Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Montag, 01 Dezember 2014 06:07

"Erinnerungen für alle Jahreszeiten" ...

Der Film „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“/ Der Film „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“/
In diesem Beitrag geht es um den Film „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“. Dieser macht spürbar macht, wie groß die Tragödie ist,   welche die Armee des irakischen Diktators Saddam mit chemischen Waffen unter der  iranischen Bevölkerung angerichtet hat.

In dem 8-jährigen Krieg, den der irakische Ex-Diktator Saddam, unterstützt von seinen westlichen Herren, gegen Iran führte, ging es darum, die iranische Nation unter Einsatz jeglicher Mittel in die Knie zu zwingen und zu diesem Zweck waren dem irakischen Baath-Regime auch Mittel wie chemische Waffen willkommen.  Dieses Regime hat entgegen aller Grundsätze der Menschlichkeit und den internationalen Bestimmungen sogar gegen die eigenen Bürger C-Waffen eingesetzt und 1987  die irakische Stadt Hallabdscha chemisch bombardiert.

Saddam  hat gleich zu Beginn des Krieges gegen den Iran im Jahre 1980 chemische Waffen einsetzen lassen und die C-Waffen-Angriffe  im Laufe des Krieges, nachdem die iranischen Kämpfer zusehends Erfolge an den Fronten erzielten, intensiviert.  Der Irak setzte unter Saddam 8 Jahre lang chemische Waffen gegen die Menschen in der Islamischen Republik Iran  ein, während er einer von 120 Staaten war, die das Genfer Protokoll über das Verbot des Einsatzes von Giften, Erstickungsstoffen und bakteriellen Waffen unterzeichnet hatten.

 

Es haben insgesamt 560 Angriffe mit chemischen Waffen auf den Iran stattgefunden. In 35 Fällen richteten sie sich gegen Zivilisten. Einige von diesen Fällen hatte es zuvor noch nie auf der Welt gegeben, zum Beispiel  wurde gegen den Iran zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte  Nervengas bei Angriffen auf militärische und zivile Ziele eingesetzt.  

Experten bestätigen, dass fast eine Millione Menschen im Iran  der Einwirkung von chemischen Gasen ausgesetzt waren und fast 100 Tausend von ihnen akute Gesundheitsschäden erlitten oder von den  Nebenwirkungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Laut Berichten wurden in der Zeit von 1983 bis 1988  chemische Waffen in Form von 19.500 Bomben, 54 Tausend Kanonenkugeln und 27 Tausend Kurzstreckenraketen gegen die Iraner eingesetzt. 

 

Außerdem hat Irak zugegeben, dass es ungefähr 1800 Tonnen Senfgas und 1400 Tonnen Tabun ,  sowie circa 600 Tonnen Sarin  gegen Iran eingesetzt hat. Aber diese Ziffern scheinen noch nicht der Realität gerecht zu werden. Zum Beispiel wurde auch , wie Anhaltspunkte und Ärtzeberichte zeigen, die Substanz  VX im Krieg gegen Iran angewandt. In den offiziellen Dokumenten wird dies jedoch nicht erwähnt. VX ist ein Gas welches eingesetzt wird, um die tödliche Wirkung von Sempfgas zu verstärken. Das Gift dringt über die Haut, die Augen und die Atemwege in den Körper ein und verursacht zuerst Husten und Übelkeit. Dann lähmt es die Atemmuskulatur und führt innerhalb weniger Minuten unter starken Krämpfen und Schmerzen zum Tod.

                       

 

Der Dokumentationsfilm „Erinnerung für alle Jahreszeiten“ ist auf verschiedenen Festivals im In- und Ausland vorgeführt worden und läuft nun auch in einigen Teheraner Kinos. Er legt  dem Publikum im Inland einen weiteren Bericht von chemischen Verletzten aus der Zeit  der Heiligen Verteidigung vor und beleuchtet  vergessene Winkel dieses Krieges .  

 Mostafa Razagh Karimi hat in seinem Film die Entsendung von chemisch Verletzten aus dem Iran  nach Österreich festgehalten – von ihrem Eintreffen in diesem Land bis zu ihrer Behandlung. Sein Film enthält dramatische Szenen, die noch nie vorgeführt wurden. Die Dokumentation  setzt dann 20 Jahre später erneut ein, als der Regisseur die behandelnden Ärzte aufsucht, die inzwischen pensioniert sind, aufsucht. Ebenso besucht er  einige chemische Verletzte im Iran und veranschaulicht ihre jetzige Situation.

„Erinnerungen für alle Jahreszeiten“ gibt dem Zuschauer einen näheren Eindruck davon, was es heißt, chemisch verletzt zu sein.  

Der Regissieur hat in den  Jahren der Verteidigung überhaupt nicht im Iran gelebt, aber seine Begegnung mit den chemisch Verletzten aus Iran in einem österreichischen Krankenhaus  sorgte für einen einschneidenden Wandel in seinem Leben und daraus ging eine Dokumentation hervor, die ewig für die Opferbereitschaft und Tapferkeit der iranischen Kämpfer und für das Unrecht, das ihnen angetan wurde,  zeugt.

Mostafa Razagh Karimi  schrieb in einer Notiz über diesen Film:“... Die Schulglocke hatte noch nicht zu läuten begonnen als die Grenzen zusammenbrachen und an einem Morgen kurz vor dem Frühling zum ersten Mal der Geruch von Bittermandeln sich in unserer Umgebung ausbreitete .... Ein Geruch, an den heute noch die Blasen auf den Lungen und den Körpern von Männern und Frauen der iranischen Heimat erinnern ... Unser Bericht ist ein bitterer Querschnitt aus Erinnerungen, die nie vergessen werden.“ 

 

Der Dokumentarfilmemacher weiter über „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“:   „Als der Film fertig war, wurde er bei einer Vorführung in Österreich sehr begrüßt und alle haben gesagt, dass sie vorher nichts von diesen Ereignissen gewusst haben. Allerdings wissen sie auch heute nicht alles darüber, denn es wurden nicht alle Tatsachen über die chemisch Verletzten bekanntgegeben.“

                           

 

Mostafa Razagh Karimi wurde 1962 in der westiranischen Stadt Tabris geboren und  interessierte sich schon als Heranwachsender für die Anfertigung von Dokumentationen. Er studierte in Österreich und arbeitete mehrere Jahre für Fernsehsender und Kulturinstitute.  Nach Rückkehr in den Iran arbeitete er mit der iranischen Fernsehanstalt  und Filmagenturen zusammen und drehte zahlreiche Dokumentarfilme. Der Film „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“ entstand 2010.

 

Kernthema der Dokumentation ist die schwierige Behandlung von chemisch Verletzten und dass sie zur Behandlung ins Ausland geschickt werden mussten. Die meisten Aufnahmen wurden in Österreich gemacht . Der restliche Filmteil besteht aus Archivszenen aus der Kriegszeit und in kleinerem Umfang wurden auch noch  Szenen im Iran gedreht.

Über die Entstehung des Filmes sagte Razagh Karimi:

„Als ich vor 30 Jahren in Österreich lebte,  erfuhr ich dass eine große Zahl von chemischen Verletzten nach Österreich gebracht wurden. Ich war mit Schriftstellerei und Regie beschäftigt und wollte   diese Kampfverletzten näher kennenlernen. Gleich nach ihrer Ankunft ging ich zu dem damaligen iranischen Botschafter in Österreich und sagte ihm, dass ich die deutsche Sprache beherrsche und  schon als Jugendlicher gut kochen konnte. Ich bat ihn, dass er  es mir ermöglicht,  diese Kampfversehrten und Verwundeten zu besuchen, damit ich sowohl ihr Dolmetscher als auch ihr Koch sein kann.“

Razagh Karimi schildert weiter, wie er im Krankenhaus aus dem Munde der chemischen Kampfversehrten und Kriegsgeschädigten vieles über die  aktuellen Ereignisse erfuhr und vieles mit der Kamera festhalten konnte.  Es passierte jeden Tag etwas Neues im Krankenhaus und laufend kamen weitere chemische Verwundete nach Österreich.  „Es war hart und traurig ihre schweren und schrecklichen Verletzungen zu sehen,“  sagt Karimi, „ Aber mit ihrer Einstellung und ihrem Verhalten haben diese  Verletzten alle im Krankenhaus – von den Krankenpflegern bis zu den Ärzten -  so tief  beeindruckt, dass einigen von ihnen die Tränen kamen.  Angesichts dieser Erlebnisse konnte ich nicht anders, und musste einfach eine Dokumentation über diese Tragödie anfertigen.“

 

Friedrich Stift , der österreichische Botschafter in Teheran hat, nachdem er den Film „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“ gesehen hat, das Verbot des C-Waffeneinsatz unterstrichen und gesagt: „Diese Dokumentation hat mich erschüttert. Ich war während dieses Krieges ein Student und habe solche Bilder im Fernsehen gesehen, aber erst heute ist mir  durch diesen Film klar geworden ist, welche Tragweite diese Geschichte hat.  Einige setzen heute nach 30 Jahren weiter C-Waffen ein.  Es ist als ob wir noch nicht begriffen haben, wie schrecklich die Tragödie des C-Waffen-Einsatzes ist  und wir noch nicht den Einsatz dieser Waffen unterbieten können.  Dies kann der Menschheit mit Sicherheit schaden und ich werde mich dafür einsetzen, dass dieser Film im Fernsehen und an den österreichischen Schulen für die Schüler gezeigt wird, damit sie so gut wie möglich über die Gefahren eines C-Waffen-Einsatzes informiert werden. Dieser Film war für mich ein großes Warnsignal. Er gibt ohne irgendwelches propagandistisches Spiel die Wirklichkeit wieder.“

                            

Der Film von Razagh Karimi wurde voriges Jahr auf dem Festival „Friede, Freundschaft und Heilige Verteidigung“ in Hiroshima , Japan, gezeigt. „Erinnerungen für alle Jahreszeiten“ und die  Erlebnisberichte von anwesenden iranischen Kampfversehrten und Kriegsgeschädigten haben eine tiefe Wirkung auf das japanische Publikum gehabt.  An den Fragen, die aus dem Publikum kamen,war zu sehen,  dass die Japaner zum ersten Mal mehr über den Einsatz von chemischen Wafffen gegen die iranische Nation erfuhren.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren