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Sonntag, 09 November 2014 12:54

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 100)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 100)
Der Islam ist eine Weltreligion. Es gibt nicht nur in islamischen Gebieten Muslime, sondern fast in allen Ländern der Welt leben muslimische Minderheiten.

Der Islam breitete sich ab dem 15. Jahrhundert auch in Europa aus: vom Osten her bis ins Zentrum. Andalusien besaß als Teil Europas mehrere Jahrhunderte lang die bedeutendste Zivilisation auf diesem Kontinent.

Die Islamische Zivilisation hat wesentlich zur Weiterentwicklung der westlichen Länder und Europa beigetragen. Einige Autoren haben den Islam als dritte Säule der europäischen Zivilisation neben dem griechisch-römischen und dem jüdisch-christlichen Eckpfeiler bezeichnet. Sie führen die Entstehung des modernen Europas auf die Islamische Zivilisation zurück.

Wir möchten in diesem Beitrag über die islamische Erweckungsbewegung im Westen sprechen.

 

Die Situation der Muslime im Westen ist sehr verschieden von der in islamischen Gebieten. Ein Land gilt dann als islamisch, wenn die Bevölkerung zur Mehrheit Muslime ist. Das Leben im Westen ist also ein Leben außerhalb der Islamischen Welt. Der Islam hat in den nicht-islamischen Ländern eine bewegte Geschichte.

Ein Grund für die Verbreitung des Islams im Westen ist die Einwanderung von Muslimen . Eine weitere Ursache ist im Scheitern von politisch-gesellschaftlichen Bewegungen zu sehen, die mit dieser göttlichen Lehre im Westen konkurrierten. Der Misserfolg von Bewegungen wie der von Martin Luther King oder der Linken in Europa , veranlasste westliche Bürger, sich dem Islam zuzuwenden. Bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige Kommunist Professor Roger Garaudy sind Muslim geworden und haben in Europa über den Islam aufgeklärt.

En anderer Grund für das Islamische Erwachen im Westen war das spirituelle Vakuum in seinen Gesellschaften. Dieses veranlasste viele Intellektuelle und Akademiker wie Edward Brown , Annemarie Schimmel und Henry Corbin sich dem Islam zuzuwenden.

Professor Annemarie Schimmel besaß tiefes Wissen über die Islamische Welt, die islamische Philosophie sowie Mystik und Literatur der Muslime. Mit ihren wissenschaftlichen Werken zu diesen Themen hat sie bei vielen Interesse am Islam erweckt.

Aber auch die Islamanfeindung war indirekt Ursache für das zunehmende Islamische Erwachen und die Verbreitung des Islams. Zum Beispiel hat das Buch „Satanische Vers“ dass in England erschien und das Verbot des Hidschabs an europäischen Schulen, im Gegensatz zu den Erwartungen westlicher Politiker , einen Wendepunkt in das politisch-gesellschaftliche Leben der Muslime im Westen eingebracht, so dass sich viele junge Leute für die islamischen Bewegungen zu interessieren begannen. Die Muslime im Westen haben trotz unterschiedlicher Herkunft versucht, sich als ideologische Gruppe und nicht als ethnische Gruppe zu verstehen. Das war ebenso ein Grund für ihr Weiterkommen.

Britannien gehört zu den Ländern, in denen das Islamische Erwachen spürbar zugenommen hat. Die Zahl der Muslime beträgt mehr als 2 Millionen. Die Muslime sind ab dem 18. und 19. Jahrhundert nach England gekommen, als nämlich Britannien als Kolonialmacht in muslimischen Ländern herrschte. Die ersten Muslime, die nach England kamen, waren Jemeniten. Sie arbeiteten als Matrosen auf britischen Schiffen. Die jementischen Muslime bauten 1870 die erste Moschee in diesem Land. Aber die meisten Muslime in England stammen vom Indischen Subkontinent. Sie sind daher in der Mehrheit Sunniten, Hanafiten oder Anhänger der Barelwi-Bewegung. In England wurden nicht nur Moscheen gebaut sondern auch zahlreiche Stiftungen und islamische Schulen und Akademien errichtet . Zum Beispiel gibt die Islamische Stiftung von Leicester Bücher und islamische und politische Texte für Kinder und Jugendliche heraus, und die Tableegh-e islami Britannia organisiert landesweit Koranunterricht und Gemeinschaftsgebete und verkündet den Islam. 

Die Muslime Englands haben in den 70iger Jahre viel für die offizielle Anerkennung ihrer Präsenz in diesem Land getan und sich als erstes für Gesetzesänderungen und Herstellung ihrer sozialen Rechte eingesetzt. Mit Hilfe der Bildung von Gruppen wie der UMC - United Muslim Convention, des Britischen Moscheenrats, des Rates der Gemeinschaftsimame und des Kulturzentrums der Regents-Moschee waren sie bestrebt, einige Gesetze, wie die Familiengesetze, in Einklang mit den islamischen Gesetzen zu bringen.

Nachdem 1988 das Lästerbuch „Satanische Verse“ in England erschien und nach Herausgabe der historischen Fitwa von Imam Chomeini gegen dessen abtrünnigen Schriftsteller Salman Roshdie setzte eine neue Phase des Islamischen Erwachens in Europa und im Westen ein. Die Muslime der Barelwi-Bewegung , die den Propheten des Islam hoch verehren, zeigten die ersten Reaktion auf dieses Buch und ihrem Beispiel folgten andere muslimische Länder und Staaten. Im Zusammenhang mit der Verurteilung Salman Roshdies machten die Muslime in England die Erfahrung, dass man vereint seine Forderungen durchsetzen kann. Sie gründeten zur Bekämpfung dieses Buches ein Kommitee unter der Bezeichnung „Komitee für Maßnahmen Britanniens in islamischen Fragen“. Der revolutionäre Islam verbreitete sich weiter.

Zu den bekannten muslimischen Aktivisten in England gehörte Kalim Sadiqi, der 1972 das Islamische Forschungs- und Planungsinstitut von London gründete. Er wurde als Unterstützer der Islamischen Revolution im Iran bekannt. Auf seinen Sitzungen in England lud er zur Gründung einer Organisation namens „Britisches Muslimparlament“ ein, das sich die Einladung von Nicht-Mulimen zum Islam zum Ziel setzte. 1992 wurde dieses Parlament eröffnet und verwandelte die Muslimminderheit in England in eine politische Gemeinschaft. Diesem Parlament sind weitere Einrichtungen angeschlossen, wie das Komitee für Menschenrechte und das Islamische Beit-ul Mal (Volkskasse). Im Rahmen dieser Organe ist das Muslimparlament hinsichtlich des Schutzes der Menschenrechte der Muslime und der Wohltätigkeiten aktiv. Viele Beobachter sind der Überzeugung ,dass das Muslimparlament einmal eine besondere Position einnehmen wird. Ein Resultat seiner Aktivitäten wird jedenfalls die Erstarkung von muslimischen Vereinigungen in den darauffolgenden Jahrzehnten.

Auch in Frankreich hat die Verbreitung des Islams deutlich zugenommen. Die Anwesenheit von Muslimen in diesem Land geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als Frankreich seine Kolonialmacht in islamischen Gebieten, insbesondere in Nordafrika, verstärkte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Mangel an Arbeitskräften in Frankreich und viele Muslime ließen sich von den Franzosen zur Einwanderung in dieses Land anspornen. Nach 1980 wurden die Muslime in Frankreich aktiver. Sie bauten Moscheen und richteten Gebetshäuser ein. Ab 1980 begannen sie offener die Grundsätze und Lehren des Islams zu beachten. Die Rolle, die die Islamische Revolution im Iran dabei gespielt hat, ist nicht zu leugnen. Was Franzosen am Islam faszinierte, war, dass die Muslime nach höheren moralischen Werten streben. Dies bildete einen Gegensatz zu dem westlichen Werteverfall.

 

Der Grund für die zahlreichen anti-islamischen Maßnahmen der französischen Regierungspolitiker und Medien wie zum Beispiel das Hidschab-Verbot ist darin zu suchen, dass ihnen die zunehmende Verbreitung des Islams in ihrem Land Sorgen bereiteten.

Als den islamisch bekleideten Mädchen der Schulbesuch verweigert wurde, haben die Muslime in Frankreich, insbesondere die Frauen und Mädchen, dagegen protestiert.

 

Der Islam ist die zweitgrößte Religion in Frankreich. Circa 6 Millionen Franzosen sind Muslime und sie bilden 10 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Vor den Ereignissen vom 11. September waren bereits mehrere muslimische Bewegungen in Frankreich aktiv. Sie gingen vor allen Dingen von den nordafrikanischen Ländern Marokko, Algerien, und Tunesien aus. Auch heute ist die Islamische Rettungsfront Algeriens weitgehend unter den Muslimen in Frankreich tätig und die Ennahda-Bewegung Tunesiens, die von Rachid Al Ghannouchi gegründet wurde, ebenso. Außerdem sind auch die algerischen Alaviten und die 12-Imame-Schiiten und Ismaeliten in Frankreich aktiv. Die Intoleranz der französischen Regierung hat zu einer zunehmenden Solidarität zwischen den Muslimen geführt. Dank muslimischer Persönlichkeiten und intellektueller Kerngruppen konnte in diesem europäischen Land in etwa eine Einheit unter den muslimischen Gruppen erzielt werden.

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