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Mittwoch, 29 April 2015 12:09

Diesmal im Frühling: Internationaler Wettbewerb des 33. Fadschr-Filmfestivals

Diesmal im Frühling: Internationaler Wettbewerb des 33. Fadschr-Filmfestivals
  Der internationale Wettbewerb der 33. Fadschr-Filmfestspiele wurde   am 25. April  mit dem Namen des Propheten des Islams eröffnet.  Am 2. Mai sollen die Gewinner vorgestellt werden.

 

Das Fadschr-Filmfestival ist ein wichtiges Kulturereignis für den Iran. Es findet seit vielen Jahren zum Siegesjubiläum der Islamischen Revolution statt.  Bei der diesjährigen 33. Festivalrunde  wurden wie immer im Februar  die iranischen Filme vorgestellt und prämiert, doch der internationale Wettbewerb des Festivals startete dieses Jahr zum ersten Mal  getrennt, einige Monate später.

Nun ist es also soweit. Die Regisseure aus verschiedenen Ländern haben sich  zur Teilnahme an dem internationalen Teil der 33. Fadschr-Filmfestspiele in Teheran versammelt.

       

Der Schriftführer des Festivals Ali Resa Resadad sagte auf der Eröffnungsfeier des Festivals über die wichtige Rolle der Kultur in der Völkergemeinschaft:  „Auch wenn die Kultur in jeder Gesellschaft inhaltlich Unterschiede aufweist,  so ist doch ihre internationale  Bedeutung die gleiche und ihre Entwicklung ist nicht ohne Zusammenarbeit möglich. Das Kino spielt hierbei eine wichtige Rolle. Das Kino führt die schönste Form eines Dialoges durch und dieser Dialog trägt zur Kultur bei. Was uns heute zusammengeführt hat, ist das Streben der Kinogesellschaft nach geeigneten Modellen für die Erreichung von menschlichem Glück und Wohl. Zur Erreichung dieses Ziels müssen wir diese Zusammenkünfte fortsetzen, damit wir das richtige Modell für die Menschheit vorlegen.“

Er sagte auch: „Mit der getrennten Abhaltung des internationalen Teils der Fadschr-Film-Festival wollen wir eine größere Mitbeteiligung in dieser Richtung erzielen.  Unter den verschiedenen Festivals, die auf der Welt stattfinden, möchte das Fadschr-Festival  Kino und Kinoleute vorstellen, denen die Weiterentwicklung der Menschheit viel bedeutet und die diese als Notwendigkeit für das  Kino betrachten.“

Für die diesjährige Festivalrunde gingen Bewerbungen aus 87 Ländern ein. Letztendlich kamen  die Filme aus 54 Ländern in die engere Auswahl.   Das Festival ist in drei große Sparten eingeteilt: genannt: Cinemaje Saadat - (Filme, die der Menschheit zum Wohl gereichen)  Dschelwegah-e Schargh – (Filme des Ostens) und Cinemaye Honar wa Tadschrobeh (Kunst- und Experimentalfilm).

Zu dem Festivalprogramm gehören auch einige wettbewerbsfreie Veranstaltungen wie  Perspektive des heutigen chinesischen Film bzw. des Film in der Türkei,  Vorführung von aktuellen Filmen der Welt, Dokumentationen und  ein Film über den italienischen Filmemacher Francesco Rossi .

                          

Die Wettbewerbsabteilung „Filme des Ostens“ war schon bei den vorhergehenden Filmfestivals  etwas Besonderes.  Hier werden die besten Werke von asiatischen Filmregisseuren und muslimischen Filmemachern vorgestellt. Dieses Jahr nehmen Filme aus Palästina, Indien, der Republik Aserbaidschan, Tadschikistan, Afghanistan, Irak, Malaysia, Thailand, China und Kasachstan teil.

Die meisten dieser Filme sind übrigens gemeinsame Produktionen und bei einigen werden auch europäische Länder unter ihren Produzenten genannt. Die Beeinträchtigung des Lebens der Palästinenser und besonders ihrer Kinder wegen der Besatzung ihrer Heimat  oder auch  die schrecklichen Verbrechen während des Krieges im Persischen Golf und der Präsenz der amerikanischen Militärs in Irak gehören zu den Themen, mit denen sich einige muslimische und asiatische Filmemacher in ihren Werken auseinandergesetzt  haben. 

 

Die meisten Werke in der  Wettbewerbsabteilung  Kunst- und Experimentalfilm sind von europäischen und amerikanischen Regisseuren und kommen dieses Jahr aus England, Irland, Frankreich, USA, Griechenland, Kanada, Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien.

Der italienische Filmemacher Francesco Rossi fand in den vergangenen 30 Jahren wegen der Qualität, der Thematik  und  dem enthüllenden Charakter seiner Filme im Iran immer Beachtung.

Beim diesjährigen Fadschr-Festival findet zum zweiten Mal eine Gedenkfeier für ihn statt. An der ersten Gedenkfeier hat er selber teilgenommen und konnte mit den Freunden seiner Werke Bekanntschaft schließen. Rossi ist jedoch am 10. Januar 2015 verstorben.  In vielen seiner Filme hat er sich mit den Recherchen über  Kriminalfälle beschäftigt. Er war davon überzeugt, dass das Kino wie ein historisches Dokument sein muss und als  Lehrmaterial an den Schulen für die Aufklärung der Schüler über die Geschichte verwendet werden sollte. Rossis Filme sind neorealistisch und mutig.  Dieser italienische Filmregisseur  deckt in seinen Werken  die unheilvollen Beziehungen zwischen den Mafia-Gruppen auf.

Beim diesjährigen Festival  werden 8 seiner Filme  gezeigt.

               

Während des Festivals  werden 6 Werkstätten von den  Gästen aus dem Ausland und  iranischen Kinoleuten  laufen. Dabei geht es um die gemeinsame Filmproduktion, Ideenverarbeitung und die Grundlagen der Filmregie und andere Themen. Am Rande dieser Werkstätten werden mehrere Filme von ausländischen Schülern des iranischen Regisseurs Abbas Kia Rostami  in Gegenwart einiger von ihnen gezeigt.

Der Workshop von Abbas Kia Rostami fand am ersten Tag des Festivals statt und es fanden sich zahlreiche junge Regisseure und Interessierte bei ihm ein. Nach seiner Lehr-Werkstätte erklärte er seine besondere Freude  darüber, mit jungen Leuten zu arbeiten, und füge hinzu; „denn bei solchen Veranstaltungen lerne  ich selber etwas von ihnen.  Das meine ich ernst. Ich habe von meinen Schülern viel gelernt. Ich genieße es in diesem Workshop und in ähnlichen Unterrichtsklassen gedanklich in meine Jugendzeit und in die Zeit zurückversetzt zu werden,  als ich mit einfachen Kameras umzugehen gelernt habe.“

 

         

Dem Workshop von Kia Rostami folgen weitere, die von   Kinofachleuten aus dem Iran, der Türkei, Polen, aus Hongkong, Kanada und Frankreich geleitet werden.                                  

Eine der wichtigen Ereignisse des Fadschr-Film-Festivals ist seit einigen Jahren  der Film-Bazar. Er findet dieses Jahr zum 18. Mal statt.

Mehr als 30 Filmemacher und 18 renommierte ausländische Filmproduzenten und 100 Käufer und ausländischen Unternehmen  sind auf dem Teheraner Film-Bazar präsent. Er bietet ihnen eine Gelegenheit sich mit  den neuesten Filmproduktionen iranischer Unternehmen vertraut zu machen.

Es werden 200 iranische Filme von ihren Inhabern  angeboten, wobei es sich  um Kurz-,  Spiel oder Dokumentationsfilme  handelt.

Die Teilnahme von mehr  als 10 ausländischen Fernsehnetzen, sowie Direktoren und Organisatoren von renommierten internationalen Festivals und internationaler Verteilerunternehmen aus verschiedenen Ländern zeugt davon, dass das iranische Kino  nach wie vor für die internationale Kunstszene von Bedeutung ist.

Der Leiter des Cannes-Filmfestivals , Pierre Lescure  ist der Meinung : „Die Klugheit und der Mut der iranischen Filmemacher ist auffällig und ist mit der mehrere Jahrtausende alten Kultur und Zivilisation Irans vermengt.

Wenn der Iran diese Kultur nicht hätte, wären seine Filmemacher nicht in der Lage diese Filme zu drehen.

Das iranische Kino spiegelt  interessante  Bereiche  der Gesellschaft wieder.  Seine Darstellung ist  gut durchdacht  und gekonnt. Dieses Kino hat Interessantes über den Alltag, die  Liebe, die Familie und viele andere Themen zu sagen.“

                     

 

 

 

 

 

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