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Sonntag, 21 Dezember 2014 03:52

Das Kino und die Menschenrechte

In Ferguson war am 9. August der 18-jährige Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden In Ferguson war am 9. August der 18-jährige Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden
Ferguson und einige andere  US-Städte sind in diesem Jahr  längere Zeit Schauplatz von Unruhen gewesen.

Die Bevölkerung ist weiterhin über den Freispruch für einen  Polizeibeamten empört, der einen farbigen Jugendlichen erschossen hat. Der 18-jährige Michael Brown wurde am 9. August 2014 von der Polizei wegen Entwendung einer Zigarettenschachtel verfolgt und von dem Polizeibeamten  durch mehrere Schüsse getötet.  Er war unbewaffnet und gemäß Zeugenberichten hielt er die Hände hoch. Die Demonstranten in den USA sehen in diesem Vorgehen der Polizei und in dem darauffolgenden Freispruch für den Täter  ein deutliches Beispiel für die Rassendiskriminierung und das Unrecht gegenüber den Afro-Amerikanern. 

Die Rassendiskriminierung ist schon so alt wie die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Ihr heutiger Staatspräsident Obama war auf seiner jüngsten Pressekonferenz gezwungen einzugestehen, dass es immer noch  Rassendiskriminierung gibt und sagte, es gäbe keinen Afro-Amerikaner in den USA, der noch nie für etwas als schuldig betrachtet worden wäre.

 

Um die Rassendiskriminierung im Lande zu vertuschen bedient man sich in den USA des Kinos.        

Man lässt in  einigen Hollywoodfilmen afro-amerikanische Darsteller in der Rolle des Chefs von Sicherheitsdiensten oder Gerichtshöfen usw. auftreten und  über weißhäutige Untergebene bestimmen. Aber solche Fälle gibt es in der amerikanischen Realität  selten.  Dafür sind die meisten  Bürger, die von der Polizei erschossen werden, afro-amerikanisch. Es wird nicht offen gesagt, aber die Afro-Amerikaner gelten als Bürger zweiter Klasse!

 

In einigen Ländern der Welt herrschte im 20. Jahrhundert  offiziell Rassismus und aufgrund entsprechender politischer Ereignisse wurde Rassismus auch ein Thema für das Kino.  Während vorher Rassismus vornehmlich durch Rundfunk und Literatur  verbreitet wurde, übernahm immer mehr der Kinofilm diese Funktion.

Hollywood hat die Angewohnheit, in seinen Kinofilmen  Völker und Nationen die  anders als die USA denken und gegen sie sind,  als barbarisch hinzustellen.  Viele Jahre wurde dies in Form von Westernfilmen praktiziert, in denen die Ur-Einwohner der USA, nämlich die Indianer  als Wilde und  die Weißhäutigen als zivilisierte und freundliche Menschen vorgestellt wurden.  Gemäß diesen Filmen waren die sanftmütigen Weißhäutigen gezwungen die Indianer zu töten, weil sie sich verteidigen mussten. Mit anderen Worten: Ein Indianer galt in diesen Filmen nur dann als gut, wenn er tot war.

In den 30-iger und 40-iger Jahre und sogar im amerikanischen Kino der 50iger Jahre wurden  zahlreiche solcher Filme gedreht. Aber die Geschichte zeugt davon, dass genau das Gegenteil von dem, was in den Hollywood-Filmen zu sehen war, geschah und schließlich haben das einige Regisseure  erkannt,  wie John Ford, der  in seinem Film „(Herbst der) Cheyenne“  die großen Verbrechen von General Custer und seinen Soldaten an den Indianern enthüllt.

 

Auch in Bezug auf die Afro-Amerikaner hat sich ähnliches in der Hollywood-Geschichte abgespielt und einige Regisseure haben in ihren Filmen die Tötung und Verbrennung von Schwarzhäutigen sogar als  einen heiligen Akt und gerechte Strafe  dargestellt. 

Tatsächlich fanden  im 20. Jahrhundert solche Filme  nicht nur ein großes Publikum ,  sondern ihnen wurde auch durch die Auszeichnung mit dem Oscar ein künstlerisches Image verliehen. In diesen Filmen wird die Sklaverei als  etwas natürliches dargestellt und suggeriert, dass es für einen Schwarzhäutigen besser ist, aufrichtig seinem Sklavenherrn zu dienen.  Schwarzhäutige, die sich dagegen wehren,  werden dahingegen als wertlose Menschen hingestellt, die bestraft werden müssen.  Das bekannteste Beispiel ist der Film , den Victor Fleming 1939 unter dem Titel „Gone by the Wind“ (vom Winde verweht) drehte.

Aufgrund der  rassistischen Sichtweise nahmen Filmproduzenten in den 60iger und 70iger Jahren  Länder ins Visier mit denen die USA politisch im Konflikt stand. Zum Beispiel wurden während des Vietnamkrieges die vietnamesischen Befreiungskämpfer als erbarmungslos und grausam darstellt und in den letzten Jahrzehnten richteten sich die Speerspitzen Hollywoods besonders auf die Nahostländer, die Muslime und den Iran. 

 

Die Wirkung rassistischer Einstellungen, die es unter US-Politikern und US-Kinomachern gibt , präsentiert sich zurzeit in den USA bei dem Vorgehen der Polizei mit den afro-amerikanischen Bürgern  und der Verletzung der Menschenrechte in diesem Land.

 

Die USA nehmen nicht nur gerne schöne Posen hinsichtlich der Menschenrechte ein, sondern animieren auch zu Kunstveranstaltungen und Filmproduktion zu diesem Thema an.  Zurzeit gibt es 33 Festivals weltweit zum Thema Menschenrechte. Bei diesen Festivals werden meistens Filme vorgeführt, die Regisseure der Drittwelt-Länder über die Probleme einer bestimmten Gruppe in ihrer Gesellschaft und die Verletzung deren Rechte gedreht haben. Themen dieser Filme sind zum Beispiel  Heiratsprobleme von Frauen in einem afrikanischen Volksstamm,  die Probleme einiger Minderheiten und die Kritik an religiösen Regeln oder auch die Scheidungssitten in einigen Ländern. Solche Filme , die meistens unter Dokumentarfilmen laufen, finden  ein  breites Publikum und die westlichen Regierungen nutzen dies aus, um Staaten der Dritten Welt anzugreifen und ihnen die Verletzung der Menschenrechte vorzuwerfen. Natürlich ist es nicht akzeptabel, wenn eine Frau nicht ihren Ehemann wählen kann und einige Sitten von Vorfahren blind befolgt werden.  Es geht aber hier nicht darum,  sondern entscheidend ist die Tatsache, dass die USA solche kulturellen Probleme, die nicht viel mit der Beachtung der Menschenrechte  eines Staates zu tun haben, politisch als Vorwand ausnutzen, um einige Regierungen  anzuprangern.

Obwohl die Veranstalter solcher Festivals und Kunstereignisse, die Menschenrechte als ein ernsthaftes Problem der heutigen Welt bezeichnen , verhindern  ihre politische Tendenzen  in Wirklichkeit eine gerechte  Darstellung der Menschenrechte.  Zum Beispiel werden zwar auf den internationalen Festivals Filme über Palästina vorgeführt . Aber anstatt dass diese Filme die Besatzung Palästinas und die Verletzung der Rechte von Millionen von Menschen in den Mittelpunkt stellt, wird die heutige Lage in den von den Zionisten besetzten Gebieten und die Möglichkeit für eine Lösung vor Augen geführt. In diesen Filmen geht es um private Liebesbeziehungen  , während der wichtigste Punkt, nämlich die Besatzung und die Verbrechen der Zionisten ignoriert werden.  Auf diese Weise wird der Gedanke von der Verteidigung der Menschenrechte  zur Verteidigung der Aggressoren und werden die Rechte der unterdrückten Palästinenser  übergangen.  Wir können in diesem Zusammehang auf den Protest einer Gruppe gegen eines dieser Festivals hinweisen.

Die anti-zionistische Organisation schwarzhäutiger Jüdinnen übte an dem 8. Internationalen Menschenrechtsfilmfestival  in Wien Kritik, welches vom 4. bis 13. Dezember 2014 lief. Es wurden einige Kurzfilme, Spielfilme und Dokumentationen aus verschiedenen Ländern gezeigt, in denen es um Menschenrechtssituation hinsichtlich Bildung und Erziehung,  Gesundheitswesen, Armut und Wasserknappheit ging. Die Organisation schwarzhäutiger Jüdinnen haben in einer Presseerklärung die Festivalveranstalter  kritisiert, weil sie weder dieses Jahr noch in den Vorjahren nach Gründung  dieses Festivals im Jahre 2008 einen Film über die Gewalttaten Israels gegen die palästinensische Bevölkerung gezeigt haben. 

Bei einem internationalen Festival, das vor kurzem in Jordanien  lief, ist   die Palästinafrage Schwerpunktthema  gewesen. Dennoch stand auch dieses Festival unter dem Einfluss der Politik des Gastgeberlandes.  Es wurden nämlich die Ereignisse in Syrien aus der Sicht arabischer  Regierungen und Gruppen, die gegen Baschar Assad sind dargestellt. In den betreffenden Filmen, die vorgeführt wurden, erfolgte kein Hinweis auf die Terroristen in Syrien, die diese Krise heraufbeschworen haben und es wurde kein  Wort über die zahlreichen Fälle der Menschenrechtsverletzungen durch diese verharmlosend lange als „Regierungsgegner“ bezeichneten Terroristen  und die Unterstützungen der westlichen Regierungen an die Terrorgruppen verloren.

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