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Mittwoch, 20 Mai 2015 03:13

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (15)

                                   Das Nahdsch-ul Balagha – Pfad der Eloquenz -  ist ein großes Werk, welches die hochästhetisch formulierten Ansichten Imam Alis (a) zu verschiedenen Dingen enthält -  wie  Gottesfürchtigkeit und Religiosität, Mystik und Gott-Dienen, aber auch Politik und Regieren , Angelegenheiten der Gesellschaft und Ethik.  Wir  freuen uns, diesmal  etwas über die Rolle der Bevölkerung aus der Sicht Imam Alis (a) zu sagen.

 

                            

Es ist selbstverständlich, dass jede Gesellschaft einer Führung und Regierung bedarf, damit in ihr das Gesetz verwirklicht  und die vielen Angelegenheiten der Allgemeinheit geregelt werden.  In der Chutba 40 des Nahdsch-ul Balaghas sagt Imam Ali (a) daher: „Die Menschen brauchen einen Verwalter, sei er nun rechtschaffen oder sündig.“

Zweifelsohne  ist es eine fähige und kluge Führungsspitze , die Imam Ali (a) für eine islamische Regierung fordert. Das erste und beste Oberhaupt der Islamischen Ummah (des islamischen Glaubensvolkes) war der geehrte Prophet (Gottes Segen und Friede sei ihm und seiner Familie). Vom Propheten sind als rechtschaffene  Vorsteher der Islamischen Gesellschaft nach ihm  Imam Ali (a) und die Edlen Imame aus dem Prophetenhaus, die   Ahl-e Bait vorgestellt worden.  Dennoch kann das Oberhaupt der Islamischen Gesellschaft nur dann seinen wahren Platz in der Gesellschaft einnehmen, wenn die Mehrheit der Bevölkerung seine Rolle als Lenker und Verwalter akzeptiert hat und seine Anweisungen befolgt.

Nachdem Prophet Mohammad (s) die Welt verlassen hatte, hat sich Ali  (a) nach besten Kräften dafür eingesetzt ein Abirren der Regierung von ihrem wahren Weg zu verhindern und sein Recht auf die Verwaltung der Islamischen Ummah, welches ihm der Prophet auf Gottes Anweisung zugesprochen hat,  wahrzunehmen.  Doch als er begriff, dass seine friedlichen Schritte und seine logische Argumentation nichts ausrichten können , übte er sich in Geduld und hielt sich schweigend zurück.  Amir al Mumenin (der Befehlshaber der Gläubigen), Imam Ali (a)  wusste welche negativen Folgen es hat, wenn ungeeignete Leute an die Macht gelangen, aber er hat sich keineswegs dazu verleiten lassen gewaltsam  seine Statthalterschaft, obwohl sie berechtigt war, jemandem aufzuzwingen.  Der Imam hat dies zu verschiedenen Zeitpunkten  betont, so lesen wir in der Freitagsgebetsansprache 208   den Satz: „Es ist nicht meine Pflicht,  euch zu etwas zu zwingen, was ihr verabscheut.“

Der Einsatz von bewaffneten Methoden hätte ohnehin die junge islamische Gesellschaft zerstört. Deshalb hat Ali (a) wie eine liebevolle selbstlose Mutter alle Entbehrungen und Härten gerne auf sich genommen, nur damit der junge Baum der islamischen Ummah überlebt.

Erst 25 Jahre nach dem Verlust des Propheten, hat die muslimische Gesellschaft begriffen, welche zahlreiche Gelegenheiten sie in dieser Zeit verpasst hat. Die Organe der Gesellschaft waren von Missständen und Diskriminierung  befallen und hoben sich spürbar von Gerechtigkeit ab. Also eilten die Menschen hoffnungsvoll zu dem, dessen selbstverständliches Recht  und Fähigkeit es war, die Gesellschaft anzuführen.  Sie klopften bei Imam Ali (a) an, dem Bannerträger für Gerechtigkeit und Tugend. Doch Imam Ali (a) lehnte es ab, die Führung zu übernehmen.  Im Gegensatz zu jedem Machthungrigen war für Imam Ali  Regierung und Macht an sich nichts wert, es sei denn dass er durch sie die Gerechtigkeit zum Zuge bringen kann. Im Nahdsch-ul Balagha steht unter der Chutba 33 folgende Äußerung Imam Alis (a) über das Regieren, die er tat als er gerade vor dieser Ansprache seine Sandale flickte: ´Bei Gott ´sie, (diese Sandale),  ist mir lieber als die Befehlsgewalt über euch, es sei denn, dass ich ein Recht in Kraft setzen und das Unrecht abwehren würde.

Imam Ali hat auch noch aus einem anderen Grund, zunächst das Kalifat nicht akzeptiert. Er wusste, dass die wichtigen Infrastrukturen für grundsätzliche Reformen in der Gesellschaft  innerhalb der 25 Jahren seiner Zurückhaltung, inzwischen zerstört worden waren und die notwendigen Bedingungen zur Umkehr auf den Weg des Propheten (s) nicht mehr bereitstanden.  Angesichts dieser misslichen Lage, wusste er, dass er seine Pläne nur schwerlich umsetzen kann. Daher wehrte er zunächst ab, als er um die Machtübernahme gebeten wurde und sagte, man solle einen anderen wählen. Er wäre bereit sein Wesir zu sein. Imam Ali sagte: „ Lasst mich und wendet euch an jemand anderen... Ich werde mehr als die anderen auf den hören, dem ihr eure Angelegenheiten anvertraut. Es ist besser wenn ich  ein Wezir anstatt der Emir bin.“  

 

Doch die Gläubigen ließen nicht locker.

                            

Schließlich sah sich Imam Ali (a) wegen der eindringlichen Forderung der Bevölkerung gezwungen, die Verwaltung der Islamischen Ummah zu übernehmen.

 

 Es gab einige unter den Muslimen, die in all den Jahren Reichtum angehäuft hatten und denen die Gerechtigkeit Imam Alis (a) nicht gefallen würde. Imam Ali (a)  stellte daher in seiner ersten Ansprache  als Oberhaupt seine Politik klar: „

Meine Verantwortlichkeit für das, was ich sage, ist eine Garantie, und ich bin dafür Bürge.... Wisset: die Prüfung die heute auf euch zugekommen ist, ist wie die Prüfung an dem Tag, an dem Gott seinen Propheten ausgesandt hat. Bei dem, der den Propheten für das Recht ausgesandt hat: ihr werdet hart auf die Probe gestellt, wie ein Korn, dass in Sieb  oder Essen, das  in den Topf geschüttet und umgerührt wird, damit das Untere nach oben und das Obere nach unten gelangt. Jene, die sich Verdienste im Islam gemacht haben und bislang im Abseits waren, werden das Ruder übernehmen und jene, die zu Unrecht (die anderen) überholten und  hinter sich zurückließen, werden zurückgetrieben werden.“ (aus Chutba 16)

 

Die Befolgung eines würdigen fähigen Oberhauptes befreit die Gesellschaft von Irrtümern. Wenn eine Gesellschaft, in der  Skepsis herrscht,  sich nach einem   rechtschaffenen gottesfürchtiges Anführer richtet, wird sie besser den rechten Weg erkennen und sich vor Gefahren absichern können.  Aber die Menschen nehmen Schaden, wenn sie  ihren würdigen Imam im Stich lassen, denn  Unterdrücker und Ungerechte werden  über sie herrschen.

Imam Ali (a) ist daher davon überzeugt, dass der Erfolg und die Erstarkung der Islamischen Gesellschaft in der Unterstützung des Volkes für die Islamische Regierung begründet ist, während umgekehrt die Nicht-Unterstützung des Volkes zusammen mit anderen Faktoren zur Niederlage führt.

In der Chutba 166 sagt er: Ihr Leute! Hättet ihr nicht  davon abgelassen, dem Recht  zu helfen und nicht versäumt, das Unrecht zu schwächen, hätte jemand, der anders ist als ihr, nicht  darauf gehofft euch zu unterdrücken und hätte  der, der heute über euch Macht ausübt, euch nicht überwältigen können.“

Ali (a)  zieht daraufhin einen Vergleich zu den Israeliten, die nicht auf die Anweisungen ihres Propehten Moses hörten und auf den Irrweg gerieten. Er sagt: „Ihr seid wie das Volk der Kinder Israels ratlos verirrt ... Wisset! Wenn ihr eurem Imam gefolgt wäret, hätte er euch auf den Weg geführt, den der Prophet Gottes gegangen ist und das Bekümmernis des Irregehens wäre euch erspart geblieben und die schwere Last  der Schwierigkeiten hättet ihr abwerfen können. „  

 

Imam Ali (a) bekümmerte es  während seiner kurzen Regierungszeit von wenigen Jahren oft, dass seine Anhänger nicht zusammenhielten. Er war dauernd zu Ermahnungen gezwungen. In der Chutba 113  spricht er über frühere Vöker,  die vor allen Dingen deswegen scheiterten weil sie das Weltliche liebten, ihr Ziel aus den Augen verloren und das Jenseits vergaßen. Er sagt:  

„Ihr seid doch alle aufgrund der Religion Gottes Brüder und gleich, und nur Schlechtes  in euch und schlechte Absichten konnten euch voneinander trennen. Deshalb eilt ihr euch nicht gegenseitig zur Hilfe  und wollt nicht das Wohl für einander und spendet einander nicht und behandelt einander nicht in Liebe. Was ist euch, dass ihr euch über das Wenige dieser Welt, das ihr erlangt habt, freut gleichzeitig aber nicht traurig seid um das Viele des Jenseits, dessen ihr verlustig geht! Das Geringe des Diesseits, das euch verlorengeht, beunruhigt euch so sehr, dass eure Gesichter davon zeugen, und ihr wegen dem was euch weggenommen wurde , ungeduldig werdet.  Als ob hier (auf dieser Welt) eure ewige Bleibe wäre!...“,

 

    

Der wichtigste Faktor für den Sturz von Regierungen ist Spaltung und Unruhe.  Der Islam hat von Beginn an die Vereinigung der Muslime angestrebt und Gott hat die Muslime im Koran vor Streit gewarnt, weil sie dadurch geschwächt werden und dem Feind die Vorherrschaft ermöglichen. Imam Ali sagt (a) in seiner Chutba 192, dass  die Gesellschaft durch die Werte aus der vorislamischen Zeit in mehrere Lager aufgespaltet wurde und dadurch  die Unterdrücker an die Macht über die islamische Ummah gelangt waren.

 

  

 

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