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Donnerstag, 23 Juli 2015 02:11

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (28)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (28)
   Imam Ali (a) zeichnet sich durch hohe   menschliche Eigenschaften aus.  

Sein Vorbild ist der Prophet mit seiner einmaligen Persönlichkeit gewesen. Der Glaube an Gott und die Offenbarungen haben aus Ali (a) jemanden werden lassen, der beim Propheten hoch in Ehren stand.  Aisha, Gemahlin des Propheten,  hat über Ali (a) gesagt: „Gott hat niemanden so sehr  beim Propheten beliebt sein lassen, wie Ali.“

                                         

In dem Verständnis Imam Alis (a) vom Menschen und seiner Würde und Stellung spiegeln sich der Inhalt der Koranverse und der Lehren des Propheten wieder. Gott spricht im Koran zu uns über die Größe des Menschen.  Im Rahmen der Geschichte über die Erschaffung des Menschen kündigt Gott den Engeln laut Vers 30, Sure 2 an, dass Er den Menschen auf der Erde als Statthalter einsetzen wird. Darüber wundern sich die Engel, doch nachdem sie über die Fähigkeiten des Menschen erfahren, wird ihnen dessen Überlegenheit bewusst. Daher weist Gott die Engel, wie es weiter im Koran heißt, an, sich wegen der Größe und Würde, die Er dem Menschen verliehen hat, vor Adam niederzuwerfen.

Ali (a) sagt darüber gemäß  Nahdsch-ul Balagha, erste Freitagsgebetsanspache :

„Allah forderte die Engel dazu auf, Seine Verheißung und die Verpflichtung, die Er ihnen auferlegt hatte, einzulösen, indem sie Ihm durch die Niederwerfung vor Adam Gehorsam erwiesen, sich unterwarfen und  seine  ehrenvollen Stellung achteten…“

Gott hat mit diesem Befehl seine Engel auf die Probe gestellt. Sie alle verbeugten sich. Aber der Dschinn Iblis, der unter den Engeln war, verbeugte sich nicht.  Aufgrund seiner Hochmütigkeit hat er  die hohe Stellung des Menschen nicht anerkannt und nicht den Befehl des Herrn befolgt.

                       

Der Mensch ist die Krönung der Schöpfung. ImamAli (a) sagt über dieses Meisterwerk in obiger ersten Chutba: „… Dann hauchte Er dem irdenen Körper des Menschen  von Seinem Geist ein, bis er die Gestalt eines Menschen annahm mit Intellekt und Gedanken… damit er zwischen dem Wahren und dem Falschen unterscheidet, …“

Der Grund dafür, dass der Mensch über die anderen Wesen, auch über die Engel zu stehen kommt, sind in Wahrheit sein Verstand und sein Denken. Diese Vorzüge wurden keinem anderen Geschöpf gegeben. Mit Hilfe von Verstand und Denken kann der Mensch das Gute vom Bösen unterscheiden. Wegen der Erschaffung des Menschen hat Gott sich als Ahsanul Chaleqin – den besten Erschaffer bezeichnet. Dies hat er nur im Zusammenhang mit der Erschaffung des Menschen gesagt. In der Sure Muminun (die Gläubigen, Sure 23)  steht über die Erschaffung des Menschen aus Lehm geschrieben und über die Entwicklung des Embryos zu einem vollständigen Menschen und anschließend spricht Gott: „So sei denn Allah gepriesen, der beste Schöpfer.“

 

Die göttlichen Segensgaben sind für alle da. Gott hat für die Menschengeschöpfe großzügig Segensgaben bereitgestellt. Im Koran heißt es im Vers 70 der Sure Isra (Sure 17): „Wir haben die Kinder Adams geehrt … und sie ausgezeichnet...“

Alle Menschen sind vom Wesen her geehrt worden und wegen ihres Menschseins genießen sie eine hohe Stellung. Es gibt jedoch noch eine weitere Form der Größe, welche der Mensch durch eigene Anstrengung aufgrund eigenen Willens erreichen kann.  Eine solche Größe erreicht ein Mensch der sich um die Befreiung seiner Seele von moralisch Hässlichem bemüht und bestrebt ist, sie mit menschenwürdigen Tugenden zu schmücken. Imam Ali (a)  sagt dazu in einem langen Brief an seinen Sohn, Imam Hasan (a):  (Brief 31)

„Ehre deine Seele, indem du von jeglichem Niedrigen fern bleibst, auch wenn es dich zu dem verhelfen würde, was Gegenstand deines Wunsches ist, denn du wirst nichts im Austausch dafür bekommen, was du von deiner Seele weggegeben hast.“

 

Wir sehen überall im Nahdsch-ul Balagha wie Imam Ali (a) die Größe des Menschen veranschaulicht, indem er die Grundsätze der Menschlichkeit wie Gleichstellung, Gerechtigkeit, Freiheit und Wahrung der Selbstachtung unterbreitet und auf diese Weise die Muslime  zur Verwirklichung und Wahrung des Edelmutes und zum Kontakt mit großen Menschen anregt. In seinem Schreiben 53 weist er Malek Aschtar, den er zum Gouverneur von Ägypten wählt, an, mit würdigen Menschen zusammenzuarbeiten: Dort heißt es:

„Dann halte (auch) Kontakt mit den Edlen, mit denen aus rechtschaffenen Häusern und gutem früherem Lebenswandel, wie die  Unerschrockenen und Mutigen, die Freigiebigen und Großmütigen, denn sie haben den Edelmut und das Gute in sich vereint. …“

  

Die Würde des Menschen ist eine Kostbarkeit, die unter keinen Umständen verletzt werden darf.  Einige hässliche Taten schaden ihr jedoch. Zum Beispiel Unterwürfigkeit. Unterwürfigkeit steht im krassen Widerspruch zu der Selbstachtung. Unterwürfigkeit gegenüber Herrschern macht diese stolz. Sie macht es schwierig, die Wahrheit zu sagen und das Rechte zu fordern. Imam Ali hat daher  in seinem Regierungssystem  seine Befehlshaber und Gouverneure wie folgt gemahnt:  „Gewöhne den Leuten,  die dir nahestehen, an,  dich nicht  zu preisen, und dass sie dich nicht fälschlicherweise für etwas loben, was du nicht getan hast.“ (s. auch Brief 53)

 

Als Imam Ali (a) in das Siffin-Gefecht zog, durchquerte er zusammen mit seinen Gefährten die Stadt Anbar. Die Bauern in dieser Stadt eilten zur Begrüßung herbei und liefen Imam Ali (a) gemäß einem ihrer alten Bräuche   vorweg. Der geehrte Imam fragte sie nach dem Grund und sie antworteten: „Auf diese Weise ehren wir unsere Befehlshaber.“ Doch Imam Ali (a) bat sie, dies zu unterlassen. Er sagte: „Bei Gott, eure Befehlshaber haben nichts davon gehabt, während ihr euch  im Diesseits abgemüht habt und es euch im Jenseits  schlecht ergeht.“    

                                      

Materielle Ziele sind  eine Gefahr für die Würde des Menschen. Imam Ali (a) empfiehlt seinen Regierungsbeamten niemals bei der Einforderung von Steuern mit Gewalt gegen einen Menschen vorzugehen, ob er Muslim ist oder nicht. Er weist sie an, die Unverletzbarkeit und Privatsphäre aller zu achten.

Ein wichtiger Grundsatz zur Wahrung der menschlichen Würde ist zudem die Gleichstellung aller als Menschen. Alle sind als Menschen zu achten und müssen vor dem Gesetz gleichgestellt sein.  Imam Ali (a) hebt die Gleichheit aller Mitglieder der Gesellschaft hervor und lehnt ausdrücklich die Benachteiligung von irgendeinem  von ihnen ab.  Die ernsthafte Betonung dieses Grundsatzes hatte in einigen Fällen zur Folge, dass Leute, die nach eigenen Vorteilen strebten, sich von ihm abwandten.

 

Fudhail Ibn Dscha´d , ein Gefährte ImamAlis (a)sagt hierzu: „Einer der wichtigsten Gründe dafür, dass einige der Vornehmen von der  Unterstützung Imam Alis gegenüber Muawiya abließen, waren materielle  Dinge.  Denn Imam Ali (a) war nicht der Ansicht, dass Aristokraten besser sind als Nicht-Aristokraten und Araber über Nicht-Arabern zu stehen kämen. Er behandelte die Oberhäupter und Vornehmen der Volksstämme nicht so wie die Könige es tun. Imam Ali (a)  versuchte nicht, jemanden durch Geschenke und Gelder auf seine Seite zu ziehen, während Muawiya genau das Gegenteil tat. Deshalb haben sich einige von Ali (a) abgewandt und sind zu Muawiya übergelaufen.“ 

                        

Im Islam ist  die Achtung von Würde und Wert des Menschen ein wichtiges Grundprinzip und  keiner darf, aus welchem Grund auch immer, dagegen verstoßen.  Dies trifft auch für die religiösen Minderheiten zu.  In den Verträgen, die Imam Ali (a) mit den religiösen nichtmuslimischen  Minderheiten schloss, wurden die moralischen Werte und Größe des Menschen hervorgehoben. Sein Vertrag mit den Zarathustriern gibt deutlich seine Güte und Toleranz wieder. Dieser Vertrag wurde im heiligen Monat Radschab, 39 nach der Hidschra,  (circa 659 n. Christus)  aufgesetzt. Imam Husain (a), Sohn des Imam Ali (a) hat ihn mit der Hand geschrieben. In ihm wird für das Leben, den Besitz, den Schutz der Angehörigen und der Ehre der Zarathustrier und für ihre Religionsfreiheit garantiert.  Außerdem werden ihnen die allgemeine Amnestie und die Gerichtsbarkeit aufgrund ihrer eigenen Gesetze zugesichert. Es wird  betont, dass die Beamten der Regierung von Ali mit ihnen gütig umgehen müssen. 

In einem Vertrag, den Imam Ali (a) ein Jahr später mit den Christen schloss, zeichnen sich deutlich die Wertmaßstäbe dieses großartigen Imams ab. In diesem Vertrag werden den Christen einerseits die Garantie für die  Sicherheit ihres Lebens, Besitzes und ihres Ansehens gegeben, welche das Rechte auf ihre  religiösen Gottesdienste mit einschloss.   Außerdem wurden die Militärkosten und die Kopfsteuer Dschizya gesenkt.  Zudem wurde vertraglich die Achtung der religiösen christlichen Oberhäupter ebenso hervorgehoben wie das Verbot Kirchen zu beschädigen oder einen  Vertragsverstoß zu begehen.  

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