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Donnerstag, 25 September 2008 10:27

Politische Stärke aus der Sicht Imam Alis (a.s.)

Politische Stärke aus der Sicht Imam Alis (a.s.)
Als Imam Ali - Friede sei mit ihm - an die Macht gelangte und die Bürger ihm den Treueid leisteten, wurde der Welt ein besonderes Modell der Souveränität vorgestellt.
Nach dem Dahinscheiden des Propheten (s.a.a.s.) hatte die Gesellschaft allmählich den Weg des Untergangs eingeschlagen und die Bürger waren mit Gedanken der Ignoranz und übermäßigen Forderungen beschäftigt. Unter diesen Bedingungen übernahm Imam Ali mit einem unterschiedlichen Blick auf die Kategorie der Macht die schwierige Pflicht der Führung, um die über die Menschen herrschende Kultur zu ändern und die Gesellschaft des Gottesgesandten ein weiteres Mal wiederzubeleben.

Nach Ansicht von Imam Ali (a.s) kann eine Gesellschaft ohne politische Macht die Ordnung nicht wiederherstellen. Die Zivilisierung der Menschen und Herstellung sozialer Verhältnisse beruhen auf der politischen Macht. Diese trägt zur Verwaltung der Gesellschaft bei und regelt die Angelegenheiten des Landes und sorgt für Ordnung. Imam Ali (a.s.) sagte: „Die Stellung des Staatsmannes gleicht einem Faden, der die Perlen miteinander verbindet. Reißt der Faden, zerstreuen sich die Perlen und gehen verloren."

Sicherlich besteht in jeder menschlichen Gemeinschaft das Bedürfnis nach Souveränität und politischer Macht. Die Souveränität verhindert die Entstehung von Chaos in der Gesellschaft und somit auch ihren Zerfall. Imam Ali sagte hierzu: „Keine Gesellschaft ist imstande ohne Besinnung fortzubestehen. Deshalb bleibt einem nichts anders übrig als die Ausübung der Macht."

Hier lässt sich fragen, ob die Macht den Zweck darstellt oder das Mittel?
In der Logik Imam Alis (a.s.) muss der Mensch wohl oder übel die Tatsache akzeptieren, dass diese Welt kein ewiger Ort für ihn ist. Die Welt ist nämlich ein unbeständiges Haus und es bleibt den Menschen letztendlich nichts anders übrig, als auf ihre Stadt und Heimat zu verzichten und sich in die andere Welt zu begeben. Die Akzeptierung dieser Tatsache stellt den ersten Schritt zur Zähmung des widerspenstigen Wesens des Menschen und seiner großen Wünsche dar. Wenn es ihm gelingt, seine widerspenstige Seele zu bändigen, wird er sich die weltlichen Begriffe mit all ihren Attraktivitäten nicht mehr zum Ziel setzen und die Macht als eine weltliche Angelegenheit verliert bei ihm an Anziehungskraft.

In einem bestimmten Zeitabschnitt der Geschichte führten die prekäre Lage der Gesellschaft und Anstieg der Klassenunterschiede zu Unzufriedenheit und Meuterei unter der Bevölkerung. Unter diesen Umständen und auf dringende Forderung des Volkes sah sich Imam Ali gezwungen - trotz seiner Abneigung gegenüber dem Weltlichen - die Macht zu ergreifen. Er sagte über sich selbst: „O Gott, du weißt, dass das was ich getan habe, nicht aus Machtbesessenheit geschah und auch nicht, weil ich übermäßige Forderungen gegenüber der nichtigen Welt habe."
Aus der Sicht des Imam stellt die politische Macht ein Instrumentarium zur Umwandlung der in der Gesellschaft vorherrschenden Kultur und Wertmaßstäbe sowie ein Mittel für die Rechtleitung der Menschen dar.
Die politische Macht ist nur dann zu bestätigen, wenn sie zwei Eigenschaften hat: Zum einen Leistungsfähigkeit und zum zweiten Legitimität. Denn durch die politische Macht kann man Rechte geltend machen und Unrecht beseitigen, Merkmale der Religion errichten, Städte kultivieren und im Großen und Ganzen das soziale Leben der Menschen erhalten. Aber der wichtigste Schritt im Einklang damit besteht im Besitz von göttlicher Legitimität. Imam Ali, Friede sei mit ihm, bezeichnet eine Macht, die nicht tugendhaft ist als minderwertiger als das Niesen oder wertloser als ein alter Schuh. Solange der Imam von der Bevölkerung nicht akzeptiert worden war, war er auch nicht bereit sich der Gesellschaft aufzuzwingen. Und dies ist eine der größten Privilegien von Imam Ali (a.s.).
Aus Sicht der heutigen Politiker ist die Macht von Moral und Religion zu trennen und man sollte zwischen beiden Faktoren einen auswählen. Die meisten Machthaber von heute haben sich von der Moral distanziert und schrecken von keiner unmoralischen und unmenschlichen Tat zurück. Sie befassen sich zur Erlangung ihrer Ziele mit Ränken und Kriegen, Agitationen und mit gemeinen politischen Spielen. Unter diesen Umständen kommt es in der Gesellschaft zu Verderbtheit und der Fanatismus der Unwissenden, die es auch in der Zeit vor dem Islam gab, wird größer. Aber Imam Ali (a.s.) stellt einen Staatsmann dar, der - indem er die Macht innehat - an die menschliche Moral, Freimütigkeit und Glückseligkeit der Menschen denkt und in seiner Regierung die Politik mit den kleinsten moralischen Feinheiten verbindet. Er ist demnach in erster Linie bestrebt, die Atmosphäre der Gesellschaft mit dem Duft von Glauben, Gottesfurcht und Einmütigkeit zu verzieren. Und so kommt es, dass im Lichte der Verbindung zu Gott, den Menschen alles wertlos und verächtlich erscheint und die Fleischeslust weniger zum Vorschein kommt.
Die Geschichte hat keinen mächtigeren Mann als Imam Ali (a.s.) erlebt. Obwohl er zu seinen Lebzeiten die größte Macht besaß, musste niemand vor ihm aus Angst zittern. Er vertrat die Ansicht, dass politische Macht flexibel sein sollte und das Herz des Staatsmannes voller Mitgefühl und Sympathie gegenüber der Bevölkerung, insbesondere gegenüber den Schwachgestellten und Notleidenden. Aus der Sicht Imam Alis besitzt der Respekt gegenüber dem Herrscher, der auf Angst beruht, keinen Wert. Also sagte er denjenigen, die sich ihm gegenüber klein und minderwertig zeigten: „Seid nicht Sklave von anderen; Gott hat euch frei erschaffen." Der Imam regte die Menschen des Öfteren an, ohne Angst und Bedenken Kritik zu üben und ihre Vorschläge ohne Bedenken darzulegen. Er sagte seinem engen Vertrauten Malek Aschtar: „Beschäftige dich in einem Teil deiner Zeit mit denen, die auf dich angewiesen sind. Nimm dir für ihre Angelegenheiten Zeit und nimm bescheiden an öffentlichen Versammlungen teil, damit die Vertreter der Bevölkerung ohne in Verlegenheit zu geraten mit dir sprechen können."
In der Logik von Ali (a.s.) wächst auch das Recht als eine grundlegende Angelegenheit mit hinein in die Macht. Er ergreift die Macht, um damit ein Recht geltend zu machen und eine gesunde Grundlage zum Wachstum der Tugenden und Herstellung der sozialen Sicherheit zu schaffen. Imam Ali (a.s.) hält die Herstellung der Gerechtigkeit als wichtigsten Faktor der Macht und bezeichnet die Ausführung der Gerechtigkeit als das Augenlicht eines jeden Staatsmannes. Er ist der Auffassung, dass immer dort wo Diskussionen sind von der Gerechtigkeit die Rede sein sollte. Er sagte in einem Schreiben an einen seiner Funktionäre: „Dein Gewinn bei der Herrschaft sollte nicht darin bestehen, dass du ein Vermögen sammelst oder deine Wut an jemandem auslässt, sondern darin, das Unrecht zu beseitigen und das Recht wiederzubeleben."
Ali (a.s.) spricht die Rettung der Umma vom Abirren und Entwicklung und Aufbau als Gründe der Annahme der Regierung an und sagt: „Ich habe mich zu eurer Rechtleitung erhoben, denn ihr wart zusammengekommen und hattet Irrwege gewählt, ihr wart vom rechten Weg abgekommen und hattet keinen Führer,... Ich wollte Reformen und Kultivierung in den Städten in Gang setzen, um die Sicherheit für die leidgeprüften Menschen herzustellen."
Imam Ali (a.s.) machte die politische Stärke zu einem Instrumentarium für die Meinungsfreiheit, Dienstleistungen an die Bevölkerung und Ausführung der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit. Er sagte den Verantwortungsträgern, wenn die politische Macht nicht imstande ist, den Forderungen und Bedürfnissen der Gesellschaft Gerecht zu werden, wird sie dann zur Diktatur tendieren und keinerlei Freiheiten akzeptieren." Aber es gibt nur wenige Menschen, die nicht wissen, dass dieser beispiellose und mächtige Staatsmann der am höchsten unterdrückte Mensch der Geschichte wurde. Aber die Macht und Niedergedrücktheit sind mit einander unvereinbar und die Machthaber gehören normalerweise zu den Eroberern der Geschichte. Aber das Pochen Imam Alis auf Herstellung der Sicherheit und Gerechtigkeit machte ihn zu den höchst unterdrückten Führungspersonen, so dass er schließlich sein Leben dafür verlor. So sehr man heute über den Charakter und die Seelengröße Imam Alis nachforscht, findet man immer neuere Punkte über die Tugenden dieses beispiellosen Menschen. Nunmehr ersehnt die Welt, die in Ungerechtigkeit und Abnormitäten verwickelt ist, eine Geschichte machende Persönlichkeit wie Imam Ali (a.s.).

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