Sonntag, 26. Mai 2013

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Dienstag, 06. März 2012 um 11:54

Einfluss der Medien auf kulturelle Vielfalt und ihren Schutz (2)

Einfluss der Medien auf kulturelle Vielfalt und ihren Schutz (2)
Im ersten Beitrag zum Thema Einfluss der Medien auf kulturelle Vielfalt haben wir darauf hingewiesen dass einige Wissenschaftler in der Wirkung der Medien auf die Kultur der Gesellschaften und das Verhalten der Medienbenutzer eine Gefahr für die Vielfalt der Kultur sehen.Nun möchten wir die Wege zur Abwehr dieser Schäden untersuchen. Die Kultur hat mit der Lebensweise des Menschen zu tun. Schon innerhalb eines Landes lassen sich je nach Gegend andere Kulturen finden. Gemäß einer Definition kann unter der Kultur eine komplizierte Summe von Wissen, Überzeugungen, Künsten, Gesetzen, Ethik, Gewohnheiten und Bräuchen und kurzum alles verstanden werden, was jedes Mitglied einer Gesellschaft von dieser lernt. Die Kultur wurde durch einen Lernprozess von einer Generation auf die nächste übertragen.

 

Überzeugungen sind dabei als die Gesamtheit von Gedanken zu verstehen, die dem Leben einen Sinn verleihen.

Die Überzeugungen sind unser Verständnis vom Dasein und spielen bei der Formung der politischen wirtschaftlichen und kulturellen Ordnung eine Rolle.

Insgesamt kann die Kultur als das soziale Erbe des Menschen verstanden werden, welches er durch Denken, durch die Fähigkeit zu lernen, durch Sprache und Technik weiterentwickelt hat.

 

In der heutigen Welt haben viele verschiedene Kulturen auf der einen Seite und die weitgehenden Kommunikationen auf der anderen dazu geführt, dass die kulturelle Vielfalt und die Sorge um ihr Bestehenbleiben zu einem wichtigen Anliegen bei vielen Planungen und dem Entwurf von Strategien geworden ist.

 

In einer Welt in der hunderte von unterschiedlichen menschlichen Gemeinschaften innerhalb der Grenzen von circa 200 Staaten zusammenleben, bedeutet kulturelle Vielfalt, dass jeder Einzelne und jede Gruppe ihre kulturellen Rechte auf der Grundlage der Menschenrechte ausüben darf.

 

Unter diesen Bedingungen müssen alle Kulturen die gleichen Betätigungsmöglichkeiten wie die anderen besitzen und es darf keinerlei Benachteiligung geben.

 

Außerdem gilt dass die verschiedenen menschlichen Gemeinschaften trotz vieler kultureller Gemeinsamkeit, jede ihre Wesensart besitzen und diese Vielfalt wie ein wertvoller Schatz behütet werden muss.

 

Der Grundsatz des Pluralismus im Sinne der Respektierung der Vielfalt der Kulturen, ist sowohl für die Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppen innerhalb der Länder als auch den Beziehungen zwischen den Staaten von großer Bedeutung.

 

Kulturelle Vielfalt hat sogar je nach Ort ihre eigene besondere Bedeutung, die zu beachten ist. Zum Beispiel bedeutet kulturelle Vielfalt in Afrika, die Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen oder Stämmen und in einigen Ländern mit vielen Einwanderern beinhaltet der Begriff den Respekt gegenüber den kulturellen Einwandererminderheiten.

 

Es fragt sich nun, ob die Form der Informationsvermittelung und die Produktion einer größeren Informationsmenge durch einige nicht dazu führen, dass eine Kultur teilweise oder völlig Überhand gewinnt und die anderen weniger einflussreichen Kulturen vernichten. Einige sagen, dass die neue Informationsgesellschaft Bedingungen geschaffen hat, damit jeder gleichzeitig Informationen produzieren als auch konsumieren kann.

Die digitalen Medien werden als Medien betrachtet, die einem Austausch dienen und jeder auf der Welt, kann einen Inhalt produzieren und an zahlreiche andere Weltbürger verschicken.

Dieser Traum wurde durch die Informationsgesellschaft möglich. Also müsste eigentlich jede Kultur für ihren Weiterbestand sorgen können. Das ist aber nicht der Fall. Die Entwicklungen sind anderes verlaufen, weil sich die Möglichkeiten der Medien im Westen konzentrieren.

Englisch und einige andere europäische Sprachen herrschen über die Mehrheit des Inhaltes im Internet , ebenso wie die mächtigen Unternehmen die das Klima im Internet kontrollieren und dies hat dazu geführt, dass kleinere und schwächere Kulturen in dem für ihren Erhalt notwendigen Ausmaße nicht die Möglichkeiten der Informationsgesellschaft nutzen können.

Außerdem beherrscht manchmal eine Schein-Kultur die Atmosphäre, beeinflusst den virtuellen und natürlich infolgedessen auch den reellen gesellschaftlichen Raum.

Das Thema kulturelle Vielfalt in der Informationsgesellschaft hat daher bereits national und international für Diskussionen gesorgt.

Im November 2001 hat die UNESCO eine internationale Erklärung über die kulturelle Vielfalt gebilligt. Es ist der erste Text, der sich speziell dieser Frage widmet . In ihm wird der zwischenkulturelle Dialog und die Achtung der kulturellen Vielfalt als notwendige Maßnahmen zur Herstellung eines kontinuierlichen Friedens gefordert.

Die Erklärung der Unesco besteht aus 12 Artikeln. Es heißt in ihr, dass die kulturelle Vielfalt als Quelle des Wandels der Neuerung und Kreativität genauso wie die Lebensvielfalt in der Natur notwendig ist. Die kulturelle Vielfalt ist das gemeinsame Erbe der Menschheit. Es muss anerkannt und zugunsten der jetzigen und kommenden Generationen gefestigt werden.

Weiter heißt es, dass kulturelle Vielfalt für alle erreichbar sein muss und Faktoren wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, Pluralismus in den Medien, Mehrsprachigkeit Garanten für sie sind, ebenso wie die Chancengleichheit hinsichtlich Zugang zu Kunst und Wissen .

Nach der Erklärung der Unesco wurde die Weltkonvention für kulturelle Vielfalt und die Konvention zur Wahrung und kulturellen Verbesserung verabschiedet und in internationalen Gremien viel diskutiert.

Doch die Diskussion über die kulturelle Vielfalt in der Informationsgesellschaft hat zwei Gesichter. Zum einen können die Möglichkeiten zur freien Darstellung von Meinungen und Kulturen und deren Übertragung zur Wahrung von denjenigen Kulturen beitragen, deren Vermittlung an die kommende Generation schwierig zu sein scheint. Auf der anderen Seite hat aber das Ungleichwicht des Informationsflusses eine große Kluft hervorgerufen. Wir sehen dass einige vorherrschende Kulturen verhindern, dass andere Kulturen bestehen bleiben und sie durch Medien in die Vernichtung treiben.

 

Die Beachtung dieser Kluft kann ein geeigneter Weg zum Schutz der kulturellen Vielfalt in der Informationsgesellschaft sein .

 

Der wichtigste Punkt ist der, dass man auf dem Gebiet der Kultur ein aktiver Akteur sein muss. Die Kulturen dürfen sich nicht gegeneinander stellen sondern müssen zusammenarbeiten. Heute kann man weder reiner Medienkonsument sein noch die Verbindung zur Welt abbrechen. Man muss an die Macht der Präsenz in den kulturellen Bereichen gelangen und einen Wandel bei den Kommunikationsmethoden auf die Tagesordnung setzen.

Die Medien stehen heute in der Mitte der beschleunigten Wandlungen auf der Welt und diejenigen Medien werden erfolgreich sein, welche die vielfältige Welt anerkennen statt eine homogenisierte Atmosphäre zu schaffen.

Es ist eine Aufgabe der Medien, der Kultur Vielfalt zu verleihen und die Natur der anderen Kulturen zu akzeptieren und zu achten.

Ebenso müssen die Medien über das Verständnis der Kommunikation nachdenken und sich von den einseitigen Kontakten ab und dem Dialog zuwenden.

Diejenigen Medien, die einen Platz unter den anderen Kulturen einnehmen wollen, müssen an eine entscheidende Veränderung der Medienbeziehungen denken. Sie müssen sich in die Lage versetzen mit anderen Kulturen und Sprache eine Beziehung herzustellen, die Stimme der anderen hören und für sie eine Tribune bereitstellen.

Medien sind dann erfolgreich wenn sie das Vertrauen ihres Publikums gewinnen können und ihre Konsumenten mitbeteiligen. Und die Medienbenutzer können in diesem weiten Raum der Kommunikationswelt eine wichtige Rolle übernehmen. Sie sind nicht wie in der Vergangenheit reine Informationsempfänger und die stumme Mehrheit sondern sollten , indem sie genau auf die Inhalte von Medienprogrammen achten, ein scharfer und bewusster Beobachter sind. Sie müssen klug sein, um feststellen zu können, welches Medium versucht die eigene Kultur aufzuzwingen, und welches seine eigene Kultur nur vorstellt und die kulturelle Vielfalt bewahrt.

Es können also sowohl die Medien als auch die Medienbenutzer für ihre eigene Kultur ein wichtige Rolle spielen und zum Kulturreichtum der Völkergemeinschaft beitragen.

 

 

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