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Dienstag, 12 November 2013 10:30

Imam Husain (a). von Medina bis Karbala (3)

Imam Husain (a). von Medina bis Karbala (3)
Die Bürger von Kufa im Irak hatten Boten und zahlreiche Briefe an Imam Husain (a) geschickt und ihn gebeten, dass er sie rechtleitet und anführt.
Sie erklärten dass sie sich gegen den Vertreter von Yazid in dieser Stadt gestellt hätten und den Imam erwarten. Sie seien bereit, ihr Leben für ihn zu opfern.

 

 

Imam Husain (a) antwortete auf diese Briefe, die nach Angaben zahlreicher Geschichtsschreiber fast 12 Tausend betrugen wie folgt:

„Im Namen Gottes des Allbarmherzigen, des Gnadenvollen. Dies schreibt Husain Ibn Ali an die Großen und Anführer der Gläubigen in Kufa...

Ich schicke meinen Glaubensbruder und Cousin (Muslim Ibn Aqil), zu euch - jemanden aus unserer Familie, dem ich voll vertraue - und weise ihn an, sich aus der Nähe mit eurer Denkweise vertraut zu machen und mir das Ergebnis mitzuteilen. Wenn die Mehrheit der Bürger dasselbe wünscht und die Meinung der Gelehrten in Kufa dasselbe ist, was in euren Briefen steht und eure Boten mitgeteilt haben, werde ich – so Gott will - sofort zu euch kommen. Bei meinem Leben! Der wahre Anführer und berechtigte Imam ist jemand, der gemäß dem Buche Gottes handelt und den Weg der Gerechtigkeit geht, das Recht befolgt, sich dem Gebot Gottes annimmt und sich dafür opfert.

Friede sei mit euch.“

 

Als der Imam Muslim Ibn Aqil das Schreiben gab, sagte er : „Ich schicke dich zu den Kufanern und Gott möge dir den Erfolg schenken, das zu erreichen, was Ihn zufrieden stellt. Geh! Gott wird dich schützen. Ich hoffe, du und ich werden den Rang der Märtyrer erreichen!“

In seinem Schreiben an die Kufaner hat Imam Husain (a.) erklärt, welche Bedingungen der Imam – der Anführer , dem alle Muslime folgen sollen - , besitzen muss; nämlich dass er nach dem Buch Gottes handelt, die Verwirklichung des Rechtes und der Gerechtigkeit anstrebt und sich ganz dem Weg Gottes widmet und opfert.

Dass er Muslim Ibn Aqil nach Kufa schickte, damit er sich davon überzeugt, dass die Kufaner es ernst mit ihrer Zusammenarbeit meinen, zeigt, dass der Imam sich nicht auf deren bloßen Treueerklärungen verlässt.

Der Hadschmonat hatte begonnen und immer mehr Pilgergruppen trafen in Mekka ein. Imam Husain (a) erfuhr, dass Yazid auch den Amru Ibn Saad Ibn Aas, als Betreuer der Hadschpilger getarnt, nach Mekka geschickt hatte. Amru Ibn Aas hatte in Wahrheit eine gefährliche Mission, nämlich den Imam zu töten. Um die Heiligkeit Mekkas zu wahren, beschloss Imam Husain (a)die Stadt wieder zu verlassen. Nachdem er statt des Großen den Kleinen Hadsch vorgenommen hatte, verließ er mit seiner Karawane am 8. Dhul Hidscha Mekka in Richtung Irak. Zuvor hielt er eine Rede vor den Angehörigen der Bani Haschim und einer Gruppe von Anhängern, die sich ihm in Mekka angeschlossen hatten. Er sagte:

 

„Aller Dank gebührt Gott! Es geschieht das, was Gott will und keine Macht kann herrschen, es sei denn mit dem Willen Gottes. Der Segensgruß Gottes sei Seinem Gesandten. Wir sind mit dem zufrieden, womit Gott zufrieden ist. Gegenüber seiner Prüfung üben wir Geduld und Standhaftigkeit und Er wird uns mit dem Lohn der Geduldigen versehen. Der Prophet und seine Kinder können niemals voneinander getrennt werden. Sie werden im höchsten Paradies an seiner Seite sein. Denn sie haben den Propheten erfreut und seine Verheißung (nämlich die Herstellung der Herrschaft Gottes ) wird durch sie Wirklichkeit werden. Wisset! Jeder von euch, der wegen uns bereit ist, sein Leben zu opfern und es für den Märtyrertod und die Begegnung mit Seinem Herrn herzugeben, bereite sich auf den Anschluss an uns vor. Morgen werde ich die Reise antreten – So Gott will!“

 

Imam Husain (a) war also Schritt für Schritt bestrebt, nur diejenigen, die sich aufrichtig von der Liebe zum Weltlichen losgesagt haben, mit in den Kampf zu nehmen.

Imam Husain hat in dieser Ansprache vor dem Verlassen Mekkas offen vom Märtyrertod gesprochen und seine Gefährten darauf vorbereitet, dass sie ihn nur begleiten sollen, wenn sie gewillt sind, wegen der göttlichen Lehre und ihrer Liebe zu Gott, ihr Leben herzugeben.

 

Nachdem Imam Husain (a) bekannt gemacht hatte, dass er nach Kufa zieht, warnten ihn einige, weil sie davon überzeugt waren, dass die Kufaner nicht treu sein werden. Zu ihnen gehörten Ibn Abbas und Ibn Zubair. Sie drängten den Imam in Mekka zu bleiben. Imam Husain (a) antwortete Abdullah Ibn Zubair wie folgt:

„Ob ich in Mekka bleibe oder an einem anderen Ort bin und sei es in einem Vogelnest: Der Herrschaftsapparat wird mich nicht in Ruhe lassen und mein Streit mit der Regierung ist nicht beizulegen, denn sie verlangen von mir etwas, dem ich mich nie beugen werde und ich verlange von ihnen etwas, was sie nicht bereit sind, zu akzeptieren.“

Auf dem Weg von Mekka nach Karbala begegnete Imam Husain (a) dem Dichter Farzdagh . Farzdagh kam aus Kufa und war auf dem Weg nach Mekka, um den Hadsch durchzuführen. Erstaunt fragte Farzdagh den Imam:

„O Nachkomme des Propheten! Wieso hast du es so eilig und wo willst du hin?“

Farzadgh war klar, dass der Imam Mekka vor Beendigung des Hadschbrauches verlassen hatte.

Da antwortete der Imam ihm: „Wenn ich mich nicht beeilt hätte, wäre ich festgenommen worden und in Bedrängnis geraten.“

Farzdagh schwieg. Der Imam fragte ihn: „Was ist mit den Kufanern?

Farzdagh antwortete: „Ihre Herzen sind auf deiner Seite aber ihre Säbel gegen dich.“

Imam Husain schwieg kurz und sagte dann:

„Gott führt das durch, was Er will. Unser Herr ist jeden Tag mit etwas Neuem beschäftigt. Wenn die göttliche Vorsehung und Sein Wille das ist, was wir uns wünschen, danke ich Ihm für seine Segnungen und Er wird uns helfen, Ihm zu danken. Aber wenn Er zwischen unseren Wünschen und Seiner Vorsehung trennt und wir nicht an unsere Wünsche gelangen, wird das was Recht, Beweggrund und Gottesfurcht und der Weg der Religion bedeutet, sich nicht von der Wahrheit entfernen.“

 

Mit diesen Worten hat der Imam aus der Sicht der Gnostik Erfolg und Misserfolg auf dem Wege Gottes als gleichbedeutend dargestellt. Dies ist eine Denkweise, die Hoffnung und innere Sicherheit schenkt und zur weisen Begegnung mit Bedrängnissen führt. Bei dieser Sichtweise wird sogar Bitteres schön und Kummer zu Freude.

Imam Husain (a) hat auch zu Farzdaq gesagt: „Farzdaq! Sie (die Umayyaden) sind Leute, die mit dem Teufel zusammenstehen und nicht auf Gott den Allbarmherzigen hören. Sie verbreiten Übel auf der Erde und haben die Geboten Gottes aufgehoben. Sie trinken Wein und haben das, was den Armen und Bedürftigen gehört, an sich gerissen. Es ist meiner würdiger mich zu erheben, um der Religion Gottes zu helfen und seine Lehre zu würdigen und auf Seinem Wege den Dschihad zu kämpfen.“

 

Nachdem sie in die Nähe von Kufa gelangt waren, erfuhr Imam Husain (a) dass sein Bote Muslim Ibn Aqil in Kufa ermordet worden war. Außerdem versperrte Horr mit seinen Mannen dem Imam und seiner Karawane den Weg nach Kufa. Der Imam war gezwungen, eine andere Richtung einzuschlagen und nach Karbala weiterzuziehen.

 

Imam Husain (a) sprach zu Horr und seinen 1000 Kriegern wie folgt:

„O Leute! Der Prophet Gottes (s) hat gesagt: `Wenn ein Muslim einem gewaltsamen Herrscher begegnet, der das, was Gott verboten hat, für erlaubt erklärt und das Bündnis mit Gott bricht und das Gebot und die Tradition des Propheten bekämpft und unter den Dienern Gottes sündigt und Feindschaft streut, und dieser Muslim gegenüber diesem Herrscher in Wort und Tat nichts unternimmt, dann liegt es bei Gott, ob er diesen Schweigenden mit dem Frevler in das Feuer der Hölle schickt. O Leute! Wisset dass die Umayyaden den Gehorsam gegenüber Gott eingestellt und sich zur Befolgung Satans verpflichtet haben, Verderbnis und Übel verbreiten und die Gesetze der Religion veränderten. Ich bin geeigneter als diese Übeltäter, welche die Religion Gottes verfälscht haben, die muslimische Gesellschaft zu führen. Und außerdem zeugt die Einladung in euren Briefen, die mich erreicht haben und die Boten die ihr geschickt hat, davon, dass ihr mir die Treue geschworen habt und mich nicht gegenüber dem Feind alleine lasst...

Wenn ihr nun diesem Bündnis treu bleibt, habt ihr Vervollkommnung und Rettung erreicht.

Ich bin Husain ibn Ali und der Sohn Fatimas , der Tochter des Propheten Gottes. Mein Sein ist mit eurem Sein, ihr Muslime, verknüpft. Eure Kinder und eure Familien sind wie meine Kinder und meine Familie. Ich bin für euch der Anführer.

Aber wenn ihr eurer Bündnis brecht und euch nicht an euren Treueid haltet, wird es nichts Neues sein, denn ihr habt dies auch mit meinem Vater, meinem Bruder und mit meinem Cousin Muslim getan ...

Ihr seid Leute, die sich bei der Nutzung des Schicksals täuschten und es verdarben und wer das Bündnis bricht, hat dies zu seinem Nachteil getan. Es besteht die Hoffnung, dass Gott euch aus der misslichen Lage befreit.“

 

Mit dieser Rede hat Imam Husain versucht, die 1000 Krieger im Heer des Horr von ihrem falschen Vorhaben abzubringen. Er beschrieb die wichtigsten Merkmale des Herrschaftssystems der Umayyaden, und demgegenüber die Position des Imam und seine Gründe für den Widerstand und die Bedeutung für die Gesellschaft.

 

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