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Donnerstag, 14 November 2013 05:23

Imam Husain (a) von Medina bis Karbala (4)

Imam Husain (a) von Medina bis Karbala (4)
Am 2. des Monats Muharam traf die Karawane Imam Husains (a) in Karbala ein. Der Feind versperrte ihnen den Zugang zum Wasser. Er wollte damit den Widerstand Imam Husains (a) brechen.
Der Imam wusste, dass es eine hohe Gesinnung erfordert, in dieser Situation durchzuhalten. Daher war er bemüht, immer wieder den Glauben seiner Gefährten zu stärken.

 

Am Vorabend zum Endkampf, der Nacht zu Aschura, schlägt Imam Husain seinen Gefährten vor, dass sie sich von ihm trennen und stellt sie noch einmal auf die Probe. Seine Gefährten aber schwören, dass sie ihn nicht alleine lassen wollen und bis zum letzten Blutstropfen standhalten werden.

Nach dem Gebet am Morgen des Aschura-Tages spricht der Imam wieder zu seinen Mitstreitern. Und gibt ihnen erneut Auftrieb und verheißt ihnen das Ergebnis ihrer Standhaftigkeit. Er sagt:

„Ihr Großen! Seid geduldig, denn der Tod ist nur eine Brücke und ein Übergang, der von der Mühsal und Härte in das unendliche Paradies und zu den ewigen guten Segnungen führt. Wer von euch möchte nicht aus einem Gefängnis in einen Palast gebracht werden? Aber der gleiche Tod ist für eure Feinde wie das Verlassen eines Palastes und der Eintritt in die Folterkammer.“

Dann ordnete der Imam seine Soldaten und betete dann: „O Gott. Du bist mein Halt und der, dem ich während der Härten und Mühsal vertraue. Du bist meine Hoffnung bei schlimmen Ereignissen und hilfst mir in Schwierigkeiten. In diesen schweren Augenblicken trage ich meine Klagen nur vor Dich und habe die Hoffnung auf andere aufgegeben. Du bist es, der mich versteht und die Wolken der Trübsal vertreibt und an das sichere Ufer bringt.“

 

Aus diesem Gebet an jenem außergewöhnlichen Morgen ist der Grund für allen Widerstand und alle felsenfeste Ausdauer zu entnehmen. Ja, es ist das Vertrauen in Gott und der Halt bei Ihm, der alle Schwierigkeiten einfach macht und die Wucht der feindlichen Wogen die den Felsen am Ufer zerschmettern, ertragbar werden lassen.

Imam Husain (a) sieht den Feind zum Krieg bereit . Der Feind hat sogar den Weg zum Wasser versperrt und Imam Husain kann den Durst der Kinder in der Karawane nicht stillen. Aber der Imam will den Krieg nicht beginnen. Er versucht die Leute im feindlichen Heer zur Besinnung zu bringen , damit sie sie den Weg des Rechtes vom Weg des Unrechtes unterscheiden und damit keiner von ihnen aus Unwissenheit an dem Mord ihres Imams teilnehmen und sich ins Unglück stürzt.

Der Imam reitet in Richtung des feindlichen Heeres und ruft den Soldaten des Umar Ibn Saad zu:

„O Leute! Hört mir zu und beginnt nicht eilig Krieg und Blutvergießen, damit ich meine Pflicht erfüllen kann, nämlich euch zu mahnen, und damit ich erkläre, weshalb ich hierher gekommen bin. Wenn ihr meinen Grund akzeptiert und mir gerecht begegnet, habt ihr den Weg zum Wohl gefunden und keinen Grund mehr, gegen mich Krieg zu führen. Aber wenn ihr meinen Grund nicht anerkennt und keine Gerechtigkeit übt, dann tut euch zusammen und führt jeden falschen Entschluss , den ihr habt, gegen mich aus, ohne mir eine Frist zu gewähren. Dennoch soll für euch nichts unklar bleiben: Mein Helfer und Rückhalt ist Gott, der den Koran herabgeschickt hat, und Er hilft den Rechtschaffenen.“

Dies sind die Gefühle eines religiösen Führers und Menschenfreundes gegenüber dem mörderischen Feind. Dieser Menschenfreund lässt auch unter den schwierigsten Bedingungen von dem Weg, den Gott ihm gezeigt hat, nicht ab.

Der Imam mahnt das feindliche Heer. Aber die Kufaner sollen nicht denken, dass er dadurch seine Einwilligung in die Unterdrückung und Bereitschaft zur Kapitulation gegenüber Yazid ausdrücken will. Sondern es geht ihm darum , dass niemand mehr eine Ausrede bringen kann. Er ist der Imam und muss sie auf die Wahrheit aufmerksam machen.

Er sagt: „Ihr Diener Gottes! Fürchtet Gott und hütet euch vor dem Weltlichen ..! Denn Gott hat die Welt geschaffen, damit sie vernichtet wird, und was in ihr frisch ist, wird alt und ihre guten Gaben verderben und Freude wird zu Kummer... Also nehmt euch einen Reiseproviant für euer Jenseitiges Leben und die Gottesfürchtigkeit und gottesfürchtiges Handeln ist der beste Reiseproviant. ... Leute! Das weltliche Leben führt euch hinters Licht ... Ihr habt euch in einer Sache verschworen, die Gottes Zorn hervorruft und gegen die Gott sich wendet und für die er euch Seinen Zorn zukommen ließ...“

Imam Husain (a) verweist hier auf die Vergänglichkeit des weltlichen Lebens und zeigt den Grund dafür auf, dass die Kufaner vom richtigen Weg abgeraten sind . Sie haben sich von den Versprechungen der Umayyaden verleiten lassen, und sich entschlossen, dem Islam den Rücken zu kehren, gegen ihren Imam in den Krieg zu ziehen und den Enkelsohn des Propheten zu töten.

Imam Husain sagt weiter:

„Sagt, wer ich bin, und dann kommt zu euch und tadelt euch selber und überlegt: Ist es euch erlaubt, mich umzubringen und meine Sphäre der Unantastbarkeit zu verletzen? Bin ich nicht der Sohn der Tochter eures Propheten? Bin ich nicht der Sohn des Nachfolgers und des Cousins eures Propheten ? Bin ich nicht der Sohn dessen, der sich allen anderen Muslimen voran zu Gott bekannte und allen anderen voran die Botschaft des Propheten bestätigte? ... Ist denn Hamzeh Sayid ul Schuhada nicht der Onkel meines Vaters gewesen? Ist denn nicht Dschafar Tayyar mein Onkel? Habt ihr nicht gehört, was der Prophet über mich und meinen Bruder gesagt hat, nämlich: Diese beiden sind die Fürsten der Paradiesjugend? ... Wenn ihr an den Worten des Propheten über mich und meinen Bruder zweifelt, zweifelt ihr dann auch an der Wahrheit, dass ich der Sohn der Tochter eures Propheten bin und (nun) auf der ganzen Welt und unter euch und den anderen der Prophet Gottes keinen (Enkel)Sohn außer mir hat?

Wehe euch! Habe ich jemanden von euch getötet, so dass ihr mich zur Vergeltung töten wollt? Habe ich jemandem von euch etwas von seinem Besitz weggenommen oder habe ich euch Verletzungen beigefügt, dass ihr es als eurer Recht betrachtet, mich zu verwunden?

Diese feste Argumente lassen dem Heer des Yaids keine Entschuldigung für die Bekämpfung Imam Husains (a) mehr übrig. . Aber Qeys Ibn Aschath ruft: „Husain! Warum schwörst du deinem Cousin nicht den Treueeid? Dann wird er dich so behandeln, wie du das möchstest und du wirst nicht die geringsten Kummer haben!“

Der Imam antwortete ihm: „Nein! Bei Gott! Ich werde mich nicht zur Unterdrückung mit ihnen vereinigen und werde nicht wie ein Sklave aus dem Kriegsschauplatz und vor dem Feind flüchten.“

 

Auch als beide Heere völlig kampfbereit waren, hat Imam Husain wieder gesprochen. Die Fahnen des Umar Ibn Saad, des Befehlshaber des Heeres von Kufa wehten, die feindlichen Trommeln erklangen und es wurde in die Posaunen gestoßen.

Imam Husain trat vor die Reihen der Feinde und bat um Stille, aber sie hörten nicht auf zu lärmen. Da forderte er sie mit diesen Worten zum Schweigen auf:

„Wehe euch! Warum hört ihr nicht zu, damit ihr meine Worte, mit denen ich euch zur Vervollkommnung und Glück herbeirufe, hört? Wer mir folgt, wird zur Seligkeit finden, und wer frevelt und sich weigert, wird zu denen gehören, die vernichtet werden. Und ihr alle seid Widersacher, indem ihr meine Anweisung ablehnt und mir nicht zuhört. Ja, wegen den unerlaubten Geschenken, die ihr erhalten habt und wegen der unerlaubten Speisen und unerlaubten Bissen, die in euren Mägen angehäuft sind, hat Gott auf diese Weise eure Herzen versiegelt. Wehe euch! Wollt ihr nicht still sein?“

Schließlich herrschte endlich Stille in den feindlichen Reihen.

Imam Husain sprach:

„Ihr Leute! Schmach und Erniedrigung , Kummer und Bedauern komme über euch, dass ihr , nachdem ihr mich mit großem Eifer um Hilfe gebeten habt, dann, als ich auf euren Ruf positiv antwortete und zu euch geeilt bin, die Säbel , die zu uns gehörten nun gegen uns einsetzt und das Feuer der Zwietracht, welches unser gemeinsamer Feind (Yazid) entfacht hat, gegen uns schürt. Ihr seid unterstützt von euren eigenen Feinden gegen eure Freunde zum Kampf aufgestanden, ohne dass der Feind einen gerechten Schritt zu euren Gunsten tut oder dass ihr von ihm etwas Gutes erwarten könnt, bis auf einige verbotene Köder vom Weltlichen, die ihr abbekommen habt und ein wenig Vergnügen und ein erniedrigendes Leben, auf das ihr begierlich hofft. Seid ruhiger! Wehe euch! Weil ihr euch von uns abgewandt habt.

Schämt auch, denn ihr seid die Aufrührer im Volke und die Überbleibsel der verdorbenen Gruppen, die den Koran missachtet haben. Ihr gehört zu den Übeltätern und zu den Verfälschern des Heiligen Buches und zu denen, die die Tradition des Propheten verstummen ließen, dass ihr die Nachkommen der Propheten tötet und die Generation der Nachfolger ausrottet.“

Imam Husain (a) tadelt die Kufaner in dieser Rede, weil sie zuerst dem Imam erklärt haben, dass er ihnen gegen die Verbrechen der Umayyaden hilft und dann , von den Umayyaden eingeschüchtert oder bestochen, ihren Standpunkt um 180 Grad geändert, den Imam stehen gelassen und sogar ihre Säbel auf ihn gerichtet haben.

Der Imam sagt weiter:

"Wisset! Bei Gott! Nach diesem Krieg wird euch keine Frist mehr gewährt und ihr werdet nicht das Gewünschte erreichen... Ihr werdet in die Mühle der Ereignisse geraten und wie Mühlachse und Mühlstein in Unruhe verbringen!

Reicht also euren Gleichgesinnten die Hand und führt euren falschen Entschluss, obwohl euch die Wahrheit klar geworden ist, gegen mich durch! Ich vertraue auf Gott, denn jedes Lebewesen ist in Seiner mächtigen Hand und mein Gott tut das Rechte!"

Dann betete er mit den Händen zum Himel und verdammte das Heer des Umar Ibn Saad:

"O Gott! Lasse keinen Regen auf sie herabkommen und schicke ihne (harte) Jahre, wie die Jahre (der Plagen für Pharao) die Prophet Josef erbeten hatte... Denn sie haben mich abgelehnt und sich davon enthalten, mir gegenüber dem Feind zu helfen. Du bist unser Herr, ich habe bei Dir Zuflucht gesucht und zu Dir ist meine Rückkehr.“

 

Nachdem die Gefährten Husains (a) im Kampf gegen die feindlichen Kriege den Märtyrertod gefunden hatten, wollte der Feind die Zelte des Imams stürmen. Da rief der Imam mit lauter Stimme: „Ihr Anhänger der Abu Sufyan! Wenn ihr schon keine Religion besitzt und euch nicht vor dem Jüngsten Tag fürchtet, so seid wenigstens im Leben freiheitlich denkend und wahrt euren menschlichen Anstand!“

Dies war in Wahrheit eine allgemeine universale Botschaft des Imam Husain (a). Es war ein Ruf, der sich von Karbala aus an alle Welt richtet:

Ihr Menschen auf der Erde, wenn ihr nicht an die Gesetze Gottes glaubt, so beachtet wenigsten die Prinzipien der Menschlichkeit!

 

 

Als schließlich die Mitstreiter Imam Husains einer nach dem anderen den Opfertod gefunden hatten, richteten sich alle Säbel auf den Imam. Der Imam kämpfte tapfer bis zum letzten Atemzug gegen den Feind, bis er schließlich mit Wunden übersät zu Boden stürzte und in seinen letzten Augenblicken betete:

"O Gott, der Dein Rang so hoch ist, und Dein Zorn mächtig und Deine Macht über jeder Macht steht. Ich bleibe Geduldig gegenüber Deiner Vorsehung! O Herr, außer Dir gibt es keinen Gott. O Du Helfer derer, die Dich rufen. Nur Du bist unser Herr und Gott. Ich gedulde mich mit Deinem Befehl und Deiner Vorsehung. O Gott, der jeden an seinen Taten bewertet. Richte zwischen mir und diesen Menschen! Du bist der beste Richter."

Dann legte er das Antlitz auf die Erde und sprach: „Im Namen Gottes und in Gedenken an Gott und auf dem Wege Gottes und für die Religion des Gesandten Gottes (werde ich zum Märtyrer)!“

 

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