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Dienstag, 18 November 2014 08:28

Hollywood und CIA/CIA und Hollywood

Hollywood und CIA/CIA und Hollywood
Die CIA – der zentrale Spionagedienst   der USA hat vor kurzem - 4 Tage nach dem Jahrestag der Besatzung der US-Botschaft in Teheran im Jahre 1979 - auf  Twitter mehrere Fehler in dem   Film  „Argo“ genannt.

 

„Argo“ wurde 2012 gedreht und handelt von der Einnahme der US-Botschaft  und der Flucht von 6  US-Diplomaten.  Laut der Erklärung von CIA auf Twitter  war es ein Fehler, dass  die Rolle Kanadas bei der  Rettung dieser Diplomaten  in diesem Film  heruntergespielt wurde.  Außerdem sollen laut Drehbuch in Argo alle flüchtigen Diplomaten zusammen in der Wohnung des kanadischen Botschafts eingetroffen sein, während sich in Wirklichkeit 5  von ihnen erst jeder an einem anderen Ort aufhielt.  In „Argo“ sehen wir nur einen CIA-Agenten zur Befreiung der Amerikaner nach Teheran kommen, während es in Wirklichkeit zwei waren.

Während die 6   Diplomaten im Film über den Teheraner Bazar gehen, haben die Flüchtigen  laut Bericht von CIA 79 Tage lang gar nicht die Wohnung des kanadischen Botschafters verlassen. In der Schlussszene von „Argo“ wird das Flugzeug mit den Amerikanern an Bord auf der Startbahn verfolgt und der Pilot wird nicht vom   Fluglotsenturm aus zum Stopp  aufgefordert, sondern die Sicherheitsbeamten beschießen die Maschine.  An dieser Stelle erreichen die Lügen Hollywoods ihren Höhepunkt.  Aber gerade diese Stelle hat den Amerikanern besonders gut gefallen und dafür wurde dem Film der Oscar verliehen.  Doch nun, genau in den Tagen in denen die Verhandlungen zwischen Iran und der G 5+ 1 laufen,  hat das höchste Sicherheitsorgan der US-Administration berichtet, dass der Film „Argo“ inhaltlich nicht wahrheitsgetreu ist und sich diese Ereignisse in Teheran, im Jahre 1979, etwas anderes abgespielt haben.  Die US-Regierung, welche mit Filmen wie „Nicht ohne meine Tochter“ , „Rosenwasser“ und „Steinigung von Soraya“  falsche Eindrücke vom revolutionären  Iran hervorrufen will, hat damit zum ersten Mal  Fehler bei einem Film über Iran bekannt gegeben, was sie laut internationaler Medien bisher noch in keinem ähnlichen Fall getan hat. Viele Sachverständige in internationalen Fragen halten dies für  eine Taktik des Weißen Hauses, denn „Argo“ ging ja schon vor drei Jahren auf die Leinwand und ihm wurden viele Preise verliehen. Also hat er bereits die gewünschte Wirkung hinterlassen und hat sich durch das jetzige Bekenntnis der CIA zu Fehlern in diesem Film nichts an der Feindschaft gegen die iranische Regierung und Bevölkerung und auch nichts an dem Bündnis zwischen Hollywood und CIA geändert.

                                       

 

Darüber wie stark das Hollywood-CIA-Bündnis ist, erfahren wir aus dem Artikel „Ein Vorschlag, den Hollywood nicht ablehnen kann.“ in der englischen Guardian, in dem es u.a. heißt:

„Wer sich Hollywoodfilme ansieht ist darüber im Bilde wie groß die Begeisterung Hollywoods für  Spionagefilme ist, aber nur wenige wissen über die reale ungehemmte Präsenz der CIA in diesen Filmen in den 70iger Jahren Bescheid.“

Doch schon vorher hat die CIA mitgemischt. Zum Beispiel hat sie 1950 die Rechte an dem Roman „Farm der Tiere“, erworben und 1954  in die Animation-Verfilmung dieses Romanes investiert. Dieser Roman von George Orwell richtet sich nämlich gegen die Sowjetunion.

             

  1995 wurde zwischen Hollywood und der CIA ein Vertrag unterzeichnet.  Gemäß diesem sollte Chase Brandon ein eingefleischter CIA-Agent  in Zukunft die Regiebücher und Filmprojekte, insbesondere diejenigen, die irgendwie mit der CIA zu tun haben, beaufsichtigen.

 Brandon ist mit seinem fast 40-jährigem Arbeitszeugnis bei der CIA  der erste Vertreter der Spionageagentur in Hollywood gewesen. Daraufhin haben die CIA und Pentagon offen Regiebuchautoren und Filmregisseure wie David Fintcher und  Spike Jonze aufgefordert, mit diesen beiden Organen bei der Produktion von  Filmen gegen die Gegner-Staaten der US-Hegemonie zusammenzuarbeiten.  Als Belohnung  versprach Pentagon Hollywood große Mengen militärischer Ausrüstung für Dreharbeiten zur Verfügung zu stellen.  So gelangten auch viele Filme mit anti-iranischem Inhalt auf die Tagesordnung.

 

 

Fast alle wichtigen staatlichen Behörden  der USA  - von der FBI bis zur NASA und den Spionagediensten - haben ein Kontaktbüro in Hollywood aber nur wenige von ihnen verfügen über ausreichende Mittel, um mit Hollywood zu handeln und haben daher nur begrenzten Einfluss auf diese Riesen der internationalen Unterhaltungsindustrie. Bis auf   

CIA und Pentagon. Sie  bilden eine Ausnahme. Pentagon verlangt laufend - im Gegenzug für Beratung, Bereitsstellung von Militärpersonen und Ausrüstung und Flugzeugen usw. - von den Filmemachern Änderungen am  Filmszenario.  Der Film „Rosewater“ (Rosenwasser) ist eine Produkt dieser Absprachen. Dieses  103-Minuten- Drama, kostete  10 Millionen Dollar. In ihm spielen mehrere Schauspieler, die den Iran illegal verlassen haben. In dem Film sollen die Unruhen während der Wahlen im Jahre 2009 im Iran nach dem Geschmack der USA rekonstruiert werden.  Seit dem 14. November läuft dieser Film in den US-Kinos und wurde vorher bereits auf mehreren Festivals gezeigt. Der anti-iranische Film  wurde aufgrund eines Buches des iranisch-kanadischen Journalisten und Dokumentarfilmers  Maziar Bahari gedreht. Bahari war  seitens der Wochenzeitschrift Newsweek zur Berichterstattung über die Präsidentschaftswahlen 2009 im Iran nach Teheran gekommen, wurde aber wegen seiner Kontakte mit ausländischen Spionagediensten einige Monate inhaftiert und schließlich gegen Kaution freigelassen. Daraufhin verließ er auf illegalem Weg das Land.  Sein diesbezügliches Buch „Dann kamen sie wegen mir“ hat Jon Stewart  unter dem Titel „Rosenwasser“ verfilmt. Der  Fernseh-Moderator und Kommödiant Stewart  schrieb das Regiebuch und drehte „Rosenwasser“in Amman, der Hauptstadt von Jordanien. Es war seine erste Erfahrung als Filmregisseur.

 

 Das Szenario, das die Amerikaner vorbereitet haben, damit der Film „Rosenwasser“ von möglichst vielen Leuten gesehen wird, erinnert haargenau an den Weg, auf dem  auch der anti-iranische Film „Argo“ vor  zwei Jahren vorangetrieben wurde, damit er den Oscar für den besten Film erntet.  Der Film „Argo“  wurde auch erst auf einigen US-Festivals vorgeführt und erhielt ein paar Preise, bis er schließlich an 3 Oscars gelangen konnte.  Dabei war „Argo“ filmtechnisch gesehen nichts Besonderes, aber er gefiel eben den offiziellen Kreisen der USA. In ihm werden ja  die US-Diplomaten als Helden vorgeführt und die patriotischen Gefühle der Amerikaner aufgeheizt.

Dieser Film stieß allerdings im Iran auf erheblichen Protest, weil er die Eroberung des Spionage-Nestes der USA in Teheran, nämlich die damalige US-Botschaft, im Jahre 1979, , falsch darstellt.

 

Es kamen auch Proteste aus einer anderen Richtung und zwar beklagte sich die  kanadische Regierung darüber, dass die entscheidende Fluchthilfe Kanadas für die 6 Amerikaner im Film zu kurz kommt.

Der Film „Rosenwasser“ ist aber noch viel fehlerhafter als „Argo“, weil er die Wahrheit noch mehr verfälscht , abgesehen davon dass er auch filmtechnisch schwach ist. Das Urteil von Filmkritikern für „Rosenwasser“ spricht nicht für deren Begeisterung.

                       

Erik Kohn, der sich für Indiewire kritisch über Filmpolitik

äußert,  wird durch  „Rosenwasser“  an die Fernsehshows des Regisseurs Jon Stewart erinnert und dieser Kritiker schreibt,  der Film erinnere ihn an Stewart, wenn er in einer seiner TV-Shows  geraden einen Gast  lobt. Kohn schreibt, Stewart habe die Filmgeschichte vernachlässigt und  bezeichnet „Rosenwasser“ als oberflächlichen Film, der nicht das erzielt, was mit seiner Produktion  beabsichtigt war.  Auch die Zeitung Los Angeles Times ist der Meinung dass dieser Film sein Ziel verfehlt.

Bei der Produktion von Filmen wie diesen zeigt sich wieder,  dass die glitzernde   US-Filmindustrie Hollywood  , weiterhin  ein Objekt für den Einfluss zahlreicher US-Behörden, darunter Pentagon und CIA ist. Dieser Einfluss schadet Hollywood immer mehr und wird Filmemachern Misserfolge bescheren und sie in Verruf bringen.

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