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Donnerstag, 02 Juli 2015 01:49

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (22)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (22)
In diesem Programm lassen wir Imam Ali (a) über seine Gedanken zum  Leben sprechen. In der Islamischen Lebensanschauung ist das Jenseits nicht getrennt vom Diesseits zu sehen.

Vielmehr  hängt das Ewige Schicksal des Menschen von seinem Verhalten im diesseitigen Leben ab. Imam Ali sagt: „So rüstet euch von dieser Welt mit dem, mit dem ihr euch morgen behüten könnt.“ (Freitagsansprache 28)

                                 

Das Diesseits ist  Zeichen des Schöpfers. Es wurde so geschaffen, dass die Menschen darin leben können und Gott hat zahllose Segensgaben in es hineingelegt. Diese soll der Mensch für das Gott-Dienen nutzen, um in Jenseits in das Paradies Gottes einkehren zu können.

In den Islamischen Quellen wird das Diesseits sowohl getadelt als auch gelobt.

Wenn das Diesseits dazu genutzt wird, um den Menschen zu dienen und  sich für das Jenseits zu rüsten, ist es lobenswert und aber wenn es für den Irrweg und die Dekadenz genutzt wird, verdient es Tadel. Imam Ali hat zum Beispiel gesagt, dass die Welt für die, die sich in ihr für das Jenseits mit einem Vorrat ausrüsten, ein reiches Haus und eine Stätte ist, in der der Mensch Belehrung genießt.  Der Imam beschreibt es als  Ort, an dem sich die Freunde Gottes vor ihrem Herrn  niederwerfen und der Ort, auf den die Offenbarung Gottes herabgesandt wurde. Für ihn ist es  der Ort an dem die Gläubigen   einen guten Tauschhandel  mit Gott machen, dessen Gewinn im Paradies besteht.

 Zugleich schreibt Imam Ali jedoch im  Brief 56:“Fürchte Allah an jedem Morgen und jedem Abend, fürchte für deine Seele das trügerische Diesseits und fühle dich in keinem Fall darin sicher.“ 

 

Auch hat Imam Ali (a) in seinem Brief  68 an Salam Farsi das Diesseits mit einer Schlange verglichen  und geschrieben: „Sie ist weich, wenn man sie berührt, doch ihr Gift ist tödlich. So wende dich von dem ab, was dir daran gefällt, wegen der Kürze (der Zeit), die es bei dir bleibt.“                

 

Als Imam Ali sah, dass einige nach gewachsenem Einfluss und Reichtum der Weltenliebe verfallen waren und sich von den islamischen Werten aus der Zeit der Propheten entfernt hatten, führte er den Gläubigen die schlechten Seiten des Weltlichen  vor Augen.

Jemand wie Zubair Ibne Awwam hatte viele Häuser in Basra, Kufah und im  ägyptischen Alexandria. Gemäß dem Geschichtswerk Tarich-e Masudi betrug alleine sein registriertesVermögen  50 Tausend Dinare, 1000 Pferde und 1000 Sklaven. Talha Ibn Ubaidullah, ein anderer Gefährte des Propheten(s),  besaß in Kufa und Medina Paläste aus Elfenbein, Stuckwerk und gebrannten Ziegelsteinen. Täglich verdiente er alleine an dem Getreide in Irak 1000 Dinare. Auch ein weiterer Gefährte des Propheten namens Zaid Ibn Thabit besaß, als er starb, so viel Gold und Silber, dass es mit der Axt zerkleinert werden musste und er hinterließ   Grundstücke und weitere Eigentümer im Werte von  100tausend Dinaren.

 

  Wegen der Epidemie  der Weltenliebe hat Imam Ali (a) in vielen seiner Predigten  vor der Täuschung des Diesseits  gewarnt.  Viele größere und kleinere Ereignisse während der Regierungszeit des Imam gingen auf eben diese Weltenliebe von einigen zurück. Der Imam war also gezwungen die Menschen auf die Gefahren und negativen Folgen der Weltenliebe aufmerksam zu machen.

                                  

Imam Ali (a) rief die Menschen auf, sich ein klares Bild vom Diesseits zu machen und gezielt und vernünftig die Segensgaben Gottes zu nutzen.  Als jemand die Welt vollständig verteufeln wollte, schalt er ihn und sagte: “Du machst der Welt Vorwürfe oder soll die Welt dir Vorwürfe machen? Wann und wie hat die Welt dich denn irregeführt? Hat sie dies mit dem Zerfall der Gräber deiner Vorfahren oder den Ruhestätten deiner Mütter unter der Erde getan?"

Ein Gelehrter der Ethik namens Mulla Ahmad Kuzeh Kanani schreibt dazu:  „O Mensch! Du sollst der Welt keine Vorwürfe machen und nicht sagen, sie sei  Ort des Betruges und  Übels. Wäre das Diesseits Ort der Täuschung, dann würde der Mensch doch von seiner Geburt bis zum Tode nur Segen und Glück erfahren , bis ihm plötzlich aller Segen wieder weggenommen wird. Aber das ist nicht der Fall. Der Mensch begegnet auf der Welt verschiedenen Zuständen: An dem einen Tag hat er Kummer und an einem anderen geht es ihm gut. Mal genießt er das Leben und mal leidet er.

 Wenn etwas dir alles zeigt, was zu seinem Wesen gehört, dann ist es gerecht zu dir gewesen und hat dich belehrt. Etwas betrügt dich, wenn es  in seinem Wesen Gutes und Schlechtes aufweist, aber dir nur das Gute zeigt und das Schlechte vor dir verbirgt.“

              

Imam Ali sagt in der Freitagspredigt 82 über die Einstellung des Menschen zum Diesseits gesagt: „Wer sie durchschaut, dem gibt sie Einblick, und wer verlangend zu ihr hinschaut, den macht sie blind.“

Demnach kann mit den Worten des Imams die Welt sowohl konstruktiv als auch destruktiv für den Menschen sein, sie kann ihn veredeln oder auch blind werden lassen. Also kommt es darauf an, dass der Mensch vernünftig und klug zur Welt eingestellt ist und Lehren aus ihr entnimmt.

 

Einige denken, man dürfe sich überhaupt nicht für das Weltliche interessieren.  Aber Gott hat dem Menschen eine Reihe von Neigungen und Gefühlen mitgegeben. Diese gehören zum menschlichen Wesen und durch sie stellt der Mensch eine Verbindung zur  Welt  und seinen Artgenossen her und so bleibt das Leben aufrecht erhalten.   

Nur die übertriebene  Liebe zum Weltlichen wird verworfen.

Denn sie hindert den Menschen an seiner Charakterveredlung. Also ist ein natürliches und normales Interesse des Menschen am Weltlichen nicht tadelnswert. Imam  Ali (a) sagt in der Weisheit 303 : „Die Menschen sind die Kinder des Diesseits, und keiner kann dafür getadelt werden, dass er seine Mutter liebt.“

 

Das Interesse am irdischen Leben hat Gott aufgrund seiner Weisheit in die Natur des Menschen gelegt.  Wenn aber diese Liebe zum Leben für den Menschen zum Lebensziel wird,  hat er sich zu ihrem Diener gemacht und bleibt auf der Strecke. Die Welt ist die Stätte für die Bewegung nach vorne und nicht für die Stagnation. Die maßlose Liebe zum Leben bringt  den Menschen vom Weg zu den höheren Zielen ab.

Alle Propheten und Gottesfreunde, so auch Imam Ali, haben nur die maßlose Liebe zum Weltlichen  getadelt. Imam Ali (a) hat, nachdem   Aschagh Ibn Qays   Imam Ali (a)  ihn mit einem Geschenk bestechen wollte,  in seiner Ansprache 224 zum Freitagsgebet:

„Bei Gott, selbst wenn mir die sieben Reiche gegeben  würden mit allem, was es unter den Himmelssphären gibt, dafür, dass ich Gott ungehorsam werde, indem ich (lediglich)  einer Ameise die Schale eines Gerstenkorns wegnehme, würde ich es nicht tun! Denn wahrlich, eure Welt ist bei mir von geringerem Wert als ein Blatt im Munde einer Heuschrecke, an dem sie nagt.“

                         Musik

Imam Ali (a) stellt die Welt als geringfügig dar, um die Menschen auf die ewige Wohnstätte aufmerksam zu machen und sie zur Veredlung ihres Charakters zu motivieren.

In der Freitagsansprache 173 sagt er:

„Fürwahr, es ist wirklich das Diesseits, das ihr zu begehren begonnen habt und nach dem ihr strebt, und es ist so weit  gekommen, dass es euch (manchmal) zornig macht und euch (manchmal) zufrieden stellt. Es ist nicht eure (dauerhafte) Heimstätte und nicht eure Wohnung, für die ihr geschaffen wurdet, noch die (Wohnung), zu der ihr eingeladen wurdet… So seht, es wird euch nicht (für immer) bleiben, noch werdet ihr (in) diesem (Diesseits für immer) bleiben.“

 

Er sagt auch in der Ansprache 52:

„Das Diesseits hat sich bereits abgetrennt und hat seine Vergänglichkeit schon angekündigt. Das, was von ihm bekannt war, wird fremd und rückt schnell nach hinten ab. Es treibt seine Bewohner zur Vernichtung und jagt seine Nachbarn durch den Tod in die Zerstörung. … Ihr Diener Allahs, entschließt euch, von dieser Heimstatt zu gehen, deren Bewohner zum Niedergang verurteilt sind. Die Hoffnung soll euch nicht überwältigen, noch solltet ihr denken, dass ihr lange darin leben werdet.“

 

 

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