Iranisches Kino vor und nach der Islamischen Revolution
Das Kino ist noch nicht so alt, aber es hat rasch Einfluss auf alle Gesellschaften gewonnen. Im Iran wurde 1933 der erste Tonfilm im Iran namens "Lorisches Mädchen" gedreht und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mehrere Filminstitute im Land gegründet. Das Kino wurde unter dem Volk beliebt. Doch wegen rein wirtschaftlicher Produktionsmotive, der ungeeigneten politischen Lage und der Westhörigkeit unter den Kinoleuten zeigte sich das Kino inhaltlich nicht im Sinne der Überzeugungen des Volkes und dieses wichtige Medium für die Kulturentwicklung wurde zu einem Mittel der Verbreitung von A-Moral und kultureller Dekadenz. Es wurden billige Hollywood Filme imitiert, für uneheliche Beziehungen geworben und Gewalt verbreitet.
Allerdings gab es auch eine geringe Anzahl von Regisseuren die wertvolle Filmwerke drehten um die Situation etwas zu verbessern. Gegen Ende des Schahregimes begründeten sie eine wenn auch nicht allzu starke Bewegung die verschieden von den anderen Kinofilmen war. Dabei spiegelten sie die sozialen Probleme in der iranischen Gesellschaft wieder, aber wegen der Unfreiheit war dies nur indirekt und durch Symbole möglich.
Von 1978 bis Anfang 1979 gab es dann die Massendemonstrationen im Iran, die zu dem Sieg der Islamischen Revolution und der Begründung der islamisch-republikanischen Staatsordnung führten.
Das Jahr 1979 kann auch als Ende der 50-jährigen Epoche eines schwachen Kinos im Iran bezeichnet werden. Viele Bürger waren schon lange nicht mehr ins Kino gegangen, weil sie nicht mit dem Inhalt der Filme einverstanden waren. Im Jahre 1978 waren nur sehr wenige Filme gezeigt worden und der Kinoindustrie im Iran schien der Bankrott zu drohen. Viele Bürger verlangten auch wegen Verbreitung der primitiven Kultur die Schließung der Kinosäle.
Der kulturelle Wandel in der iranischen Gesellschaft aufgrund der Islamischen Revolution war zu Gunsten der Filmindustrie im Iran. Der Staat griff dem Kino finanziell unter die Arme.
Junge Regisseure betraten die Szene und alte Filmregisseure entschlossen sich, eine neue Filmatmosphäre zu schaffen. Es entstand ein neuer iranischer Kinofilm.
Regisseure wie Ibrahim Hatemikia und Madschid Madschidi, sowie Abu-l Fasl Dschalili und Rasul Mulaquli pur betraten die Szene der Filmproduktion.
Ihre Filme machten das neue iranische Kino auch im Ausland bekannt.
Der irakische Diktator Saddam zwang dem Iran einen Krieg auf. Es entstand das Kino der Heiligen Verteidigung im Iran und dies war anders als die üblichen Kriegsfilme. Auch in diesen Filmen gab es Kriegsszenen, aber sie setzten sich mit islamischen Begriffen wie Dschihad - das Mühen auf dem Weg Gottes - Märtyrertod und Selbstaufopferung auseinander und die Filmemacher versuchten, die besondere spirituelle Atmosphäre auf der iranischen Seite bei dem Verteidigungskampf wiederzuspiegeln.
Daher kann die Filmkunst als eine der wichtigsten Bannerträger der Verteidigung der Werte der Islamischen Revolution und der Heiligen Verteidigung in einer Zeit betrachtet werden, in der andere Künste erst später die neuen Bedingungen wahrnahm.
Ebenso erfuhr das Jugend- und Kinderkino einen Aufschwung. Während der iranische Film vor der Revolution kaum auf Weltebene vertreten war, konnte er sich allmählich einen Namen im Ausland machen. Und Zuschauer in anderen Ländern wurden mit der iranischen Kultur vertraut. Seitdem nimmt der iranische Film an vielen internationalen Filmereignissen teil . Er gilt als Kino, in dem moralische und menschliche Fragen behandelt werden und das neue thematische Inhalte hat.
Das Echo bei den Zuschauern und die Verleihung von internationalen renommierten Preisen verhalf dem iranischen Film auch zur Ausstrahlung seitens Fernseh- und Satellitenkanälen.
Der iranische Film gewann Preise in Cannes und Berlin und auf dem Asia-Pacific-Festival.
Die meisten dieser Filme widmeten sich Themen wie Menschlichkeit, Spiritualität, Moral, Frieden, Gerechtigkeit und Verteidigung des Rechtes. Einige der iranischen Filmregisseure aber haben ihre Werke dermaßen auf den Geschmack im Ausland abgestimmt, dass sie nur auf ausländischen Festivals begrüßt wurden und nicht das Publikum im Inland für sich gewinnen konnten. Sie haben sogar ungeachtet der wahren kulturellen und sozialen Bedingungen im Land in ihren Filmen ein negatives Bild von Iran und den Iranern gezeichnet.
Dabei glaubten sie , dass angesichts der antiiranischen Propaganda der westlichen Medien diese Filmproduktionen für das Publikum im Ausland interessant sein könnten, aber nach einigen Jahren gerieten solche Filme an den Rand, weil sie keinen Widerhall fanden.
Das iranische Kino hat in den vergangenen 30 Jahren, große Fortschritte gemacht und die iranischen Filmemacher zählen zu beliebten Künstlern im In- und Ausland. Es wurden im Vergleich zu früher viel mehr religiöse und geschichtliche Filme und Filme, in denen es um Fragen der Gesellschaft und der Familie geht, produziert.
So gelangte der Kinofilm auf einen besonderen Platz unter den iranischen Künsten und kann sich zu Recht als Kunst der Islamischen Revolution bezeichnen.
Jetzt ist es schon fast selbstverständlich geworden, dass die iranischen Filmemacher Erfolge ernten. Im Jahre 2011 erhielt der iranische Film mehrere wichtige Preise und wurde im Januar 2012 auch wieder ausgezeichnet. Der erfolgreichste iranische Film im vergangenen Jahr war "Nader von Simin – eine Trennung". Diesen Film drehte Asghar Farhadi und er geht nun in vielen Kinos über die Leinwand. Er erhielt den Golden Club Preis und kandidiert für mehrere andere wichtige Preisverleihungen.



