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Sonntag, 18 Oktober 2015 15:22

Imamat von Imam Hussein (a.s)

Imamat von Imam Hussein (a.s)
Wie sein großer Vater war auch Imam Hussein (ع) ein furchtloser Soldat. Er war von einer übermächtigen Leidenschaft für die Wahrheit erfüllt,  dass er nie auch nur den geringsten Kompromiss mit der Falschheit einging.  Darin unterschied er sich nicht von seinem älteren Bruder Imam Hassan (ع),  der sich entsprechend seiner Zeit für die Wahrheit einsetzte.

 

Imam Hussein (ع) war ein junger Mann von zwanzig Jahren, als Osman Kalif wurde.  Bald darauf begann der Nordafrika Feldzug.  Imam Hassan (ع) und Imam Hussein (ع) nahmen an diesem Einsatz auf Gottes Weg teil. Sie schlossen sich dem Heer an,  das Tabristan eroberte.

An allen Schlachten während Imam Alis (ع) Kalifat hatte Imam Hussein (ع) bemerkenswerten Anteil.  Er kämpfte tapfer in den Schlachten von Dschamal,  Siffin und Nachrawan.

Der auffallendste Zug an Imam Hussein (ع) war seine Leidenschaft für die Vereinigung mit Allah.  Die letzte Nacht seines irdischen Lebens verbrachte er in Gebet und inbrünstigen Bitten.  Am nächsten Tag,  selbst mit dem Tod vor Augen,  vergaß er doch nicht seine Gebete.  So zeigte Imam Hussein (ع) durch sein unsterbliches Beispiel,  dass ein Muslim stets um die geistlichen Dinge bemüht sein sollte,  auch durch und mit den Gegebenheiten dieser Welt.

Die Geschichte der Menschheit ist eine Kette erfolgreicher und gescheiterter Revolutionen. Eine folgt auf die andere, die dann wieder von einer nachfolgenden verdrängt wird. Immer waren Revolutionen ein Werkzeug der Entwicklung und ein sicheres Zeichen dafür,  dass ein Wandel geschieht. Prophet Muhammads (ص) Botschaft war ihrem tiefsten Sinn nach ein Wort der Revolution. Sie gab der Menschheit eine neue Vision,  einen neuen Daseinszweck; sie war die Botschaft von Frieden,  guten Willen,  von Liebe und Duldsamkeit, in einer Gesellschaft, in der Hass,  Korruption und Machtgier überwogen.  Sie ging über alle sozialen, kulturellen und geographischen Grenzen hinaus.

Diese Botschaft sagte,  dass alle Menschen eins sei sollten,  da doch alle im selben Schöpfer ihren Ursprung haben.  Und so schwer es auch war,  es gelang Muhammad (ص) doch,  eine Gesellschaft zu schaffen,  die sich auf den Werten gründete,  die er predigte.  Aber innerhalb einer kurzen Zeitspanne von weniger als einem halben Jahrhundert nach seinem Tode zerfiel die Gesellschaft,  die er geplant hatte,  und die Werte,  die ihm teuer waren,  gingen verloren.  Durch sorgfältige Manipulation und hinterlistige Planung griffen diejenigen,  die bereits zu seinen Lebzeiten gegen ihn gewesen waren,  nach der Macht.  Ihre Regierung war eine Herrschaft des Schreckens.  Die grausame Gewaltherrschaft der Omajjaden konzentrierte sich darauf, das islamische Rechtswesen systematisch zu zerschlagen.

Es schien, als ob niemand imstande sei, die Unterdrücker herauszufordern. Die Lage verlangte rasches Handeln, sonst würden die Scharia,  die vom Propheten Muhammad (ص) aufgebaute Ordnung, zugrundegehen und alle Opfer, die dafür gebracht worden waren, wären vergebens.

Wenn Muhammads (ص) Botschaft richtig war, dann musste jemand Widerstand leisten: Imam Hussein (ع),  der Enkel des Propheten, erhob sich gegen das Unrecht. Yazid – der Omajjadenherrscher – verlangte von ihm, er soll seine Ergebenheit beweisen und das antiislamische Regime gutheißen.  Aber nein! Nicht Imam Hussein (ع)! Yazids Heer umzingelte ihn, in der Wüste von Kerbela.  Er verlor seine Freunde und seine Familie,  alle wurden vor seinen Augen niedergemetzelt. Dann stand er ganz allein da; körperlich völlig erschöpft, mager und gealtert, bleich und dünn im Sand von Kerbela,  es war eine verwegene heroische Tat. Dazu brauchte es mehr als robuste Willenskraft,  mehr als ausdauernde Vitalität, mehr als einen unbeugsamen Willen, mehr als Geduld: Das erforderte einen festen Glauben an diese Sache und an Allah,  einen Glauben,  der das Fundament des Islam ist.  Er wurde erbarmungslos umgebracht, aber sein Auftrag hat überlebt, die Revolution Muhammads (ص) lebte wieder auf. Die Hoffnung ist zu neuem Leben erwacht, die Massen wurden wieder ermutigt. Mit dem Mord an Imam Hussein (ع) und dem Raub dessen Familie bestätigte Yazid seine eigene Niederlage. Mehr als dreizehn Jahrhunderte sind darüber vergangen, und immer noch ist Imam Hussein (ع) die Quelle der Inspiration für die gesamte Menschheit.

Göttliche Gerechtigkeit

Imam Hussein (ع) ist nicht umsonst gestorben. Die Mission, für die er sein Leben gab,  erstarkte immer wieder mehr,  bis schließlich die Macht der Omajjaden zerfiel. Das Drama, die Tragödie von Kerbela erschütterte das Reich,  das auf soviel Planung und Intrige errichtet worden war, in seinen Fundamenten.  Das Drama, die Tragödie von Kerbala machte Yazid zum meistgehassten Mann in der muslimischen Welt.

Imam Husseins (ع) heilige Worte, kurz bevor er ermordet wurde, kurz bevor er den Märtyrertod fand,  erwiesen sich als buchstäblich wahr. Seine Feinde wurden schon sehr bald auf eine Weise bestraft,  wie sie es nie geahnt hätten. Er selbst aber wurde in einer Höhe gehoben, nach der sich seitdem alle guten Menschen sehnen. Er hatte diese Höhe erreicht, weil er die Verkörperung dessen ist, was den wahren Geist des Islam ausmacht.

Leben und Charakter von Imam Hussein (ع), sein Kampf gegen die Mächte der Finsternis und Tyrannei und das herrliche Beispiel seines Martyriums waren in den folgenden Jahrhunderten eine Quelle der Inspiration und geistigen Kraft für die Menschen.  Das strahlende Licht seines Selbstopfers leuchtete durch die Jahre und erhellt den Weg der Wahrheit, ruft die Menschen auf zum selbstlosen Kampf gegen Falschheit und Unterdrückung zur Verteidigung des wahren Glaubens. Dieses Licht brauchen wir besonders in den dunklen Zeiten,  in denen wir leben, denn es zeigt,  dass der unausbleibliche Sieg der Wahrheit über die Falschheit nur durch selbstloses Opfer erreicht werden kann und durch unsere Bereitschaft,  nichts zurückzuhalten im Kampf gegen das Böse.

Der Eindruck, den das Leben von Imam Hussein (ع) und das Vorbild seines Martyriums hinterlässt, ist überall in der islamischen Welt ganz tief zu spüren, unabhängig von anderen Differenzen, rührt im Innersten der Herzen der Menschen und einigt alle Gläubigen in ihrem gemeinsamen Kampf gegen die dunklen Mächte des Bösen.

Das Licht dieses Beispiels hat auch die Menschen außerhalb der islamischen Welt tief berührt, denn die Botschaft, die es erhellt, ist universal.

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