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Freitag, 01 Mai 2015 03:05

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (14)

  Über die Einheit unter den Muslimen, um die es in diesem Teil geht, hat Imam Ali (a)  gesagt: „Zur Wahrung des Islams habe ich auf jeden Spannungen hervorrufenden Schritt verzichtet, damit die Menschen sich nicht von der Religion abkehren und die Religion Mohammads nicht untergeht.“

 

Der Islam unterstreicht die Einheit unter den Muslimen.  Bekannt ist der Vers 103 der Sure , in dem es heißt:

„Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest, und zerfallet nicht, und gedenket der Gnade Gottes gegen euch, da ihr Feinde waret, und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet...“

Der Prophet des Islams (Gottes Segen ihm und seinem Hause) hat die Einheit der Islamischen Gemeinde immer wieder hervorgehoben. Vor seiner Auswanderung von Mekka nach Medina hatte es ständig zwischen zwei  Stämmen in Medina, nämlich den Banu  Aus  und Banu Chazradsch heftige Fehden gegeben. Der Prophet aber schloss zwischen ihnen ein Bündnis und vereinte sie. Auf diese und ähnliche Weise entfaltete er in der  damaligen Gesellschaft die Menschlichkeit.  Zu seinen ersten Maßnahmen nach Bildung der islamischen Regierung in Medina gehörte die Verbrüderung zwischen den eingewanderten Muslimen aus Mekka (den Muhadschirin) und den Muslimen in Medina (den Ansaran) . Dieses Bündnis war so effektiv, dass Muslime in Medina ihre aus Mekka eingewanderten Glaubensbrüder an ihrem Eigentum teilhaben ließen.

 

Imam Ali (a) ist mit der hohen Lehre des Korans aufgewachsen und der beste Schüler aus der Schule des Propheten (s). Er sieht in der  Herstellung von Einmütigkeit unter einem zersplitterten Volke eine der größten Errungenschaften  der Aussendung des Propheten.  In der ersten Freitagsgebetsansprache, im Nahdsch-ul Balagha sagt er:

„Gott hat Mohammad (s) ausgesandt damit er Seine Verheißung erfüllt und nach ihm das Tor der   Prophetschaft schließt. Gott  hat die anderen Propheten seine Prophetschaft (die Prophetschaft Mohammads) ankündigen lassen. Die Zeichen seiner Prophetschaft waren klar und seine Geburt ging mit Segen einher. In dieser Zeit gingen die Menschen auf der Erde verschiedenen Religionen nach. Sie   waren enttäuscht und niedergeschlagen und ihre Gemeinschaften zerrüttet. Eine Gruppe hat Gott mit Geschöpfen verglichen eine andere Gruppe leugnete ihn und wieder eine andere  hatte andere Götter neben ihn gestellt.... Aber Gott hat sie durch den Segen des Propheten vor dem Irrweg gerettet und aus der Unwissenheit befreit.“

 

 

Leider kam es  nach dem Verscheiden des Propheten unter den Muslimen wegen der Frage seiner Nachfolge zu Meinungsverschiedenheiten. Die  muslimische Gesellschaft war noch sehr frisch und daher waren die anti-islamischen Spuren der Kultur aus der vorherigen Ära der  Unwissenheit eine Gefahr für sie.  Imam Ali (a) hielt daher, als geschätzte  Persönlichkeit die Muslime  zur Einmütigkeit an. Imam Ali (a), der zu Lebzeiten des Propheten von diesem im Auftrage Gottes zum nachfolgenden Führer der Muslimgemeinde bestimmt worden war,  verzichtete zum Schutz der religiösen Werte und der islamischen Ummah jahrelang darauf, sein selbstverständliches Recht auf das Kalifat geltend zu machen. Für ihn war die Wahrung der Einheit unter den Muslimen wichtiger.

Imam Ali beschreibt seine Entscheidung in einem Schreiben an die Bevölkerung in Ägypten. Nachdem er auf Wunsch des Volkes schließlich doch zum Kalifen wurde, gab er  38 n.d.H.  (circa 638 n. Christus) dieses Schreiben seinem  Gouverneur in Ägypten, Malek Aschtar mit.  : In diesem Brief 62 im Nahdsch-ul Balagha stand u.a.:

„Zur Wahrung des Islams habe ich auf jeden Spannungen hervorrufenden Schritt verzichtet, damit die Menschen sich nicht von der Religion abkehren und die Religion Mohammads nicht untergeht. Ich fürchtete, dass wenn ich dem Islam und den Muslimen nicht durch die Wahrung der Einheit zur Hilfe eile, eine Kluft erzeugt wird und eine Tragödie zustandekommt, die für mich trauriger ist als wenn ich an einer Regierung von ein paar Tagen, die bald wie eine Fata Morgana oder Wolke wieder vorüber ist, gehindert werde.  Deshalb habe ich mich inmitten dieser  Ereignisse darum bemüht, den Muslimen zu helfen, damit das Unrecht beseitigt wird und Ruhe  zum Islam zurückgekehrt und er gefestigt wird.“

            

 

Imam Ali (a)  war genau über die Situation der islamischen Ummah im bilde. Er wusste, welche schmerzliche Folgen die Zwietracht für sie mit sich bringt. Die liebevolle Sorge dieses großen Imams um den Islam  und sein Streben nach  Einheit der Muslime sind sich am besten daran zu sehen, wie er sich  nach dem Propheten verhielt. In der Geschichtsschreibung steht folgende Begebenheit:

Abu Sufiyan, der anfangs jahrelang den Islam bekämpft und daraufhin nur zum Schein Muslim geworden war, wandte sich angesichts der drohenden Spaltung unter der Bevölkerung an Imam Ali (a). Er schlug ihm vor: „Reich mir deine Hand, damit ich mit dir das Treuebündnis schließe und dir  als Kalif der Muslime die Hand drücke. Denn wenn ich dir die Treue schwöre, wird sich keiner der Söhne von Abdu Manaf  gegen dich wenden und wenn die Söhne des Abdu Manaf dir die Treue schwören, wird sich keiner der Qureisch weigern, dir die Treue zu schwören und alle Araber werden dich als Befehlshaber anerkennen.“

 

Aber Imam Ali (a) erwiderte ihm: „Du hältst weiter an der Feindschaft gegen den Islam fest.“

Da versuchte  Abu Sufiyan es auf einem anderen Weg. Er  trug ein Gedicht vor, mit folgendem Inhalt:

„Ihr dürft nicht dazu schweigen, dass sie euch euer selbstverständliches Recht geraubt haben!“

Imam Ali (a) war sich jedoch darüber im Klaren,  dass Abu Sufiyan nur Unrecht und Zwietracht stiften wollte und vorhatte, den jungen Islam zu vernichten und wieder die Bedingungen der vorislamischen Zeit herzustellen.  Daher hat er den Vorschlag dieses Heuchlers zurückgewiesen und stattdessen die Menschen zur Einheit aufgerufen und in der Freitagsgebetsansprache 5 im Nahdsch-ul Balagha gesagt:

„Leute! Durchbrecht die  Wogen der Zwietrachtsstiftungen mit den Schiffen der Rettung und hütet euch vor Streit  und Spaltung. Legt die Kronen des Stolzes und der Sucht nach Überlegenheit ab.“    

Imam Ali (a) blieb gegen der List der Feinde, die den Islam an der Basis vernichten wollten, felsenfest und ließ nicht zu, dass sie Meinungsverschiedenheiten ausnutzen, um dem Islam zu schaden.

                         

 

Imam Ali (a) kann nach dem Erhabenen Propheten (s) zu Recht der größte Herold der Einheit der islamischen Ummah genannt werden.  Nachdem der zweite Kalif Umar ibn Chattab einem Attentat zum Opfer gefallen war, wurde auf dem Sechserrat, der den neuen Kalifen bestimmen sollte, wieder durch einige ihrer eigenwilligen Mitglieder das Kalifat an den Falschen vergeben. Dennoch blieb der Imam weiter dem Grundsatz der Nachsicht und Friedfertigkeit treu, um die Geschlossenheit der islamischen Welt zu behüten. In seiner Freitagsgebetsansprache (74) sagte er zu den Gläubigen: „Ihr wisst ja, dass ich mehr als jeder andere für das Kalifat geeignet bin. Bei Gott! Auch wenn die Statthalterschaft mein Recht ist und es ein Unrecht darstellt, mir  dieses Recht zu zu verweigern, so werde ich mich nicht auflehnen, solange die Angelegenheiten der Muslime geregelt sind und nur mir ein Unrecht geschieht.“

       

Für Imam Ali (a) bedeutet Einheit, dass alle Muslime den Koran und die Sunna (Vorgehensweise) des Propheten (s) befolgen.  Weil für ihn die Stärkung der Einheit der Muslime von großer Bedeutung war, hat er sich geopfert und der Einheit zuliebe viele Jahre über  auf sein selbstverständliches Anrecht auf das Kalifat verzichtet.

In einer Antwort auf den Brief von Abu Musa Aschari hat er geschrieben:

„In der islamischen Ummah ist  niemandem so sehr an der Einheit des Glaubensvolkes Mohammads (s) und deren Freundschaft untereinander gelegen und ist niemand derartig um sie besorgt, wie ich . Ich bete dabei zu Gott um den Lohn für Gutes und einen würdigen Ausgang.“ (Brief 78)

 

Imam Ali (a)  hat also mit seinem weisen Vorgehen in diesem sensiblen Abschnitt der Islamischen Geschichte alle Muslime gelehrt, dass die Wahrung und Stärkung des Islams und  die Bemühung um Wahrung des Wohls der Islamischen Ummah die wichtigste Aufgabe eines Muslims ist. Ali (a)  nennt die Einheit der islamischen Ummah ein kostbares göttliches Geschenk und beruft sich auf die Gemeinsamkeiten der Muslime, nämlich dass sie alle an den Einen Gott, den Propheten Mohammad und den Koran glauben.  Imam Ali hat, indem er das Wohl der islamischen Gemeinde anstrebte und ihre Einheit wahrte, den Islam vor der Vernichtung gerettet. Ali (a) fragtin der Chutba (Freitagssgebetsansprache) 18  Nahdschul Balagha: Wie kann  es in einer Gemeinde, in der allesamt den Einen Gott anbeten und einem Propheten gehorchen und dasselbe Buch haben, Meinungsverschiedenheiten geben?  Die Muslime müssen aufgrund ihrer grundsätzlichen Gemeinsamkeiten und ihre Brüderlichkeit durch den Glauben, sich für das Wohl der Islamischen Ummah einsetzen und sich vor der Spaltung, welche Scheitern und Rückstand zur Folge haben, hüten.

 Imam Ali (a) hat in der Chutba 192 im Nahdsch-ul Balagha , die Einheit und  Einmütigkeit als wichtiges Merkmal für Stärke und Größe bezeichnet. Er sagt dort:

„Schützt euch vor den Strafen, die durch Schlechtes auf die Gemeinschaften herabkommen und erinnert euch daran, wie es den Vorfahren in guten und harten Zeiten erging und fürchtet euch, wie sie zu sein. Wenn ihr nun das Leben der früheren Völker studiert und darüber nachdenkt, dann übernimmt das, was zu ihrer Größe führte, womit sie ihre Feinde aus dem Weg räumen konnten und was  ihnen Wohl bescherte und weswegen ihnen zahlreiche Segensgaben zur Verfügung gestellt wurden und was ihnen Größe verlieh. Es war die Enthaltung von Spaltung und die Bemühung um  Einheit und Einmütigkeit  und ihr gegenseitiger Ansporn dazu.“

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