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Montag, 14 Januar 2008 13:44

Historische Bedingungen und Art des Kampfes von Imam Hussein (aleihe salam)

Historische Bedingungen und Art des Kampfes von Imam Hussein (aleihe salam)
Die Bewegung des Imam Hussein, Friede sei mit ihm stellt eine inspirierende Bewegung in der Geschichte für alle freiheitlichen Menschen. Im Monat Moharram des Mondjahres 61 nach arabischem Kalender kam es zu einem Aufstand in der Geschichte der Menschheit, der im Hinblick auf die tief greifenden und umfangreichen Auswirkungen auf den Gedanken der Menschen nach wie vor progressiv ist und an der Spitze der tugendhaften Bewegungen steht.
Diese Bewegung geschah unter gewissen Bedingungen der islamischen Geschichte und auch Imam Hussein, Friede sei mit ihm bediente sich einer einmaligen Methode in dieser Bewegung.

 


Mit einem Blick in die Geschichte sehen wir, dass Jahre nach dem Dahinscheiden des Propheten (s.a.s) der Trend der Rückkehr zu den vorislamischen Wertmaßstäben durch die Machtergreifung der Umayyaden in der islamischen Gemeinschaft verschärft wurde und unter dem umayyadischen Herrscher Yazid den Höhepunkt erreichte.

Die Devianz im Bereich des religiösen Denkens war in der umayyadischen Geschichte deutlich zu sehen. Ein Beweis dafür bestand darin, dass sich die Bevölkerung bei der Feststellung der religiösen Führerschaft täuschte.


Der Begriff der Bindung der islamischen Umma mit einer tugendhaften und gerechten Führung war verzerrt worden, die umayyadischen Herrscher nutzten die Unwissenheit der Bevölkerung aus und zwangen ihre verderbte und illegitime Führerschaft als Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft der Bevölkerung auf.
Wenn die Bürger einer Gesellschaft mit ihren wahren religiösen Führern eine eingeschränkte Verbindung haben und bei dem Erkenntnis dieser Stellung mit Problemen und Devianz konfrontiert werden, nutzen dann unwürdige Menschen wie die umayyadischen Herrscher sicherlich die Gelegenheit aus und erlegen sich der Bevölkerung als religiöse Führer auf, was die umfangreiche Devianz in der muslimischen Gesellschaft zur Folge hat.


Die Devianz im umayyadischen Hof, die Herrschaft, Angst, Oberflächlichkeit, blinde Nachahmung und rassistische Prahlereien stellten die typischen Beispiele für diese Devianz in der Herrschaft der Umayyaden dar. Die Gleichgültigkeit gegenüber der Lage der Volksmassen, Armut und starke Klassenunterschiede waren weitere Faktoren, die die Pfeiler der islamischen Gemeinschaft an jenen Tagen erschütterten.


Yazid bezeichnete sich als Führer der islamischen Gemeinschaft und bediente sich der Gewalt, Zwang oder Anstachelung der Habsucht einer Anzahl um von ihnen den Treueid ablegen zu lassen. Yazid zog von der Religion als ein Instrumentarium zur Verwirklichung seiner Wünsche Nutzen und im Nahmen der Religion legitimierte er seine unwürdigen Taten und seiner Gefolgschaft.


Wenn der Herrscher als Oberhaupt der Gesellschaft unwürdige Gewohnheiten hat und schändliche Taten begeht, überträgt sich dies zügellos auf die Gesellschaft und stürzt alles in die Verderbnis und Vernichtung. So wurden auch die Pfeiler der islamischen Gemeinschaft unter Yazid mit einer solchen Gefahr konfrontiert.


Zweifelsohne werden unter solchen Umständen die geistigen, politischen und moralischen Strukturen der Gemeinschaft mit einer Krise konfrontiert und eine Persönlichkeit wie Imam Hussein aleihe salam als ein Mann, der die Kompetenz für die religiöse Führung der Gemeinschaft besitzt, kann sich nicht in Schweigen hüllen. Aus diesem Grunde sagte er als er aufgefordert wurde den Treueid gegenüber Yazid abzulegen: „Wenn die Umma sich in die Herrschaft eines Mannes Wie Yazid verstrickt, dann sollte man den Islam für immer vergessen." So weigerte sich Imam Hussein in der damaligen Gemeinschaft nicht nur den Treueid gegenüber Yazid abzulegen, sondern er schlug eine geschlossene und zielbewusste Methode zur Rettung des Islam und der islamischen Umma ein.
Wie gesagt stellte die Devianz im Bereich des religiösen Denkens das größte Problem der damaligen Gemeinschaft dar. Aus diesem Grunde befasste sich Imam Hussein mit der Aufklärung der Massen. Er nutzte dabei mit dem Ziel der Leitung der Gesellschaft jede Gelegenheit zur Übertragung der wahren Begriffe der Religion und Darlegung der Stellung der Führung in der Gesellschaft. Imam Hussein befasste sich in dieser Phase des Kampfes mit der Schädlingsbekämpfung der Gedanken der Bevölkerung und war der Meinung, dass die überzeugungsbezogenen und spirituellen Angelegenheiten, ja sogar die sozialen und politischen Fragen der tiefgreifenden Reformierung bedürfen. Deshalb nahm seine Bewegung mit dem Ziel der Reformierung Gestalt an. So sagte er: „Ich verlasse Medina zur Reformierung und Wiederbelebung der Angelegenheit der Umma meines Großvaters."
Als er die Absicht hegte, Medina zu verlassen rieten eine Anzahl namhafte Würdenträger ihn von dieser gefahrenvollen Reise ab und schlugen ihm verschiedene Wege vor. Eine Anzahl sagten, er sollte am Besten gegenüber Yazid den Treueid ablegen, manch andere waren der Meinung, er sollte in Medina bleiben und andere sagten, dass er in Mekka Schutz suchen sollte. Aber Imam Hussein hatte ein höheres Ziel und dachte an etwas Erhabeneres als Erreichung von scheinbaren Siegen. Aus diesem Grunde änderte er seinen Entschluss nicht. Die Kampfmethode von Imam Hussein zeigt, dass er über die Zukunft seiner Bewegung und deren Folgen Bescheid wusste.
Imam Hussein aleihe salam plädierte in seiner Kampfmethode für die Moral der Ehrenhaftigkeit und Abstandnehmen von Demütigung. Er hob dabei die Freiheit und den Edelsinn des Menschen ausdrücklich hervor. Die Aufmerksamkeit auf den menschlichen Edelsinn stellt das Fundament des Kampfes von Imam Hussein dar. Aus der Sicht der freimütigen Männer der Welt ist nicht höher als Ehre und Edelmut des Menschen. Denn der Mensch respektiert durch Wahrung seines Edelsinns seine Rechte und Freiheit und schützt sie. Imam Hussein konnte durch Einhaltung solcher Prinzipien die Moral des Heldentums und des Ehrgeizes in der islamischen Umma aufleben lassen und verewigen. Er wies stets die Menschen darauf hin, dass man sich auf keinen Fall von Tyrannen unterdrücken lässt und sich lediglich gegenüber den Geboten Gottes, die für die Glückseligkeit der Menschen da sind, zu beugen hat.
Eine weitere Angelegenheit, die Imam Hussein in seiner Kampfstrategie betonte, bestand in der Qualität der Kräfte, die an seiner Seite standen. Er suchte nach aufrichtige, zielbewusste und willenstarke Personen; Menschen, die durch das tiefe Begreifen des Sinnes des Kampfes von Recht und Unrecht auf der Szene der Vereidigung von Grenzen der Wahrheit Opfer bringen konnten. Das Vorhandensein von solchen Menschen im Heer von Imam Hussein, lenkte die Aufmerksamkeit der islamischen Gemeinschaft auf die Rechtschaffenheit des Weges von Imam Hussein.
Imam Hussein ließ in der Nacht vor dem Aufstand seine Gefolgschaft frei, damit sie sich entschließen. Eben dies trug dazu bei, dass willenlose Menschen von schwachem Charakter das Heer von Imam Hussein zu verlassen und lediglich die aufrichtigen Anhänger hatten beim Heldentum von Aschura eine Rolle. Das Vorgehen der Einzelnen dieser Geschichtemachenden Menschen am Tag von Aschura war so, dass die Menschheit bis heute von ihnen begeistert ist und von denen die Lektion des Lebens lernt.
Imam Hussein brachte in den verschiedenen Phasen seines Kampfes sein heiliges Ziel in Form von Reden oder diversen Botschaften zum Ausdruck. Er beeindruckte durch Informationsübermittlung an die Bevölkerung in verschiedenen Zeitabschnitten ihre Gedanken. Mit andern Worten hatte stets seine leitende und führende Rolle zur Reformierung der Angelegenheiten der Bevölkerung im Sinn.
Er sagte: „O Gott Du weißt selber, das, was ich geäußert habe, war nicht zur Rivalisierung bei der Herrschaft oder Macht. Und auch nicht um die Liebe für Diesseits. Sondern nur zu diesem Zweck, dass ich Deine Religion standhaft sehe und Deine Reiche reformiere und Deine leidgeprüften Geschöpfe aus dem Unheil der Unterdrückung rette, damit sie die obligatorischen Rituale Deiner Religion verrichten."
Diese Worte brachten diese Wahrheit zum Ausdruck, dass für Imam Hussein und seine Gefährten das Handeln nach göttlichen Pflichten an der Spitze aller Angelegenheiten stand. Sieg heißt Erfolg bei der Erfüllung der Pflichte. Diese Einstellung lenkte die Aufmerksamkeit der Menschen auf die Bewegung des Imam. Imam Hussein verstand sich als Führer der islamischen Gemeinschaft verpflichtet, selbst das Heer des Feindes vom Schlaf der Ignoranz zu erwecken und sie aufzuklären. Die Geschichte kann bezeugen, dass der Imam selbst bei schweren Bedingungen und als er dem Heer des Feindes gegenüberstand versuchte durch Predigt, Ratschläge ihm ins Gewissen zu reden. Diese Methode führte dazu, dass bei der Konfrontation beider Fronten ein Mann wie Horr, der das Kommando eines großen Heeres hatte, sich änderte und auf die Front des Rechtes an der Seite von Imam Hussein überwechselte.
Jedenfalls war der Aufstand von Imam Hussein voll von schicksalsbestimmenden Augenblicken. Abstand nehmen vom Ablegen des Treueids gegenüber eines verderbten Herrschers wie Yazid, sich nach Kufe Begeben und die Konfrontation mit dem großen Heer des Feindes, Fremde und Einsamkeit, der Märtyrertod von Kindern und Gefährten, das alles waren riskante Szenen, die den Entschluss des Imam erschüttern konnten. Aber Imam Hussein (Friede sei mit ihm) schlug trotz dieser schwierigen Bedingungen eine Methode ein und entwarf Pläne, um sein Ziel, das nichts anderes war als Erwachung der Volksmassen und Entstaubung des glänzenden Antlitzes des Islam, zu erreichen. Auch zeigte die Geschichte, dass die Ewigkeit des Weges und der Botschaften von Imam Hussein einen engen Zusammenhang mit der Strategie hatte, die der Imam im Verlauf seiner großen Bewegung gewählt hatte.

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