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Montag, 14 Januar 2008 12:36

Imam Hussein (Teil 1)

Imam Hussein (Teil 1)
61 Jahre nach der Hidschra, Ende des 7. Jahrhunderts nach Christus verewigte sich Imam Husseine Aleihe salam mit seinem tapferen Kampf.
Der Jahrestag des Märtyrertodes dieses Enkelsohnes des Propheten, Sohn Imam Alis, erinnert an seinen Widerstand in Kerbela gegenüber dem unwürdigen Herrscher Yazid. Imam Hussein zeigte uns mit seinem Tod aber auch mit seinem Leben den Weg der Freiheitsliebe. Mit seinem Märtyrertod und seiner Lebensweise wollte er den Menschen zu einer höheren geistigen Stufe verhelfen. In diesem Beitrag möchten wir in die Schule Imam Husseins gehen und von ihm lernen.

 

Wenn ihr nicht glaubt und euch nicht vor der Auferstehung fürchtet, so seid wenigsten im Leben freiheitlich denkend!

Der Lehrer hat diesen Satz von Imam Hussein aleihe salam mit kalligraphischen Schriftzügen auf die Wandtafel gezaubert. Dann geht er zum Pult und sagt zu seinen Schülern:
„Unsere Kenntnisse über Imam Hussein betreffen in der Hauptsache das Geschehen in Kerbela und seinen Kampf gegen Yazid. Dieses Geschehen von Aschura enthält viele wichtige Punkte. Imam Hussein war ein revolutionärer Mensch. Er war erfüllt vom Geist der Opferbereitschaft und besaß viele hervorragende Eigenschaften.Wir sollten uns dieses Mal mit dem befassen, was Imam Hussein uns noch gelehrt hat. Was er uns im Leben gelehrt hat. Jeder von euch sollte über eine seiner Eigenschaften berichten, damit wir die Persönlichkeit dieses Menschen, der eine so entscheidende Rolle in der Geschichte gespielt hat, näher kennen lernen."

Einer der Schüler steht auf und bittet um Erlaubnis, über Imam Hussein zu sprechen. Der Lehrer sagt: „Bitteschön" und Ali sagt:
„Imam Hussein handelte immer aufgrund von Bewußtsein und Weitsicht. Und weil er tiefe Gotterkenntnis besaß, hat er sich immer mit seinen Anliegen an Gott gewandt. Eines seiner Gebete, das er häufig sprach war: ‚Gott, lass meine Bewegung aufgrund der Erleuchtung und meinen Weg aufgrund der Rechtleitung verlaufen und lass meine Art und Weise mit der Vervollkommnung einhergehen."

Ali führt auch ein Beispiel dafür an, wie wichtig für Imam Hussein Wissen und Bewusstsein war:
„Eines seiner Kinder kam fröhlich zu Imam Hussein gelaufen und sagte eine Sure aus dem Koran auf.
Diese Sure hatte ihm sein Lehrer Abdurrahman Salmi beigebracht. Imam Hussein hörte aufmerksam und erfreut zu. Als die Sure zu Ende war, küsste er das Gesicht seines Kindes und lobte es. Dann sagte er man, solle Abdurrahman Salmi Tausend Dinare und einige Geschenke schicken."

Einer der Anhänger Imam Husseins fragte verwundert:
„Er hat deinem Kind doch nur eine Sure beigebracht, und dafür belohnst du ihn so hoch?"
Imam schwieg kurz und sagte dann:
„Was ich hergebe ist viel weniger als das Wissen, das er meinen Sohn gelehrt hat."

Ali, der diese Geschichte aus dem Leben Imam Husseins erzählt hat, setzt sich wieder und ein anderer Schüler namens Hassan sagt: „Ich möchte gerne über die Großzügigkeit Imam Husseins sprechen."
Der Lehrer willigt ein: „Das kannst du gerne tun!"
Hassan beginnt seinen kleinen Vortrag mit dem Hinweis darauf, dass Imam Hussein mit seinem Verhalten an den Vers 92 in der Sure 3 erinnert, wo es heißt:
„Ihr werdet nie Wohltätigkeit erlangen, wenn ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt. Und was immer ihr spendet, darüber weiß Gott Bescheid."
Dann führt Hassan folgende Geschichte als Beispiel an:
Ein Bedürftiger klopfte in der späten Nacht an die Tür von Imam Hussein. Er hatte schon längere Zeit nach Arbeit gesucht und nichts gefunden. Dabei hatte er Schulden und musste diese begleichen. Seine einzige Hoffnung war nun, dass der Imam ihm helfen würde.
Im Türrahmen erschien das freundliche Gesicht Imam Husseins. Der Hilfesuchende fasste Mut. Doch immer noch zögerte er, sein Anliegen vorzubringen. Schließlich sagte er: „Ich schulde jemandem 1000 Dinar, aber ich kann sie ihm jetzt nicht zurückzahlen. Mein guter Ruf ist in Gefahr. Ich kenne keinen in dieser Stadt, der so großzügig wäre wie Ihr!..."
Imam Hussein merkte, dass dieser Mann Bildung und Wissen besaß. Er sagte: „Ich habe meinen Vater Ali sagen hören: ‚Jeder ist so viel wert wie die guten Werke, die er tut.' Und aus dem Munde des Propheten Gottes hörte ich die Worte: ‚Jeder ist so viel wert wie seine Erkenntnis.' "
Der Mann schaute den Imam fragend an.
Imam Hussein fuhr fort: „Ich möchte dir drei Fragen stellen. Wenn du sie beantwortest, werde ich dir die tausend Dinare geben!"
Der Mann senkte den Kopf und sagte nur: „Wenn ich die Antwort weiß, werde ich antworten und wenn nicht werde ich von Euch lernen, wie sie lautet."

Imam Hussein stellte drei Fragen. Die erste lautete:
„Was ist besser als alles andere Tun?"
Der Mann antwortete: „Der Glaube an Gott!"
Der Imam fragte: „Wie findet der Mensch Rettung vor Unheil?"
Der Mann antwortete: „Durch Vertrauen in Gott!"
Die letzte Frage Imam Husseins war:
„Was ist die schönste Zierde des Menschen?"
Der Mann beantwortete auch diese Frage richtig indem er sagte: „Ein Wissen, das mit Geduld und Ausdauer einhergeht."

Imam Hussein lächelte bestätigend. Er ging ins Haus und kehrte mit einem Beutel zurück. In dem Beutel waren tausend Dinare. Diese schenkte er dem Mann zusammen mit einem kostbaren Ring und sagte: „Mit dem Geld begleiche deine Schulden. Den Ring verkaufe und verwende den Erlös für deinen Lebensunterhalt."

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