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Mittwoch, 16 September 2015 09:48

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (35)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (35)
  Zu den Zielen der Gottgesandten gehörte es, die Menschen auf die Auferstehung und das Schicksal im Jenseits aufmerksam zu machen. 

Die Propheten Gottes haben alle verkündet,  dass es ein Leben nach dem Tod und eine Auferstehung gibt. Dies zeigt wie wichtig und schicksalbestimmend dieser Glaubensgrundsatz ist. Wir möchten kurz betrachten, was Imam Ali (Friede sei mit ihm) uns zu diesem Thema lehrt.

 

Als erstes haben die Gottgesandten zum Glauben an den Einen Gott aufgerufen und als zweites zum Glauben an das Jenseits.  Erst durch den Jenseitsglauben wird nämlich das Ziel der Erschaffung des Menschen erfüllt werden können und werden seine Taten in die richtige Richtung gelenkt. Imam Ali (a) sagt über den Jüngsten Tag in Chutba 195:

 

Wisset, ihr Diener Allahs, dass Er Euch nicht umsonst erschaffen und euch nicht euch selber überlassen hat. …

Ich lege euch Gottesfürchtigkeit ans Herz, ihr Diener Allahs, denn das ist der Zügel und das Lebenselixier , haltet an ihren Sicherheiten fest, und haltet euch an ihre Wahrheiten. Sie wird euch an die Orte der Geborgenheit und angenehmer Lebensführung geleiten, an die Gefilde des Wohlstands, zu den Festungen der Beschirmung, zu den Wohnstätten der Ehre an dem Tage, an dem „die Augen starr blicken werden“, wenn alles herum in Finsternis gehüllt sein wird, und Herden von Kamelen und große Besitztümer vergessen werden, und wenn Israfil auf eine Weise  in die Posaune stößt, dass die Herzen versagen, die Zungen verstummen, die erhabenen Höhen und festen Felsen zerbröckeln …. Es wird (an jenem Tage) keinen Fürsprecher geben, der Fürsprache einlegt, noch einen Freund, der Nutzen bringt, noch eine Entschuldigung, um (das Unheil der Strafe) abzuhalten.“

Der Jenseitsglaube spielt eine wichtige konstruktive Rolle in der Veredlung des Menschen.  Gott hat im Koran wunderbar die schönen Gaben des Paradieses beschrieben, um das Verlangen nach dem Paradies in den Menschen zu erwecken und sie anzuspornen danach zu streben.  Demgegenüber hat er sie vor der Höllenpein  gewarnt. Imam Ali (a)  hat  die Menschen an den Tod und das Jenseits erinnert, damit sie zu sich kommen und sich zum Guten hin ändern.  Er hat mit seinen Beschreibungen auch die großen Gelehrten der Sunniten beeindruckt, so wie den sunnitischen Kommentator zum Nahdsch-ul Balagha,  Ibn Abu al Hadid.

Ali (gegrüßet sei er) sagt er:  

„Beeilt euch Gutes zu tun, bevor euer Leben zu Ende geht, ihr krank oder behindert werdet, oder die Pfeile des Todes auf euch gerichtet sind.  Wie schnell werden die Schatten des Todes mit seinen heftigen Schmerzen und die Finsternisse des Augenblickes des Sterbens und die trunkene Ohnmacht des Todes, das Austreten des Geistes aus dem Leibe und die Dunkelheit beim Verschließen der Augen vor dem Diesseits, und die Bitternis der Erinnerungen euch ereilen….  Es kann sein, dass der Tod plötzlich über euch kommt, und eure Gespräche zum Schweigen bringt, und eure Gemeinschaft verstreut  und eure Zeichen vernichtet und eure Häuser leert …  Ihr solltet euch anstrengen und vorbreiten und einen Proviant für das Jenseits anlegen, wenn ihr im Diesseits lebt. Die irdische Welt soll euch nicht täuschen, so wie sie eure Vorfahren getäuscht hat und Völker in den vergangenen Jahrhunderten täuschten… Diejenigen, die die Welt melkten haben sich im Diesseits in Achtlosigkeit  verstrickt. Sie haben die Gelegenheiten verpasst und haben das Neue in ihr verschlissen, und schließlich wurde der Friedhof zu ihrem Haus  und ihr Vermögen erbte dieser und jener…. „

 Imam Ali warnt  (a) vor der Welt und bezeichnet sie als  Betrüger und sagt:  Sie ist jemand der verschenkt und es wieder zurücknimmt, jemand der kleidet und entblößt. Die Ruhe im Diesseits ist unbeständig, und seine Härten und Missgeschicke hören nicht auf ….“

                                

Das Leben im Diesseits ist ein Korridor, der uns zu dem endgültigen Ziel der Schöpfung führt. Imam Ali (a) hat Mohammad Ibn Abu Bakr, den er zum Gouverneur von Ägypten bestimmte, wichtige Anweisungen gegeben. In seinem Brief an ihn (Brief 27) heißt es:

„Allah Der Erhabene wird euch sicherlich wegen der kleinen und großen, wegen dem Offenkundigen und dem Verdeckten eurer Handlungen zur Rechenschaft ziehen, … Und wenn Er (euch) straft, dann weil ihr schlimmstes Unrecht begangen habt, und wenn Er (euch) verzeiht, dann weil Er der Großzügigste ist.“

 

Der Imam vergleicht das Diesseits mit einem Übungsplatz und das Jenseits mit einem Wettrennen, denn er sagt in der Freitagsansprache 28:

 

 „ Höret! Das Heute ist das Trainingslager und die Vorbereitung, und morgen findet das Rennen statt. Die Trophäe  dafür ist das Paradies, während das letztendliche Ziel (der Verlierenden) das Feuer ist. Ist da niemand, der von seinen Sünden Reue nimmt vor dem Tod?

Höret! Ist da keiner, der (Gutes) für sich tut vor dem Tage seines Unglücks (am Tag des Gerichts)?“

 

Weiter versucht Imam Ali (a)  in dieser Chutba den Menschen klar zu machen, dass Gott sie nicht umsonst erschaffen hat und dass er sich  um das diesseitige und jenseitige Wohl bemühen muss. . Wenn er Gutes tut, wird er mit dem Paradies belohnt und wenn er in Sünden absackt, besteht ihm nichts anderes bevor als die Verdammnis. Daher sagt Imam Ali am Ende seiner Freitagsansprache 28: 

„Solange ihr lebt, ist es noch nicht zu spät. Kommt und bereut eure Fehler und Sünden und um an die Trophäe  dieses Wettbewerbes zu gelangen, schließt euch den Rechtschaffenen an….“

 

Das Paradies ist die Wohnstätte derjenigen, die Rettung fanden und selig wurden. Es ist angefüllt mit allen möglichen Gaben und ein sicherer und schöner Ort , an der es keine Sorgen mehr gibt. Die Hölle aber ist die Bleibe für die Schlechten, es ist ein enger qualvoller Ort.

Imam Ali (a) beschreibt in der Chutba 109 das Paradies wie folgt:

 

 

„ Was die Gehorsamen betrifft, so wird Gott  sie mit Seiner Nähe belohnen und sie ewig in Seinem Hause wohnen lassen, von wo die Bewohner nicht ausziehen werden. Ihr Zustand wird sich nicht ändern, Schrecken wird sie nicht überkommen und Krankheiten werden sie nicht erreichen. Sie werden keinen Gefahren ausgesetzt sein, und sie werden nicht durch Reisen fortgeschickt werden.“

                            

Über die Hölle sagt er weiter in dieser Ansprache:

„Was aber die Ungehorsamen betrifft, so wird Er sie an den schlechtesten Platz bringen, (ihnen) die Hände an die Nacken fesseln, die Stirnlocken mit den Füßen verbinden und sie in Gewänder aus Pech kleiden, die aus Feuer geschnitten wurden, in einer Qual, deren Hitze stark sein wird, und hinter Türen, die ihren Bewohnern verschlossen sind in einem Feuer voller Schreie, Lärm, aufsteigenden Flammen und furchtbarer Stimmen. Seine Insassen werden nicht entkommen, seine Gefangenen nicht ausgelöst und seine Fesseln nicht zerschnitten werden…. Es gibt keine Dauer für (diese) Heimstätte, so dass sie vergehen könnte, noch eine Frist für die Leute, die (jemals) verstreicht.“

Imam Ali warnt: „Wisset dass die zarte Haut des Körpers das Feuer der Hölle nicht ertragen kann. Habt also mit euch selber Erbarmen.  Ihr habt bei irdischen Leiden mit Ähnlichem Bekanntschaft geschlossen…    Habt ihr gesehen, wie schlimm es ist, wenn ein Dorn in euren Körper eindringt  oder ihr gestürzt seid  und euch verletzt habt?  Wie wird es sein, wenn ihr mitten im Feuer neben glühenden Steinen mit Satan zusammen sein werdet?“

                               

Keiner weiß wann seine Todesstunde ist.  Viele haben den Tag gesund begonnen doch hat sie der Tod am Ende des Tages hingerafft.  Deshalb müssen sich die Menschen eigentlich stets auf  die Reise ins Jenseits vorbereiten.  Imam Ali (a) hat gesagt:

„Wie viele gab es am Tagesbeginn, die nicht mehr den Abend erreichten, und wie viele gab es bei Einbruch der Nacht, die beneidet wurden und um die sich am Ende der Nacht die Trauernden   versammelten!“

 

Der Imam macht die Menschen darauf aufmerksam, dass das Leben im Diesseits vorübergehend ist: „Ihr Menschen, die Welt ist eine flüchtige Wohnstätte und das Jenseits ist die ewig Bleibe.  Also bereitet auf dem Durchgang zur ewigen Wohnstätte einen Proviant vor…. Ihr wurdet im Diesseits auf die Probe gestellt und seid für etwas anderes als das Diesseits erschaffen worden. Wer stirbt, über den sagen die Leute: „Was hat er zurückgelassen? Aber die Engel fragen: „Was hat er vorausgeschickt?  Gott erbarme sich eurer Väter! Schickt etwas von eurem Reichtum voraus, damit es bei Gott bewahrt bleibt und lasst nicht alles für die Erben zurück, denn ihr müsst darüber Rechenschaft ablegen.“

Zweifelsohne  ist es sinnvoll aus dem Leben der Vorfahren eine Lehre zu ziehen. Darüber sagt Imam Ali (a):  „Fürwahr! Ihr habt doch die Vorfahren gesehen, die Eigentümer angehäuft haben und sich vor der Armut fürchteten. Sie hatten langfristige Wünsche und wägten sich  in Sicherheit und dachten, der Tod sei noch weit entfernt. Aber ihr habt doch gesehen, wie der Tod über sie kam und sie aus ihrer Heimat vertrieb … Habt ihr nicht gesehen welche  langfristigen Wünsche sie  hegten und feste Paläste sie bauten und wieviel Reichtümer sie anhäuften? Wie kommt es, dass der Friedhof zu ihrem Haus wurde, und ihr Besitz vernichtet und verstreut wurde  und den Erben zufiel und ihre Frauen sich mit anderen vermählten?  Sie können nichts mehr zu ihren guten Taten hinzufügen und können sich nicht mehr reuevoll von (ihren) Sünden abwenden.“

 

Es wird empfohlen, die Gräber der Gläubigen zu besuchen.  Ein solcher Besuch stimmt nachdenklich und erinnert für eine Weile an den Zustand der Verstorbenen und ihr Schicksal. Der Imam sagt darüber in  der Freitagsansprache 221:

 

„Auch wenn ihre Spuren verwischt wurden und die Nachrichten über sie abgebrochen sind,  so sind doch die Blicke zu ihnen zurückgekehrt, um Lehren zu ziehen, die Ohren des Verstandes haben von ihnen gehört und sie haben gesprochen, ohne äußerlich zu sprechen, und sie sagten: „Die schönen Gesichter sind finster und die feingestaltigen Körper sind zerstört worden,… wir haben ein verschlissenes Gewand angezogen, die Enge des Grabes hat uns zerrissen, wir erbten die Einsamkeit, unsere stummen Häuser sind verfallen, die Schönheit unserer Körper wurde ausgetilgt und unsere bekannten Gestalten sind hässlich geworden. Die Einsamkeit in den Wohnstätten unseres Aufenthalts ist lang, und wir finden keine Erleichterung vor der Pein, noch eine Erlösung aus der Enge!“

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