Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Donnerstag, 24 September 2015 04:54

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (36)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (36)
  Im Nahdsch-ul Balagha begegnen wir Stellen,  an denen Imam Ali bestimmte Ereignisse im Voraus ankündigt.  An einigen  seinen Äußerungen erkennen wir, dass er Wissen und Erkenntnisse besaß, die jenseits der üblichen Kenntnisse stehen.  Es war

  Wissen, das nicht durch Erfahrungen erworben oder durch den Verstand  gewonnen werden kann.  Der Imam hat zu verschiedenen Anlässen davon gesprochen, dass er über Geheimnisse der Welt im Bilde ist zum Beispiel sagt er in Chutba 93:

„Fragt mich, bevor ihr mich verliert. Und bei Dem, in Dessen Hand meine Seele ist, ihr könnt mich nicht nach etwas fragen, das zwischen euch und der „Stunde“ (dem Tag der Auferstehung  liegt,…, ohne dass ich euch Kunde geben würde,“…

                                                                            

Wir wollen  einige Voraussagen Imam Alis (a) über die Zukunft anführen.

 

Im Koran ist wiederholt von den Dingen, die im Verborgenen liegen, die Rede: So heißt es in Sure Anam ( 6 ) im  Vers 59 über  Gott:

„Bei Ihm befinden sich die Schlüssel zum Verborgenen; nur Er kennt sie. …“

Und an anderer Stelle (in Sure Hud (11) Vers 49) heißt es:

„ (O Prophet!)  Das ist einer der Berichte von den verborgenen Dingen, die Wir dir offenbaren. Zuvor kanntest du sie nicht, weder du noch dein Volk. …“

Gott hat neben solchen Versen, in denen Er sagt, dass das Wissen über das Verborgene nur bei Ihm ist, aber auch gesagt, dass er von diesem Wissen jemandem  zukommen lässt. Zum Beispiel steht in den Versen 26 und 27 der Sure  Dschinn (72):  „Er ist der Kenner des Verborgenen - Er enthüllt keinem Seine Kenntnis vom Verborgenen ,

„außer allein dem, den Er unter Seinen Gesandten erwählt hat….“

 

Gott hat also den Propheten aus Seinem Wissen über das Verborgene  mitgeteilt und sie können etwas schauen oder etwas sagen, wozu andere nicht in der Lage sind.  Die Propheten sind  also in einige  Geheimnisse der Welt eingeweiht worden und konnten  Aussagen über Verborgenes oder die Zukunft machen. Der Koran zitiert in der Sure 3, Vers 49, Prophet Jesus (gegrüßet sei er), der gesagt hat:  

"und ich verkünde euch, was ihr esset und was ihr in euren Häusern speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid." "

 

 Imam Ali (a) ist ein zuverlässiger Kommentator des Korans. Er  hat mehrere zukünftige Ereignisse angekündigt. Dabei unterstreicht er immer, dass er sein Wissen und seine Erkenntnis vom Propheten (Friede sei ihm und seinem Hause) erworben hat. Zum Beispiel hat er nach dem Dschamal- Gefecht in Basra (Irak) eine Rede gehalten und  Ereignisse vorausgesagt. Da fragte einer seiner Anhänger erstaunt: „Befehlshaber der Gläubigen! Hat Gott dir aus dem Verborgenen Wissen verliehen?“

Da sagte der Imam: „Was ich gesagt habe ist kein verborgenes  sondern  Wissen, was man bei dem Besitzer dieses Wissen erwerben muss.  Das verborgene Wissen ist das Wissen über das Jenseits und dies ist etwas wovon Gott in folgendem Vers spricht:  „Wahrlich, bei Allah allein ist die Kenntnis der Stunde. Er sendet den Regen nieder, und Er weiß, was in den Mutterschößen ist. Und niemand weiß, was er sich morgen zufügen wird, und niemand weiß, in welchem Lande er sterben wird. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.“

Dann erklärt Imam Ali (a) zu diesem Vers 34 (aus der Sure Luqman (31) in der Freitagsansprache 128:

„Daher weiß Allah, Der Erhabene, was in den Mutterschößen ist, männlich oder weiblich, hässlich oder schön, großzügig oder geizig, elend oder glückselig, (Er weiß) wer das Holz (als Brennstoff) für die Hölle sein oder im Paradies die Propheten als Freunde haben wird. Das ist das Wissen um das Verborgene, das niemand weiß außer Allah, und alles außerhalb dessen ist Wissen, das Allah Seinen Propheten gelehrt hat, und der hat es mich gelehrt, und er betete, dass meine Brust es behalten und meine Rippen es umfassen mögen.“

                            

Imam Ali (a) betont,  dass nur Gott allwissend und der einzige ist,  der sein Wissen nicht bei anderen erworben hat. Gottes Wissen umfasst alles, so dass Er die Zahl der Regentropfen und der Sterne kennt. In den Überlieferungen steht, dass Abu Dharr ein besonders naher Helfer des Propheten (s) zusammen mit Ali (a) an einer Stelle vorbei kam, wo sich eine große Zahl von Ameisen befand. Abu Dharr sagte verwundert:  Wie groß ist Gott, dass er die Zahl dieser Ameisen kennt?  Da sagte Imam Ali zu ihm: Sag lieber: wie groß ist Gott, ihr Schöpfer. Denn bei Gott, der dich erschaffen hat! Ich weiß mit Gottes Erlaubnis, wieviel Ameisen es sind, und  kann auch die männlichen von den weiblichen unterscheiden.“

                                            

Die muslimischen Gelehrten, ob Schiiten oder Sunniten  sind gemeinsam der Ansicht, dass Imam Ali (a) mehr als jeder andere  aus den Schätzen der Weisheit und des Wissens des Propheten geschöpft  und bei ihm Wissen und Erkenntnis erworben hat. Imam Ali (a) sagt: „Immer wenn ich den Propheten Gottes (s) etwas fragte, hat er mir eine Antwort gegeben und wenn ich still wurde, hat er selber begonnen, zu sprechen.“

 Imam Ali sagt selber:

„Als  der Prophet Gottes (Segen sei auf ihm) die letzten Augenblicke seines Lebens verbrachte, wollte er mit mir sprechen.  Er teilte mir mit, was nach ihm geschehen wird und er lehrte mich tausend Tore des Wissens, wobei mit jedem Tor tausend weitere sich öffneten. …  so weiß ich jetzt die Zeit des Eintreffens des Todes und der unliebsamen Ereignisse  und bilde mir aufgrund eines Gott gegebenen Wissens ein Urteil.“

 

Wir können Imam Ali (a) als den einzigen in der Geschichte betrachten, der ohne Furcht sagte:

„Befragt mich was ihr möchtet, bevor ihr mich verliert. Denn ich weiß über die Geheimnisse des Himmels mehr als über die Geheimnisse der Erde.“

                        

Die Vorhersagen Imam Alis (a) sind bekannt und es ist viel darüber geschrieben worden. Sie lassen keinen Zweifel darüber übrig, dass der Imam verdeckte Dinge kannte. Vor dem Gefecht mit den streitsüchtigen und irregeführten Charidschiten (Chawaredsch), das  als Nahrawan-Gefecht bekannt wurde, hat er gesagt: „Bei Gott: Nur 10 von ihnen werden am Leben bleiben und von euch werden 10 Personen ihr Leben verlieren.“

Ibn Abu Al Hadid , der sunnitische Kommentator zum Nahdsch-ul Balagha schreibt dazu: „Diese Nachricht über das Verborgene gehört zu den Wundertaten Alis, denn es gibt zwei Arten von Vorhersagen. Die eine davon ist die generelle Vorhersage -  wie wenn jemand sagt: Ihr werdet über diese Gruppe siegen. Auch wenn eine solche Vorhersage zutrifft, ist es noch kein Beweis dafür, dass derjenige, der sie macht, über eine verborgene Wahrheit im Bilde ist. Aber eine präzise und nähere Vorhersage, wie die von Imam Ali über die genaue Zahl der Verluste auf beiden Seiten erfolgt,  zeigt klar seinen Kontakt  zu einer anderen Welt. Eine solche Vorhersage übersteigt die Fähigkeiten des Menschen. Sie  lässt sich nur als Wunder oder Wissen über das Verborgene bezeichnen.“

 

Imam Ali (a) betrieb die gleiche Politik wie der Prophet des Islams (s). Obwohl er die Munafiqin (Heuchler) gut kannte und wusste, dass sie keinen echten Glauben haben, hat er sie nicht wie Nicht-Gläubige behandelt, sondern ist mit ihnen wie mit den Gläubigen umgegangen.

Er hat auch als Richter und bei der Klärung von Gerichtsfällen gemäß den islamischen Regeln der Jurisprudenz ein Urteil gefällt und nicht seine Kenntnisse über Verborgenes herangezogen.  Ali (a)  hat nur dort, wo es das Wohl der Muslime und die Verpflichtung gegenüber Gott notwendig machte, sein Wissen über verborgene Wahrheiten genutzt, und ansonsten  sich nach den üblichen Kenntnissen gerichtet.  Sein Verhalten zu seinem potentiellen Attentäter Ibn Muldscham geht auch auf diese Grundlage zurück.

Als Ibn Muldscham  nach Medina kam um dem Imam den  Treueeid zu schwören, gratulierte er diesem und gelobte ihm seine Treue. Ibn Muldscham sagte: „Ich zeuge dafür, dass du zu Recht  der Befehlshaber der Gläubigen bist,  du bist der Nachfolger des Propheten Gottes (s)  und nach ihm der Erbe seines Wissens ….“ Da  fragte Ali (a) ihn, wie er heißt.

Er antwortete: „Ibn Muldscham.“ Daraufhin sprach  der Imam: „Alles kommt von Gott und kehrt zu ihm zurück.“

(Dieser Vers aus dem Koran wird  gesprochen wenn jemand an den Tod erinnern will) Als Imam Ali sagte, dass  Ibn Muldscham sein Mörder sein wird,  meinten einige: „Warum tötest du ihn nicht? Sollen wir ihn töten?“

Da sagte er: „Nichts ist so verwunderlich wie das was ihr sagt: Es ist mir niemals gestattet, jemanden zu töten,  bevor er ein Verbrechen begangen hat.“

 

Imam Ali (a) zeichnet sich wie die   anderen makellosen Imame  durch seine menschlichen Tugenden aus Wenn er die anderen aufruft, standhaft und geduldig zu sein, geht er selber  als das große Beispiel voran. In seinem Brief an Uthman Ibn Hanif , Befehlshaber in Basra (Irak), fordert er dass die Regierungsbeamten einfach leben müssen, und schreibt: „ Soll ich  mich damit zufrieden geben, dass ich Befehlshaber der Gläubigen bin , ohne die Bitternisse der Zeit mit den anderen zu teilen und  ihnen in den Engpässen des Lebens kein Vorbild zu sein?“

Der Imam hat daher niemals  das Wissen über Verborgenes ausgenutzt, um sich ein bequemes Leben einzurichten oder sich vor Gefahren in Sicherheit zu bringen und er hat sich in das gefügt, was Gott  für ihn wollte.  

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren