Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Freitag, 02 Oktober 2015 10:28

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (37)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (37)
Bevor die  Regierung Imam Ais (a) gewaltsam eine Ende fand, hatte eine Gruppe namens Chawaridsch (Charidschiten) die politische Szene betreten. Aus Unverstand hielten sie sich für die einzigen Muslime, obwohl sie im Grunde keine waren, und exkommunizierten jeden der nicht wie sie dachte aus dem Islam.

  Diese Irregeführten  töteten im Namen des Islams und Dschihad und der Gerechtigkeit unschuldige Menschen darunter auch Frauen und Kinder. Ihre Anfeindung von Recht und Wahrheit  ging so weit, dass einer von ihnen auf  den betenden   Imam Ali (Friede sei mit ihm) im Monat Ramadan in der Moschee einen blutigen Anschlag verübte, der zu seinem Märtyrertod führte.

 

Gemäß geschichtlichen Quellen gehörten den Charidschiten vornehmlich Beduinen an, die einige Jahre vor dem Verscheiden des Propheten (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause)  Muslim geworden waren.  Sie hielten sich nach außen hin streng an die Bestimmungen des Islams, während sie jedoch den wahren Geist dieser Himmelsreligion gar nicht erfasst hatten und ihr Glaube nicht verinnerlicht war.  Sie waren ein anschauliches Beispiel für diejenigen von denen Gott in der Sure Hudschurat, (  49) im Vers 14 sagt:

"Die Wüstenaraber sagen: `Wir glauben.` Sprich: `Ihr glaubt nicht; sagt vielmehr: `Wir haben den Islam angenommen`, und der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen.`"

 

Einmal kam Hurqus Ibn Zuhair vom Stamm der Bani Tamim  in die Moschee.  Viele hielten ihn für einen sehr frommen Mann, was er aber nur dem Anschein nach war.  Hurqus ging hochmütig ohne irgendjemand in der Moschee zu grüßen zum Propheten. Der Prophet (s) aber sah eine Gelegenheit gekommen,  die anderen über das wahre Wesen von Hurqus aufzuklären und fragte ihn: „Hast du, als du dich zu uns geselltest gedacht, dass es keinen besseren unter uns gibt als dich?“  Hurqus antwortete frech: „Ja, genau!“  Dann begann er das Gebetsritual zu verrichten.   Hurqus war es auch, der nach dem Honein-Gefecht bei der Verteilung der Güter, die den Muslimen bei diesem Gefecht in die Hände gefallen waren,   zum Propheten sagte: „O Mohammad! Handle gerecht!“ Er wiederholte diesen Satz sogar dreimal.  Beim ersten und zweiten Mal achtete der Prophet Gottes nicht darauf. Erst  beim dritten Mal gab er ihm eine Antwort, wobei in  seinem Gesicht  Zeichen der Missbilligung erschienen. Er sagte: „Wehe dir!  Wenn ich (der ich der Prophet Gottes bin ) nicht die Gerechtigkeit einhalten sollte, wer soll sie dann einhalten?!“

Der Prophet (s) warnte nach diesem Vorfall seine nächsten Helfer und sagte: „Dieser Person werden Leute folgen, die sich von der Wahrheit abkehren.  Es wird den Anschein haben, dass sie  euch bei der Rezitation aus dem Koran und bei der Verrichtung des Gebetes und der Ausdauer beim Fasten und Beten  übertreffen und euer Gott-Dienen wird gegenüber dem ihrigen wenig sein. Aber ihre Gotterinnerungen und ihr Dienen werden nur auf ihren Zungen sein und keine Wirkung auf ihr Herz haben.  Daher werden sie sich von der Religion trennen, wie ein Pfeil der den Bogen verlässt.“

 

Wegen dem falschen Religionsverständnis einiger unwissender und oberflächlicher Menschen, kam es  schließlich  38 n. der Hidschra, circa 658 n. Christus zu der Entstehung der Charidschiten und diese streitsüchtige Gruppe zog  zu Nahrawan ins Gefecht gegen Imam Ali (a).

                                   

Als Imam Ali (a) auf Drängen des Volkes die Regierung in die Hand nahm, so nur deshalb, weil er als der Vorsteher des Volkes Gerechtigkeit verwirklichen und die Ungerechtigkeit beseitigen wollte, um für das materielle und immaterielle Wohl der Menschen zu sorgen.  Auf dem Weg zu diesem Ziel sah er sich zahlreichen Hindernissen gegenüber.  Eines  war Muawiya. Muawiya  war Gouverneur von Schaam (damaliges Großsyrien) und strebte nach der Herrschaft über die gesamte Islamische Welt.  Er erkannte Imam Ali (a) nicht als Kalifen der Muslime an, sondern betrieb weitgehend Propaganda gegen ihn. Viele naive Leute fielen auf sein listiges Vorgehen herein und er schürte Aufruhr gegen den Imam.

Ein Schweigen  gegenüber den Umtrieben Muawiyahs war für Imam Ali (a) nicht mehr zulässig. Also bekämpfte er ihn und schließlich kam es zu einer bewaffneten Konfrontation zwischen den Kräften Muawiyahs und dem Heer Imam Alis ()a). Dieses Gefecht wurde als Siffin-Schlacht bekannt. Der Krieg zog sich wochenlang in die Länge. Es fehlte nicht mehr viel und den Herrschergelüsten der Ummayyaden wäre bei dieser Konfrontation eine Ende bereitet worden. Aber da lenkte  Muawiyah  mit einer List den Krieg in eine andere Richtung  und rettete  vor dem sicheren Niederlage rettete.

Um die Leute im Heer von Imam Ali (a) zu überlisten, ordnete Muawiyah an, dass seine Heeresleute  Koranseiten auf ihren Lanzen aufspießen.  Daraufhin verkündete er den Kämpfern auf der Seite Imam Alis: „Ihr Muslime: Dieses Buch Gottes entscheidet zwischen uns und euch. Wahrt die Grenzen des Islams und lasst davon ab, die Grenzwächter und Hüter des islamischen Landes zu töten.“   

                                     

Der Imam und einige seiner nahen Getreuen wie Malek Aschtar, Said Ibn Qais  , Amru Ibn Hamiq al Chazai durchblickten sofort die Absicht Muawiyahs. Sie  forderten die Fortsetzung des Gefechtes. Aber einige Stammesführer wie  Aschath Ibn Qais , welcher einen großen Einfluss auf andere Volksstämme im Heer Imam Alis hatte,  verlangten  zusammen mit anderen Leichtgläubigen  den sofortigen Abbruch des Krieges unter dem Argument, dass sich alle der Herrschaft des Korans unterwerfen müssten.  Sie erkannten nicht die List des Muawiyah und  stellten sich noch nicht einmal die Frage, wieso Muawiyah nicht schon zu Beginn vom Koran und von der Verhütung des Blutvergießens unter den Muslimen gesprochen hatte.

Die Liste von Muawiayah schlug an und  ein Teil der Kämpfer Imam Alis (a) setzten den Kalifen der Muslime  unter Druck, damit er einen Schiedsspruch akzeptiert. Dieser Schiedsspruch sollte darin bestehen, dass die Vertreter von beiden Seiten entscheiden, wie der Streit beizulegen ist.

                                     

Imam Ali (a) akzeptierte gezwungenermaßen einen Schiedsspruch und schlug Ibn Abbas als seinen Vertreter vor. Doch die  oberflächlichen und engstirnigen Leuten in seinem Heer wollten Ibn Abbas nicht als Vertreter des Imam anerkennen.  Sie waren für Abu Musa Aschari – ein nach außen hin frommer Mann, der aber falsche Ansichten vertrat. Ali (a) war sich darüber im Klaren, dass das Vorgehen dieser Leute kein gutes Ende nimmt. Daher sagte er über die Leute  Muawiyahs aus Schaam  in seiner Ansprache 238 zum Freitagsgebet:

„…Sie sind grobe, niedrige Leute und Sklaven, Gemeine, die aus allen Richtungen in Schaam versammelt und von jeglichem zusammen gemischtem Pack aufgelesen wurden, und keine  Unterweisung, Bildung oder Lehre erfahren haben …“

 

Imam richtet sich in dergleichen Ansprache wie folgt an die Leute im Irak und sagt:

„Ihr habt doch Kenntnis über das, was Abdullah ibn Qais (Abu Mussa)  gesagt hat: „Das (Gefecht)  ist eine Zwietracht, so schneidet eure Bogensehne durch und steckt eure Säbel  ein“. Wenn er aufrichtig war, dann hat er einen Fehler gemacht, indem er (mit uns) marschierte, ohne dazu gezwungen zu sein, und wenn er gelogen hat, muss er mit Misstrauen betrachtet werden. So schickt Abdullah ibn Abbas zu(dem Vertreter Muawiyahs)  Amr ibn Aas, und lasst die Gelegenheit nicht verloren gehen, helft den Grenzbewohnern des Islams- Seht ihr denn nicht, dass eure Städte (vom Feind)  angegriffen,  damit sie euch vernichten,  und euer Machtzentrum  unter Beschuss genommen wird, um eure Kräfte zu zerstreuen?“

   

Die Unverständigen im Heer Imam Alis (a),  hörten nicht auf seinen guten Rat. Schließlich sahen sie wie der Schiedsspruch ausgefallen war. Abu Mussa Aschari, den sie als ihren Vertreter gewählt hatten, hatte  nämlich erklärt, dass Muawiyah Kalif der Islamischen Welt sein soll und Imam Ali nicht mehr der Kalif ist.  Als die Gruppe derer, die sich von Imam Ali (a) abgewandt hatten - die Charidschiten – davon erfuhren waren sie empört und nun erhoben sie den Ruf:  Nur Gott kann befehlen. Damit wollten sie sich  auf  den Vers 57 der Sure 6 berufen, wo es heißt: „Die Entscheidung liegt nur bei Allah. Er legt die Wahrheit dar, und Er ist der beste Richter."

 

Die Charidschiten verstrickten sich nacheinander in Irrtümer. Durch falsche Deutung dieses Verses  haben sie die Gerechtigkeit suchenden Regierung von Imam Ali abgelehnt und zu ihm gesagt:

„Wir haben uns geirrt und sind reuig. O Ali!  O Ali weil du auch akzeptiert hast, dass es einen Schiedsspruch geben soll, hast du dich auch geirrt.  Also musst  du auch wie wir auf dein Bündnis verzichten und vor dem Volke dich zu deinem Irrtum bekennen und vor Gott bereuen.“

 

Aber  Imam Ali hat in einer Freitagsansprache  die Gläubigen über die irrige Meinung der Charidschiten aufgeklärt und über den Vers 57 der Sure 6 gesagt:

„ Ja dies ist ein wahres Wort, welches man falsch verstehen wollte... Die Entscheidung liegt nur bei Gott! Aber sie (die Charidschiten sagen): nur Gott kann befehlen.“

Und daraufhin begründete er logisch, dass eine Regierung notwendig ist, um  Ordnung zu schaffen und Anarchismus in der Gesellschaft zu beseitigen. Er sagte, dass selbst eine schlechte Regierung besser als gar keine Regierung ist.  

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren