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Mittwoch, 18 Februar 2015 19:36

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (10)

    Den 10. Teil unseres Beitrages über das Denken Imam Alis gemäß dem Nahdsch-ul Balagha widmen wir der Darstellung seiner Persönlichkeit.

Der Persönlichkeit eines Menschen, der sagt: „Ihr Nachkommen des Abdul Mutalib , nicht dass ich sehe, dass ihr das Blut von Muslimen vergießt ...

  Zahlreiche Denker und Literaten haben Imam Ali Ibn Abi Taleb bereits sehr gut beschrieben, aber keine ihrer Beschreibungen konnte den hohen Tugenden dieses Anführers der Gottesfürchtigen gerecht werden. Wie kann jemand vom Gipfel der Tugenden schreiben, wenn er  ihn selber nicht erreicht hat? Und so  ist jener, der auf dem Gipfel  steht gezwungen, selber ein wenig über seine hohen Eigenschaften zu sagen, um die anderen zum Aufstieg zu höheren Horizonten anzuspornen.  Diesmal möchten wir also kurz betrachten, was Imam Ali (a) über sein Leben und seine Art gesagt hat.

                

Ali (a) hat auf seinen Beitrag zur Erstarkung des Islams hingewiesen. In der Chutba (Freitagsgebetsansprache) 33 sagt er: „Gott hat Mohammad (s) in einer Zeit zum Propheten ernannt, in der keiner der Araber aus einem   Himmelsbuch las und sich als Prophet vorstellte. Der Erhabene Prophet (s) hat die Menschen für ein edles Leben gewonnen, damit sie den Rang menschlicher Würde erreichen. Er hat sie der Rettung zugeführt und ihrer Gesellschaft Festigung beschert. Bei Gott! Ich war unter denen in der Spitze des Islamischen Heeres beim Angriff  auf die  Reihen des Unglaubens und des Götzentums, bis diese  besiegt wurden.“

In der Chutba 37 sagt Imam Ali (a):  „Damals als alle schwiegen, habe ich gesprochen. Als alle tatenlos blieben, habe ich mich dank Wegweisung durch das Licht Gottes in Bewegung gesetzt.  Bei Worten und Parolen, war ich stiller als alle anderen, aber beim Handeln war ich den anderen voraus.“

 

Die Geschichte belegt, dass viele  Anführer gar nicht von den Zielen und der Politik, die sie verkünden, überzeugt sind, sondern nur davon in ihren Parolen sprechen, um an die Macht zu gelangen. Imam Ali (a) gehörte nicht zu ihnen.  Er blieb seinen Zielen und Plänen treu. Darüber sagt er in der Chutba 175 im Nahdsch-ul Balagha : „Ihr Menschen! Bei Gott! Ich habe euch niemals zum Gott-Gehorsam angespornt,  ohne dass ich euch selber darin vorausgegangen wäre,  und ich habe euch vor keiner Sünde gemahnt, ohne mich, bevor ihr es tatet,  selber dieser Sünde zu enthalten.“

Ausdauer und Geduld sind würdige Eigenschaften für den Menschen.  Vieles Leid wird durch Geduld ertragbar.  Diese Geduld (sabr) gilt im Islam für drei Dinge: Geduld bei Problemen und Härten, Geduld bei der Durchführung von religiösen Pflichten, Geduld bei der Enthaltung von Sünden und Dingen, die die Religion verbietet.

 Die Geduld ist eine Zierde für den, der sie besitzt. Jeder verständige kluge Mensch sollte sich mit ihr schmücken.

Imam Ali war in jeder Hinsicht geduldig.  Deshalb handelte er auch in allen Angelegenheiten überlegt und er verlor  trotz der Provokationen und Beleidigungen des Feindes  nicht die Geduld und Selbstbeherrschung.  Er setzte nur die Waffe ein wenn der Feind selber angriff.

Bei der Verteidigung von Recht und Wahrheit fürchtete er keinerlei Gefahr. Ali (a) ist bei den Gefechten gegen die ignoranten hasserfüllten Götzendiener  oftmals verwundet worden.  Er verteidigte den Propheten und den Islam und war  bereit, dafür jede Mühe auf sich zu nehmen.  Imam Ali (a), der vom Propheten als sein Nachfolger vorgestellt worden war,  übte sich nach dem Verscheiden des Propheten, als andere die Nachfolgerschaft  für sich beanspruchten, in Geduld, weil dies zum Wohl der Islamischen Gemeinde und für die  Wahrung der Einheit notwendig war. Imam Ali (a) hat in der Chutba 3 gesagt: „Ich überlegte, ob ich mich alleine erheben soll, um mir mein Recht zu holen, oder ob ich mich in der  entstandenen  düsteren Unfreiheit hervorrufenden  Atmosphäre, die sie geschaffen hatten, gedulden soll... Nach einer angemessenen Einschätzung der Situation befand ich es für weiser, mich zu gedulden. Also  habe ich mich in Geduld geübt, obwohl es war als ob mir ein Dorn im Auge und ein Knochen in der Kehle steckte.“    

      

Imam Ali (a) hat auf sein Wissen aufmerksam gemacht, als er zum Beispiel sagte: „Bei Gott! Wenn ich will, kann ich jeden von euch über alle Dinge in seinem Leben – vom Beginn bis zum Ausgang, in Kenntnis versetzen. ...Wisset, dass ich diese kostbaren Geheimnise meinen vertrauten und zuverlässigen Helfern übergebe. ...Bei Gott, der Mohammad (s) zu Recht aussandte und ihn auserwählte, ich sage nichts als die Wahrheit. Der Prophet des Islams (s) hat mir alle Kenntnisse vermittelt.  Von dem Ort, an dem der stirbt,  der vernichtet werden wird, bis zu dem Ort, wo der Rettung findet, der gerettet werden wird  und auch das Ende dieser Regierung – über alle diese Dinge hat er mir etwas mitgeteilt. Ich habe nichts erlebt, ohne dass er mit mir im Vertrauen darüber gesprochen und mich in die Angelegenheit eingeweiht hätte.“

In der Chutba 128 sagt er: „Das Wissen über das Verborgene kennt nur Gott, aber es gibt einiges Wissen, das Gott Seinen Propheten gelehrt hat und das dieser Ehrwürdige mich lehrte. Der Prophet (s) hat für mich gebetet, dass meine Brust diese Kenntnisse aufnimmt und mein Herz sie versteht.“

Ali Ibn Abitalib (a) hat gleich am ersten Tag, an dem er die Macht über das große Islamische Reich übernahm, offen und ehrlich seine Politik bekanntgegeben und gesagt:  „Es ist die Wiederbelebung der Religion und die Herstellung der Gerechtigkeit in der Gesellschaft, die mich für das Regieren motivieren. Meine Methodik wird nichts anderes als die Vorgehensweise des Erhabenen Propheten (s) und darin werde ich bei keinem einen Unterschied machen.“

 

 

Die Politik muss gemäß der Denkschule Alis (a) , welche nichts anderes als die hohe Lehre des Islams und die edle Sunna (Vorgehensweise) des Propheten (s) ist, eng mit der Moral und Spiritualität verknüpft sein.  Politiker müssen immer würdig, ehrlich und rechtschaffen sein und sich der List enthalten.  Die Treue zu den ethischen Grundsätzen verhindert, dass Politiker und einflussreiche Leute unrechtmäßig handeln.

  Natürlich hatte die beispielslose Offenheit und Aufrichtigkeit Imam Alis in seiner Politik und bei der Regelung der Angelegenheiten der Gesellschaft zahlreiche Probleme für ihn zur Folge und selbst  einige seiner nahen Helfer haben ihm gesagt, dass die Politik keine solche absolute Aufrichtigkeit zulasse und man auch hin und wieder ein wenig List anwenden müsse.  Die Politik brauche eine Prise Schauspielerei.  Einige waren  so naiv und haben den Feind des Prophetenhauses, Muawiya als einen geschickten Politiker betrachtet!  Aber in den  Grundsätzen Alis  standen Wahrheit und Recht oben an.   Über seine politische Richtschnur sagt er in der Chutba 200:

„Bei Gott (ihr irrt euch) Muawiya ist nicht geschickter als ich und kein besserer Politiker. Aber er setzt Tücken ein und begeht die verschiedensten Sünden. Wenn Betrug und Tücke nicht verwerflich wären, wäre ich der listigste von allen, aber jede Heimtücke ist Sünde und jede Sünde ist eine Art Unglauben und Gottesleugnung. Am Tag der Auferstehung trägt jeder Betrüger eine Fahne in der Hand, an der er zu erkennen ist. Bei Gott! Ich lasse mich durch keine List täuschen und werde bei der Begegnung mit Schwierigkeiten  nicht versagen.“

 

Imam Alis Name erinnert sofort an die Gerechtigkeit. Seine Gerechtigkeit gehört untrennbar zu ihm und seinem Leben und Denken.  Wegen der Verwirklichung der Gerechtigkeit  trank er schließlich den Nektar des Märtyrertodes . Deshalb schreibt der libanesische  Autor George Jordac, ein Christ:  „Ali ist in seiner Gebetsnische wegen seiner großen Gerechtigkeit getötet worden.“

Der Inhalt des  Nahdsch-ul Balagha zeugt für die Gerechtigkeit Imam Alis (a). Von ihm stammen die Worte:  

„ Wenn ich nachts  Nacht auf Dornengestrüpp schlafen müsste oder man mich mit Ketten fesseln oder mit entblößtem Körper über den Boden schleifen sollte, ist es mir lieber, als dass ich am Jüngsten Tag Gott begegne  und jemandem ein klein wenig von seinem Eigentum gestohlen oder ein klein wenig Unrecht angetan haben sollte.“

 

Dem Brief 47 im Nahdschul Balagha  entnehmen wir Aspekte  der Gerechtigkeit Imam Alis und seiner Einstellung zu den Menschenrechten.  Imam Ali ist selbst dem gegenüber nachsichtig, der den tödlichen Anschlag auf ihn verübt hat, und fordert ein gerechtes Verhalten gegenüber ihm. Nachdem Ibn Muldscham Muradi aus dem Hinterhalt dem  Haupt des betenden Imam Alis einen heftigen Säbelhieb versetzt  und dem Imam eine schwere Wunde zugefügt hatte,  sagte Imam Ali (a)  zu seinen Kindern und Helfern: „Ihr Nachkommen des Abdul Mutalib , nicht dass ich sehe, dass ihr das Blut von Muslimen vergießt und sagt:  wir töten diese Leute, weil Ali getötet wurde.  Wegen dem Mord an mir, tötet nur den Mörder und wenn ich wegen seines Hiebes sterbe, dann versetzt ihm nur einen Hieb, denn auch er hat mir nur einen Hieb versetzt.“

  

     

 

 

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