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Samstag, 11 Juli 2015 01:36

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (25)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (25)
  Es wird in diesem Teil darum gehen, wie Imam Ali (a) die Rechtleitung der Menschen sieht.  Er hat gesagt:          "Die Wegweisung  des Menschen gehört untrennbar zu seiner Schöpfung."

 

 Im Koran steht im Vers 50 der Sure Taha (20): Er (Moses) sagte: "Unser Herr ist der, der jedem Geschöpf seine eigene Schöpfungsart verlieh und ihm seinen Weg wies."

Gott hat dem Menschen nach dessen Erschaffung alle Mittel zur Rechtleitung zur Verfügung gestellt. Er hat ihm die Wege und die Hindernisse der Rechtleitung gezeigt. Alle Geschöpfe werden durch ihre Erschaffung auf einen spezifischen Weg gelenkt. Diese ist die schöpfungsbedingte Lenkung (Hidayat-i Takwini). Aber dem Menschen wird zusätzlich auch durch die Gebote Gottes (Scharia) eine religionsgesetzliche Wegweisung (Hidayat-i Taschri`i) mitgegeben. Diese Anleitung wird von den Gottgesandten gelehrt und in den Himmelsbüchern offenbart.

Imam Ali (a) macht auf  beide Formen der Wegweisung aufmerksam.  Er beschreibt  die Entwicklung des Menschen im Mutterleib als eines der schönsten Beispiele für die schöpfungsbedingte Lenkung.  Seine Worte in der Freitaggebetsansprache 163 regen zum Nachdenken an:

„O Mensch! ! … Du bewegtest dich im Leib deiner Mutter hin- und her als ein Embryo, warst weder in der Lage, auf einen Ruf zu antworten, noch konntest du einen Laut verstehen. Dann wurdest du aus deiner Bleibe  herausgebracht in ein Reich, das du noch nie gesehen hattest, und dessen Mittel, davon zu profitieren, du nicht kanntest, noch das, was dich dazu führte, die Nahrung aus der Brust deiner Mutter zu ziehen, noch was dich bei einem Bedürfnis den Ort deines Bedarfs oder dessen, was du erzielen wolltest, wissen ließ…“

Imam Ali (a) bringt noch weitere Beispiele für die in der Schöpfung beinhaltete Lenkung der Geschöpfe. Er  erklärt  seine Verwunderung über die abwegigen Ansichten der Gottesleugner und warnt sie vor den Folgen: „Wehe denen, die den Erschaffer und Lenker der Welt leugnen. Sie haben keine Beweise für ihr Leugnen und was sie sagen entbehrt jeder Grundlage.“

 

In der  Nawwabat – der Aussendung von Propheten durch Gott – kommt besonders deutlich die göttliche Wegweisung zum Ausdruck.  Diese Lenkung wurde dem Menschen nie vorenthalten. Imam Ali sagt über die Propheten laut Freitagsansprache 1 im Nahdschul-Balagha:

 

….Allah, Der Erhabene, hat Seine Schöpfung niemals ohne einen gesandten Propheten gelassen oder ohne ein herabgesandtes Buch, einen verpflichtenden Beweis  oder einen aufrechten Weg.

Gesandte, die weder ihre geringe Zahl beeinträchtigt, noch die Vielzahl ihrer Leugner; unter ihnen gab es entweder einen Vorgänger, der denjenigen benannte, der nach ihm kam, oder einen Nachkommen, der denjenigen, der ihm vorausgegangen war, bekannt machte. So vergingen Jahrhunderte ….“

…bis Allah, Der Erhabene, Muhammad, den Gesandten Allahs, berief, Allah segne ihn und seine Familie , auf dass er Seine Verheißung erfülle und das Prophetentum vollende… Er leitete sie recht durch ihn (Muhammad, s.) aus dem Irrtum (heraus) und rettete sie durch ihn vor der Unwissenheit.“

 

Ali (a) würdigt den Propheten (s) wegen seiner unermüdlichen Bemühungen um Rechtleitung der Menschen. Er ruft dazu auf, dem Propheten zu folgen und seine Wegweisung zu nutzen, weil sie die beste aller Wegweisungen ist (siehe Freitagsansprache 110). 

                               

Der Islam ist die letzte und vollendete Religion Gottes und legt alle Konzepte und Lehren, welche der Mensch für seine Lenkung braucht, vor. In der Ansprache 152 sagt Imam Ali über den edlen Islam:

„….Er enthält Blumenwiesen der Gnadengeschenke und Lichter für die Finsternissen. Die (Türen zu) guten Dingen können nur durch Seinen Schlüssel geöffnet werden, …“

 

Und in der Ansprache 198  verweist er klar darauf, dass Gott den Islam zur einzigen wahren Religion erklärt,  mit deren Lehre und Rechtmäßigkeit sich keine andere Lehre messen kann. Er erklärt, dass der Islam nicht zugrunde gehen kann und daher seine Gebote und Lehren ewig gelten.  Darüber sagt er in dieser Chutba:

…Dann legte  Er ihn (den Islam) so fest, dass Sein Band nicht zerreißen  kann, Seine Glieder sich nicht trennen …, seine Stützpfosten nicht verfallen können, sein Baum nicht entwurzelt werden und seine Zeit nicht enden kann, seine Gesetze nicht zerrinnen können,… „

Angesichts dieser weisen Worte des Imam wird erkennbar wie schwach die Ansichten derjenigen sind, die behaupten, die Gebote und Lehren der himmlischen Religionen darunter des Islams würden der Vergangenheit angehören.  Solche Leute sind nicht über die islamischen Lehren im Bilde.  Sie übergehen die Tatsache, dass die Grundlagen des menschlichen Wesens der Menschlichkeit  fest und unveränderlich bleiben.  Die Gebote des Islams und seine Lehre bauen auf der natürlichen Veranlagung des Menschen (Fitra) auf und diese Fitra ist beständig. Sie wird nicht hinfällig und ist nicht auf einen bestimmten Geschichtsabschnitt beschränkt.  Wenn sich zum Beispiel im Laufe der Zeit bei Handelsgeschäften die Güter und die Methoden ändern, so bleiben doch die moralischen und menschlichen Grundsätze bestehen. Zum Beispiel galt und gilt allgemein ein Geschäftsbetrug  unabhängig von Ort und Zeit, immer als etwas Hässliches.

 

Die Ahl-e Bait des Propheten – die Edlen aus seiner Familie – sind von besonderer Bedeutung für die Rechtleitung der Menschen. In dem Vers 33 der Sure Ahzab (33) erklärt Gott sie für makellos.  (daher auch die Bezeichnung Tathir-(Reinheits-) Vers für diese Stelle im Koran).  So kommt es, dass der Prophet des Islams (s) in dem berühmten Hadith Thaqalain (über die zwei Gewichtigen) , die Reinen aus seinem Hause zusammen mit den Koran als seine beiden kostbaren Hinterlassenschaften vorstellt.

Der Prophet hat in seinem Safina-Hadith seine Ahl-e Bait mit der Arche Noahs verglichen. Genauso wie die Gläubigen das Schiff des Noahs bestiegen und Rettung vor der großen Sturmflut fanden, werden die Menschen an Bord des Schiffes der Rechtleitung durch das Prophetenhaus aus der Finsternis und dem Irrtum befreit werden.  Dieses Schiff wird seine Insassen durch Stürme und Wellenberge hindurch ans sichere Ufer tragen.  Imam Ali (a)hat die Reinen aus dem Hause des Propheten als Banner der Wegweisung bezeichnet und gesagt, dass die Gläubigen ihre Worte und Taten kennenlernen sollen, damit sie den Weg zum Glück finden. Er hat den anderen ans Herz gelegt, sich nicht von den Ahl-e Bait zu trennen, sondern ihrem Vorbild zu folgen. Er sagt: „Schaut auf die Ahl-e Bait, folgt ihnen. Sie werden euch nicht vom Weg der Rechtleitung abbringen und werden nie auf den Weg des Irrglaubens zurückkehren. Haltet ein, wo sie einhalten, und geht weiter, wenn sie weitergehen. Überholt sie nicht, denn dann werdet ihr euch verirren und bleibt nicht hinter ihnen zurück, denn dann werdet ihr zugrunde gehen.“

Imam Ali (a)  hat im Nahdsch-ul  Balagha von denen gesprochen, die dank ihres Glaubens und ihrer Gott-Dienstbarkeit würdig sind, die besondere Wegweisung Gottes zu erfahren. In ihnen kommt die höchste Stufe göttlicher Rechtleitung zum Ausdruck. Er sagt über sie in Chutba 87 :

„Ihr Diener Allahs! Unter den Dienern Allahs, die Ihm am liebsten sind, ist ein Diener, dem Allah gegen sein Ego Beistand gewährt hat, … Die Leuchte der Rechtleitung ist in seinem Herzen erstrahlt, und er hat den Proviant für die zukünftige Reise  vorbereitet .…“

Diese besonderen Menschen denken nicht nur an ihre eigene Rechtleitung, sondern versuchen die Rechtleitung überall zu verbreiten, damit sie auch den anderen den Weg erhellt.  Er nennt sie in der Ansprache 222 Wegzeichen für die Menschen.

Das Gott-Eingedenk-Sein ist für Imam Ali Ausdruck der Rechtleitung.  Wer die Saat der Andacht in das Herz sät und sie aufgehen lässt, hat einen Schritt  zur Rechtleitung getan. Denn die Erinnerung an Gott befreit das Herz vom  Rost der Achtlosigkeit.   Der Imam sagt über solche Gläubigen: „Sie geben unentwegt auf ihr Ego Acht  und ziehen laufend Bilanz über ihre Taten und ihr Verhalten und bitten Gott um Vergebung für die Versäumnisse  hinsichtlich der Beachtung Seiner Gebote und der göttlichen Aufforderungen.“

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