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Mittwoch, 24 Juni 2015 02:20

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (20)

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha  (20)
  Wir sagten, dass Imam Ali sich für die Beseitigung der Armut und der Reduzierung von Klassenunterschieden einsetzte.  Die Armut lässt sich durch die Herstellung von fruchtbaren Arbeitsmöglichkeiten bekämpfen. Wir widmen  diesen Beitrag dem Thema Arbeit aus den Augen Imam Alis (a).

 

In der islamischen Kultur nehmen Arbeit und Berufe, die der Gesellschaft nützlich sind, einen besonderen Platz ein.  Der Islam lobt einen Menschen, der nach dem Erwerb eines rechtmäßigen Unterhaltes strebt. Aus der Sicht des Islams ist er  wie jemand, der für die Sache Gottes kämpft. Aber im Gegensatz schätzt Gott keine  arbeitsscheuen und verantwortungslosen Personen und sie erhalten von Ihm keinen Segen.  In verschiedenen Versen des Korans, hat Gott die Menschen aufgefordert, einer Arbeit nachzugehen und sich auf rechtschaffenem Wege den Unterhalt zu verdienen. Außerdem gibt es in diesem Zusammenhang wertvolle Überlieferungen (Hadith)  vom  Propheten des Islams (s) und den Imamen aus seinem Hause. Sie alle zeugen von der Wichtigkeit der Arbeit im Islam.

 

Imam Ali (a) stellt den Menschen, um sie anzuspornen, die positiven Ergebnisse ihrer Anstrengungen in Aussicht,  indem er sagt, dass Fleiß und Gottvertrauen hinsichtlich der Bestreitung des Unterhaltes, schließlich zu einem Ergebnis führen. In einem Wort von ihm heißt es: „Wer sich ernsthaft anstrengt und um einen Unterhalt bemüht ist, dem wird Gott aus einer Richtung sein täglich Brot zukommen lassen, aus der er das nicht erwartet.“  Ebenso hat er gesagt: „Die Tore für die Nahrung und das tägliche Brot sind geschlossen. Öffnet sie durch eine Tätigkeit, denn Arbeiten zieht Segen nach sich.“

 

Einmal sah jemand,  Imam Ali (a)  mit einem großen  Bündel mit Dattelkernen.   Er fragte ihn: „Was ist das?“ Da antwortete der Imam: „Das sind hunderttausend Dattelbäume – So  Gott will!“

Er wollte damit sagen, dass diese Dattelkerne einmal  zu einem grünen Dattelhain werden, wenn der Mensch sich die Mühe macht,  sie einzupflanzen und zu bewässern.

   

Imam Ali (a) ist der Überzeugung, je besser das Einkommen der Bürger ist, desto besser ist auch das Einkommen der Regierung und je ärmer die Bevölkerung ist, desto ärmer wird auch die Allgemeinheit sein. In seiner Anweisung 53 an Malek Aschtar schreibt er: „Du solltest dir nicht mit Steuerermäßigungen schwertun denn es (deine Ermäßigung)  ist eine Investition, die sich durch Aufblühen deiner Städte und Verschönerung deiner Gebiete für dich auszahlt. Die Untertanen werden dich loben und du wirst dich darüber freuen, die  Gerechtigkeit unter dem Volke zu vergrößern.“

 

Imam Ali (a) widmet den Handwerkern und Kaufleute eine besondere Aufmerksamkeit. In dem gleichen Schreiben an seinen Verwalter in Ägypten heißt es: „Malek Aschtar! Nimm nun meine Empfehlung hinsichtlich des Rechtes der Kaufleute und Handwerker entgegen und gib die Empfehlung auch an deine Untergebenen weiter …Vernachlässige sie nicht, denn diese Kaufleute und Handwerker  lassen Nutzen entstehen und sind Vermittler von Sicherheit und Wohl der Bevölkerung.“

 

Es kann vorkommen, dass Geschäftsleute gegen die Regeln eines gerechten Handels verstoßen, Waren hamstern, einen Betrug begehen oder Zinseszins nehmen und ähnliches. Imam Ali (a)  ruft daher sie und die Bevölkerung dazu auf die Gebote des Islams für Handelsgeschäfte zu beachten und sagt: „ Ihr Händler! Lernt erst  die Gebote für den Handel kennen, und dann betreibt Handel. Bei Gott das  Zinsgeschäft, ist in dieser Gesellschaft noch weniger zu bemerken als eine Ameise, die über einen Stein läuft.“ Imam Ali machte die Menschen, die einem bestimmten Beruf nachgehen, darauf aufmerksam, dass sie auf gute und sorgfältige Arbeit achten und sagte: „Sei nicht bestrebt eine Arbeit eilig zu Ende zu bringen, sondern darum bemüht, sie gut zu verrichten, denn keiner fragt, wie lange du für diese Arbeit gebraucht hast, sondern alle möchte wissen, wie gut die Arbeit und ihr Resultat ist.“

 

Einige glauben Arbeit müsse  ihrem Rang in der Gesellschaft entsprechen und es sei unter ihrer Würde, wenn sie für andere gegen Lohn eine einfache Arbeit erledigen.  Aber Imam Ali (a) dachte nicht auf diese Weise. Arbeiten war für ihn selbstverständlich.  Er selber berichtet: „Einmal überkam mich in Medina großen Hunger. Ich suchte in der Umgebung der Stadt nach einer Arbeit. Da sah ich eine Frau, die Erdklumpen eingesammelt hatte  und sie zu Lehm verarbeiten wollte. Ich machte mit ihr ab, dass ich für jeden Krug Wasser, den ich ihr bringe, eine Dattel von ihr erhalte. Ich brachte ihr 16 Krüge mit Wasser und sie gab mir 16 Datteln. Ich ging zum Propheten (s) und wir aßen gemeinsam die Datteln.“

                                    

Zwar hat es schon immer Arbeitslosigkeit  gegeben, aber heute ist sie zu einem großen Problem angewachsen. Auch Arbeitsscheu ist ein Problem. Imam Ali (a) sagt über Faulenzerei: „Wer faul ist, verletzt seine eigenen Rechte und die der anderen.“ Imam Ali (a) mied die Untätigkeit und er rief die anderen zu Fleiß und Anstrengung auf und empfahl ihnen sich vor  Bequemlichkeit und Unlust, welche zur Armut führen, in Acht zu nehmen.  Er sagte: „Arbeiten geht mit Mühe einher. Aber Untätigkeit ist Ausgangspunkt des Verderbens.“  Imam Ali bestellte das Land, betrieb Gartenbau und legte Wasserkanäle an. Von der vielen körperlichen Arbeit hatte er Schwielen und manchmal Blasen an den Händen. Einige der Brunnen und unterirdischen Wasserkanälen, die Imam Ali (a)  anlegte, werden in historischen Schriften mit ihrem Namen angeführt.   

 

Zu den Ursachen für Untätigkeit zählt auch die Isolation von der Gesellschaft.  Der Hang zur Isolation lässt den einen oder anderen nicht nach einem besseren Leben streben und er begnügt sich mit den geringfügigsten Dingen. Aber gemäß Imam Ali (a) steht es nicht im Widerspruch zum Jenseitsglauben und zur Bemühung um Zufriedenheit Gottes, wenn jemand auch den Angelegenheiten des weltlichen Lebens nachgeht.  Einmal suchte der Imam einen seiner Helfer in Basra auf. Er hieß Ala Ibn Ziyad Harithi. Als Imam Ali sah, dass er ein großes Haus hatte sagte er zu ihm: „Mit diesem großen Haus kann man auch an ein großes Haus im Jenseits gelangen, vorausgesetzt, dass du in diesem Haus Gäste einlädst und gute  Verwandtschaftsbeziehungen  pflegst und die Pflichten, die dir Gott auferlegt hat, geeignet erfüllst. Dann wirst du durch dieses Haus an ein gutes Jenseits gelangen.“

Ala sagte: „O Befehlshaber der Gläubigen. Ich möchte mich über meinen Bruder Asim Ibn Ziyad bei dir beklagen!“ Der Imam fragte: „Weshalb  denn? “  Da sagte Ala: „Er zieht alte Kleidung an und hat dem Weltlichen entsagt.“  Da ließ Ali (a) Asim kommen und sagte: „…Hast du kein Erbarmen mit deiner Frau und deinem Kind? Ich denke Gott hat dir gute Dinge erlaubt, und du bist nicht damit einverstanden, sie zu nutzen? … Da sagte Asim verwundert zum Imam : „O Befehlshaber der Gläubigen! Du isst und kleidest dich einfacher als ich, wieso gibst du mir Anweisung, dass ich mich mit den weltlichen Dingen beschäftige?“

Der Imam sagte: „Wehe dir! Ich bin nicht wie du. Gott hat es doch den gerechten Oberhäuptern zur Pflicht gemacht, dass sie sich auf die Stufe der armen Leute stellen, damit die Armut die Armen nicht bedrückt und erdrückt.  Aber du bist verantwortlich für dich und deine Familie und musst, während du an deine religiösen Pflichten und dein Jenseits denkst, auch  darum bemüht sein,  die Dinge zu beschaffen, die dir und deiner Familie das Leben erleichtern.“ 

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