Die Kunst des Theaters - Fadschr-Theaterfestival 2012
Theater ist eine Kunst, die mit dem Urwesen des Menschen vermischt ist und es hat diese Kunst in verschiedenen Formen in allen Epochen der Geschichte gegeben. Einige mögen der Ansicht sein, dass die Wiege des Theaters an bestimmten Orten wie zum Beispiel im antiken Griechenland steht. Aber die geschichtlichen Tatsachen und Dokumente zeugen dafür, dass das nicht stimmt und dass es schon weit vorher in der Geschichte überall Formen der Theaterkunst gegeben haben muss, die sich mit der Zeit weiter entwickelten. Was die Geschichte der Theaterkunst im Iran betrifft liegen ihre Ursprünge nach soziologischer Ansicht Jahrtausende zurück.
Die Iraner haben bereits vor langer Zeit ihren eigenen Formen des Theaters hervorgerufen wie, - das Passionsspiel Ta´zieh– das Erzähltheater Naqali und das typisch iranische Marionettenspiel Cheymeh Schab Bazi. Diese werden traditionelles iranisches Theater genannt und sind Teil des Kulturerbes des Landes. Die traditionellen Theaterformen gelten als eine Art Spiegel der Gesellschaft und der Bräuche in ihr. Sie haben ein breites Publikum. Es gibt jedoch noch ein anderes Theater im Iran, welches ungefähr so alt ist wie die Konstitutionelle Revolution zu Beginn des 20. Jahrhundert.
Die damaligen Wandlungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wirkten sich auch auf Kultur und Kunst unter anderem auf das Theater aus.
Es wurden neue Theaterstücke geschrieben, aber ihre Sprache war verschieden von dem traditionellen Theater und die Darstellungsformen richteten sich nach westlichen Vorbildern, auch wenn klassische iranische Literatur zugrunde gelegt wurde. Durch Gründung eines Theater-Lehrinstitutes und Theatersalons fand die breite Masse Zugang zu diesem neuen Theater, aber wegen der westlich orientierten Politik der Theaterverantwortlichen und der Iraner, die im Westen studiert hatten, stieß dieses Theater wegen seiner Inhalte auf Ablehnung bei den Bürgern und bewussten Kulturfreunden.Das Pahlavi-Regime drängte jedoch die verantwortungsbewussten Künstler an den Rand und warb für das westliche Theater und seinen Inhalt. Es unterstützte westorientierte Künstler und Intellektuelle. Auf diese Weise wollte man die kulturellen Interessen der iranischen Bevölkerung ändern.
Aber in den letzten 10 Jahren des Schahregimes, d.h. circa in den 70iger Jahren haben die meisten Sachverständigen die dekadenten entfremdeten Formen in der Kunst unter anderem Kino und Theater verurteilt . Für sie bedeutete diese Entwicklung ein kultureller Verfall und die Zerstörung der Schätze der iranischen Kunst.
Nachdem die Islamische Revolution im Februar 1979 siegte, ging der neue Geist auch auf die Kunst und das Theater über. Gleich zu Beginn kamen zahlreiche Theaterstücke mit verschiedenen politischen und denkerischen Tendenzen auf die Bühne und mit Normalisierung der Bedingungen, erfuhren auch die Theatertätigkeiten eine Institutionalisierung.
Es wurde das Zentrum für Theaterkünste gegründet.
Junge Künstler und Autoren erschienen auf der Theaterszene und dies ist eines der wichtigsten Merkmale des Theaters nach der Revolution und führte zu einem Wettbewerb mit ausländischen Theaterstücken. Diese junge Theatergeneration hat die religiöse und nationale Kultur verbreitet und die traditionellen iranischen Theaterkünste wieder belebt.
Ihre Theaterstücke waren besonders in den ersten Jahren nach dem Sieg von revolutionärem Enthusiasmus geprägt
An der darauf folgenden Theaterkunst war die Bemühung um die islamische Identität abzulesen.
Typisch für das Theater nach dem Revolutionssieg war die Aufmerksamkeit für Marionetten- und Kindertheater.
Ein wichtiger Aspekt des Puppentheaters ist nämlich die pädagogische Seite. Durch das Puppenspiel lassen sich neue Gedanken nahe bringen.
Das Schüler und Studenten- und professionelle Theater hat hierbei wertvolle Erfahrungen gesammelt, wie zum Beispiel mit der Puppenoper Rustam und Sohrab oder Aschura, die im In- und Ausland ihr Publikum fand.
Ein weiterer Erfolg des iranischen Theaters nach der Islamischen Revolution sind die zahlreichen jährlichen Festivals, die Künstler des in- und ausländischen Theaters umeinander versammelt. Meistens sind sie einem besonderen Thema gewidmet.Die wichtigste dieser Veranstaltungen ist das internationale Fadschr-Theaterfestival. Es findet jedes Jahr anlässlich der Siegesfeiern im Iran statt.
Die diesjährige 30. Runde des Fadschr-Theaterfestivals beginnt in Teheran und wird zum Teil in den Provinzen Albors, Golestan, Kermanschah, Lorestan, und Nord-Chorassan abgehalten.
An dem Festival dieses Jahres werden neben den Werken der iranischen Künstler auch Theaterstücke aus Frankreich, Italien, Deutschland der Schweiz und Japan auf die Bühne gebracht. Für die internationale Festivalabteilung wurden die Theaterstücke nach den drei Kriterien : optische Effekte, Bühnentechniken und Abwechslung in der schauspielerischen Darstellung ausgewählt.
Von circa 10 ausländischen Gruppen, die an dem Festival teilnehmen, ist nur eine vorher schon einmal auf dem Fadschr-Fstival gewesen.
In der Abteilung Hochschule und Studenten gelangt eine Auslese der besten Theaterstücke auf die Bühne und die Studenten werden in Lehr-Worksshops mit den neuesten Errungenschaften und Theatererfahrungen aus dem In- und Ausland vertraut.
Wie immer wird es Straßentheater anlässlich des Fadschr-Festivals geben und von der Bevölkerung im Rahmen der Jahresfeiern des Sieges der Islamischen Revolution begrüßt werden.
In diesem Teil gibt es 24 Theaterstücke, von denen die Hälfte dem Thema der Revolution gewidmet sind und Inhalte wie Selbstopfer, freiheitliches Denken, Martyriumsbereitschaft und Verteidigung der Islamischen Werte in der Sprache des Theaters verbildlichen.
Insgesamt werden 130 Theaterstücke für die Allgemeinheit aufgeführt werden und mehrere Jurygruppen werden in den verschiedenen Festivalabteilungen ein Urteil fällen.
Das 30. Internationale Al-Fadschr-Theaterfestival hat am 25. Januar begonnen. Zu ihm gehören Lehr-Werkstätten für die Bühnengestaltung, schauspielerische Kreativität, Drama und Erzählung und an ihnen nehmen auch Theaterleute aus dem Ausland teil. Weiterhin stehen Sitzungen unter dem Motto „Theaterverwaltung“ und "Grundlagen des Puppentheaters“ auf dem Fadschr-Theaterfestival in Teheran auf dem Programm. Dieses Festival endete am 11. Februar mit Abschlusszeremonien in Teheraner Theatersälen und die Preisträger werden an diesem Tag, welches der Jahrestag des Sieges der Islamischen Revolution ist, vorgestellt werden.



