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Im letzten Beitrag stellten wir Ihnen weitere bekannte Rechtsgelehrte der schiitischen Fiqh-Wissenschaft  ab dem 18. Jahrhundert vor und sie erfuhren über Wahid Behbahani, Seyyed Mahdi Bahr ul Ulum, Scheych Ansari und Mirza Mohammad Hussein Naini und ihre Lehren. Ein weiterer zeitgenössischer Gelehrter, der sich wie Mirza Mohammad Hussein Naini im Rahmen des traditionellen Fiqhs  mit dem Regierungsfiqh beschäftigt hat, ist Imam Chomeini, der verstorbene Revolutionsführer Irans gewesen. Heute erfahren Sie über seine Rechtslehre und die Rechtslehre eines weiteren bekannten zeitgenössischen Gelehrten.   Ruhullah Chomeini wurde 1901, dem 20. Dschamadi Al Thani 1320 nach dem religiösen Kalender, in der zentraliranischen Stadt Chomein als Kind einer religiösen Gelehrtenfamilie geboren. Seine Kindheit und Jugend fiel in eine Zeit politischer und sozialer Krisen im Land und er wurde schon als Heranwachsender mit individuellen und sozialen Problemen vertraut. Dank seiner hohen Begabung erreichte er bald bei seinem Studium in Chomein, Arak und Qum die höchsten Stufen in Fiqh und Ilm-e Usul (Grundregeln der Rechtslehre), der Philosophie und Mystik. Ajatollah Chomeini wurde zu einer bekannten Persönlichkeit der Theologischen Hochschule von Qum und in der Islamischen Welt.  Er hinterließ 40 Bücher über Moral, Fiqh, Mystik, Philosophie, Überlieferung und Koranexegese. Es liegen auch Gedichte von ihm vor. Die meisten seiner Werke schrieb er vor der Islamischen Revolution.   Imam Chomeini gilt als einer der Theoretiker der Welayat-e Faqih – der Verwaltung durch den Rechtsgelehrten. In seinem Buch  „Welayat-e Faqih oder die Islamische  Regierung“  baute er den Gedanken des Welayat-e Faqhih, den Scheych Ansari aufgeworfen hatte,  zu einer Theorie  aus und passte sie den zeitgenössischen Verhältnissen an. In dieser Theorie der schiitischen Rechtslehre wird die religionsrechtlich erlaubte politische Ordnung für die Zeit dargelegt,  in der kein Unfehlbarer Imam die Muslimgemeinde verwaltet.   Imam Chomeini hat klug die Islamische Revolution im Iran  angeführt und ihr zum Sieg verholfen. Er begründete  auf der Grundlage des Prinzips der Verwaltung durch den Rechtsgelehrten – eben die Welayat-e-Faqih - das religiöse Regierungssystem. Der Imam betrachtete eine religiöse Regierung ohne die Verwaltung durch den Rechtsgelehrten als nicht zulässig oder nicht möglich. Die Forderung nach  Welayat-e Faqih beruht auf der Ansicht, dass die religiöse Regierung bei ihrer Erfüllung die  beste Regierungsform darstellt, weil das Religionsrecht in seinem wahren Sinne alle  Gesetze enthält, die eine ideale  Gesellschaft benötigt und der Regent dieser Gesellschaft ein qualifizierter Islamkenner und Rechtsgelehrter ist, der Gottesfürchtigkeit besitzt. Der verstorbene Revolutionsführer betont für eine religiöse Regierung die Größen „Wohl“, „Zeit“, und „Ort“ und stellt das Wohl der religiösen Regierung oben an.   Imam Chomeini r.h. ist anscheinend nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran, insbesondere während der Zeit des auferlegten Krieges Saddams gegen Iran, zu der Überzeugung gelangt, dass es teilweise für den Erhalt der religiösen Regierung und der Islamischen Ordnung notwendig ist, vorübergehend einige Bestimmungen nicht durchzuführen. Im Rahmen des politischen Denkens der uneingeschränkten Welayat-e Faqih, wird aufgrund der Notwendigkeit und der Abwägung des Wohls, auf einige Vorschriften, die nicht der zeitgenössischen  Welt entsprechen, verzichtet   und es werden die Regeln,  die die Probleme der Gesellschaft lösen, herangezogen. Die Erlaubnis dazu erhält  der Wali Faqih von dem heiligen Gesetzgeber. Denn gemäß Imam Chomeini ist die Lenkung durch den Rechtsgelehrten die Fortsetzung der Verwaltung durch den Erhabenen Propheten (s.) und die Imame (a.s.). Die Aufgabe der Welayat Faqih  besteht dabei darin, die religiösen Gebote und die Gesellschaft zu verwalten. Durch Imam Chomeini ging das schiitische Fiqh nach der Einrichtung der Islamischen Ordnung im Rahmen einer dynamischen selbständigen Rechtsfindung, in der die Größen „Zeit“, „Ort“ und „Wohl“ berücksichtigt werden, von einem geschlossenen traditionellen System in ein lebendiges Religionsrecht, welches mit der Moderne Schritt hält, über. Imam Chomeini verstarb am 13. Chordad 1368 (3.6.1989) nach langen Jahren des Einsatzes zur Herstellung eines dynamischen schiitischen Rechts und für den Fortschritt des Islams. Die iranische Bevölkerung und alle, die dank seiner beispielhaften Lenkung eine Wiedergeburt erlebten, betrauerten seinen Verlust.   Auch der Rechtsgelehrte Schahid Baqir Sadr hat im Rahmen der traditionellen Rechtslehre einen Beitrag zum Regierungs-Fiqh geleistet. Mohammad Baqir Sadr kam am 25. Zi Qadeh 1353, d.h. im Jahre 1908 in einer Gelehrtenfamilie in Kazeymin, Irak, zur Welt. Sein Vater Seyyed Heydar Sadr galt als hochbegabte schiitische Persönlichkeit. Sein Sohn Mohammad Baqir hat nach Kenntniserwerb in der Logik im Alter von 11 Jahren begonnen, alte Werke in dieser Wissenschaft kritisch zu betrachten. Danach studierte er bei seinem Bruder Ilm-e Usul – die Grundlagenlehre der Rechtsfindung und begann selber neue Punkte in dieser Disziplin vorzulegen. Gegen 20 erreichte Ahmad Baqir Sadr den hohen Grad der selbständigen Rechtsfindung (Idschtihad).  Seine durch Idschitihad und Eigeninitiative  im Regierungsfiqh erzielten Standpunkte und insbesondere seine Deutung der Verse 38 der Sure Schura (42   ) und 71 der Sure Taubah (Sure 9)  verdienen Beachtung. Seine Standpunkte  über die wichtige Rolle der Bevölkerung bei der Bestimmung ihres Schicksals und die rechtliche Gleichstellung von Männern und Frauen hinsichtlich von Regierungsverantwortungen leitete er aus den  beiden genannten Koranstellen ab.  In der Sure 42, Vers 38 heißt es über die Gläubigen „…die sich ihrem Herrn fügen, das Gebet verrichten, sich untereinander beraten und von den Gaben geben, die Wir ihnen beschert haben,… und im Vers 71 der Sure 9 steht:  „Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einander Beschützer und Helfer. Sie gebieten das Würdige und verbieten das Unwürdige…“ Seyyed Mohammad Baqer Sadr legte neue Entwürfe für die Lehre und Untersuchung von Grundsatzfragen vor , eröffnete neue Debattethemen und führte neue Begriffe ein.   Mit den Worten von Schahid Motahhari ist keine der Islamischen Wissenschaft so dynamisch und veränderbar wie die Ilm-e Usul – die Wissenschaft über die Grundregeln der Ableitung von Religionsrecht. Ajatollah Sadr hat an der Theologischen Hochschule eine neue Lehrordnung begründet und durch Unterbreitung von Ideen in Bezug auf die selbständige Rechtsfindung und die Nachahmung in religionsrechtlichen Fragen des Mardscha`(Vorbild eines Rechtsgelehrten)  einen Teil seiner Vorlesungen über die  Grundregeln der Ableitung  von Rechtsentscheiden und die höhere Stufe der Ableitung von Recht  mit der Koranexegese verbunden. In diesem Rahmen hat er die echten islamischen Begriffe auf dem Gebiet der Politik und Gesellschaft analysiert. Jeden seiner Schüler hat er angewiesen, in einem bestimmten Zweig der Islamischen Wissenschaften Forschung zu betreiben. Durch den Austausch über diese Wissenschaften während seiner Vorlesungen regte er seine Studenten zur geistigen Produktion an. Ajatollah Sadr war ein Anhänger Imam Chomeinis und seiner Theorien. Daher wurde er vom irakischen Regime verbannt, eingekerkert und gefoltert. Ajatollah Seyyed Mohammad Baqir Sadr wurde nach schwerer Folter schließlich auf Befehl von Saddam, dem damaligen Diktator von Irak, am 8. April 1980 zusammen mit seiner Schwester ermordet.        
Die neue Epoche in Usul Fiqh (den Wurzeln des Rechts) wurde durch weitere Rechtsgelehrte wie Wahid Behbahani vollendet und es wurde die prinzipielle selbständige Rechtsfindung wieder belebt. Wahid Behbahani kam 1117 nach der Hidschra  (Anfang 18. Jahrhundert nach Christus) ) in Isfahan zur Welt.
Wir haben im letzten Beitrag darauf hingewiesen, dass das Endziel des religiösen Rechtslehre die Erreichung des irdischen Wohls und der Rettung im Jenseits ist.  Und wir haben einige  Abschnitte der Geschichte   des schitiischen Rechts vorgestellt und einige bekannte Rechtsgelehrte wie Kulaini, Dschunaid Iskafi, Scheych Mufid,
Wir haben in den beiden letzten Teilen hinsichtlich der schiitischen  Rechtslehre gesagt, dass sie sich durch die laufende Zulassung des Idschtihads, nämlich der selbständigen Urteilsfindung auszeichnet. Wir sagten, dass die Unfehlbaren Imame (gegrüßet seien sie) aus dem Hause  des Erhabenen Propheten in der ersten Epoche der schiitischen Rechtslehre
Wir haben in den beiden letzten Teilen die sunnitische Rechtslehre beschrieben und wenden uns nun der schiitischen zu.Die Fiqh-Wissenschaft nimmt einen wichtigen Platz in der Islamischen Kultur und Zivilisation ein. Sie erinnern sich: Diese Wissenschaft setzt sich mit der religiösen Rechtslehre auseinander. Der schiitischen Rechtslehre
Zu den Islamischen Wissenschaften, die die Islamische Kultur und Zivilisation beinflusst haben, gehört auch das Fiqh. Die Fiqh-Wissenschaft ist die Wissenschaft von der religiösen Rechtslehre. Sie ist
Sie erinnern sich, dass wir beim letzten Mal über die Islamische Wissenschaft des Fiqhs, der islamischen Rechtslehre, gesprochen hatten. Wir haben als erstes begonnen, die Geschichte der sunnitischen Rechtslehre zu behandeln und sagten,
In unserem letzten Beitrag haben wir Hadithwerke und einige Hadithkundige der Schiiten vorgestellt.  Nun möchten wir über weitere Gelehrte der Schiiten sprechen, die sich der Sammlung von diesen Überlieferungen gewidmet haben.