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Samstag, 20 Dezember 2014 16:19

Imam Hasan (a) über seinen Friedensvertrag mit Muawiya

Imam Hasan (a) über seinen Friedensvertrag mit Muawiya
Wir trauern am 28. Safar sowohl um den Verlust des geehrten Propheten des Islams als auch wegen des Märtyrertodes  seines Enkelsohnes Imam Hasan (a).  Hiermit  wollen wir über eine Entscheidung, die  Imam Hasans (a) traf und die schicksalhaft für den Islam war.

 

Ein jeder der Unfehlbaren Imame (a)  hat entsprechend den herrschenden Bedingungen seiner Zeit und aufgrund der Aufgabe, die Gott ihm aufgetragen hat, gehandelt. Die Edlen aus dem Hause des Propheten, die Ahl-e Bait, waren so weit wie möglich bestrebt die Verwaltung der Glaubensgemeinde zu übernehmen  und Gerechtigkeit herzustellen. Vor seinem Märtyrertod hat Imam Ali (a) seinen Sohn Imam Hasan (a)  mit dem Imamat – der Lenkung der Muslime beeauftragt.  Nachdem sein Vater zum Märtyrer geworden war, hat Imam Hasan (a) in einer Ansprache in der Moschee die Menschen aufgerufen, ihm die Treue zu schwören und die Einwohner von Kufa taten dies. Der Imam nahm ihren Eid an und begann seine Statthalterschaft zu festigen. Aber Muawiya Ibn Abu Sufiyan regierte über Schaam, d.h. über Syrien, Libanon, Palästina und große Teile von Jordanien.  Er lehnte das Kalifat von Imam Hasan ab und schickte sogar ein Heer in den Irak . Auch Imam Hasan stellte ein Heer gegen Muawiya auf.

Die Regierungszeit von Imam Hasan (a) war nur sehr kurz und der Imam wurde gezwungen, unter Vorbehalten die Statthalterschaft  an Muawiya abzugeben.  Wir möchten nun den Gründen für dieses Vorgehen des Imams nachgehen.

In dem Heer, welches Imam Hasan (a)  zum Kampf gegen Muawiya aufgestellt hatte, herrschte keine wahre Kampfmoral. Bis auf einige  aufrichtige Anhänger und  junge Kämpfer  wollte die Mehrheit nicht ins Gefecht ziehen. Muawiya  konnte mit Bestechungsgeldern  und falschen Versprechungen bewirken, dass sich zahlreiche Stammesführer  und Befehlshaber des Heeres von Imam Hasan (a) zurückzogen.

Dennoch gelang es dem Imam und seinen treuen Helfer  40 Tausend Kämpfer zu mobilisieren.

Imam Hasan (a) ließ die Leute,  die ihm Treue und Unterstützung geschworen hatten, wissen:

„Wenn ihr es mit dem ehrlich meint, was ihr sagt, wird unser Treffpunkt der Militärstützpunkt in Madain sein.  Schließt euch also dort mir an."

Der Imam setzte sich mit seinem Heer in Richtung Madain in Bewegung, aber eine große Zahl von Bürgern hielten sich nicht an ihr Versprechen. Die Bevölkerung von Irak und insbesondere die Bürger von Kufa besaßen  zurzeit des Imam Hasan (a) nicht die innere Bereitschaft zum Kampf und es gab auch keinen Zusammenhalt unter ihnen. Diesen Zustand und diese Uneinigkeit im damaligen Irak werden durch die Worte des Imams wohl am besten dokumentiert.  In Madain angekommen hielt er eine bewegende Rede:

„Kein Zweifel hält uns von dem Kampf gegen die Leute in Schaam ab.  Wir haben in der Vergangenheit mit eurer Widerstandskraft und der Verständigung unter euch, gegen  sie  gekämpft, aber es gibt heute  in Folge von Hass und Misstrauen  unter euch keine Einheit und keine Verständigung mehr. Ihr habt eure Standhaftigkeit verloren und beklagt euch.  Als ihr in die Siffin-Schlacht zogt (Schlacht des Muawiya gegen Imam Ali (a))  war eure Religion euch teurer als weltliche Vorteile. Aber heute sind euch eure Vorteile lieber als eure Religion. Ich bin genauso wie ich früher gewesen bin, aber ihr seid uns gegenüber nicht mehr so  treu wie ihr es einmal wart ... Muawiya hat mir einen Vorschlag gemacht, der nicht gerecht ist und der nicht unserem hohen Ziel und unserer Würde entspricht.   Nun sagt es mir, wenn ihr bereit seid auf dem Weg Gottes zu sterben, damit ich mich zum Kampf gegen ihn erhebe und wir ihm mit dem Säbel antworten. Und wenn ihr nach dem weltlichen Leben strebt und am Leben bleiben wollt, dann gebt es bekannt, damit ich seinen Vorschlag annehme und euch zufriedenstelle."

Als der Imam zu Ende gesprochen hatten, klang es von allen Seiten her: „Wir wollen das Leben!"

Hätte Imam Hasan (a) mit einem solchen Heer ohne Kampfmoral  erfolgreich gegen den starken Feind antreten können?

Imam Hasan hatte mit einer revolutionären Bewegung  und einer Kampferklärung und der Bereitstellung des Heeres begonnen und dann im Interesses des Wohles  in einen bedingten Frieden eingewilligt, nachdem die Realität  in der muslimischen  Gesellschaft offensichtlich geworden war.

Es  ist zu beachten, dass der Islam unter besonderen Bedingungen  die Muslime anweist, gegen den Feind zu kämpfen, aber in Fällen, wo der bewaffnete Kampf auf dem Weg zu den Zielen nicht weiterhilft, betrachtet er die friedliche Lösung als besser.  Wir  begegnen im Leben des Propheten des Islams (s) beiden Methoden.  Der Prophet hatte in den Gefechten Badr, Uhud-, Ahzab und Honein zu den Waffen gegriffen und unter anderen Bedingungen wie in Hudaibiya, wo ein Sieg unmöglich war, notgedrungen für den Fortschritt des Islams mit dem Feind einen Friedensvertrag geschlossen.

Imam Hasan (a) kannte alle Seiten des Geschehens besser als jeder andere und erkannte durch seine besondere Weitsicht, dass es im Interesse der islamischen Gesellschaft ist, den Krieg nicht fortzusetzen. Denn weder die Bedingungen außerhalb des Islamischen Reiches noch die Situation im Irak und die Stimmung in seinem Heer waren für ein Gefecht geeignet.

Außenpolitisch gesehen war ein Krieg unter den Muslimen nicht zugunsten der Islamischen Welt. Als die Herrscher des oströmischen Reiches erfuhren, dass  das Heer des Imam Hasan (a) und des Muawiya in den Krieg gegeneinander ziehen, bereiteten sie sich auf einen schweren Angriff auf die  Muslime vor. Hatte jemand wie Imam Hasan (a) , dem es um den Schutz des Islams ging,  eine andere Möglichkeit außer den Frieden mit Muawiya  anzunehmen, auch wenn kurzsichtige Freunde ihm deshalb Vorwürfe machen würden?

Imam Hasan (a) sagte angesichts der Kritik von einigen seiner Anhänger und Freunde: „

„Wehe euch.. Wisst ihr nicht dass ich euer Imam bin und es eure Pflicht ist, mir zu folgen (Wisst ihr denn nicht: )Ich bin gemäß den Worten des  Propheten Gottes (s)  einer der beiden Fürsten der Paradiesjugend?"

Sie sagten: „Ja, doch,  das wissen wir!"

Der Imam: „Wisst ihr nicht dass Chizr (a), als er ein Leck in das Schiff bohrte, die Mauer wieder aufbaute und einen Knaben tötete,  den insgeheimen Zorn des Moses (a) auf sich zog? Dies weil für Moses unklar war, was es für einen Sinn ergab und welche Weisheit dahinter steckte. Unterdessen war es bei dem Allmächtigen Herrn weise und rechtens!"

Auf diese Weise hat Imam Hasan Mudschtaba (a) den Menschen seine Weitsicht und sein Wissen über die göttliche Weisheit veranschaulicht.  Imam Husain wurde nach der Einwilligung in den Friedensvertrag  von jemandem bezichtigt, dass er den Gläubigen  Schmach bereite. Er antwortete: „Ich bereite den Gläubigen keine Schmach, sondern verleihe ihnen Größe, denn als ich sah dass ihr ihnen  (dem Heer des Muawiya)  gegenüber keinen Widerstand leisten könnt, habe ich das Kalifat niedergelegt damit ihr und ich (entgegen dem Willen Muawiyas) erhalten bleiben. Ähnlich wie ein Weiser (wie Chizr) ein Schiff beschädigt, damit es den Besitzern erhalten bleibt. Das müssen auch wir tun, damit wir unter den Feinden und Gegnern am Leben bleiben."

Imam Hasan (a) war der Hüter des Prophetentums und des Imamats und dachte als erstes an die Bemühungen, die sein Großvater der Propheten  (s) auf sich genommen hat und an die Gerechtigkeit, die sein Vater Imam Ali aufgestellt hatte.  Er sah seine Verantowrtung gegenüber Gott und ihnen. Er spürte, dass er durch Annahme des Friedens das Wohl der Islamischen Gemeinde gewährleisten kann.

Aber Muawiya hat nach dem Friedensvertrag keine der Bedingungen die er zugesagt hatte,  eingehalten und verkündet: „Wisset, dass alle Bedingungen und Abmachungen mit Hasan Ibn Ali unter meinen Füßen liegen  und nichts wert sind."

Muawaiya verletzte offenkundig den Friedenspakt  und machte den Schiiten und den treuen Anhängern Imam Alis (a) das Leben sehr schwer.  Er ließ den großen Prophetengefährten Hujr ibn 'Adi al-Kindi  und weitere islamische Persönlichkeiten töten und ließ die Anhänger Imam Alis (a)  foltern und unter Druck setzen.  Angesichts dieser  Ereignissen wurde den Menschen im Irak die wahre Natur der Ummayaden-Kalifen  bewusster. Daher war die Zeit des Friedens unter Imam Hasan (a) eine Zeit  für die Vorbereitung der Muslime  auf den Kampf gegen das verdorbene System der Ummayaden, den  Imam Husain, der Bruder Imam Hasans (a) in die Wege leitete.

Imam Hasan (a) hat während  seines 10jährigen Imamats unter sehr schweren Bedingungen gelebt und war nie in Sicherheit, auch nicht in seinem eigenen Haus. 50 Jahre nach der Hidschra (670 n. Christus)  wurde er aufgrund ein Verschwörung des Muawiya von seiner eigenen Ehefrau (Dschada) vergiftet.

Dieser Imam ruht   auf dem Baqi'-Friedhof  in Medina.

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