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Donnerstag, 16 Juli 2015 02:03

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (26)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (26)
Wir lassen in diesem Teil Imam Ali (a) über die Rechtleitung und die Verirrung des Menschen zu Wort kommen. 

 

Letztes Mal ging es um die Wegweisung zum Glück und ihre Mittel. Zweifelsohne lieben alle Menschen das Glück und streben danach.  Aber vieles was die Menschen tun,  steht im Gegensatz zu diesem natürlichen Verlangen, weil sie so mit dem alltäglichen Leben beschäftigt sind, dass sie ihre hohen Ziele vergessen und sich Unglück einhandeln.  Sie verlaufen sich auf Abwege. Anstatt dass sie ihr kostbarstes Kapital nämlich ihr Leben auf dem Weg der Rechtschaffenheit und des wahren Glücks einsetzen, vergeuden sie es auf dem Weg für Irrglauben und  Unglückseliges.

Doch wir sollten Imam Ali (s)  weise Worte zu diesem Thema betrachten.

                              

Der Mensch strebt von Natur aus nach der Vollkommenheit. Innere Kräfte wie der Wunsch nach der Wahrheit und dem Drang zur Anbetung Gottes führen ihn auf diesen Weg.  Aber in der Natur des Menschen gibt es neben diesen Neigungen auch Triebe und andere Tendenzen, wie Lust und Zorn, die ihn zu bestimmten Verhaltensweisen veranlassen bzw. verleiten.  Die Triebe des Menschen unterstützen den Menschen bei seiner Entfaltung, doch wenn er sie überbewertet, bringen sie ihn aus dem Gleichgewicht und locken ihn auf Abwege. Das einzige was das Verlangen des Egos zügeln kann ist in den Augen Imam Alis die Gottesfürchtigkeit.  Imam Ali (a) sagt über diese Eigenschaft, die den Menschen vor dem Irrweg bewahrt:

In Chutba 83:

„Ich lege (euch) Ehrfurcht vor Allah ans Herz, der euch durch Seine Warnung keine Ausrede mehr ließ und mit klaren Argumenten den Beweis vollendet hat.  Er warnte euch vor einem Gegner, der heimlich die Herzen durchdrungen hat, jener speit geheime Einflüsterungen in die Ohren und leitet irre und bringt zu Fall… Er verharmlost selbst schlimmste Todsünden, damit er seine Anhänger hinters Licht führt bis er das Tor zum Glück für sie verschließt…“

Imam (a) sagt außerdem  über die Zügelung des eigenwilligen Egos:

„Der Mensch muss sein aufrührerisches Ego zügeln und  in den Griff  bekommen. Er muss  es von  Sünden abhalten und es am Zügel  in die Richtung des Gott-Gehorsams ziehen.“

(Chutba 237)

Satan setzt jede List und Tücke ein, um den Menschen in die Irre zu führen.  Er kann sich jedem nähern, indem er bei seiner schwachen Stelle ansetzt; zum Beispiel bei einer Eigenschaft, die viele aufweisen: dem Stolz.  Stolz   war der wichtigste Grund weshalb Satan aus dem Paradies vertrieben wurde und Stolz ist eine negative Eigenschaft des Menschen, durch die Satan ihn ins Elend zu stürzen versucht.

In diesem Zusammenhang unterstreicht Imam Ali eine wichtige Wahrheit und sagt:

„….. Daher ist Allahs  Feind  dieser Anführer der fanatischen Eiferer und der Vorläufer der Arroganten, der das Fundament des Fanatismus errichtete, …er legte das Kleid der Anmaßung an und entledigte sich des Schleiers der Demut.

Seht ihr nicht, wie Allah ihn wegen seines Hochmuts herabsetzte und ihn wegen seines Dünkels erniedrigte? So machte Er ihn zu einem Vertriebenen im Diesseits und bereitete ihm im Jenseits ein brennendes Feuer.“

(Chutaba 192)

Imam Ali warnt die Menschen:

„So seid vor dem Feinde Allahs auf der Hut, ihr Diener Allahs, auf dass er euch nicht anstecke mit seiner Krankheit , nämlich dem Hochmut.“

                     

Satan ist ein verschworener Feind des Menschen. Er hat bei der Größe Gottes geschworen, die Menschen zu verleiten und sie vom Weg Gottes abzuhalten.   Dennoch hat Satan keine Gewalt über den Menschen.  Er kann ihn nur versuchen zu verleiten und das schlechte Handeln schön darstellen und den Menschen das Sündigen attraktiv machen. Satan sagt über sein Vorgehen: Ich wollte die Menschen dazu bringen dass sie sündigen, indem ich sie in Versuchung bringe, aber dann habe ich gesehen, dass sie durch reuevolle Umkehr und Bitte um Vergebung meine Mühen zunichtemachen. Darum habe ich einen andren Weg gewählt und habe sie mir durch ihre egoistischen Vorlieben unterworfen. Dabei bin ich so raffiniert vorgegangen, dass sie meinten,  rechtgeleitet zu sein und den geraden Weg zu gehen, und daher nicht mehr an Reue und Bitte um Vergebung dachten. Deshalb hat der Prophet des Islams (Friede sei mit ihm und seinem Hause.) gesagt: `Dein größter Feind ist dein Ego, welches zwischen deinen beiden Flanken liegt.`“

 

Satan dringt also über die egoistischen Wünsche in den Menschen ein und lässt hässliches und schlechtes Tun für den Menschen in schönem Licht  erscheinen, so dass er daran festhält.  Imam Ali (a) der den Weg des Propheten  (s)  fortgesetzt hat, über die Gefahr Satans wie folgt gesagt, um die Menschen bewusst zu machen:

„Bildet eine Front gegenüber Satan, welcher ein Räuber auf dem Weg des Menschen ist, und zieht mit aller eurer Rüstung gegen ihn in den Krieg. Wenn ihr dies tut, dann wird eure Seele geläutert und ihr werdet höhere Stufen erreichen.“

Imam Ali warnt vor dem Hochmut und bezeichnet die Bescheidenheit als Waffe gegen Satan:

„Nehmt die Bescheidenheit als Waffe zwischen euch und eurem Feind Iblis und seiner Streitmacht.“

                             

Rechtschaffene Gelehrte bringen die Gesellschaft in die Bahn der Vervollkommnung und Weiterentwicklung, aber falsche Gelehrte steuern sie auf den Weg der Abweichungen.

Imam Ali (a) sieht in zwei Gruppen die größten Feinde der Menschen: Die eine Gruppe sind diejenigen, die selber auf dem Irrweg sind und die anderen in die Irre führen und die zweite  diejenigen, die sich als Gelehrte und Religionskenner vorstellen und als Richter auftreten, aber dieses Amt nicht verdienen und falsche Urteile herausgeben.

Über die ersteren sagt Imam Ali (a) : „(Er ist) jemand, den Gott sich selber überlässt und der weit  vom rechten Weg abgeraten ist,… er beschert denjenigen, die ihn lieben Zwietracht und Irrtum.  Er hat  den Weg der  Wegweisung der großen Leitbilder aus den Augen verloren und führt seine Anhänger und kommende Generationen in die Irre.  Die Sündenlast der anderen lädt er sich auf zusätzlich zu dem Übel auf, das er sich durch seine eigene hässlichen Taten und Eigenschaften eingehandelt hat.“

Wenn also solche Leute die Lenkung einer Gesellschaft übernehmen, werden sie mit Gewissheit diese Gesellschaft vom Weg der Rechtleitung abbringen.

Über jemanden, der  zu der zweiten Gruppe von Leuten zählt, sagt er:

„Er nennt sich Gelehrter, obwohl er keiner ist. Er hat eine Serie von Unkenntnissen von einer Schar von Unwissenden übernommen und irreführende Dingen von Irregeleiteten erlernt … Er passt den Koran seinen eigenen Wünschen an und interpretiert Recht und Wahrheit gemäß den Wünschen seines Herzens … Er behauptet, sich vor Skepsis zu hüten, obwohl er abgetaucht  ist in sie. Er sagt, er hält sich von Ketzereien fern, während er darin versank. Sein Äußeres ist das Äußere eines Menschen und sein Herz das Herz eines Tieres. Er kennt den Weg der Rechtleitung nicht, so dass er ihn gehen würde und er erkennt den falschen Weg nicht, so dass es ihn davon abhielte, ihn zu gehen.  Er ist also ein Toter unter den Lebendigen.“

                           

Die politischen Führer der Gesellschaft haben erheblichen Einfluss auf die allgemeine Kultur und Moral und Imam Ali (a) hat gesagt: „Das Volk ähnelt seinen Staatsmännern mehr als seinen Vätern“ oder auch:  „Das Volk  hat die Religion seiner Regenten.“   Daher verwirft Ali (aleihe salam) die Befolgung von schlechten unwürdigen Herrschern. Er sieht in ihnen Urheber des Gott-Ungehorsams und der Sünde. Für ihn sind sie  ein Werkzeug Satans, durch die er die Menschen auf den Irrweg führt. Satan greift durch ihre Macht die Menschen an und spricht über sie zum Volk  und richtet durch sie seine Speerspitzen der Irreführung auf die Menschen   und zertrampelt ihre Spiritualität.  Imam Ali sieht eine Gesellschaft voraus, die von Unterdrückern und Übeltätern  angeführt wird, und  Muslime auf Abwege führen:

In der Predigt 108 sagt er:

„Bei all dem hat das Falsche sich breit gemacht, und die Unwissenheit hat ihre Reittiere bestiegen. Die Tyrannei ist riesig  und der Ruf (zur Wahrheit) ist klein und kaum vernehmbar geworden. Die Zeit hat (uns) angefallen wie ein reißendes Tier, und die Falschheit hat, nachdem sie unterdrückt wurde, (ihre Botschaft des Falschen) laut herausgeschrien wie ein Kamel. Die Menschen sind Brüder im (Begehen von) Sünden geworden, sie haben die Religion vergessen, sie lieben sich in der Lüge, und sie hassen sich im Hinblick auf Aufrichtigkeit. …. Die Aufrichtigkeit wird untergehen, die Lüge Überhand nehmen, Liebe wird durch die Zunge (heuchlerisch) praktiziert, während die Leute im Herzen miteinander zanken. Lasterhaftigkeit wird zur (Ursache) der Abstammung, Züchtigkeit eine Seltenheit, und der Islam wird getragen, wie wenn man ein Fell von der falschen Seite übergestülpt hat.“

 

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