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Mittwoch, 01 April 2015 03:43

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (12)

  Wir  sprechen über weitere  Empfehlungen Imam Alis an seine Regierungsbeauftragten. 

Wir haben sie dem Nahdsch-ul Balagha entnommen wie folgende: „Fülle dein Herz bis zum Rand mit  der Liebe zum Volk und sei allen Freund und freundlich gegenüber.“Besonders bekannt ist die Anweisung 53  im Nahdsch-ul Balagha, ein Schreiben von Imam  Ali an seinen Gouverneur Malek Aschtar in Ägypten.

               

Im Islam soll eine Regierung dazu dienen, Recht und Wahrheit  zu unterstützen und Unrecht und Lüge zu beseitigen.  Um dies zu verwirklichen sind würdige Verwaltungskräfte nötig.  Daher hat Imam Ali (a) nachdem ihm die Gläubigen die Treue zugesagt hatten als ersten Regierungsschritt würdige Verantwortungsträger für die Exekutive gewählt.  Dabei richtete er sich nach den Kriterien der Religion, des Korans und der Sunna (Vorgehensweise) des Erhabenen Propheten (s). Imam Ali (a) wollte nicht, dass Regierungsangelegenheiten  in die Hand von charakterschwachen Menschen fallen.  Deshalb beobachtete er die Arbeit der gewählten  Verantwortungsträger und ließ ihnen moralische Empfehlungen zukommen. Nachdem Imam Alieinen seiner großen Befehlshaber  namens Malek Aschtar Nachai für die Verwaltung von Ägypten ausgewählt hatte, gab er in einem Schreiben an ihn die  besten Regierungsanweisungen heraus. Dieser Regierungsbefehl ist eine sehr kostbare Regierungscharta und enthält zahlreiche lehrreiche moralische Gesichtspunkte für jeden Herrscher. 

 

Gemäß dem  monotheistischen Denken Imam Alis (a) wird die Art der Verwaltung der Gesellschaft  von dem Glauben an den Einen Gott und den religiösen Überzeugungen geprägt.  Daher ruft er in seinem Regierungsvertrag mit Malek Aschtar diesen als erstes zur Gottesfürchtigkeit auf und betont, dass er den Gott-Gehorsam über alles andere stellen soll. Er empfiehlt ihm, sich nach dem Buch Gottes  und den islamischen Sitten zu richten und die Pflichtgebote einzuhalten.  Er mahnt, dass ihn nur die Befolgung dieser Gebote zum Wohl gereichen  wird  und er sich nur Übel einhandelt, wenn er sie nicht kennt und verletzt.  Imam Ali (a) erwartet von seinem Befehlshaber, dass er mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, Gottes Sache unterstützt und versichert ihm, dass Gott jedem der dies tut, hilft.  Imam Ali mahnt Malek Aschtar, dass er den Dämon egoistischer Verlangen ankettet und zähmt, da das Ego laufend das Schlechte befiehlt, es sei denn Gott erbarmt sich.

 

Der Islam lehrt, dass die Regierung ein Mittel ist  um das Volk hohen menschlichen Stufen zuzuführen. Zweifelsohne muss diese Absicht sich in dem Verhalten der Regierenden und ihrer Beauftragten widerspiegeln. Ein gütiges Verhalten zu der Bevölkerung kann verhindern helfen, dass eine Regierung auf die schiefe Bahn gerät.  

Ali (a)  schreibt in seinen Brief an Malek Aschtar: „Fülle dein Herz bis zum Rand mit  der Liebe zum Volk und sei allen freund und freundlich gegenüber.  Nicht dass du wie ein Raubtier eine gute Gelegenheit gekommen siehst, sie zu verschlingen. Das Volk besteht nämlich aus  zwei Gruppen. Die einen sind deine Brüder im Glauben und die anderen sind wie du Menschengeschöpfe.  Wenn sie eine Sünde begehen oder  Schwächen zeigen oder bewusst oder unbewusst einen Irrtum begehen, so verzeih ihnen und verfahre milde mit ihnen, so wie du möchtest dass Gott dir verzeiht und mit dir nachsichtig umgeht.“

 

In einem anderen Abschnitt des Schreibens an Malek Aschtar lesen wir: „Gewiss wird deine Güte ihnen gegenüber , ihre Herzen freundlich gegenüber dir stimmen. Zweifelsohne  hat  es für einen Regierenden  Zufriedenheit und Freude zur Folge, wenn er Gerechtigkeit im Lande herstellt und deutlich wird, dass die Bevölkerung ihn liebt.“

                      

 Wer ein wichtiges Amt in der Regierung übernimmt, muss natürlich das erforderliche Wissen und Können mit sich bringen. Verwandschafts- und Freundschaftsbeziehungen dürfen nicht für die Vergabe von Posten massgeblich sein, sondern nur die Kompetenz muss Kriterium sein. Deshalb schreibt Imam Ali an seinen Befehlshaber in Ägypten, Malek Aschtar:

Überlege gut,  wen du als Mitarbeiter einstellst. Stelle die Mitarbeiter erst auf die Probe  und zwinge sie nicht aufgrund deines eigenen Willens und ohne Beratung mit anderen  zu bestimmten Angelegenheiten, denn das ist eine Art Unrecht und Verrat.  Suche die Mitarbeiter der Regierung unter den erfahrenen und seriösen Leuten aus,... aus Familien die lauter sind und gottesfürchtig und unter den Muslime eine glänzende Vergangenheit besitzen. Ihr Charakter ist nämlich wertvoller und ihr Ruf ist sicherer und ihre Gier ist geringer und sie sind weitsichtiger....

Dann gib ihnen genügend Unterhalt , denn sie werden wenn sie genug Gehalt erhalten, verstärkt darum bemüht sein, sich zu verbessern und sie werden nicht die Hand nach dem Beit-ul Mal (Volksvermögen) ausstrecken, wenn sie  gut versorgt sind. „

 

Entsprechend der Verantwortung, die an  jemanden übertragen wird, muss er bestimmte moralische Eigenschaften  mit sich bringen. Wenn z.B.  jemand ein Amt übernimmt, bei dem er viel mit den Bürgern zu tun hat, muss er sich durch eine freundliche Art auszeichnen und bereit sein, dem Volk zu dienen.   Wenn er die Volkskasse verwalten soll, muss er für seine Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit bekannt sein.  Es spielt also nicht nur das Fachwissen sondern auch die Moral eine wichtige Rolle . Imam Ali  sagt über die Wahl von Heeresführern zu Malek:

Von deinen Heeresleuten wähle denjenigen zum Befehlshaber über die anderen,  der es am ehrlichsten mit der Erfüllung der Pflicht gegenüber Gott, dem Propheten und deinem Imam  meint und die größte Lauterkeit und Geduld  (sabr) besitzt. Jemanden, der von allen am spätestens erzürnt  und Entschuldigugen akzeptiert und freundlich zu den Schwachen ist  und den Mächtigen konsequent begegnet.“ 

                       

Zu den Eigenschaften, die einem Regierenden oder Regierungsbauftragten ernsthaft schaden gehört der Stolz und diktatorisches Gehabe.  Der Amsträger in einer Islamischen Regierung muss also von jedem Eigendünkel  und jeder Egozentrik absehen.  Daher empfiehlt Imam Ali (a) dem Malek Aschtar, der ein gottesfürchtiger und pflichtsbewusster Befehlshaber war:

„Wenn dich  angesichts deiner Stellung und Macht  der Stolz überkommt , dann denke an die Herrschaft Gottes. Sie steht über dir.  Sieh zu,  dass Gott  dich vor  dieser Rebellion bewahrt, deine Maßlosigkeit abklingen und deinen Verstand und dein Denken auf seinen wahren Platz zurückkehren lässt.... Hüte dich davor zu denken, du besäßest eine Größe ähnlich wie Gott und du seist in deiner Größe als Herrscher Ihm ähnlich. Denn Gott erniedrigt jeden  Widerspenstigen  und lässt jeden Selbstgefälligen wertlos werden.“   Es ist in der Tat so, dass erst ein Herrscher der Gesellschaft zu ihrem Fortschritt verhelfen kann, der  weise ist und überall Gott zugegen weiß und sich bewusst ist, dass Gott Zeuge all seiner Handungen ist.

 

Zu den Dingen, die das Vorgehen von Verwaltern der Gesellschaft und Regierungsbeauftragten gefährden gehört die Missachtung der entbehrenden Bevölkerungsgruppen.  Imam Ali (a) hat im seinem Regierungsvertrag mit Malek Aschtar , diesem empfohlen  besonders  an die Bedürftigen zu denken und ihren Forderungen gerecht zu werden und ihnen zu einem besseren Leben zu verhelfen. Er sagte: ...(Malek Aschtar!) Vernachlässige nicht die Sache  der entbehrenden Schichten in der Gesellschaft , der Arbeitsunfähigen und Bedürftigen und Notleidenden. Es gibt doch unter ihnen welche, die sich zurückhalten und andere die (offen) die Hand ausstrecken.  Gott zuliebe solltest du auf das Recht achten, dass Er für diese Schicht bestimmt hat und einen Teil der Volkskasse für sie vorsehen.... Denk immer an deren Probleme und wende dich nicht von ihnen ab.  Kümmere dich besonders um die Anglegenheit von denen, die unscheinbar sind und von den  anderen als klein und geringfügig betrachtet werden und kaum an dich herankönnen... Du solltest dich laufend tröstend und gütig den kleinen Waisenkinder und den betagten Menschen,  denen zur Beseitigung ihrer Not nichts anderes übrigbleibt als bittend ihre Hand auszustrecken,  zuwenden. Dies ist eine große Pflicht der Herrschenden.“
                               

 

Für Imam Ali (a) ist die nahe Beziehungen zwischen dem Volke und den Verantwortungsträgern  von großer Bedeutung.Wenn Regierungsträger diesen Aspekt missachten, geraten sie schnell vom richtigen Weg ab.  Der Imam schreibt daher an seinen Gouverneur in Ägypten:

„Verbirg dich niemals vor dem Volk. Wenn die Führenden sich verbergen, ist es ein Zeichen für Engstirnigkeit und geringe Kenntnisse von den Angelegenheiten der Gesellschaft.  Wenn Verwalter der Gesellschaft sich vor dem Volk verbergen werden sie an der Kenntnis von dem, was für sie verborgen ist, gehindert.  Also wird Großes geringfügig und Geringfügiges  groß erscheinen und Schönes als hässlich und Hässliches als Schönes und wird das Unrecht und die Wahrheit  in das  Gewand des Rechtes und der Wahrheit  schlüpfen.“  

Imam Ali (a) macht seine Regierungsbeauftragten auf einige besondere Zusammenhänge aufmerksam  und sagt: „Jeder, der eine führende Position hat, hat nahe Helfer und enge Vertraute und unter diesen streben womöglich einige  nach Privilegien und unlauteren Geschäfte .... du musst  diese Erscheinung  an den Wurzeln bekämpfen.  Nicht dass du  irgendeinem in deiner Nähe oder deinen Verwandten Land überlässt! Nicht dass einer  hofft über dich an Wasserquellen und Grund   zu gelangen und seinen Nachbarn Schaden zuzufügen, denn nur sie werden den angenehmen Nutzen davontragen und für dich bleibt dafür nur  Schmach im Diesseits und Jenseits .“ 

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