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Sonntag, 09 November 2014 12:54

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 99)

Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte (Teil 99)
  Wir untersuchen heute in Fortsetzung unserer Schilderung der Geschichte des islamischen Erwachens in Südostasien, die Islamischen Bewegungen in Malaysia, auf den Philippinen, in Thailand und in Brunei.  
Zu Beginn  des 20. Jahrhundert hat Britannien zur Festigung seiner Position auf der Malaiischen Halbinsel eine Zentralregierung eingerichtet. Die Britische Vorherrschaft hatte zur Folge, dass der Einfluss der islamischen Religionsgelehrten verblasste. Dies konnte aber nicht die Religion aus diesem Gebiet verdrängen. 1957  wurde der unabhängige Staat Malaysia unter Anführung von Premierminister Tunku Abdul Rahman gebildet.  In der Verfassung von Malaysia wurde der Islam, dessen dortige Ausbreitung circa im 14. Jahrhundert nach Christus begonnen hatte, zur Staatsreligion erklärt. Auch wurde die Religionsfreiheit anerkannt. Die meisten Provinzen des Landes besaßen ein Ministerium für religiöse Angelegenheiten.  Diese  waren mit dem Bau von Moscheen, der Durchführung der Strafbestimmungen und der Eintreibung von Chums- und Zakat-Abgaben beauftragt.
Tunku Abdul Rahman war Vorsitzender der UMNO, der United Malays National Organisation. Diese konkurrierte mit der Pan-Islamic Malayen- Partei PIMP.  Die PIMP forderte  eine Regierung der malaiischen Mehrheit , während die UMNO  die Bildung einer Koalition unter Beteiligung der chinesischen und indischen Bevölkerungsgruppen befürwortete.  Nach Wandlungen in  Malaysia, hat die PIMP  ihrer radikalen politischen Standpunkte gemäßigt und sich in Parti Islam Se-Malaysia (PAS) umbenannt.  Dadurch fanden Verkündigungs- und Lehrbewegungen einen Aufschwung.  Beamten, Lehrer und Studenten, die in einem säkularen Bildungssystem aufgewachsen waren, erkannten angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Übel die Notwendigkeit von islamischen Reformen. Sie nahmen an Sitzungen teil und unterstrichen die Beachtung der Islamischen Bekleidung und die Orientierung nach dem Koran und Einhaltung der ethischen Grundsätze.
Durch die Wiederbelebung der islamischen Gefühle in Malaysia entstanden drei wichtige Gruppen. Die erste war die Jugendbewegung (Angkatan Belia Islam Malaysia), die 1971 von Anwar Ibrahim gegründet wurde. Diese Organisation strebte die Verbesserung des Einzelnen und der Gesellschaft  gemäß den Lehren des Korans und eine  islamische Gesellschaftsordnung an. Ihr wichtigstes Ziel war die islamische Gestaltung der Familien. Sie wollte der Jugend die Religion nahebringen.
Die zweite Gruppe war die Dar al-Arqam (DAA). Diese unterstützte die Bildung von islamischen  Kooperativen, Werkstätten , Spitälern  und Schulen. Sie unterstrich die Unabhängigkeit des Landes auf den Sektoren Landwirtschaft und Kleinindustrie.  Ihr Ziel war die Verbreitung einer Lebensweise, die auf dem Koran und den arabischen Bräuchen beruht.
Die dritte Gruppe war die Tabliqhi Jamaat, die von Indien ausging und der sich Muslime mit Hochschulausbildung anschlossen.
 
 
Der Sieg der Islamischen Revolution im Iran und die Bildung einer  religiösen Regierung wirkten sich auf die Muslime in Malaysia aus und waren Orientierungshilfe und Anregung für die Wiederbelebung des Islams. Die Muslime dieses Landes, die kein Vertrauen mehr in den Westen und Osten setzten, sahen nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran ein neues Modell vor sich.
 
Unterdessen versuchte die Regierung von Malaysia, die von der UMNO angeführt wurde , die Lehr- und Verkündigungsbewegungen für sich zu gewinnen. Einige islamische Gruppen  akzeptierten diese Politik, weil sie es im Interesse des Islams befanden. Aber andere forderten die vollständige Umsetzung der Islamischen Lehren.  In  Malaysia wurde wie in Indonesien der politische Kampf  für die Muslime   eingedämmt. Ihre  Reformaktivitäten beschränken  sich auf Bewegungen zur Verkündung und Lehre des Islams. Dennoch  fordern sie zwecks Islamischer Erweckung und zur verstärkten Praktizierung der Islamischen Lehren die Durchführung islamgerechter Politik und haben diesbezüglich ihre Tätigkeiten ausgedehnt.
 
Auch in anderen Teilen Südostasiens begann sich der Islam um 14. und 15. Jahrhundert nach Christus auszubreiten. So auch auf die Philippinen . Im Süden der Philippinen  gründeten die Muslime damals die Sulu-, die Maguindanao-Dynastie und die Lanao-Monarchie.  Als 1521 die spanische Kolonialmacht in die Region eindrang, machten sie den Muslimen auf den Philippinen das Leben schwer. Aber dennoch hielten diese bis 1898 der Fremdmacht stand.  Aber  Spanien überließ Ende des 19. Jahrhunderts den Amerikanern die Verwaltung des Landes. Die USA haben im Gegensatz zu Spanien die Politik von Zuckerbrot und Peitsche betrieben, um die Muslimengebiete auf den Philippinen unter ihre Kontrolle zu bringen.
1946 wurde die Unabhängigkeit der Philippinen anerkannt, aber  ein Vasallenregime der USA an die Macht gebracht. Dieses Regimes förderte die Ansiedlung von Christen in den Muslimengebieten auf Mindanao, was den Protest der Muslime hervorrief.  Sektiererische Gewalt führte 1971 zur Tötung von zahlreichen Muslimen durch die Christen.  Der damalige Staatspräsident Marcos  erklärte den Ausnahmezustand . Wegen seiner Politik riefen die Muslime schließlich die Nationale Befreiungsfront der Moro  MNLF unter Anführung von  Nur Misurari ins Leben. Ihr Ziel war die Bildung eines unabhängigen islamischen Staates, in dem die Islamischen Gesetze realisiert werden.
 
Die Islamische Republik Iran unterstützte die Muslime von Moro spirituell und stärkte sie dadurch. 1984  spaltete sich eine  Islamische Befreiungsfront der Moro von der MNLF. Sie wurde  von Salamat Haschim angeführt. Diese neue Befreiungsfront folgte allerdings den starren wahhabitischen Gedankengut und wurde von den Saudis umterstützt.  Unter Staatspräsident Fidel Ramos wurde nach 4-vierjährigen Verhandlungen zwischen Staat und der Nationalen Befreiungsfront von Moro im Jahre 1996 ein Friedensvertrag unterzeichnet. Gemäß diesem Vertrag  wurden  Einrichtungen zur Vorantreibung der Entwicklung in den Muslimgebieten darunter auf Mindanao vorgesehen.   Die Kandidaten der Nationalen Befreiungsfront der Moro  erhielten bei den Wahlen 2001 nicht genug Stimmen. Die Front ernannte Dr. Farouk Hussein zu ihrem Vorsitzenden.
 
Die Islamische Befreiungsfront der Moro bezog andere Standpunkte als die MNLF gegenüber der Regierung. Sie forderte  die Bildung einer islamischen Regierung und konnte einige Maßnahmen in dieser Beziehung durchführen. Nach zahlreichen militärischen Auseinandersetzungen  zwischen den Kräften dieser Front und den Regierungstruppen haben beide Seiten schließlich im August 2001 Verhandlungen aufgenommen und in Tripoli (Libyen)  einen Friedensvertrag unterzeichnet.
 
 

Seit dem 15. Jahrhundert gibt es auch in Thailand  Muslime. Zwei iranische Brüder namens Scheich Ahmad und Scheich Said Qumi haben sich im 17. Jahrhundert besonders um die  Verbreitung des Islams in Thailand verdient gemacht.  Zum Beispiel erbauten  sie 1656 in der Stadt  Ayutthaya    eine Moschee.  Die Muslime in Thailand wurden im 20. Jahrhundert nach Christus ähnlich wie in anderen  Gebieten von  islamischen Reformbewegungen, insbesondere von dem Denken  des ägyptischen Reformers Muhammad Abduh (1849-1905) beeinflusst. Der muslimische Reformer  Ahmad Wahab begann seine Ansichten, die sich auf das Denken von Mohammad Abduh und Raschid Resa stützten, zu verbreiten. Seine politischen Aktivitäten richteten sich in Form der Mohammadiyah-Bewegung gegen die holländische Kolonialmacht. In Thailand konnte er nach seiner Verbannung aus Indonesien  viele Anhänger um sich versammeln. Er gründete die erste muslimische Reformbewegung unter dem Namen Ansar al Sunna. In den 60iger Jahren  wurde, nachdem die thailändische Regierung den Druck auf die Muslime verstärkt hatte, die Befreiungsfront von Pattani und im Jahre 1968 die Vereinigte Befreiungsorganisation von Pattani gegründet. Diese strebte die Unabhängigkeit der vier Provinzen mit muslimischer Bevölkerung im Süden Thailands an.   In den 70iger und 80iger Jahren wurde auch Thailand von der islamischen Erweckungsbewegung berührt. Nach den Bewegungen islamischen Erwachens im Nahen Osten und in anderen Teilen der Islamischen Welt sind die Muslime in Thailand seit circa 20 Jahren im Rahmen von Da`wat (Verkündigungs-)Bewegungen tätig.  Sie sind bestrebt, die islamischen Werte und Einrichtungen herzustellen und erhalten von einigen Muslimregierungen Unterstützung.

 
 
In Brunei haben sich die Menschen circa zu Beginn des 15. Jahrhunderts zum Islam bekannt. Der Begründer des Sultanats von Brunei auf der Insel Borneo legte sich den Namen Mohammad zu. Nachdem der Islam  in diesem Land Fuß gefasst hatte, begann eine Glanzepoche . Brunei dehnte mit Hilfe der  entstandenen muslimischen Einheit  seine Macht auf ganz Borneo, die Inseln von Ost-Malaysia und die Gebiete des heutigen Philippinen und Singapur aus.  Doch Brunei verlor wegen der Kolonialherrschaft Hollands und danach Britanniens immer mehr an Einfluss.  Fremdabhängige Handlangerregimes  führten in Brunei Gesetze ein, die nichts mehr mit den Islamischen Geboten zu tun hatten. Eine der Folgen der britischen Präsenz  für die Islamische Geschichte Bruneis war der Wandel des traditionell  religiösen Bildungssystems und der Verwaltung von religiösen Angelegenheiten. Aber die Überzeugungsfragen  und religiösen  Zeremonien gingen trotz Machtausübung der Kolonialisten nicht in Brunei verloren und die nützlichen Gebote des Islams wurden weiter von den Muslimen praktiziert.  Nach dem Angriff Japans auf Brunei setzte erneut  ein Wandel ein und es entstanden viele Kampforganisationen, die die Souveränität und Unabhängigkeit  Bruneis anstrebten. 1984 wurde Brunei schließlich unabhängig und nach 6 Jahren entstand die Islamische Monarchie  (Sultanat), woraufhin die islamischen Bräuche verstärkt verbreitet wurden. Der Islam findet in Burnei sowohl seitens der Bevölkerung aus auch der Regierung große Beachtung.
 

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