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Sonntag, 19 April 2015 04:20

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (13)

   In diesem Teil geht es um die Ansichten  Imam Alis über die   Aufgaben von Regierungsbeauftragten und ihre Beziehungen zu der Bevölkerung. Der Imam sagt: Wer die Grundsteuer einfordert ohne das Land zu kultivieren, ruiniert die Städte  und vernichtet die Diener (Allahs), und seine Befehlsgewalt wird nur kurze Zeit bestehen.

 

Ein Staatsoberhaupt und seine Verantwortungsträger haben in einer Islamischen Gesellschaft  neben ihren Befugnissen zahlreiche Pflichten.  Im Nahdsch-ul Balagha  erfahren wir aus dem Munde von Imam Ali (a), warum eine Islamische Regierung zu gründen ist und welche  Pflichten ihr Oberhaupt trägt.  Zum Beispiel sagte Imam Ali in seiner Freitaggebetsansprache 131: O Gott! Du weißt dass ich mit der Machtübernahme nicht das Weltliche und Reichtum angestrebt habe, sondern ich wollte die Zeichen des Rechtes und deiner Wahrheit auf ihren Platz zurückbringen und in deinen Gebieten reformieren, damit deine unterdrückten Diener in Sicherheit leben können und  deine Gebote und Gesetze, die in Vergessenheit geraten sind, wieder durchgeführt werden.“

 

Eine der wichtigsten Aufgaben der Islamischen Regierung ist es die Steuern einzusammeln, denn eine Regierung braucht natürlich für die Verwaltung der Gesellschaft und Erwiderung der öffentlichen Bedürfnisse ein Budget.   Steuern gehören zu den geeignetesten Möglichkeiten um ein Budget aufzustellen. Imam Ali (a)  sieht im Steuereinzug die wichtigste Aufgabe des Regierenden  und sagt darüber zu Malek Aschtar:

„ Dieser Befehl kommt von dem Gottesdiener, Ali, Emir der Gläubigen und richtet sich an Malek Aschtar Sohn des Harith im Rahmen eines Bündnisses mit ihm, als er ihn zum Befehlshaber von Ägypten ernannte zwecks Erhebung der Charadsch (Grundbesitzersatzabgabe) ..., zur Besserung seiner Bewohner und dem Aufbau seiner Gebiete “ (Anweisung  52)  

                           

Imam Ali (a) empfiehlt Malek Aschtar, dass er mit den  Steuern und der Volkskasse so wirtschaften soll, dass es zum Wohl derer ist, die die Steuer zahlen.

Imam Ali (a) zieht in Betracht, dass man nur dann von den Bürgern mehr Steuern fordern kann, wenn es ihnen gut geht.

Deshalb macht er in einem anderen Teil der Anweisung 52 im Nahdsch-ul Balagha deutlich auf den Aufbau und die Kultivierung aufmerksam. Er sagt über die Folgen der Beachtung bzw. Nichtbeachtung dieses wichtigen Anliegens:

Du solltest noch mehr ein Auge haben auf die Kultivierung des Landes als auf die Einforderung der Steuern haben, weil diese nur mit der Kultivierung erreicht werden kann, und wer die Grundsteuer einfordert ohne das Land zu kultivieren,  ruiniert die Städte  und vernichtet die Diener (Allahs), und seine Befehlsgewalt wird nur kurze Zeit bestehen... das Gedeihen des Landes (aber) macht die Bevölkerung geduldiger.“

Es ist eine der Aufgaben von Regierungen, mit dem Volke milde umzugehen. Der Regierende darf dem Volke keine schwere Last auferlegen  und nicht mehr von ihm erwarten, als es ertragen kann. Mit einem solchen Vorgehen kann er das Vertrauen der Bürger gewinnen. Das Vertrauen der Bürger ist ein großes Kapital für eine Regierung, denn sie kann  sich, wenn es einmal notwendig ist, auf die Unterstützung der Bevölkerung verlassen.

Imam Ali (a) sagt über die Steuererleichterungen:

„Wenn sie (die Bürger) sich beklagen, dass die Steuerlast zu groß ist oder dass  die Ackerfrucht von einer Plage befallen oder Dürre eingetreten ist,  ... dann gewähre ihnen in dem Ausmaße Erleichterung, dass sich  ihre Lage verbessert und die Situation nicht schwierig für dich wird. Es ist nämlich eine Art Anlage und wird  in Form der Kultivierung deines Gebietes wieder ausgeglichen werden.“  

 

Im ersten Abschnitt seines Befehls hat  Imam Ali also  der Steuerabgabe eine zentrale Rolle zugewiesen und ist der Meinung dass ein Fortschritt zum Beispiel in den Städten nur mit Steuererhebung erreicht werden kann.                        

 

In einer islamischen Gesellschaft sind die Muslime rechtlich gleichgestellt.  Nähere   Verwandschaft- oder Bekanntschaft  zur Regierungsspitze oder eine gute Vergangenheit als Muslime, sind kein Grund für eine Bevorzugung vor dem Gesetz. Dennoch empfiehlt Imam Ali (a) seinen Regierungsbeauftragten dass sie sich gegenüber den Rechschaffenen und den  Übeltätern nicht auf gleiche Weise verhalten sollen. Er fordert dass zwischen denjenigen, die mehr als die anderen um gute Werke bemüht sind und denen, die sich weniger in dieser Beziehung Mühe geben, unterschieden wird und jeder entsprechend der Mühe die er sich gibt, auch Beachtung findet. In seiner Anweisung 53 schreibt er: Der Tugendhafte und der Übeltäter sollten ja nicht bei dir auf gleicher Stufe stehen, denn dadurch nimmst du den  Rechtschaffenen das Interesse daran, gute Taten zu begehen und  spornst (indirekt ) die Übeltäter zu schlechten Taten an.“  

 

An einer anderen Stelle dieser Anweisung sagt Imam Ali sagt :  „Fass für jeden ins Auge, wieviel Mühe er sich gegeben hat,  schreibe die Mühe des einen nicht einem anderen zu und bewerte seinen Dienst nicht als geringfügig. Lass dich nicht dadurch dass jemand bekannt ist dazu verleiten, eine kleine Mühe, die er auf sich genommen hat, als groß zu betrachten. Und lass dich nicht  dazu verleiten dass du eine große Tat für geringfügig einstufst, weil sie jemand begeht, den keiner kennt.“

                                    

Eine der wichtigsten Aufgabe der Regierungsbeauftragten einer Islamischen Regierung ist die Durchführung der Gerechtigkeit. Imam Ali (a) hat seinen Gouverneuren diese wichtige Angelegenheit laufend ans Herz gelegt. Aus seiner Sicht ist eine gerechte Politik die beste.  Als Imam Ali (a)  Ibn Abbas zum Gouverneur von Basra (Irak) bestimmte, rief er ihn als erstes zur Gottesfürchtigkeit und als zweites zur Herstellung von Gerechtigkeit auf. Er sagte: „O Sohn des Abbas! Geboten sind dir die Gottesfürchtigkeit und Gerechtigkeit  gegenüber denen, über die du Verwaltungsrecht erhalten hast.  Du musst mit den Menschen freundlich umgehen, sie an deinen  Versammlungen teilnehmen lassen und ihnen gegenüber geduldig sein.“

Imam Ali (a)  ruft seine Regierungsbauftragten auch dazu auf, gegenüber Nicht-Muslimen gerecht zu sein. In seinem Schreiben an Mohammad Ibn Abi Bakr, steht: „geh mit den Dhimmi (den monotheistischen Nicht-Muslimen) gerecht um, sei  fair zu den Unterdrückten und übe Nachsicht gegenüber allen.“

 

Ein entscheidender Aspekt einer gerechten Regierung ist die Gerechtigkeit in der Wirtschaft.  Benachteiligung und Unrecht in diesem Bereich ziehen auch Benachteiligung bei anderen sozialen Rechten nach sich.  Imam Alis (a) empfiehlt Malek Aschtar, seinen Gouverneur in Ägypten, denjenigen, die  für das Wirtschaftswohl in der Gesellschaft sorgen, besondere Aufmerksamkeit zu schenken und ihnen bei Beseitigung von Problemen zu helfen. Ein islamischer Herrscher muss generell im Auge behalten, dass es in jeder Bevölkerungsschicht Leute gibt, die schlechte Eigenschaften haben, wie Geiz und Engherzigkeit. Diese Eigenschaften sind eine Gefahr für die  Gesellschaft. Sie gefährden die Verwirklichung einer  gerechten Wirtschaft, denn sie sind der Grund dafür, dass einige nach einem Marktmonopol streben  oder Waren hamstern.  Deshalb empfiehlt Imam Ali seinem Gouverneur: „Du solltest es dir zur Gewohnheit machen mit den Händlern und Handwerkern gut umzugehen und auch andere dazu anleiten ... Aber du musst dennoch wissen, dass viele Händler  zu den Leuten gehören, die geizig sind und Waren hamstern.  Sie versprechen sich davon einen Gewinn  und verkaufen die Waren zu jedem beliebigen Preis und diese Profitbestrebungen und der Wucher schaden allen Mitgliedern der Gesellschaft und sind ein großer Nachteil für den Regierenden.“

                       

Imam Ali (a) bezeichnet es als Pflicht der Regierung, auf das Wohl aller Bürger zu achten. Immer wenn ein Schaden für die Allgemeinheit droht, muss der Regierungsbeuaftragte  durch Bestimmungen und sogar durch Strafen, das Recht der Allgemeinheit gewährleisten.  Deshalb weist Imam Ali Malek Aschtar an stets so zu handeln, dass das Volk  zufrieden gestellt wird, selbst wenn es einigen  Persönlichkeiten Missbehagen bereitet.  Er hebt hervor, dass es der Gerechtigkeit näher kommt, etwas zugunsten der breiten Masse zu tun, anstatt für die Interessen einiger besonderer Leute.  Er hat gesagt: „Unter den Angelegenheiten muss dir dasjenige  am meisten liebsten sein, was vom Recht her am meisten angemessen ist und von der Gerechtigkeit her die größte Reichweite hat und am meisten die Zufriedenheit des Volkes bewirkt.  Denn die  allgemeine Unzufriedenheit  des Volkes nacht die Zufriedenheit derer, die dir nahe stehen, wertlos. Während  allgemeine Zufriedenheit den Zorn derer in deiner Umgebung wirkungslos macht.“

                  

Die Bescheidenheit wird vom Islam als eine der wertvollsten Eigenschaften geschätzt. Alle werden dazu angehalten. Doch für Regierungsbeauftragte ist Bescheidenheit noch dringlicher und wertvoller. Keiner soll sich gegenüber reichen und mächtigen Leuten kleinmachen. Das ist nicht richtig. Aber wenn ein Mächtiger gegenüber dem Volke bescheiden ist, ist Bescheidenheit ein großer Wert. Durch eine solche Bescheidenheit wird ein Gouverneur  bei Gott auf eine höhere Stufe zu stehen kommen und vom Volke geschätzt werden. Imam Ali  hat öfters auf diesen Punkt aufmerksam gemacht und die Bescheidenheit gegenüber den schwachen Bevölkerungsgruppen hervorgehoben.

Er sagte: „Zeige ihnen kein hochmütiges Gesicht und sei Gott zuliebe bescheiden, damit dein Gott dich erhöht.“

Er empfiehlt Malek Aschtar dass er für die Erledigung der Angelegenheit des Volkes bescheidene Leute aussuchen soll und schreibt:

„Widme also einen Teil deiner Zeit nur denen, die dich brauchen,  damit du dich persönlich um ihre Anglegenheiten kümmerst und halte für sie eine öffentliche Sitzung ab und sei bescheiden gegenüber Gott, der dich erschaffen hat und halte deine  Soldaten und deine Helfer und Wachen dabei von ihnen fern, damit sie sorglos und ohne Angst mit dir sprechen können ...). Allah wird dafür den Schirm Seiner Barmherzigkeit über dich ausbreiten und dir den Lohn für den Gehorsam gegenüber Ihm zusprechen. Was immer du gibst, gib es mit Freuden, doch wenn du etwas verweigerst, tue es auf schöne Weise und entschuldige dich dafür.“

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