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Mittwoch, 12 August 2015 17:33

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (31)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (31)
    Imam Ali (a)  zu Mohammad Ibn Abu Bakr : „Der Prophet des Islams (Gottes Segen sei auf ihm) hat zu mir gesagt: „Ich fürchte für meine Gemeinschaft [umma] weder einen Gläubigen noch einen Götzendiener,

denn den Gläubigen hält Allah durch seinen festen Glauben (von Schlechtem) ab, und was den Götzendiener betrifft, so  überwältigt Allah ihn wegen  seines Götzendienstes. Aber ich fürchte für euch jeden, der in seinem Herzen ein Heuchler und ein Gelehrter mit der Zunge ist. Er sagt, was ihr billigt, aber er tut, was ihr missbilligt.“

(Brief 27, Nahdschul-Balagha)

 

Heuchelei bedeutet, dass das Äußere des Menschen und sein Inneres nicht übereinstimmen.  Jemand, der Glauben vorheuchelt,  wird im Koran Munafiq genannt. Es ist jemand der vorgibt, Muslim zu sein, aber in Wahrheit keiner ist.  Heuchelei ist ein ethisches Problem. Im Koran beziehen sich die Verse über Nifaq (Heuchelei) meistens auf die Heuchelei der Munafiqin in der Politik und im Gesellschaftsleben.   Bereits in der islamischen Frühzeit hat es ein größeres Lager von Heuchlern gegeben, ebenso gab es sie in der darauffolgenden Geschichte des Islams und dieses Phänomen hat viele aus der Bahn der Rechtleitung gebracht.

Wie nimmt Imam Ali (a) zu der Heuchelei und dem schädlichen Einfluss der Heuchler Stellung?

Das arabische Wort Nifaq für Heuchelei, geht auf das Wort Nafq zurück. Mit Nafq sind unterirdische Tunnel gemeint, die als Unterschlupf  oder als Fluchtweg dienen.

Es gibt eine Reihe von Tieren, wie die Wüstenmaus oder den Fuchs, die zwei Gänge für ihren unterirdischen Bau anlegen.  Einer davon ist ihr Geheimausgang, den sie bei Gefahr benutzen.  Auch die Munafiqin – die Heuchler  ähneln mit ihrem Verhalten diesen Tieren. Durch den einen Eingang treten sie in den Islam ein und durch einen versteckten Ausgang verlassen sie ihn unbemerkt wieder. Ein solcher Munafiq -  Heuchler verbirgt seinen Kufr – seinen Nicht-Glauben, aber er gibt nach außen hin kund, er sei gläubig.  Was er sagt, ist jedoch nicht das, was er denkt und fühlt.  Das deutlichste Zeichen für Nifaq (Heuchelei) ist  den Versen 2 und 3 der Sure Saff (61)zu entnehmen:

„O ihr, die ihr glaubt, warum sagt ihr, was ihr nicht tut?“ „Höchst hassenswert ist es vor Allah, dass ihr sagt, was ihr nicht tut!“

 

Imam Ali sagt über das deutlichste Merkmal der Heuchler:  „Jemand ist am eindeutigsten ein Heuchler,  der zum Gehorsam (Gottes) aufgerufen wird und nicht danach handelt und der die anderen vom Gott-Ungehorsam abhält, aber selber nicht vom Gott-Ungehorsam ablässt.“

                        

Gemäß der Lehre des Korans lassen die Menschen sich hinsichtlich ihres Verhältnisses zur Religion Gottes  in drei Gruppen einteilen: Einige habe die Religion innerlich akzeptiert und zeigen dies auch nach außen hin. Bei dieser Gruppe handelt es sich um die Muminun – die Rechtgläubigen und Gottesfürchtigen. Eine andere Gruppe lehnt die Religion Gottes im Innern ab und gibt dies auch nach außen hin kund, dass sind die Ungläubigen – die Kafir. Eine dritte Gruppe bilden  die Munafiqin – die heimlich im Innern Ungläubige sind,  aber nach außen hin vorgeben, sie seien Gläubige.

 

Ob der Mensch selig oder unselig wird, hängt zweifelsohne von der Wirklichkeit in seinem Innern ab. In den Herzen der  Munafiqin – der Heuchler – wuchert der Unglaube, also gehören sie zu  den Ungläubigen. Sie richten den größten Schaden in der Gesellschaft an, weil sie das Gesicht eines Gläubigen aufsetzen und schwer zu erkennen sind.  Der Koran verheißt ihnen in einigen Versen die schlimmste Bestrafung. Zum Beispiel heißt es in dem Vers 145 der Sure 4:

„Wahrlich, die Heuchler befinden sich auf dem untersten Grund des Höllenfeuers, und du findest für sie keinen Helfer;“

                                                             

Imam Ali lernte schon früh die Heuchelei und den Verrat der Munafiqin kennen.  Während des Tabuk-Gefechtes, bei dem er den Propheten des Islams (Friede sei mit ihm) vertrat, vereitelte er eine ihrer Verschwörungen.  Über die Merkmale der Heuchler hat Imam Ali (a) in der Chutba 194 gesagt:    

 

„Ich rate euch  Vorsicht vor den Heuchlern, denn sie sind dem Irrtum verfallen und führen (ihrerseits andere) irre; sie sind fehlgegangen und veranlassen (ihrerseits andere) zu Fehltritten. Sie wechseln die Farbe und gehen viele verschiedene Wege. Sie haben es mit jedem Mittel und auf allen Wegen auf euch abgesehen (um euch zu täuschen) und  lauern auf euch von jedem Horchposten aus.“

                

Und dann beschreibt der Imam die inneren Krankheiten der Heuchler und ihr zerstörerisches Tun in der Gesellschaft:

„Ihre Herzen sind krank, aber ihre Gesichter sind (äußerlich) rein. Sie handeln heimlich, kriechen wie ein giftiges Reptil schleichend heran und versprühen ihr Gift …. Sie sind eifersüchtig, wenn es den anderen gut geht und schüren Unheil …. Wenn sie (etwas) erbitten, sind sie eindringlich darin, wenn sie tadeln, stellen sie (den Betreffenden) bloß, und wenn sie ein Urteil fällen, übertreiben sie dabei. Sie haben gegen jede Wahrheit eine Unwahrheit vorbereitet, gegen jedes Aufrechte etwas Schiefes, …

Es ist typisch für die Munafiqin, dass sie bestrebt sind, Zweifel zu erzeugen. Sie treten mit  einer schönen Sprache und mit einem guten Äußeren auf, um die Wahrheit zu verdrehen und die Menschen zu verwirren, damit sie nicht mehr Recht von Unrecht unterscheiden können.

Imam Ali (a) sagt hierzu:

„ Wenn sie sprechen, erregen sie Zweifel, und wenn sie (etwas) beschreiben, verdrehen sie die Wahrheit.  Sie erleichtern den Weg zur Unwahrheit, damit die anderen ihn bequem antreten und sich in dessen Windungen verlaufen und es ihnen schwerfällt oder unmöglich wird, in wieder zu verlassen… Sie sind die Partei Satans. Doch hört, die Partei des Satan sind die Verlierenden.“

                                      

Während seiner Regierung hat Imam Ali (a) die Regierungsmethoden des Propheten (s) eingesetzt. Nachdem ihm die Macht überlassen worden war, hat er keinen Augenblick gegenüber Verwaltungsbeamten, die nicht in Ordnung waren, gezögert, und sie sofort aus ihrem Amt entlassen.

Zum Beispiel enthob er furchtlos Muawiya seines Amtes. Dieser weigerte sich zurückzutreten und als keine friedlichen Maßnahmen mehr etwas nützten, hat er gegen ihn ein Gefecht geführt.

Die Regierungsmoral Imam Alis basierte wie das Vorgehen des Propheten Gotts (s) auf Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit. Deshalb  stellte er sich unbeirrt gegen die maßlosen Forderungen von Talha und Zubair.

Imam Ali (a) hat die Heuchler mit dem Hanzal-Baum verglichen, der schöne aussieht,  aber dessen  Früchte bitter sind.

Über den Zerfall der Moral zu jener Zeit und  die Heuchler sagte er:

„Ihr lebt in einer Zeit in der es nur wenige gibt, die die Wahrheit sprechen und keiner ehrlich ist …   die jungen Leute sind hitzköpfig  und die alten sind sündig und ihre Gelehrten sind Heuchler … die Jüngeren schätzen nicht die Älteren und die Wohlhabenden helfen nicht denen unter ihnen, die arm sind.“

Es gab mehrere Munafiqin während des Imamats von Imam Ali. Einer von ihnen war Aschath Ibn Qais. Er  war von dem Volksstamm der Al-Kandi und führte im Heer Imam Alis seinen Stamm an. Aber gegen Ende des Siffin-Gefechtes  hat er heuchlerisch das Heer des Imams von der Fortsetzung des Gefechtes gegen Muawiah abgebracht.  Er rief – angeblich zur Verteidigung von Kufa  und indem er behauptete, Muawiyah wolle den Frieden, die Soldaten Alis zum Rückzug auf.

Aschath  hat dem Anschein nach nicht die Chawaridsch bei der Schlacht von Nahrawan  unterstützt, aber es gibt zahlreiche Anhaltspunkte dafür, dass er bei vielen Fällen des Verrats die Finger im Spiel hatte und nach Zwietracht strebte.

Der sunnitische Rechtsgelehrte und Theologie Ibn Abu Al Hadid ist der Ansicht, dass alle Zwietracht schürenden Umtriebe zur Regierungszeit von Imam Ali von Aschath herrühren und er sagt über ihn: Wenn seine Umtriebe nicht gewesen wären, wäre es nicht zu der Schlacht von Nahrawan gekommen . Ali wäre mit den Leuten von Nahrawan in den Krieg gegen Muawiah gezogen und hätte Schaam (damaliges Syrien) eingenommen, denn sie hatten  dem Imam ihr Einverständnis  erklärt.“

 

Die böswilligen Taten von Aschath waren so schlimm, dass Imam Ali ihn von der Kanzel von Kufa aus einen Heuchler nannte.

 

Abu Mussa Aschari ist eine andere bekannte Person aus den Reihen der Heuchler zur Regierungszeit von Imam Ali (a).

Als es zu dem Dschamal-Gefecht kam, war Abu Mussa der Gouverneur in Kufa (Irak).  Er hätte zur Unterstützung Imam Alis im Gefecht gegen die Vertragsbrüchigen die Bevölkerung mobilisieren müssen. Aber das unterließ er und sagte stattdessen: „Ali ist der Führende und im Recht und der Treuschwur mit ihm ist richtig, aber es ist nicht richtig  gemeinsam mit ihm gegen die zu kämpfen, die das Gebet verrichten.“

Auf diese heuchlerische Weise hielt er die Bevölkerung von Kufa davon zurück, dass sie Ali (a) unterstützen.

Als Imam Ali (a) davon erfuhr, schickte er ihm ein Schreiben und forderte ihn zur Unterstützung auf. Aber Abu Mussa achtete nicht darauf und verhielt sich weiter heuchlerisch so dass der Imam ihn aus seinem Amt entließ.  In dem Schreiben, in dem er die Absetzung von Abu Mussa anordnete, bezeichnete er ihn in Anlehnung an den Koran über das Schicksal derer, die das Weltliche dem Jenseits vorziehen, als  madmum und madhur. Das heißt als getadelt  und verstoßen.  

 

 

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