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Sonntag, 17 November 2013 05:25

Husain (a) als Imam der Gläubigen zurzeit Muawias

Husain (a) als Imam der Gläubigen zurzeit Muawias
Von den 10 Jahren, in denen Husain (a) als Imam die Muslimgemeinde lenkte, fallen keine 6 Monate unter die Herrschaft seines Mörders Yazid.
Vielmehr ist Husain ibn Ali (a) vorher bereits über 9 Jahre lang Imam gewesen, als nämlich Muawia, der Vater des Yazid noch an der Macht war. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit das Verhalten Imam Husains (a) gegenüber Muawia zu untersuchen.

 

 

Muawia war der Sohn des Abu Sufyan. Er hat in seinem Leben und als Potentat durch sein Vorgehen deutlich seinen machtgierigen Charakter demonstriert. Als Imam Ali, Vater Imam Husains (a) schließlich zum Kalifen wurde, weigerte Muawia sich, seinem Befehl nachzukommen und die Verwaltung von Schaam (damaliges Syrien) abzugeben. Anstatt dessen zwang er Imam Ali unter falschen Argumenten einen langen Krieg auf. Nach dem Märtyrertod von Imam Ali (a.) hat er diese Politik auch gegenüber dessen ältesten Sohn Imam Hasan(a) fortgesetzt und ihm einen Friedensvertrag auferlegt. Muawia schickte Imam Hasan laut Geschichtsschreibung ein blankes Papier zu und ließ ihm ausrichten: „Ich werde das tun, was du sagst. Möchtest du nicht das die Gebote der Religion durchgeführt werden? Ich werde das tun!“

Aber nach der Friedenserklärung Imam Hasan (a) mit ihm, hat Muawia in einer öffentlichen Ansprache wie folgt gesagt:

„Bei Gott! Ich habe nicht gegen euch gekämpft, damit ihr das Gebet verrichtet, fastet, auf die Hadschreise geht und die Zakkat-Abgabe leistet. Das ist es, was ihr getan habt. Das einzige was ich wollte war, über euch zu regieren! Gott hat mir meinen Wunsch erfüllt, während ihr unzufrieden seid!“

Und dreist fügte er hinzu: Wisset! Was ich mit Hasan vereinbart habe, lege ich unter meine beiden Füße.“

Dann zerriss Muawia öffentlich, vor den Augen der erstaunten Menge, den Friedenverstrag und stellte sich darauf.

Gleich nachdem Muawia das Kalifat an sich gerissen hatte, bezog er eine feindliche Position zu Imam Hasan (a) und seiner Familie und den Freunden des Prophetenhauses. Zum Beispiel gab er bekannt: „ Der Kalif sieht kein Hindernis, jemanden zu töten und sein Eigentum zu beschlagnahmen, wenn er etwas über die Würde und die Tugend des Abu Turab (er meinte Imam Ali) erzählt.“

Muawia hat darauf an alle Gouverneure und Freitagsimame und Leiter des Gemeinschaftsgebetes in den verschiedenen Städten geschrieben: „Redet nicht über die Tugenden Ali Ibn Abi Talibs, Abu Turab! Vielmehr ist es für alle eine Pflicht, ihn nach den Gebeten zu verfluchen.“

In Wahrheit überschattete das Kalifat des Muawia wie schwarzes Gewölk die Islamische Welt. Die Freunde des Prophetenhaus wurden von Muawia brutal unterdrückt. Die Geschichtsschreiber schildern die schlimme Situation, in der die Schiiten und die Gegner des Muawia zubrachten. Zum Beispiel heißt es bei Tabari:

„Muawia tötete die Schiiten an jedem Ort oder vertrieb sie oder schüchterte sie oder ließ ihnen Hände und Füßen abschlagen und die Schiiten an einer Dattelpalme aufhängen. Er ließ ihre Augen herausholen und machte sie obdachlos... So dass sie Irak verließen und kein bekannter Schiit mehr verblieb, sondern sie alle umgebracht wurden. Sie wurden aufgehängt oder vertrieben oder flüchteten.“

Deshalb hat Imam Hasan (a.s.) den Freunden des Prophetenhauses gesagt: „Solange Muawia lebt, sollte keiner von euch den sicheren Ort, an dem er sich befindet, aus der Hand geben. Für den Fall, dass Muawia stirbt und wir und ihr noch am Leben seid, bitten wir Gott, dass er uns den Weg weist, uns in unseren Angelegenheiten hilft und uns nicht uns selber überlässt. Gott ist gewiss mit denen, die nach Gottesfürchtigkeit streben und rechtschaffen sind!“

 

Nach dieser Empfehlung des Imam Hasan (e) kamen einige der Persönlichkeiten aus Kufa (Irak), die den Druck von Muawia nicht mehr ertragen konnten, zu seinem Bruder Husain (a). Sie baten ihn, dass er sie in einem Krieg gegen Muawia anführen soll. Aber er sagte ihnen: „Mein Bruder, Abu Mohammad (Imam Hasan) hat Recht. Solange Muawia lebt, muss ein jeder von euch zu Hause bleiben!“ Wie sein Bruder hatte auch Imam Husain (a), die herrschenden Bedingungen richtig erkannt: Wenn sie einen bewaffneten Schritt unternommen hätten, hätte dies bei einem Sieg von Muawia mit großer Wahrscheinlichkeit schreckliche Folge für die Islamische Welt und die Muslime und ganz besonders für die Schiiten gehabt.

Nach dem Märtyrertod Imam Hasans (a) schickten die Kufaner laufend Boten und Briefe an seinen Bruder Imam Husain (a) und erklärten erneut ihre Bereitschaft gegen Muawia zu kämpfen. Aber wegen der herrschenden Bedingungen gab er wieder dieselbe Antwort wie sein Bruder vor 10 Jahren, nämlich:

„Euer Gott schicke Segen. Unternehmt nichts und verbergt euch in den Häusern, solange Muawia lebt und hütet euch davor, dass man euch verdächtigt. Wenn Gott für ihn (Muawia ) den Tod schickt und ich noch am Leben bin, werde ich euch meine Ansicht schreiben.“

 

Imam Husain (a.) war gut mit der hinterlistigen Politik und dem erbarmungslosen Vorgehen des Muawia vertraut, deshalb bewahrte er seine Kräfte für die schicksalsbestimmenden Augenblicke auf, um dann mit ihrer Unterstützung sowohl den Islam vor der Gefahr der Vernichtung zu retten als auch die Umayyaden zu entlarven. Daher hat er so lange es eben ging, verhindert, dass Muawia und seine Leute einen Vorwand für Aggressionen finden. Er rief die Unterstützer und die Freunde des Prophetenhauses auf, dass sie das gleiche tun und verhindern, dass die Umayyaden sie verdächtigen.

Muawia ließ Imam Husain von seinen Handlangern beobachten und bespitzeln. Er wollte wissen, was er macht und mit wem er verkehrt. So erfuhr er zum Beispiel, dass die Kufaner nach dem Märtyrertod des Prophetengefährten Hudschr Ibn Adi , der von Muawia zum Tode verurteilt wurde, weil er Imam Ali gespriesen hatte, ihren Imam häufiger aufsuchten. Da sandte Muawia einen Brief an Husain (a) . In diesem behauptete er, die Rechte des Imam beachtet zu haben und drohte, wenn er, der Imam, nun aber eine List gegen ihn anwenden wolle, werde er das gleiche tun. Imam Husain (a) antwortete:

„Ich habe keinen Krieg und Feindschaft gegen dich begonnen und ich fürchte mich vor Gott, dass ich dies unterlassen und mich nicht angestrengt habe, gegen dich und deine unterdrückerischen und ruchlosen Helfer, welche das Unrecht befürworten und Freunde des verbannten Satans sind, vorzugehen. .. Bist du denn nicht der Mörder von Hudschr Ibn Adi und seinen Gefährten; dieser gottergebenen Menschen, die das Gute empfahlen und das Schlechte verwarfen? Obwohl du feste Vereinbarungen mit ihnen getroffen hast, hast du sie aus Feindschaft getötet! Du warst kühn gegenüber Gott und hast das Bündnis mit Ihm auf die leichte Schulter genommen ...

Gott ist gepriesen und rein, o Muawia! Scheinbar zählst du nicht zu der islamischen Umma.“

 

 

Nachdem Muawia seinen Sohn Yazid als Nachfolger ins Auge gefasst hatte und den Treueeid für ihn einholen wollte, begann eine neue Phase. Imam Husain (a) stellte sich offen gegen den Kalifen. Für Muawia spielte es eine große Rolle , dass der Imam zu der Nachfolgeschaft Yazids schweigt oder damit einverstanden ist- deshalb kam er mehrmals nach Mekka und Medina und traf sich mit Imam Husain(a) und anderen Gegnern einzeln oder zu mehreren. Bei einem dieser Treffen sprach Muawia wieder davon, dass er Yazid zu seinem Nachfolger ausgewählt hat und zählte dessen angebliche Vorzüge für das Kalifat auf. Aber Imam Husain (a) lehnte mutig das Kalifat von Yazid ab und hielt Muawia die hässlichen Eigenschaften seines Sohnes vor Augen. Er erwiderte: „Du redest von den idealen Eigenschaften Yazids und seiner politischen Begabung und seinen Pläne für das Volk Mohammads (s)? Willst du den Menschen etwas vormachen hinsichtlich Yazid? Glaubst du, einen unbekannten oder einen beliebten Menschen zu beschreiben? Oder jemand den keiner gesehen hat und kennt? ...Dabei hat Yazid doch sich selber, seinen Zustand und seine Ansicht öffentlicht demonstriert. Sieh dir an, was er macht! (Zum Zeitvertreib) hetzt er die Hunde aufeinander los und spielt mit Tauben! Seine singenden Sklavinnen und alle seine Vergnügungen reichen als Zeugnis und du kannst dir seine Beschreibung sparen!“

Nach jedem Treffen zwischen Imam Husain von 50 bis 60 nach der Hidschra in Medina oder Mekka reagierte Muawia mal feindlich mal milder. Als Muawia 60 nach der Hidschra seinen Tod herannahen spürte, verschärfte er wieder die Politik gegen seine Gegner.

Er sagte in der Heiligen Moschee in Mekka vor Imam Husain (a.) und anderen Gegnern erneut, dass Yazid sein Nachfolger ist und erklärte, dass alle damit einverstanden wären. Aber Imam Husain und mehrere Persönlichkeiten aus Medina waren absolut gegen das Kalifat von Yazid.

Muawia wusste, wenn Yazid auf dem Treueeid mit Imam Husain besteht, wird es zu einer Auseinandersetzungen zwischen ihnen kommen und mit vielen Risiken verbunden sein, deshalb sagte er kurz vor dem Tod zu Yazid: „Lass Husain Ibn Ali in Ruhe. Ich hoffe, Gott wird ihn durch diejenigen, die seinen Vater umbrachten und seinen Bruder verließen , aus dem Weg räumen. Wie ich sehe fordern ihn die Leute im Irak zum Aufstand auf. Wenn du an ihn herankommst, dann töte ihn nicht, denn ich würde ihn auch nicht töten.“

Aber Yazid hatte nicht die politische Erfahrung seines Vaters und beachtete den Rat von Muawia nicht. Er wollte daher Imam Husain mit Gewalt zum Treueeid zwingen. Und als Imam Husain sich weigerte , verursachte er im irakischen Karbala die größte Tragödie in der Islamischen Geschichte.

 

 

 

 

 

 

 

 

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