Freitag, 24. Mai 2013

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Mittwoch, 25. Juli 2012 um 09:53

Mit uns durch den Iran - Teil 8

Mit uns durch den Iran - Teil 8

Bei unserem letzten Besuch in Schiraz machten wir Sie mit den Baudenkmälern aus der Zeit der Zand-Dynastie bekannt, die Mitte bis Ende des 18.Jahrhunderts n.Chr., also nicht einmal ein halbes Jahrhundert in Iran herrschte, aber viele Spuren hinterlassen hat, die heute noch Menschen aus dem In- und Ausland anziehen. Zu diesen bleibenden Erinnerungen gehören die Arg-e Karim Khani eine große Zitadelle mit dicken Mauern mitten in der Stadt, der Vakil-Bazar, das Vakil-Badehaus oder die Vakil-Moschee. Der namensgebende Teil dieser Gebäude "Vakil" war der Titel des Herrschers Karim Khan-e Zand, den er trug nicht den Titel Schah, sondern "Vakilar-Ra'aya" was Statthalter oder Vertreter des Volkes bedeutet.

Vakil-Bazar     


Vakil-Badehaus   


Vakil-Moschee  

Nun wollen wir uns nun anderen Anziehungspunkten der Provinzhauptstadt Schiraz zuwenden, Orten die die Menschen aufsuchen um ihrem Glauben und ihren religiösen Gefühlen Ausdruck zu geben, heiligen Ruhestätten und Moscheen. Denn Sie sollten wissen liebe Hörerfreunde, dass derartige Orte in Schiraz und seiner Umgebung zahlreich sind, sodass einige die Provinz auch "Land der heiligen Ruhestätten" nennen. Historiker und Islamexperten bezeichnen die Provinz Fars und insbesondere Schiraz als einen der ersten Orte an denen Schiiten lebten. Da die Menschen hier religiös waren, wurde diese Stadt als "Dar al-Mu'minin" bezeichnet, was bedeutet "Haus der Gläubigen". Diese historische Vergangenheit bezeugen viele Baudenkmäler in Schiraz, die auf das 9. u.10. Jahrh.n.Chr. zurückgehen und die über eine kulturreiche Vergangenheit der Menschen zu dieser Zeit Zeugnis ablegen.

Die Ruhestätte von "Ahmad ibn Musa" –a.s.- ist unter dem Namen "Schah Tscheragh" nicht nur in Schiraz, sondern überall in Iran und auch darüber hinaus bekannt.


Ahmad ibn Musa gehört zu den Nachkommen des geehrten Propheten des Islams und seine heilige Ruhestätte ist die größte und wichtigste Pilgerstätte in der Provinz Fars und eine der wichtigsten auch in Iran.

Wie ein Edelstein einen Ring schmückt, so ziert sie das Herz der Stadt Schiraz und ist ein Ort an dem sich die Betrübten und die Verehrer der Prophetenfamilie zahlreich versammeln.

Es war im zweiten Jahrhundert nach der Hidschra, als Ahmad ibn Musa, Sohn des Imam Musa al-Kazim –a.s.-, mit Brüdern und anderen Angehörigen auf dem weiten Weg nach Chorassan, nach Maschhad zu seinem Bruder Imam Reza –a.s.-, dem 8. Imam der Schiiten war.  Er und weitere seiner Begleiter wurden auf Befehl des AbbasidenkalifenMa'mun (786-833 n.Chr.) verfolgt und suchten Zuflucht in Schiraz. Aber sie konnten ihrem Schicksal nicht entgehen und wurden zu Märtyrern.

Die Grabstelle Ahmad ibn Musas wurde im 5. Jahrh. n.d.Hidschra und dem Mondkalender entdeckt und darauf wurde sein Mausoleum errichtet.  Zur Zeit von Schah Ismail I., - dem Begründer der Safawiden-Dynastie – wurde im Jahr 912 nach der Hidscha und dem Mondkalender (16.Jahrh.n.Chr.) die Grabstätte von "Schah Tscheragh" in großem Stil restauriert. 90 Jahre später wurde bei einem Erdbeben mehr als die Hälfte des Baus zerstört und nach einiger Zeit wieder aufgebaut. Danach wurde das Mausoleum "Schah Tscheragh" zu verschiedenen Zeiten restauriert.

Im Jahr 1958 wurde die alte Kuppel entfernt und die jetzige, stabilere an ihrer Stelle errichtet. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution wurden weitere Schritte zur Verschönerung und Vergrößerung dieser heiligen Grabstätte vorgenommen.

Das heutige Mausoleum Schah Tscheragh umfasst eine große überdachte Vorhalle, einen großen Innenhof und viele Räume, die alle Zugang zu dem Grabmal bieten.

File:ShahC2.JPG

Der Baustil, die Spiegelmosaiken, die Koraninschriften, die Stuckarbeiten und Verzierungen, die silbernen Türen und Wandverkleidungen und der silberne Schreinaufbau, die diese heilige Stätte schmücken, sind alles wertvolle Beispiele für die Geschicklichkeit und Hingabe der muslimischen Handwerker und Künstler, die sie geschaffen haben.

Ganz in der Nähe des Schreins von Amir Ahmad ibn Musa –a.s.- findet sich auch der Schrein seines Bruders Mir Mohammad ibn Musa –a.s.-. Auch sein Schreinaufbau aus Silber ist ein Meister- und Kunstwerk der iranischen Kunsthandwerker.

Die Grabstätten dieser beiden edlen Prophetennachkommen bilden also einen prachtvollen Komplex, der zu einem Ort der Spiritualität und zum Pilgerort für viele viele Verehrer und Ergebene des Prophetenhauses geworden ist, und zu dem sie aus Iran und vielen Orten der Welt herbeiströmen.

Weiter nun mit anderen heiligen und historischen Orten in Schiraz. Zu ihnen gehört die Atiq-Moschee, die zu den ältesten islamischen Baudenkmälern in dieser Stadt zählt, die lange Zeit auch die Moschee war, in der das Freitagsgebet durchgeführt wurde. Die Atiq-Moschee liegt östlich von dem zuvor beschriebenen Schah Tscheragh-Mausoleum und wurde zur Zeit von Amerulis Safari im Jahr 281 nach der Hidschra erbaut. Diese Moschee besitzt 6 Zugänge und inmitten des Hofes steht das sogenannte Chodai Chane (Gotteshaus). Die Inschriften an diesem Gebäude wurden im 14. Jahrhundert n.Chr. zur Zeit von Schah Scheich Abu Ishaq in der "Sols"-Schönschrift angebracht.

Auch die Atiq-Moschee wurde durch Erdbeben schwer beschädigt, wonach sie während der Safawiden- und der Qadschadren-Dynastie mehrfach restauriert wurde.

Eine weitere erwähnenswerte Moschee in Schiraz ist die Nasir al Molk-Moschee, die während der Qadscharen-Dynastie in den Jahren 1876 bis 1888 errichtet wurde und im Zentrum der Stadt liegt. Die Moschee wurde auf Anweisung von Mirza Hasan Ali Nasir al Molk dem Gouverneur der Provinz Fars während der Qadscharen-Dynastie, erbaut. An der Nord- und Südseite gibt es einen großen Iwan (überdachte Vorhalle oder dreiseitig geschlossene Halle) und die Ost- und Westseite sind durch Säulengänge mit schön verzierten Gewölben gesäumt. 

Aufgrund ihrer wunderschönen Kachelmosaiken und -malereien wird diese Moschee als schönste Moschee in Iran bezeichnet. Nahezu alle Flächen sind mit Kacheln bekleidet, die mit 7-farbigen Malereien –Blumen, Tieren und floralen Ornamenten- geschmückt sind. Diese wunderschönen Malereien zeigen das Genie der iranischen Kachelmaler zur Zeit der Qadscharen-Herrschaft.

Eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit in Schiraz ist das Koran-Tor oder in Farsi "DarvazehQoran" genannt. Die Besucher von Schiraz können dieses Korantor sehen, wenn sie von Nordosten – von Isfahan her - in die Stadt kommen.



Das erste Korantor in Schiraz soll während der Herrschaft von Asad ad-Daula während der Buyiden-Dynastie, d.h. im 10.Jahrh.n.Chr. gebaut worden sein. Der in dem Raum über der Straße untergebrachte Koran sollte dazu dienen, dass die Reisenden die Stadt unter dem Schutz des Korans verlassen konnten. Auch heute noch verlassen die Iraner, die sich auf eine längere Reise begeben sozusagen "unter dem Koran" hingehend das Haus.

Im Laufe der Zeit wurde das Korantor in Schiraz beschädigt und zerstört. Während der Zand-Dynastie hat es Karim Khan-e Zand wieder aufbauen lassen. Später dann, im Jahr 1937 wurde das Tor im Zuge des Ausbaus der Straße erneut zerstört und letztendlich hat im Jahr 1948/49 ein wohlhabender Schirazer Kaufmann namens Hossein Igar, auch bekannt unter dem Namen Etemad al-Tejar, das Korantor originalgetreu wieder aufbauen lassen. Heute führt die Hauptstraße aber nicht mehr unter dem Tor hindurch, sondern das Tor steht neben der Straße und ist Teil eines Parkes, der Ausflugsziel für viele Einheimische und Touristen ist.

Mit den vielen sehenswerten Orten in Schiraz, die direkt mit dem Glauben und der Religion der Menschen in Iran in Verbindung stehen, und von denen wir Ihnen in unserem heutigen Beitrag die wichtigsten kurz vorgestellt haben, sind die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt aber noch nicht ausgeschöpft. Beim nächsten Mal gehen wir auf eine weitere große Bedeutung von Schiraz ein, nämlich ihre Bedeutung als "Stadt der Dichter"!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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