Mittwoch, 23. Mai 2012

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Sonntag, 19. Februar 2012 um 10:45

Preisgekrönte iranische Filme auf dem 30. Fadschr-Filmfestival

Preisgekrönte iranische Filme auf dem 30. Fadschr-Filmfestival

Die Kunst des Kinos ist im Iran beliebt und jedes Jahr findet im Bahman, d.h. im Februar das internationale Fadschr-Filmfestival statt. Wieder wurden auch in diesem Jahr dem Publikum und der Jury neue Filme vorgestellt. Das 31. internationale Fadschr-Filmfestival lief wie immer vom 1. bis 11. Februar in verschiedenen Kinosälen Teherans aber auch in Kinos einiger anderer Stadtkreise.

Insgesamt haben 126 Filme an den verschiedenen Wettbewerbssparten: dem Dokumentationsfilm, dem internationalen Wettbewerb, der Abteilung „asiatischen Kino“ und der Abteilung „Kino Islamischer Länder“, sowie der Abteilung drei-dimensionales Kino und dem „Festival der Festivale“ teilgenommen. Die 32 teilnehmende iranische Filme waren Spielfilme von bekannten Filmregisseuren und von neuen Talenten. 5 langjährige Größen des Kinos wurden gewürdigt und die 30-jährige Akte des Festivals wurde einer Betrachtung unterzogen. Außerdem standen mehrere Seminare auf dem Programm und im Milad-Turm erwartete der 15. Fadschr-Filmmarkt seine Gäste.

 

Der Fadschr-Filmmarkt dient dem Angebot iranischer Filme und Filmserien im Ausland und dem Kauf von Produktionen anderer Länder.

Dieser Filmmarkt fördert vor allen Dingen den Kauf von Rechten an Kinofilmen, die Teilnahme an ausländischen Festivals und die öffentliche Vorführung von Filmen in anderen Ländern. Der Markt wird jedes Jahr von den in- und ausländischen Filmunternehmen begrüßt.

Dieses Jahr waren 124 Unternehmen und Institutionen auf dem Fadschr-Filmmarkt präsent, ungefähr zwei Drittel davon nicht-iranische.

 

Die Preisträger des Festivals wurden in zwei getrennten Zeremonien, nämlich internationaler und inländischer Festivalabteilung vorgestellt.

Auch die Zuschauer konnten ihre Stimmen für einen Film abgeben und die vom Publikum gewählten Filme wurden ebenso gewürdigt.

In den 24 Kinosäulen, die in Teheran Gastgeber des Festivals waren, haben sich circa eine Millionen Zuschauer die Filme angeschaut. Dabei erhielt der Film „Schnee auf den Tannen“, das erste Werk von Peyman Maadi die meisten Zuschauerstimmen.

Die Filme „Tage des Lebens“, „Kugelfest“ und „Malekeh“ (Königin) wurden auf dem 30. internationalen Fadschr-Filmfestival mit den meisten Preisen ausgezeichnet.

Wir möchten diese Filme kurz vorstellen:

Den Filme „Rushaje Sendegi“ - nämlich „Die Tage des Lebens““ hat Parwis Scheych Taadi gedreht. Dieser Regisseur hat bereits 6 Spielfilme auf seinem Arbeitszeugnis stehen. Dieser Film spielt in einer Zeit, in der der Krieg , den Saddam dem Iran auferlegt hat, zu Ende geht und ein beidseitiger Waffenstillstand erklärt wird. Ein Chirurgen-Ehepaar behandelt gerade die Verletzten in einem Feldlazarett, als dieses Lazarett plötzlich trotz des Waffenstillstandes von irakischen Kräften umzingelt wird, und das Ärztepaar gezwungen ist, sich und die Verletzten zu verteidigen.

 

Der Film „Die Tage des Lebens“ ist im Rahmen der Geschichte dieser beiden Hauptfiguren ein Spiegelbild der damaligen Zeit, die aus des Sicht des Regisseur eine große Wahrheit in sich birgt, nämlich die Wahrheit über das Leben der Kämpfer und über die Märtyrer des Krieges und Menschen, die zur Verteidigung des Vaterlandes bereit sind, sich bis zum letzten Atemzug einzusetzen.

Dieser Film weist hinsichtlich der Sondereffekte und der Bilder von Kriegsoperationen ein hohes technisches Niveau auf. Mehrere große Kriegsszenen sind in ihm enthalten. Außerdem haben die Filmakteure sich durch ihre schauspielerische Leistung hervorgetan.

Frau Hengameh Qasiyani erhielt auf dem Fadschr-Filmfestival wegen Darstellung der Rolle einer Ärztin den kristallenen Simorgh für die beste weibliche Akteurin verliehen. Auch wurde dieser Film mit dem ersten Preis für Maskenbildnis, den für Sonder-Effekte im Freien, sowie für beste Regie und für die beste Kameraführung ausgezeichnet.

Ein weiterer Film, der von den Zuschauern begrüßt und die Jury besonders auf sich aufmerksam machte, war der Film „Malekeh“ (Königin.) Gedreht hat ihn Mohammad Ali Bascheh Ahangar. Er erhielt den ersten Preis für Bühnenbildnis, Kostümgestaltung und Filmmusik sowie das Ehrendiplom für optische Sondereffekte. Außerdem wurde er in der internationalen Abteilung von der Bevölkerung als bester Film gewählt.

Bascheh Ahangar hat eine besondere Vorliebe für das Thema „Heilige Verteidigung“ und ihre Helden, wie an seinen bisherigen Filmen zu sehen ist. Er hat sich in allen seinen Werken diesem Thema gewidmet und war darum bemüht, der Denkweise und dem Charakter von Menschen nahezukommen, die an der Verteidigung teilnehmen, und den Unterschied zu den Kriegen in anderen Teilen der Welt aufzuzeigen. In seinen Filmen setzt er sich mit der Wirkung des Krieges auf die Menschen, die in ihn verwickelt sind, auseinander.

Auch der Film „Malekeh“ spielt in den letzten Monaten des Saddamkrieges gegen Iran. Mehrere Kämpfer befinden sich in einem Dattelhain auf einem Wachturm in Stellung.

„Malekeh“ enthält unter anderem Hinweise auf die Gegenwart, auch wenn die Geschichte in die Zeit des Krieges fällt. Er nimmt kritisch die Bedingungen in der Gesellschaft und die Bedeutung der persönlichen Entschlüsse in einer Krisenzeit unter die Lupe. Außerdem verwebt der Regisseur seinen Film mit einem interessanten Vergleich aus der Natur.

Der Film „Kugelfest“ von Mustafa Kiaii hat ebenso bei dem Fadschr-Filmfestival gut abgeschnitten. Er wurde als bester Film preisgekrönt und für das beste Regiebuch ausgezeichnet.

„Kugelfest“ ist eine Komödie, fällt aber auch unter das Genre „Film der heiligen Verteidigung.“ Es geht darum, dass mitten im Krieg ein Mann mittleren Alters, welcher bis dahin unter der Hand Filmkopien verkauft hat, zufällig davon erfährt, dass er nur noch 2 Monate leben wird.

Um einen guten Namen zu hinterlassen, fasst er den Entschluss an die Front zu gehen, damit er vielleicht zum Märtyrer wird. Aber so sehr er sich anstrengt: Es scheint, dass er kein Märtyrer werden soll. Der Regisseur hat mittels Darstellung einer Person, die ohne national oder religiös motiviert zu sein, an der Front teilnimmt, mit einem guten Schuss Humor die Bedingungen in der Gesellschaft beleuchtet.

Dieser Film wird wahrscheinlich aufgrund seiner witzigen Gestaltung die Kinos füllen.

 

 

 

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