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  Im letzten Beitrag dieser Serie sagten wir, dass der Prophet in Medina eine mächtige Regierung mit allen notwendigen Verwaltungs-, Justiz-, und Militäreinrichtungen  ins Leben rief und damit der Islamischen Kultur und Zivilisation zum Wachstum und zur Ausdehnung verhalf. Zu den Dingen, denen die islamische Lehre große Aufmerksamkeit widmet, gehören Wissen
Ein wichtiger Schritt des Propheten (s) war der Bau einer Moschee. Es war ein Zentrum nötig, welches sowohl den Muslimen als Ort der Gottesanbetung diente, als auch Zentrum für die Verwaltung aller anderen  Angelegenheiten war.  Die Moschee war anfangs
Im letzten Beitrag berichteten wir davon, das  Prophet Mohammad (s.)  von Gott in Mekka ausgesandt wurde, um die letzte Himmelsreligion zum Glück und Wohl der Menschheit zu überbringen. 13 Jahre lang hat der Prophet die Grundsätze des Islams verkündet. Da jedoch die Zahl der Muslime gering war und die Gegner feindselige Maßnahmen ergriffen, verließ er Mekka, damit er den Islam in einer geeigneten Umgebung verbreiten kann. Die Auswanderung der Muslime aus Mekka begann.
Die Propheten Gottes haben bekanntlich einen einmaligen Beitrag zur Kultur und Zivilisation der Menschen geleistet und  hatten den Auftrag, die Menschen zu Wahrheit und Recht herbeizurufen. Sie sollten Wissen und Erkenntnis der Menschen vermehren, das Denken veredeln und  Gerechtigkeit in der menschlichen Gesellschaft herstellen. Gott hat
Im ersten Teil dieser neuen Serie haben wir auf den wichtigen Beitrag der Islamischen Zivilisation zur Menschheitszivilisation hingewiesen.   Allerdings haben andere  im Laufe der Zeit  versucht, die großen Errungenschaften dieser Zivilisation zu übergehen  und sogar eine Reihe von Entdeckungen muslimischer Gelehrter sich selber zugeschrieben. Wir nannten  bereits einige Faktoren, die zur Gestaltannahme der Islamischen Zivilisation beitrugen,  und haben gesagt, dass der Islam die Existenz von verschiedenen Kulturen und allen Rassen akzeptierte  und sich von Fanatismus und Aberglauben enthielt. Diese Religion   brachte die weltlichen und religiösen Angelegenheiten in Einklang miteinander. Heute wollen wir  auf weitere Faktoren für den Aufstieg und den Rückgang der islamischen Kultur und Zivilisation hinweisen.   Zu den wichtigen Merkmalen der Islamischen Zivilisation zählt ihre zentrale Bedeutung für  Ethik und Spiritualität. Georgie  Zeidan, der libanesische Schriftsteller und Christ schreibt: „Der erste wertvolle Schritt, den der Prophet nach seinem Eintreffen in Medina tat, war die Schließung eines Freundschaftsbundes zwischen den Muslimen aus Mekka und denen aus Medina.  Der Bruderbund zwischen den Einwanderern und ihren Helfern  war  erstes Fundament für die Einheit des Islams, welches der Prophet (s.) entwarf.“ Zeidan ist der Überzeugung, dass gleich zu Anfang die Muslime durch Bekräftigung der Moral und Spiritualität, dem Islam Anerkennung  und Bedeutung verliehen  und die Islamische Zivilisation auf der Basis von Ethik und Religiosität begründeten.   Die Inhalte der Religion und Moral stehen in Beziehung zu Kultur und Zivilisation und  fördern sie. Die meisten zeitgenössischen Denker sind sich darüber einig, dass in der westlichen Zivilisation trotz wissenschaftlicher und industrieller Hochentwicklung,  die Moral zu kurz kam und einen  Abwärtstrend aufweist. Viele sagen sogar, dass die westliche Zivilisation wegen Nichtbeachtung von Moral und Religiosität  auf ihren Untergang zusteuert. So stellt zum Beispiel der US-Autor Patrick J. Buchanan   in seinem Buch „The Dead of West“ (Tod des Westens)  folgende  Frage: Warum ist eine Gesellschaft, die in der Wissenschaft einen Aufwärtstrend zeigt, im Begriff sich aufzulösen und zu sterben?   Hinsichtlich des Abwärtstrends der westlichen Kultur wurden einige  Theorien aufgestellt. Die Denkweise, die nach der Renaissance im Westen vorherrschte, ruhte auf den drei Säulen   Humanismus,  Liberalismus und  Säkularismus.  Im Humanismus gilt der Mensch als unabhängiges Wesen, getrennt von Gott und ohne auf göttliche Rechtleitung angewiesen zu sein. Aufgrund  des Liberalismus und der Hervorhebung des persönlichen Vorteils jedes Menschen wurden  ethische und  religiöse Werte und Grundsätze abgelehnt, was jedoch zu ungehemmter Freiheit  in der westlichen Gesellschaft führte. Der Säkulariusmus hatte unterdessen zur Folge, dass die  Religion aus dem Bereich der Gesetzgebung und der sozialen Planung verbannt wurde.  Heute wird die westliche Kultur und Zivilisation von diesen drei Größen - Humanismus, Säkularismus und Liberalismus - beherrscht, und dies wirkt sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens  aus. Buchanan beantwortet die Frage, warum die Kultur und Zivilisation, von welcher der Westen spricht, unerträglich sei,  wie folgt: „Diese Zivilisation ist wegen der Gegensätze zur Moralität und zur Immaterialität und wegen dem, was sie den traditionellen und religiösen Helden angetan hat, hassenswert. In Wahrheit steht die Ideologie, welche die Zivilisation des Westens beherrscht, im Widerspruch zu der Natur des Menschen und zu dem Erschaffer der Natur.“   Buchanan  sieht in der Abkehr von der Moralität und der Verbannung der Religion aus dem Leben der westlichen Menschen  Faktoren für  den Abstieg der westlichen Zivilisation und schreibt in seinem Buch: „1983, als im Weißen Haus über die medizinische Krise diskutiert wurde, sind 600 Amerikaner an Aids gestorben.  Die Homosexuellen hatten der Natur den Krieg angesagt, und die Natur hat sie auf die schlimmste Weise bestraft. Bislang konnten  Hunderttausende  HIV- Infizierte nur dank von Mischpräparaten am Leben bleiben. Die sexuelle Revolution hat  begonnen, um das Menschengeschlecht zu vernichten. Abtreibung, Scheidung, Geburtenrückgang, Selbstmord unter der Jugend, Drogenkonsum, Misshandlung von Frauen und alten Menschen, sexuelle Zügellosigkeit  und viele andere Dinge mehr, zeigen alle , dass die westliche Zivilisation auf ihren Untergang zugeht.“ US-Autor Buchanan vergleicht die Wirkung der westlichen Zivilisation mit der von Heroin, welches zu Beginn den Konsumenten beruhigt, aber ihn , wenn erst einmal vom Körper richtig aufgenommen,  vernichtet. Kenneth Minogue ein anderer US-Schriftsteller  ist der Meinung:  „Wegen der großen Entfernung zur Moral, können wir nicht den Anspruch erheben, dass die europäische und westliche Zivilisation höherstehen.“   Für jede Gesellschaft oder jede Gemeinschaft ist es ein Garant für ihren Erhalt und ihre Dynamik, wenn die Moralität wächst und ihre Mitglieder die moralischen und immateriellen Grundsätze beachten. Dr. Welayati, Autor es Buches: „Die Dynamik der Islamischen und Iranischen Kultur und Zivilisation“ schreibt: „Wenn eine Gesellschaft eine akzeptable Stufe der Zivilisation erreicht hat, aber die Gesetze nicht achtet, wird diese Zivilisation geschwächt und schließlich werden Sicherheitsmangel und Chaos die Säulen der Zivilgesellschaft zum Einsturz bringen und diese Zivilisation wird ihre Dynamik verlieren. Denn eine ziellose Zivilisation, führt zur Zügellosigkeit .“ Aus diesem Grund baut die Islamische Zivilisation auf moralischen Maßstäben, dem Spirituellen, und dem Zusammenhalt und der Beachtung von Regeln für den Einzelnen und die Gesellschaft auf.   Die gesellschaftlichen Phänomene und menschlichen Fragen wie Zivilisationen sind Schwankungen unterworfen.  Einige Fachexperten sind der Meinung, dass jede Zivilisation mehrere Phasen durchläuft, und Abwärts- und  Aufwärtstrends zeigt. Genauso wie die Moralität und Spiritualität Faktoren der Entfaltung von Kulturen und Zivilisationen sein können, gilt umgekehrt: Wenn eine zivilisierte Gesellschaft nicht die moralischen und religiösen Grundlagen beachtet, erleidet sie  langfristig irreparable Schäden.  Das Schicksal   der Muslime in Andalusien veranschaulicht dies.  Viele  Kenner führen den Verfall der Macht der Muslime in diesem Teil Europas auf ihr Abweichen von den islamischen und moralischen Grundsätzen zurück. Im Islam wird die Wahrung und die Entfaltung der moralischen Tugenden und spirituellen Eigenschaften besonders  unterstrichen. Es heißt in den Chroniken, einer der Gründe für die Auswanderung des Propheten von Mekka nach Medina bestand darin, dass die Muslime von den Gewohnheiten und dem Denken der Unwissenheit, die unter den Mekkanern herrschte, Abstand gewinnen und sich in einer neuen Umgebung der Entfaltung von moralischen Vortrefflichkeiten zuwenden.   Der amerikanische Historiker Will Durant hat in dem Konflikt zwischen  Wissen und Werten einen Faktor für den Untergang einer Zivilisation gesehen.  Der muslimische Gelehrte Ibn Chaldun nannte Eigensinn, Despotie und Verdorbenheit als Faktoren, und der iranische Historiker Abdul Hussein Zarinkub ist der Ansicht, dass das Fehlen von Einheit  zum Stillstand der Zivilisation führt. Zarinkub sieht in der Toleranz und Einheit Faktoren des Zusammenhaltes einer Gesellschaft und ist der Ansicht, dass   seit den Umayyaden durch Bevorzugung der Araber gegenüber  Nicht-Arabern der erste Riss in dem Fundament, welches der Prophet in Medina gelegt hatte,  entstand und  damit bereits der Untergang der Islamischen Zivilisation vorbereitet wurde. Verdorbenheit und Liebe zum Luxus haben nach seiner Ansicht  circa mit Beginn der Umayyadenherrschaft in Schaam (Syrien) die Schwächung der islamischen Zivilisation eingeleitet. Natürlich kann auch der Angriff von Fremden eine Kultur und Zivilisation schwächen oder zum Stillstand bringen. Die Gebiete im Islamischen Zivilisationsbereich sind oftmals angegriffen worden wie beim  Mongoleneinfall  und wie bei den Kreuzzügen. Doch die Muslime konnten sich zum Glück meist bald wieder von solchen Angriffen erholen. Jedenfalls waren die Muslime immer wieder  in verschiedenen Abschnitten der Geschichte intensiv um die Wiederbelebung ihrer Kultur und Zivilisation bemüht.          
Die Islamische Zivilisation ist eine der reichsten Zivilisationen. Sie nahm mit dem Erscheinen des Islams Gestalt an, und besitzt eine strahlende Vergangenheit. Diese  Zivilisation  beruht  auf  nachvollziehbarer Logik.  Um mehr mit ihr vertraut zu machen, beginnen wir eine neue Serie namens „Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte“.  In dieser Serie möchten wir  mit der Entfaltung, den Höhen und Tiefen und der Weiterentwicklung der Islamischen Zivilisation bekannt machen.
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