Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Montag, 03 September 2012 03:00

Farsi - global gesehen (1)

Farsi - global gesehen (1)
  Die Globalisierung gilt als eines der deutlichsten Merkmale der heutigen Welt. Wegen ihrer Ausmaße und ihrer subtilen Natur hat sie sich bereits auf alle Gesellschaften ausgewirkt.  Wir haben es mit einem Prozess zu tun, auf den sich alle Länder, ob sie wollen oder nicht, zubewegen.
Die Sprache ist ein Mittel der Kommunikation, ein Stück Identität und ein starkes Aktionswerkzeug auf nationaler und internationaler Ebene. Auch sie  blieb nicht unberührt von den guten und negativen Auswirkungen des Globalisierungsprozesses.  Alle Sprachen auf der Welt erfahren aufgrund sozialer, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Wandlungen zahlreiche Veränderungen. Dabei bildet auch die Farsi-Sprache keine Ausnahme. Sie hat Veränderungen erfahren und wird auch in Zukunft nicht davon frei sein.

Farsi ist der wichtigste kulturelle Rückhalt der Iraner. Diese Sprache ist ein handfestes Stück iranische Identität und besitzt ein hohes Potential.

Die Literaturwerke Irans und deren spirituellen Schätze gehören zu den wertvollsten Teilen des künstlerischen Erbes für die Identität der Iraner.  Wegen dem historischen Kontakt  der Farsi-Sprache zu anderen Völkern und ihrer Ausdehnung auf Nachbargebiete werden diese Werke als gemeinsames mehr als tausendjähriges geistiges Erbe im Osten betrachtet.

Dieses kostbare Erbe birgt tiefes philosophische und mystisches Denken in sich, besitzt  Ästhetik und ist reich an  Ethik und gnostischen Gefühle.

 

Die Farsi-Sprache ist unter ihren Kennern auf der Welt dafür bekannt, dass sie hohe menschliche, moralische und religiöse Werte vermittelt.

Linguisten betrachten die Farsi-Sprache als zweitleichteste Sprache beim Erlernen und sagen, dass sie hinsichtlich der Vielzahl und Vielfalt ihrer Sprichwörter zu den ersten drei Sprachen auf der Welt zählt.  Außerdem gehört sie zu den Sprachen mit dem größten Wortschatz.

Diese Sprache hat in der Geschichte auf Afghanistan, Pakistan, Indien bis an die Grenzen zu China, Mittelasien, die Türkei und sogar auf dem Balkan Einfluss ausgeübt. Sie war das wichtigste Mittel für die Herstellung kultureller Beziehungen zwischen den verschiedenen Völkern im Osten.  Die Verbreitung der Farsi-Sprache entlang der Seidenstraße und anderer Verbindungswege mit Iran, führte dazu, dass sie und die Literatur in dieser Sprache unter der Bevölkerung auch anderer Länder Verbreitung fand. Sie verursachte einen regen kulturellen Austausch und einen regionale Verbundenheit.

Heute noch ist die Farsi-Sprache eine Verbindungsbrücke im Kulturaustausch zwischen den Ländern der Region wie Türkei, Indien, Tatschikistan, Usbekien und Afghanistan.

Diese kulturelle Verbindungen beweisen hervorragende Dichter wie Kazi Nazrul Islam, der national gefeierte Dichter Bangladeschs, Allama Iqbal (Lahuri) aus Pakistan, Amir Chosrau Dehlawi aus Indien und Mir Alischir Nawa`i aus Afghanistan,  der in Tadschikistan und Usbekistan als Volksheld gefeiert wird.

 

Aber der Einfluss der Farsi-Sprache bschränkt sich nicht nur auf die benachbarten Gebiete Irans.

Die schöne persische Sprache hat dank ihrer mystisch reichen und starken Literatur auch in anderen Ländern einen beachtlichen Einfluss ausgeübt. Diese Literatur ist ein Medium und Grundlage für die Kenntnis über die Geschichte und islamiFarsi – global gesehen (1)sch-iranische Zivilisation.

In der Gegenwartsgeschichte und ganz besonders  ab dem 19. Jahrhundert, wo Europa mit den iranischen Denkern und Poeten vertraut wurde und ihre bedeutenden Werke aus der Farsi-Sprache in europäische Sprachen übertragen wurden, sind viele Schriftsteller, Wissenschaftler und Poeten von ihr beeinflusst worden.

Der Einfluss der iranischen Kultur und Literatur und ihr wichtiger Platz  wird sofort spürbar, wenn man einen Blick auf die Werke von Johann Wolfgang Goethe, Victor Hugo, Friedrich Wilhelm Nietzsche, Alexander Puschkin, Alphonse de Lamartine, Ralph Waldo Emerson, Jean Jaques Rousseau, Andre Gide und vieler anderer wirft.   Werke wie  "west-östlicher Divan" von Goethe und  "Rostem und Sohrab" von Rückert und weitere zeugen davon.  Scheich Mohammad Fauzi Mustari schrieb in Nachahmung des Golestan von Saadi den "Nachtigallgarten" für seine Landsleute in Bosnien Herzegowina.  Abdul Islam aus Tirana, Albanien schuf in der Farsi-Sprache ein Qasida-Werk zur Preisung des Osmanenherrschers Sultan Selim der Dritte.

Im chinesischen Kaschghar  ist die Farsi-Dichtung zum Beispiel weit verbreitet.   Dichter wie Raadi und Amiri schrieben in dieser Sprache Hymnen auf ihre Fürsten.

Gestützt von diesem kulturellen Reichtum, verdient es die Farsi-Sprache gemäß einigen Philosophen und Schriftstellern wie Goethe und Nietzsche eine gemeinsame internationale Sprache zu sein.

Die Farsi-Sprache und Kultur hat es ihrem kostbaren Inhalt zu verdanken, dass sie auf die Weltbühne geholt wurde.

 

Der Inhalt der literarischen Werke in Farsi-Sprache besteht aus der Botschaft der  Gott gegebenen menschlichen Ur-Seele und stillt den Durst der heutigen jungen Generation.  Die Botschaft Saadis , die  die Eingangstür zum UNO-Gebäude ziert, hat auch nach vielen Jahrhunderten und Epochen nicht ihre Frische verloren.

 

 

Die Kinder Adams sind aus einem Stoff gemacht,
als Glieder eines Leibs von Gott, dem Herrn, erdacht.
Sobald ein Leid geschieht nur einem dieser Glieder,
dann klingt sein Schmerz sogleich in ihnen allen wider .

 

Wenn Mulawi (Rumi) vor 700 Jahren davon überzeugt ist, dass die Sprache der Einmütigkeit eine besondere Sprache ist und diese für die Linderung der Leiden des Menschen eingesetzt werden muss, so heilt euch heute noch die gleiche Sprache die Leiden und Nöten der Menschheit.  Denn das eigentliche Ziel der Sprache ist die Weitergabe eines Sinnes, auch wenn manchmal nicht einmal Gleichsprachige vermögen,  sich  gegenseitig zu verstehen zu geben, was sie meinen.

Nur durch Einmütigkeit  können Krieg und Konflikt zwischen den Menschen beseitigt werden und nur durch Verständigung können  Einheit und Einmütigkeit erzielt werden.

Wenn sich die zeitgenössische Welt den Gedichten und Gedanken von Mulawi Rume und anderen großen persischen Dichtern zuwendet, geht es auf ein Bedürfnis der heutigen Menschheit zurück.
Mulawi und die anderen großen iranischen Denker und Mystiker haben wichtige Geheimnisse für den Menschen enthüllt und sie machen den modernen Menschen mit einer größeren Welt bekannt.

Wir meinen, dass der Mensch von heute,  wenn er mit der persischen Sprache und Literatur und dem edlen Denken, welches sich zwischen ihren Zeilen verbirgt vertraut wird,  zur klaren Quelle der Wahrheit und Spiritualität zurückgelangen kann,  von der er sich seit längerer Zeit entfernt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr in dieser Kategorie: « Teil 137 Teil 134 »

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren