza und berichtete, was ich erlebt hatte. Er sagte: Du wirst ab jetzt noch erstaunlicheres erleben, viel mehr als bisher."

Auf diese Weise kam Imam Mohammad Taqi, Dschawad-ul A'emah am 10. Des Monats Radschab im Jahr 195 im Mondkalender auf die Welt; manche datieren die Geburt auf einen Freitag, den 15. oder 19. des gesegneten Monats Ramadan von seiner Mutter Sabikeh, die ebenfalls Kheyzaran, Reyhaneh und Sakineh genannt wurde, in der Stadt Medina. Sein Gesicht hatte einen dunklen Teint; seine Kunya war Abū Dschafar und seine Übernamen Taqi, Dschawad, Mokhtar, Montadschab, Morteza, Ghane', Alem usw.

Die Geburt dieses heiligen Kindes war sehr zu Freuden der Nachkommen aus dem Hause des Propheten, doch Imam Reza hat von den ersten Tagen an über die Leiden und Qualen seinen Sohnes und über seinen Märtyrertod berichtet. Kolssom bin Omran erzählte u.a.: „Als Imam Mohammad Taqi auf die Welt kam, sagte Imam Reza: Der Herr hat mir einen Sohn geschenkt, der Musa bin Omran gleicht, jener, der die Meere öffnete, einen Sohn, der Isa bin Maryam gleicht, der eine heilige Mutter hatte und rein und keusch auf die Welt kam. Mein Sohn wird durch Unrecht und Bosheit getötet werden und der Himmel wird mit all seinen Himmelsbewohner für ihn weinen. Gott wird seinem Feind und Mörder zürnen und nach dem Mord wird der Mörder keine Freude mehr am Leben haben und sehr bald die göttliche Strafe erleben."

Im Schutz des Vaters

Imam Dschawad war nur sehr kurze Zeit bei seinem Vater; aus dieser kurzen Zeit sind einige Informationen erhalten geblieben, die sich in zwei Gruppen aufteilen lassen:

1. Vor der Reise Imam Rezas nach Tous
2. Nach der Reise dorthin.

In der ersten Zeit hat Imam Reza seinen Sohn für die Führung der Muslime, Imamat, vorgestellt und seine Vorzüge aufgezählt. Angesichts der Verschwörungen seiner Zeit war das ein notwendiger Schritt. Mas'udi zitiert Zakariya bin Adam: „Ich war bei Imam Reza. Er brachte seinen Sohn Abū Dschafar, der vier Jahr alt war, zu sich. Dieser setzte sich zum Vater, legte die Hände auf den Boden, hob das Haupt gen Himmel und vertiefte sich lang in Gedanken. Imam Reza sagte zu seinem Sohn: Mein Sohn, warum bist du so in Gedanken versunken? Imam Dschawad erwiderte: Ich denke an das Leid, das meine Mutter, Zahra –gegrüßt sei sie- erfahren musste. Bei Gott, ich werde die zwei Personen aus dem Grab ziehen, sie verbrennen und ihre Asche ins Meer schütten. Imam Reza nahm seinen Sohn in die Armee, liebkoste und küsste ihn und sagte: Du Liebling deines Vaters und deiner Mutter! Du hast nun die Führung, das Imamat inne."
Diese Zeit dauerte insgesamt fünf Jahre, von der Geburt von Imam Dschawad 195 bis 200 im Mondkalender, als Imam Reza nach Khorassan auswanderte.

Sorge um den Vater

Im Jahr 200 nach der Hidschra zwang Ma'mun Al-Raschid Imam Reza zu sich nach Khorassan. Imam Reza begab sich aber mit seinem Sohn Dchawad-ul A'emah auf die Pilgerreise nach Mekka. Umayya bin Ali erzählt: „Ich habe den Imam auf dieser Reise begleitet. Als der Imam seine letzte Umkreisung tat und zum Tawaf-Gebet zum Abraham-Platz ging, bemerkte ich einen seiner Bediensteten, der seinen Sohn, Imam Dschawad, auf den Schultern trug und um die Kaaba ging. Nach der Umkreisung, Tawaf, stieg Abu Dschafar von den Schultern des Mannes und setzte sich auf den Ismail-Stein. Wir warteten eine Weile, doch er kam nicht zurück. Der Bedienstete, Mowafagh, ging zu ihm und sagte: „Mein Herr! Wollen wir nicht aufbrechen?! Abu Dschafar regte sich aber nicht. Sein Gesicht war sehr traurig. Er sagte: Ich werde nicht aufstehen, es sei denn Gott befiehlt es mir." Mowafagh kehrte zu Imam Reza zurück und berichtete ihm. Imam Reza ging zu seinem Sohn und forderte ihn auf, aufzustehen. Dieser weigerte sich jedoch und sagte: „Ich werde nicht aufstehen. Wie könnte ich? Ich habe mit meinen Augen gesehen, wie Ihr Euch vom Haus Gottes verabschiedet habt. Ich weiß, dass Ihr keine Hoffnung auf Rückkehr habt. Schließlich stand Abu Dschafar auf Drängen seines Vaters auf und trat die Rückreise an."

Imam Reza wusste also selbst über seinen Märtyrertod Bescheid. So versammelte er vor seiner Abreise aus Medina die Familie um sich und forderte sie auf, um ihn zu weinen. Dann nahm er die Hand von Abu Dschafar und brachte ihn zum Grab des Propheten. Er legte die Hand von Abu Dschafar auf den Grabstein des Propheten und beschwor diesen, seinen Sohn zu beschützen. Dann lud er all seine Vertreter zu sich ein und befahl ihnen Abu Dschafar zu folgen und ihm keinen Widerstand entgegen zu bringen.

So machte sich dann schließlich Imam Reza auf nach Khorassan. Von da –Jahr 200 im Mondkalender- bis zu seinem Märtyrertod –im Jahr 203 im Mondkalender- standen Imam Reza und sein Sohn über Briefe miteinander in Verbindung. In einem dieser Briefe heißt es:

Im Namen Gottes, des sich Erbarmenden, des Barmherzigen

Mein Sohn! Gott möge dir ein langes Leben schenken und dich vor deinen Feinden schützen. Mein geliebter Sohn! Mein ganzes Eigentum gehört dir. Ich bin noch am Leben und kann aufrecht gehen, doch die Trennung von dir ist eine schwere Last. Ich hoffe, dass du offenherzig mit den Verwandten umgehst und ihnen finanziell hilfst, so dass Gott dir den Weg des Fortschritts und des Wohles zeigt ...

Die Sorgen und die Traurigkeit bei Imam Reza hielten an bis zum Zeitpunkt seines Märtyrertodes. Scheich Tabarsi erzählt von Umayya bin Ali, der sagte: „Eines Tages rief Abu Dschafar seinen Bediensteten zu sich und sagte: Ruf die Familie zusammen und sage ihnen, sie sollen sich auf Trauerzeremonien vorbereiten. Ich fragte: Trauer um wen? Er erwiderte: Trauer um den Besten auf Erden. Einige Tage später erreichte uns die Nachricht, dass Imam Reza –gegrüßt sei er- genau an jenem Tag, an dem Abu Dschafar die Trauer angeordnet hatte, den Märtyrertod gefunden hat."

Ereignisse
1. Geburt von Imam Dschawad - gegrüßt sei er – 195 im Mondkalender
2. Auswanderung von Imam Reza - gegrüßt sei er- nach Khorassan – 200 im Mondkalender
3. Alter von Imam Dschawad als sein Vater nach Khorassan auswanderte: etwa 6 Jahre alt
4. Märtyrertod des Vaters im Jahr 203 im Mondkalender
5. Alter des Imam Dschawad als Imam Reza den Märtyrertod fand: etwa 8-9 Jahre
6. Auswanderung von Imam Dschawad nach Bagdad: 204 im Mondkalender (als er etwa 10 Jahre alt war)
7. Märtyrertod von Imam Dschawad: 220 im Mondkalender/ Ende des Monats Dhu l-qaʿda/ im 25. Lebensjahr (25 Jahre 2 Monate und 18 Tage)
8. Dauer des Imamat (der Führung) von Imam Dschawad: 17 Jahre

Dann musste der jugendliche Imam, Mohammad Taqi, Imam Dschawad, die rituelle Waschung der Leiche übernehmen, das Gebet für ihn verrichten und ihn begraben und nochmals beten. Nur Unfehlbare dürfen einen Unfehlbaren zu Grabe tragen. Wie das nun geschehen ist und der achtjährige Imam Mohammad Taqi aus Medina nach Khorassan kam, ist eine Geschichte für sich. Homeyri und Ghotb-e Rawandi berufen sich auf ein stichfestes Dokument von Moamar bin Khalad, der erzählte: „Eines Tages sagte Imam Mohammad Taqi zu mir: Moamar! Steige auf. Ich: Wohin? Er: Steig auf und mach dich auf den Weg und stell keine Fragen! Als wir dann die Wüste erreichten sagte er: Bleib hier stehen. Dann verschwand er für eine Stunde. Als er zurückkam fragte ich ihn: O Herr! Wo warst du? Er sagte: Ich war in Khorassan und habe meinen einsamen und unrecht behandelten Vater begraben."

Mit dem Märtyrertod von Imam Reza – gegrüßt sei er- Ende des Monats Safar im Jahr 203 im Mondkalender, als er 55 Jahre alt war, übernahm Abu Dschafar als 9. unfehlbarer Imam die Führung der Schiiten. Die Anweisungen und Ratschläge von Imam Reza konnten helfen, dass die Führung von Imam Dschwad von den Schiiten angenommen wird. Aus den Geschichtsbüchern geht jedoch hervor, dass diese Anweisungen nur von bestimmten Anhängern und Gefolgsleuten akzeptiert wurden; die Allgemeinheit wollte jedoch Beweise sehen, die sie verstehen konnten. So entwickelte sich eine traurige Krise um die Annahme des Imamat von Imam Dschawad, die nach und nach auch auf die engen Verbündeten und Anhänger übergriff. Deshalb war es erforderlich, dass der Imam über besondere Eigenschaften verfügte, die andere Gruppen überzeugen konnten und sie dazu verleiteten, das Licht der Wahrheit zu akzeptieren.

Das unendliche Wissen war ein besonderes Merkmal des Imam, das mit der Zeit immer mehr Gruppen und Menschen um sich sammelte.

Der Gelehrte Mohammad Bagher Madschlesi schrieb: „Als Imam Reza den Märtyrertod fand, war Abu Dschawar etwa älter als sieben Jahre. Die Menschen in Bagdad und Umgebung waren über seine Führungsrolle unterschiedlicher Meinung. Die Persönlichkeiten jener Zeit wie Ryan bin Sallat, Safwan bin Yahya, Mohammad bin Hakim, Abdulrahman bin Hodschadsch, Yunus bin Abdulrahman usw. hatten sich im Hause von Abdulrahman bin Hodschadsch versammelt und kondolierten einander. Yunus bin Abdulrahman erhob sich und sagte: Weinen ist genug! Was wird aus dem Imamat (der Führung)? Wen kann man bei religiösen Problemen befragen?

Wie lange müssen wir warten, bis Abu Dschafar erwachsen wird und die Fragen der Religion beantworten kann? Ryan bin Sallat, erbost über diese Ansprache, erhob sich, würgte Yunus am Hals und rief zornig: Es stellt sich heraus, dass dein Glaube nur oberflächlich ist und in deinem Inneren Zweifel über das Imamat herrscht. Wenn Imam Dschawad auf Gottes Geheiß dieses Amt übernommen hat, dann wird er sowohl als eintägiger Säugling als auch als ein Greis die Fähigkeiten für diese Verantwortung haben. Wenn es aber nicht auf Geheiß Gottes geschehen ist, kann er auch tausend Jahre alt sein, aber er wird einer unter anderen Menschen sein ... Schließlich kam die Zeit der Pilgerfahrt; die Rechtsgelehrten und Wissenschaftler in Bagdad machten sich in Gruppen zu je 80 Mann auf den Weg nach Mekka. Sie trafen in Medina ein und gingen zum Haus von Imam Sadegh –gegrüßt sei er- das unbewohnt war. Dort hielten sie eine große Versammlung ab. Zunächst betrat Abdullah, Sohn von Musa bin Dschafar –gegrüßt sei er- und Onkel von Imam Dschawad den Raum und zeigte sich den anderen. Doch es stellte sich schnell heraus, dass er nicht über das nötige Wissen verfügte. Wenig später kündigte der Bedienstete von Imam, Mowafagh bin Haroun, die Ankunft von Imam Dschawad an. Er kam an und beantwortete alle Fragen und sagte dann zu seinem Onkel: „Warum hast du meine Gefolgsleute zu etwas angewiesen, worüber du keine Ahnung hast, obwohl es unter den Bürgern Weisere als dich gibt!"

Koleyni und Ibn Schahr-e Aschub berichten, dass bei einer Versammlung über einige Tage 30.000 Fragen der schwersten Art dem Imam gestellt wurden und er alle beantwortete.

Quelle: AQR

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