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Freitag, 09 Januar 2015 03:15

Imam Alis (a) Denken im Spiegel des Nahdsch-ul Balagha (8)

   Was ist ein Imam und was bedeutet Imamat? Über diese Begriffe wollen wir heute  aufgrund der Worte  Imam Alis (a) im Nahdsch-ul Balagha sprechen. Eine der wichtigsten Aufgabe des Imams ist die Herstellung von Gerechtigkeit in der Gesellschaft.
Aus den Koranversen und den islamischen Überlieferungen entnehmen wir, dass es immer einen Gottesfreund gibt, der  auf der Erde Recht und Wahrheit wiederspiegelt und am besten als Statthalter Gottes geeignet ist.  Gott spricht  im Vers 30 der Sure 2 : „...Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Wahrlich, Ich werde auf der Erde einen Nachfolger einsetzen..."

Adam war der erste Statthalter Gottes auf der Erde. Aber das Amt des Kalifen Gottes galt  nicht nur für ihn alleine, sondern für alle seine Nachkommen.  Nach Adam bis zur Aussendung des Propheten Mohammad (s), dem letzten Botschafter Gottes, hat es immer  Propheten und ihre Nachfolger gegeben, damit sie ein Hudschat (Beweis)  Gottes für die Menschen sind und die Lehre Gottes verbreiten. Nachdem Gott den Propheten Mohammad (s)  zu sich genommen hat, sind die 12 Unfehlbaren Imame (a) aus seinem Hause nacheinander Beweise Gottes und Wegführer der Menschen gewesen. Der letzte von ihnen ist der Imam der Zeit (a) , der sich noch im Verborgenen aufhält Er ist der Beweis Gottes für die Weltbewohner und auf Anweisung des Herrn sieht er alles vom verborgenen Reich aus.   Er wird sobald Gott den richtigen Moment für gegeben weiß, in Erscheinung treten und mit seiner universalen Bewegung das Unrecht an den Wurzeln vernichten und die Welt mit Gerechtigkeit erfüllen. Möge dies bald geschehen!

 

Gemäß Nahdsch-ul Balagha ist der Imam Beweis Gottes für die Menschen, denn er erhält seinen Auftrag vom Allmächtigen. Ein treuer Helfer des Imam Ali (a) namens Kumail Ibn Ziyad an-Nacha`i sagt: „einmal nahm Ali (a) mich während seines Kalifats in Kufa (Irak) an der Hand und wir verließen gemeinsam die Stadt. Als wir draußen vor der Stadt waren, tat er einen Seufzer aus tiefstem Herzen und sagte:

„... Ja die Erde bleibt nie ohne einen Hudschat (Beweis) , der für Gott mit klaren Beweisen kämpft. Entweder tritt er unter den Menschen in Erscheinung und ist bekannt oder er fürchtet sich und hält sich verborgen. Dies geschieht damit die Beweise Gottes und seine klaren Zeichen nicht untergehen. Wer aber sind sie (diese Hudschat)? Bei Gott! Ihre Zahl ist gering, aber sie stehen für Gott  höher als alle  anderen.  

Gott bewahrt durch sie Seine Beweise und Zeichen, bis er sie an jemanden wie sie übergibt .... sie sind es, denen  Wissen   das Licht der Erkenntnis von der Wahrheit auf ihre Herzen scheinen lässt  und die den Geist der Gewissheit empfangen haben. Was denen, die nach den weltlichen Freuden streben, schwer fällt, ist für sie leicht und sie sind mit dem vertraut, wovor sich die Unwissenden fürchten. Sie leben auf der Welt mit Körpern, deren Geist mit dem höheren Reich verbunden ist. Sie sind die Statthalter Gottes auf Seiner  Erde  und sie sind es, die die Menschen zur Religion Gottes aufrufen. Ach, ach, wie sehr verlangt es mir nach einer Begegnung mit ihnen.“ (Nahdsch-ul Balagha, aus Hikmat (Weisheit) 147)  

 

Ein Hudschat und Imam ist jemand,  zu dessen Befolgung  Gott die Menschen auffordert. Daher muss ein Imam  natürlich  allen anderen hinsichtlich seines Wissens über die Religion und seines Handelns  gemäß ihr voraus sein. Ein Imam  ist wissender, weiser und gottesfürchtiger und edler als jeder andere: Imam Ali (a) hat in der Chutba 172  (im Nahdschul Balagha) über die Attribute und Kompetenzen des Imams gesagt:

„Ihr Menschen!  Diejenigen sind am würdigsten für die Statthalterschaft des Propheten und für das Imamat (die Lenkung) der islamischen Umma (Glaubensgemeinde)  die hinsichtlich kluger Planung und Politik von allen die Fähigsten und besser als alle anderen mit den göttlichen Geboten vertraut sind.“

 

Wir brauchen uns nur  ein wenig über die Eigenschaften der Edlen aus dem Hause des Propheten (s) zu informieren , um zu erkennen, dass sie für das Imamat der Gläubigen und als Nachfolger des Propheten Gottes (s) kompetent sind. Imam Ali (a) hat in der Chutba 2 laut Nadsch-ul Balagha gesagt:

„Sie  bewahren die Geheimnisse des Propheten (in die Gott ihn eingeweiht hat)   und sind Rückhalt für seinen Befehl (der Gottes Befehl ist) und die Schatzkammer Seines Wissens und diejenigen, die nach den Geboten befragt werden können. Sie behüten den Schatz der göttlichen Bücher und sind die festen Berge der Religion Gottes.  Mit ihrer Standhaftigkeit richteten sie den gekrümmten Rücken der Religion wieder auf und verliehen ihm Festigkeit.“

Die wichtigste Aufgabe des Imams ist die Verteidigung der Lehre Gottes und die Herstellung von Gerechtigkeit in der Gesellschaft.  Der Imam unterstützt mutig  Recht und Wahrheit und setzt sie konsequent durch.  Imam Ali hat dies auch indirekt  allen empfohlen , die aufgrund von Recht und Gerechtigkeit regieren wollen und sich vor dem Unrecht hüten möchten.

In der Hikmat (Weisheit) 107 im Nahdsch-ul Balagha steht:

„Der Befehl Gottes, des Gepriesenen wird nicht durchgeführt, es sei denn durch jemanden der bei der Durchführung des Rechtes keine Kompromisse schließt und nicht – wie die Vertreter des Unrechts -  schwach wird und das Recht nicht mit Füßen tritt, indem er seinen egoistischen Neigungen folgt.“

 

Insgesamt gesehen besteht die wichtige Rolle des Imams darin Recht und Wahrheit vorzustellen und  sich für seine Verwirklichung einzusetzen.  Im Rahmen dieser vornehmlichen Aufgabe werden auch die anderen Pflichten und Programme des Imams deutlich. Zum Beispiel zeichnet sich der Imam (Lenker und Oberhaupt der Muslime) dadurch aus, dass er den Befehl Gottes befolgt und den Menschen die göttlichen Gebote mitteilt und sie mahnt und gut berät. Er soll  die Tradition Gottes beleben und diejenigen nach den göttlichen Gesetzen bestrafen, die es  verdienen.

 

Die  Herstellung der Gerechtigkeit in der Gesellschaft und ebenso die Einführung der Sitten des Propheten (s) , welche  aus einer Summe von höchsten Beispielen fürs Leben bildet, gehört zu den wichtigen Angelegenheiten des Imams.  Aber dies ist ohne ein Vorgehen gegen die falschen Werte, Aberglauben und ketzerisches Denken gar nicht möglich. Daher hat Imam Ali (a) im Nahdsch-ul Balagha in der Chutba 123 gesagt:  „Wisset! Der beste Diener ist vor Gott dem Allmächtigen der Imam und gerechte Führer, der selber rechtgeleitet ist und den anderen den Weg zeigt. Ein Imam, der die klaren Traditionen des Erhabenen Propheten (s) in der Gesellschaft aufstellt und festigt und die ignoranten und fremden Verfälschungen und Hinzufügungen beseitigt.  Die Traditionen sind klar und ihre Zeichen sind deutlich, ebenso wie die ketzerischen Hinzufügungen klar und ihre Zeichen sichtbar sind.“

 

Der Islam zwingt niemanden zur Religion und das ist ein Aspekt, der Beachtung verdient.  Gott hat niemanden gezwungen, dass er einen Glauben oder eine Religion annimmt. Aber er hat durch Entsendung von Seinen Hudschats (Beweise, hier Wegweiser der Religion ) den Menschen den Weg zu Recht und Wahrheit gezeigt, damit sie nach ihrer Rettung streben. Rettung finden können diejenigen, die sich bemühen,  die Hudschat Gottes zu erkennen und ihrem rechten Weg zu folgen.  In den Überlieferungen wird der Imam mit der Kaaba verglichen wurde: die Kaaba kommt zu niemanden her,  sondern alle gehen zu ihr.

 

Der Imam wird wie der Prophet von Gott ausgewählt, aber seine Regierung über das Volk setzt voraus, dass das Volk damit einverstanden ist.  Doch auch wenn das Volk nicht einverstanden ist, bleibt  der Imam ein  Imam (Lenker und Wegführer).  Imam Ali (a), nachdem er nach Jahren die Regierung übernahm an einige die dagegen waren, wie Talha und Zubair gesagt:

 

„Bei Gott!“ Mir verlangt es weder nach dem Kalifat noch habe ich Interesse daran, über euch zu regieren. Aber ihr habt mich dazu aufgefordert und mich gedrängt, es anzunehmen.  Als mir das Kalifat zufiel, habe ich auf das Buch Gottes geschaut und das befolgt, wozu er mich bestimmt hat und dessen Durchführung er uns befohlen hat und mich danach gerichtet, was der Prophet als Vorgehensweise (Sunna) festlegte.  In dieser Beziehung brauche ich nicht eure Meinung oder die Meinung anderer und es ist kein Befehl erfolgt, den ich nicht kennen würde...“

Gemäß dem was wir sagten, ist also der Imam ein Hudschat (Beweis) Gottes für die Menschen. Ein wahrer Hudschat ist jemand  der seitens Gott als Vorbild und Wegweiser der Menschen  handelt  und sie auf dem Weg zu Gott führt.  Daher ist es notwendig, den Imam zu kennen, damit wir durch seine Wegweisungen und das richtige Religionsverständnis zu einer größeren Gotterkenntnis gelangen.    Aus der Geschichtsschreibung erfahren wir, dass Imam Hussain (a) einmal zu seinen Glaubensgefährten und Helfern sagte, nachdem er vorher Gott gepriesen hatte:  „Leute! Bei Gott, der  Seine Diener nur dazu erschaffen hat, damit sie ihn kennen und wenn sie ihn erkannt haben, ihn anbeten und ihm dienen!  Wenn sie Ihm dienen, brauchen sie niemand anderen mehr zu dienen!“

Da sagte einer der Anwesenden: „O Nachkomme des Propheten Gottes: Worin besteht die Erkenntnis Gottes?

Der Imam (a) antwortete:  „Die Gotterkenntnis setzt voraus, dass die Menschen einer jeden Ära den Imam und Anführer ihrer Zeit kennen und darin eine Pflicht sehen, seine Befehle durchzuführen und ihm zu folgen.“

 

 

 

 

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