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Donnerstag, 06 August 2015 01:37

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (30)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (30)
Wir beleuchten den Begriff Taqwa aus der Sicht von Imam Ali.Das Wort Taqwa  kommt oft in den islamischen Textquellen  vor. Taqwa bedeutet:

Selbstbeherrschung, Furcht und:  sich von etwas fernhalten.  Im  Zustand des Taqwas fürchtet der Mensch die göttliche Strafe und enthält sich von dem, was Gott missfällt.  Dieser Zustand, die Gottesfürchtigkeit, entsteht durch das Wissen über Gott.  Wer Gott kennt und weiß, dass er alles Tun sieht, der achtet stets auf sein Verhalten und sogar auf sein Denken und überwacht es.  Er versucht in keiner Angelegenheit gegen  Gottes Anweisung zu verstoßen und ist darum bemüht,  dass zu tun, was Gottes Wohlgefallen auslöst.

Ali (a)hat in seinen kostbaren Worten nichts so sehr empfohlen wie Taqwa.  Aus der Sicht Imam Alis (a) ist Gottesfürchtigkeit   die höchste und wertvollste menschliche Tugend und jeder der im Jenseits selig werden möchte, muss nach dieser Tugend streben. Ali (a)  spricht von dem großen Nutzen der Gottesfürchtigkeit.  In der Freitagsansprache 198 laut Nahdsch-ul balagha nennt  er einige Wirkungen von Taqwa:

„Wahrhaftig, die Gottesfürchtigkeit  ist die Medizin für die Krankheit eurer Herzen, die Sehfähigkeit für die Blindheit eurer Herzen, die Heilung der Krankheiten eurer Körper, die Heilsalbe der Wunden eures Inneren,  die Reinigung vom Schmutz eurer Seelen, …und das Licht für die Schwärze eurer Finsternis (der Unwissenheit). … Wer also sich der Gottesfürchtigkeit hingibt, von dem werden sich die Härten entfernen,  nachdem sie sich ihm genähert haben, die Dinge werden sich für ihn  nach ihrer Bitterkeit versüßen, die Wogen (der Probleme) werden von ihm zerstreut werden, nachdem sie sich aufgetürmt haben, …, die Gnadengeschenke (Allahs) werden sich über ihn ergießen, ….nachdem sie versiegt waren, und der Segen (Allahs) wird über ihn herabregnen, nachdem er nur spärlich geflossen war.“

                         

Bei Steigerung der  Gottesfürchtigkeit  wird der trübe Belag der Ich-Bezogenheit über der Seele des Menschen entfernt und sein wird mit den schönen Merkmalen eines edlen Charakters geschmückt.  Eine wertvolle Auswirkung der Gottesfürchtigkeit  besteht darin, dass der Mensch in der Lage ist, das Recht vom Unrecht und die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden.  Denn jemand, der sich mit der Gottesfürchtigkeit geschmückt hat,  kann besser des Rechtschaffene  von dem Verdorbenen  und Wahrheit  von Unwahrheit unterscheiden.   Wenn Gelüste und Verlangen den Menschen beherrschen und Egoismus und blinder Eifer und Vorurteile ihn erfassen, wird er an der Erkenntnis der Wahrheit gehindert. Deshalb unterstreicht Imam Ali (a): „Fürchtet Gott und sei es auch nur wenig.“ 

Schon eine geringe  Ehrfurcht vor Gott und ein wenig  Reinheit des Herzens reichen für eine Entfaltung der spirituellen Kapazitäten des Menschen.  Gottesfürchtigkeit wandelt den Menschen. Daran besteht kein Zweifel.  Über diesen Wandel sagt Imam Ali (a) in der Freitaggebetsansprache 220:

 

„Er (der Gläubige, der den Weg Gottes geht) erhält seinen Verstand am Leben, und hat  sein (das Schlechte befehlende) Ego getötet, bis sich schließlich diese Anstrengungen auf dem Wege Gottes an seinem Körper zeigen und er schmal wird und seine Grobheit im Charakter  in Feinheit umgekehrt wird und für ihn ein Funken  starken Lichtes erstrahlt und ihm den  Weg verdeutlicht und ihn auf den geraden Weg holt und ihn leitet von einem Tor zu einem anderen bis er das Tor des Wohlergehens erreicht und die ewige Bleibe…   dies ist der Lohn dafür , dass er das Herz richtig eingesetzt  und seinen Herrn zufriedengestellt hat.“

                                              

 Die Gottesfürchtigkeit führt den Menschen aus der Dunkelheit ins Licht und befreit ihn aus Nöten und Engpässen. Wer nach Gottesfürchtigkeit strebt, dem wird Gott helfen, wenn er in Not ist. Im Koran heißt es am Ende des Verses 2 der Sure 65: „…dem, der Allah fürchtet, verschafft Er einen Ausweg“

          

Als der große Prophetengefährte Abu Dharr Ghafari  vom Kalifen Uthman  in die Wüste von  Rabadha verbannt worden war  , sagte Ali (a) bei der Abschiedsbegleitung zu ihm: „Wisse wenn das Leben für einen Diener schwer wird und er gottesfürchtig bleibt, wird Gott für ihn einen Ausweg bereitstellen.  Es sollte dich also nichts mehr anziehen, als das Recht und nichts mehr ängstigen als das Unrecht.“

 

Imam Ali hat die Eigenschaften der Gottesfürchtigen besonders ausführlich in seiner Ansprache 193, die Chutbah Hammam genannt beschrieben. Einer seiner Schüler namens Hammam hatte ihn darum gebeten.  In dieser Chutba zählt Imam Ali (a) über hundert Eigenschaften der Gottesfürchtigen auf. Einige beziehen sich auf ihre Beziehung zu Gott und andere auf die Beziehungen zu den anderen und weitere auf die Beziehung zum Selbst.  Für Imam Ali (a)ist die Beziehung der Gottesfürchtigen die Frucht ihrer Gotterkenntnis . Er sagt darüber in einem weisen Satz:   

 

„Der Schöpfer nimmt in ihren Seelen einen großen Raum ein, und alles außer Ihm ist in ihren Augen klein.“

 

An diesem kurzen aber tiefsinnigen Satz  wird der Grund für viele Tugenden und  Verhaltensweisen der Gottesfürchtigen erkennbar. In ihren Herzen herrscht eine so große Gotterkenntnis und Liebe, dass für die Liebe zu anderen Dingen kein Platz mehr bleibt.  Die schönsten Augenblicke in ihrem Leben sind die Augenblicke, in denen sie sich innerlich zu ihrem Schöpfer zurückziehen und sich mit ihm vertraulich aussprechen. Sie bitten Gott inständig um Vergebung, vertrauen sich ihm an und klopfen an seinem Tor der Allbarmherzigkeit an in der Hoffnung, dass Gott sie vielleicht beachtet.

 

Imam Ali(a) beschreibt an einer anderen Stelle der Chutbah Hammam(193)  die innige Beziehung der Gottesfürchtigen zu ihrem Herrn wie folgt:

„Was die Nächte betrifft, so stellen sie ihre Füße auf, verlesen Teile aus dem Qur´an und rezitieren ihn langsam und besinnlich. Sie machen sich selber traurig damit (um ihrer Sünden willen) und rufen damit die Therapie für ihre Krankheiten herbei. Wenn ihnen ein Vers begegnet, der in ihnen Sehnsucht weckt (nach dem Paradies), dann hoffen sie darauf, und ihre Seelen werden in Sehnsucht danach beflügelt, und sie werden so gewiss,  als hätten sie die Belohnung vor  Augen. Wenn ihnen ein Vers begegnet, der ihnen Furcht einflößt und sie warnt,  wenden sie ihm das Gehör ihrer Herzen auf eine Weise zu,  als ob das Brüllen und Ächzen der Hölle an den Grund ihres Gehörs reicht. Sie beugen sich (im Roku) in ihrer Mitte, breiten (Im Sadschda )ihre Stirn, ihre Hände, ihre Knie und ihre Fußoberseiten auf die Erde aus, dabei erbitten sie von Allah Dem Erhabenen um Befreiung aus dem Feuer.“

 

Danach  spricht  Imam Ali (a)  über die Taten eines Gottesfürchtigen und beschreibt ihn als langmütigen und rechtschaffenen Menschen, dankbar und ehrfürchtig:

Er fährt fort: „Am Abend gilt sein Interesse dem Dank (an Allah), und am Morgen dem Gedenken (an Ihn). Er verbringt die Nacht in Wachsamkeit und Furcht und erlebt den Morgen mit Freude. (Er ist) In Sorge, dass er nicht wachsam genug gegenüber der Nachlässigkeit war, und in Freude für das, was ihm an Huld und Barmherzigkeit zuteilwurde.“

                

Imam Ali (a) bespricht auch die  Beziehung des Gottesfürchtigen zu den anderen. Die Gottesfürchtigkeit, von der der Imam spricht, erlaubt  keine Absonderung von der Gesellschaft. Die Gottesfürchtigkeit, die er meint, muss in den Beziehungen zu den anderen Ausdruck finden.  Die Erfüllung der ersten Bedingung für  Gottesfürchtigkeit, nämlich die Erfüllung der religiösen Pflichten wie das Beten genügt noch nicht.    An mehreren Stellen in seiner Chutba 193  sagt der Imam, dass  jene gottesfürchtig sind,  vor denen die anderen sicher sein können, die sich im Zorn beherrschen, nichts Hässliches sagen und sich freundlich verhalten.

Er sagt über den Gottesfürchtigen:… „seine negativen Seiten sind verborgen, seine positiven Eigenschaften sind gegenwärtig.“

Gemäß Imam Ali verhalten sich die Gottesfürchtigen zu  allen rechtschaffen  und tun niemandem etwas zu leide. Der Imam betont, dass ein Gottesfürchtiger seine Zunge im Zaum hält und nur Gutes und wohlüberlegt spricht und nicht zu viel redet..

Wenn er schweigt, ist es nicht aus Schwäche sondern es liegt daran, dass er nachdenkt und zum richtigen Zeitpunkt das richtige sagt und vernünftig redet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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