Mittwoch, 23. Mai 2012

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Sonntag, 08. Januar 2012 um 12:34

Das Land, das ich liebe - Teil 2

Das Land, das ich liebe - Teil 2
Wie angekündigt, gehts heute auf in die südiranische Region Hormosgan, die uns mit frühlingshaften Temperaturen empfängt, dieweil es im nördlichen Teil dieses Landes winterlich kalt ist.

Unsere erste Station ist die Hafenstadt „Bandar Abbaas". Am Persischen Golf, der wahrlich eine Augenfreude ist, mit seinen endlos scheinenden türkisfarbenen Wassern, die in leichten und im Sonnenlicht glänzenden Wellen hin zum Strand oder zur Kaimauer rollen.

Zu Ihrer Erinnerung: Der Persische Golf ist ein wichtiger Wasserweg, der den Süden Irans und die Regionen Hormosgaan und Buschher mit dem freien Meer verbindet.

Da dem so ist und er zudem in Verbindung mit dem Mittelmeer steht, ist er von hoher strategischer Bedeutung und die Geschichte Irans seit eh und je mit der seinen eng verwoben.
Nicht umsonst trägt er seit altersher die Bezeichnung „Persischer Golf".

Und da er und seine Inseln insbesondere in den fünf Monaten, in denen woanders Herbststürme und danach winterliche Kälte herrschen, zu Entspannung und Sport einladen und sie reich an historischen und kulturellen Schätzen, Orten und Bauten und vielem anderen Interessanten sind, sind sie selbstredend ein beliebtes Ziel für in- und ausländische Touristen.

Der Küstenstreifen des Persischen Golfes allein schon ist sehenswert. Mal sind es die hellen Kalksteinfelsen, an denen sich die Wellen brechen, mal ein weiter Sandstrand.
Für Wassersportler ist das iranische Golfgewässer, auch um seine zahlreichen Inseln herum, von ganz besonderer Anziehungskraft. Denn ganz abgesehen von Schwimmen und Segel- oder Motorbootfahrten gibt es hier hervorrgagende Tauch- und Wasserski-Möglichenkeiten. Und dazu eine Vielfalt an farbenprächtigen, exotischen Fischschwärmen...

Da wir gerade von den Inseln sprachen:
Sie alle sind von eigenem und höchst attraktiven Charakter. Einige von ihnen werden wir, nachdem wir die Hafenstadt „Bandar Abbaas" besichtigt haben, aufsuchen...
Doch wie gesagt, zunächst zu „Bandar Abbaas", das nicht nur von seiner Natur und Bevölkerung her reizvoll ist, sondern zudem auf eine recht bewegte Geschichte zurückblickt.

Wie die Historiker berichten, war diese nun große und wichtige Hafenstadt einst ein kleines Küstendorf mit einem unbedeutenden Anlegehafen. Mehr nicht. Ab dem vierten islamischen Jahrhundert erst wird er erwähnt, und zwar unter der Bezeichnung „Ssuru" oder Schahru.

Etwa fünfhundert Jahre später wurde der damals immer noch kleine Ort - vis a vis der Nordküste der seinerzeit wichtigen Insel „Hormos" gelegen - „Bandar Dscherun" genannt.

Im Jahre 1514 nach Christus erkoren die Portugiesen ihn zu einer Art Umschlaghafen. Waren, die auf dem Landweg dorthin gebracht wurden, verluden sie auf ihre Schiffe und so fort...

Und weil es dort jede Menge Krebse gab, bezeichneten sie den Ort „Kaambaaraa`u", also „Hafen der Krebse", woraus sich wahrscheinlich der spätere Name „Gambarun" oder „Gaambarun" entwickelte.

Es war im christlichen Jahr 1622, als der Ssafawidenkaiser Schaah Abbaas, allerdings unterstützt von den Engländern, den Portugiesen diesen iranischen Hafen entringen konnte. Und aufgrund dieses Sieges benannte er ihn um in „Bandar e Abbaas".

Einige Zeit darauf wurde um „Bandar Abbaas" eine Stadtmauer gebaut. Zur Sicherheit der Stadt und ihrer Bewohner.Holländer und Engländer errichteten dort Niederlassungen,

und große Handelsschiffe mit Waren für Iran und auch für das Othmanische Reich legten in dem Hafen an.

Zu erwähnen ist, dass die Holländer - gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts - mit Genehmigung der damaligen iranischen Regierung inmitten von „Bandar Abbaas" eine kleine Stadt in einem eigenen architektonischen Stil bauten. Nebenbei: Das bekannte Kolaah-Farhangi-Gebäude stammt aus jenen Tagen.
Allerdings blieb der architektonische Charakter dieser neuen Stadt nur rund drei, vier Jahrzehnte bewahrt...

Auch dies noch: In der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts bemühten sich die Vertreter der Ost-Indien-Kompanie darum, „Bandar Abbaas" zu ihrem Hauptsitz am Persischen Golf zu machen. In dieser Absicht ließen sie sich dort nieder und stationierten auch ihre Handelsschiffe in dem umliegenden Gewässer.

Allerdings sahen sie sich im Jahre 1759, infolge politischer Spannungen und der Angriffe gegen die dortigen englischen Handelshäuser, veranlasst, diese ihre Hauptniederlassung von Bandar Abbaas nach Basra zu verlegen.

Als der iranische Kaiser Naader-Schaah Buschher zum Hafen der iranischen Flotte erkor, wurden Bandar Abbaas und Umgebung - im Rahmen eines Vertrages - dem Sultan von Oman in Miete gegeben.1868 aber wurde der Vertrag annulliert, und das Gebiet fiel erneut

der iranischen Regierung zu.
Nachdem „Bandar Abbaas" und Umgebung im Zuge der bekannten „Maschrutieh"-Bewegung und der neuen Provinzauftreilung der Region Faars und später dem Gebiet Kermaan zugeordnet worden waren, ist es heute Hauptstadt der südiranischen Region Hormosgaan.

„Bandar Abbaas" gehört heute zu den bedeutenden iranischen Handelsstädten und strategisch wichtigen Orten an der Küste des Persischen Golfes als auch des Golfes von Omaan.Und was seine Bevölkerung anbelangt:
Sie ist von warmherziger, vitaler Natur, bekannt für ihre Gastfreundschaft, strebsam und beruflich weitgehend mit Fischfang, Landwirtschaft, Handwerk, Kunstgewerbe und dem Personen- und Gütertransport zu Wasser beschäftigt.

Soweit für heute, bis zum nächsten Mal und damit dem versprochenen Besuch einiger Inseln des Persischen Golfes,

machen Sie`s gut...

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